Oltion Star Trek - The Original Series 5
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-86425-337-9
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das Ende der Dämmerung
E-Book, Deutsch, Band 5, 260 Seiten
Reihe: Star Trek - The Original Series
ISBN: 978-3-86425-337-9
Verlag: Cross Cult Entertainment
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Jerry Oltion hat in seinem Leben bereits einige Berufe ausgeübt, darunter den des Steinmetzes, Gärtners, Tischlers, Försters, Musik-DJs, Müllmanns, und auf Ölfeldern und in einer Druckerei hat er auch schon gearbeitet. Daneben kann er auch auf zahlreiche Jobs im verlagswesen zurückschauen, was in ihm den Wunsch aufkeimen ließ, sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. Mit Erfolg, denn in den letzten 30 jahren hat er bereits über 15 Romane und über 150 Kurzgeschichten zur Veröffentlichun gebracht. Die herausgeber des renommierten US-Magazins ANALOG für SF-Literatur wählte ihn neben Poul Anderson und Christopher Anvil/Harry Crosby zu den bedeutesten Autoren ihres 25-jährigen Bestehens. Er ist der Autor von THE GETAWAY SPECIAL, ANYWHERE BUT HERE, PARADISE PASSED oder ABANDON IN PLACE, eine Novelle, für die es 1998 den Nebula Award gab. Besonders bekannt ist er aber auch für seine STAR TREK-Romane. Aber nicht nur als SF-Autor hat er sich einen Namen gemacht, sondern auch als Erfinder! Als Amateurastronom und Vollblut-Trekker hat er in jahrelanger Arbeit 'natürlich' einen neuartigen Teleskop entwickelt und gebaut, den er 'Trackball' getauft hat und der in diversen Fachzeitschriften besprochen wurde. Er lebt mit seiner Frau Kathy und seiner Katze 'Stormy' - das Pflicht-Haustier eines jeden Autors! - in Eugene, Oregon.
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EINS
»Verdammt, Jim, das können sie nicht schon wieder mit uns machen!« Leonard McCoy, der leitende medizinische Offizier des Föderationsraumschiffs , schlug mit der Hand auf den leeren Behandlungstisch, der ihn vom Captain trennte. Der Ton hallte auf der ansonsten völlig leeren Krankenstation nach. Schwester Chapel war schon vor dem Zorn des Arztes geflohen. Sie hatte den einzigen Patienten mitgenommen, angeblich, um eine physiotherapeutische Behandlung durchzuführen.
McCoy störte es nicht. Er war es leid, seinen Frust hinunterzuwürgen, und jetzt, einmal in Fahrt, war es ein gutes Gefühl, ein wenig Dampf abzulassen. Er deutete mit dem Finger auf Kirk. »Wenn wir das Versorgungsschiff auch diesmal wieder verpassen, habe ich bald nicht mal mehr genug Material, um ein verschrammtes Knie zu behandeln. Mein tragbarer Protoplaser pfeift aus der letzten Emitterspule. Der genetische Scanner ist öfter defekt als in Betrieb. Sogar das Display meines Trikorders flackert. Wir brauchen Nachschub, und zwar sofort – nicht erst, wenn die Sternenflotte beschließt, uns vom Haken zu lassen.«
Captain Kirk hob beschwichtigend die Hände. »Ich weiß, Pille. Ich hatte schon eine heftige Diskussion mit Admiral York darüber, unser Versorgungsrendezvous vorzuziehen, allerdings konnte er dem nicht stattgeben. Rimillia braucht unsere Hilfe. Man will ein gigantisches Terraforming-Projekt durchziehen, das zum absolut kritischsten Zeitpunkt aufgehalten wurde. Der verantwortliche wissenschaftliche Leiter ist von Extremisten entführt worden, außerdem wurde die Ausrüstung sabotiert. Die Bevölkerung befindet sich an der Schwelle eines Bürgerkriegs. Sie braucht unsere Hilfe jetzt, nicht erst nächste Woche.«
McCoy wandte sich ab und schaute auf den schwarzen Monitor über dem Behandlungstisch. Der flache dunkle Bildschirm spiegelte den Rest des Behandlungsraums auf der Krankenstation, die Reihen der desinfizierten chirurgischen Instrumente, Laborgeräte und blinkenden Kontrollleuchten bereitstehender Maschinen. Er hörte ihr nie endendes Piepsen und Surren. Bei einem Menschen, der nicht darauf angewiesen war, hinterließ all dies den falschen Eindruck ständiger Bereitschaft, aber McCoy kannte die Gesamtsituation. In einer Krise stand er vielleicht binnen eines Augenblicks bis zum Hals im Mist. »Und welche Hilfe kann ich mit einem sträflich unterversorgten Schiff leisten?«, warf er ein.
»Wir können den Wissenschaftler befreien. Wir reparieren die Maschinen. Vielleicht können wir sogar einen Vertrag zwischen den Parteien aushandeln, die für und gegen das Projekt sind.«
»Verlass dich nicht darauf.« McCoy reagierte sauer. Er drehte sich zu Kirk um. »Du bist immer der Erste, wenn es darum geht, eine Situation anzupacken oder die Dinge geradezurücken, aber ich darf immer die Verletzten auflesen. Und jetzt sollen wir direkt in einen Krieg ziehen. Ich würde schon nichts davon halten, wenn wir gerade frisch aus dem Raumdock kämen – aber so schon gar nicht.«
Kirk seufzte. »Pille, wir sind zwar an einigen Dingen etwas knapp, aber wir sind kein Wrack. Und es ist auch kein Krieg – bis jetzt nicht. Eben deshalb müssen wir hin – um ihn zu vermeiden. Wenn wir unsere Aufgabe gut erledigen, können wir Übergriffe verhindern. Dann brauchst du nicht mehr als einen Schnupfen zu behandeln.«
»Das glaube ich erst, wenn ich es sehe«, antwortete McCoy. Er starrte Jim einen Moment böse an, und der Captain erwiderte seinen Blick. Schließlich meinte McCoy: »Wenn du erwartest, dass ich sage, ›Ah, verstehe, mach dir keine Sorgen, ich schaff es schon‹, kannst du lange warten. Du hast mir Befehle gegeben. Ich werde sie ausführen, doch strapaziere dein Glück nicht. Ich war lange genug geduldig.«
Kirk lächelte. »Und ich weiß, wie sehr, Pille. Darum hab ich Admiral York das Versprechen abgerungen, uns eine volle Woche Urlaub zu geben, sobald wir den Auftrag auf Rimillia ausgeführt haben.«
McCoys Laune verbesserte sich zwar schlagartig, als er das Wort »Urlaub« hörte, aber er wollte es sich nicht anmerken lassen. Er verschränkte die Arme und erwiderte: »Ha, auch das glaube ich erst, wenn ich es sehe.«
»Du wirst es sehen, warte nur ab.« Kirk nickte McCoy zu und ging in Richtung Tür. Als sie sich öffnete, drehte er sich um und sagte: »Wenn du geduldig , geht der nächste Pfefferminzlikör auf mich.«
»Ich werde dich daran erinnern.« McCoy lächelte. Sein Lächeln verschwand jedoch, als die Tür sich hinter dem Captain schloss.
Kirk ließ einen tiefen Seufzer erklingen, als er zum Turbolift zurückging. Er konnte das Gerangel mit Pille über derartige Themen nicht ausstehen. Hätte irgendeine Chance für ein Treffen mit einem Versorgungsschiff bestanden, hätte er sie wahrgenommen, das wussten sie beide. Aber Pille war nicht die Sorte Mensch, die sich einfach kampflos mit dem Unvermeidlichen abfand. Es war eine Eigenschaft, die er an dem Schiffsarzt schätzte, aber manchmal hasste er diesen Charakterzug auch, weil er für unvorhergesehene Schwierigkeiten sorgen konnte.
Für den Augenblick war es mit McCoy jedoch besser gelaufen als erwartet. Der alte Köder hatte wieder mal geholfen. Er war nicht gezwungen gewesen, etwas zu versprechen, das er nicht ohnehin gewährt hätte. Nun, da der Arzt sein Wort hatte, würde er alles tun, damit seine Abteilung trotz aller Bedrängnis einwandfrei lief. Er würde sich sogar vor ihn stellen, falls sich jemand über ihn beschwerte. Auch das war eine seiner Eigenarten.
Ja, die Begegnung mit McCoy war besser gelaufen als erwartet. Aber wie sollte er Scotty die Neuigkeit schonend beibringen?
Als er mit dem Turbolift auf dem Weg zum Maschinenraum war, dachte über seine Möglichkeiten nach. . Die Schwierigkeit war, dass es keine gute Nachricht gab. Am allerwenigsten aus Scottys Perspektive. Auch er brauchte den Nachschub so dringend wie McCoy. klang zwar irgendwie besser, aber Scotty war lange genug dabei, um zu wissen, was als Nächstes kam. Nicht, dass es wirklich etwas ausmachte. Natürlich nicht. Scotty war ein Profi, ebenso wie McCoy. Auch er würde ohne Zögern alles Notwendige tun, aber Kirk wollte die Wogen ein wenig glätten. Immerhin war es die Aufgabe der Senior-Offiziere, die Moral aufrechtzuerhalten, und je mehr er Scotty für die Mission begeistern konnte, um so enthusiastischer würde der Rest der Ingenieure sein.
Vielleicht betrachtete er das Ganze auch aus einem falschen Blickwinkel. Klar, das verpasste Rendezvous bedeutete Unannehmlichkeiten, und der Auftrag der machte einen durchaus nervös, wenn man genauer darüber nachdachte. Aber es galt auch, eine technische Herausforderung zu meistern. Und Scotty liebte Herausforderungen.
Ja, so würde es gehen. Weise ihn auf die unbeschreibliche Möglichkeit eines technischen Wunders hin. Erwecke sein Interesse. Dann lass die Bombe platzen.
Als der Turbolift ihn im Maschinenraum absetzte, fand er den Chefingenieur auf dem Rücken unter der Steuerkonsole des Traktorstrahls liegend vor. Nur schwarze Arbeitsschuhe schauten unter der Schalttafel hervor. Der Rest der Mannschaft war damit beschäftigt, die Maschinen, die Energieverteilung und die Umweltkontrollsysteme des Schiffes zu prüfen. Routinearbeiten, die das Schlagen des mechanischen Herzens der sicherstellten.
Kirk räusperte sich. »Mr. Scott?«
Er hörte einen dumpfen Schlag aus dem Inneren der Konsole, gefolgt von einem unterdrückten Fluch. Dann Scottys vertrauten Akzent: »Aye, Captain, nur’n Moment noch.« Die Beine bewegten sich, und kurz darauf rutschte der vollständige Montgomery Scott in sein Blickfeld. Sein rotes Uniformhemd war ramponiert, in der rechten Hand hielt er eine abgenutzte, zylindrische Schaltsonde. »Ja, Sir?«, fragte er.
»Ich habe einen Auftrag für Sie«, erwiderte Kirk und musste ein Grinsen unterdrücken, als er Scotts Arm ergriff und ihm auf die Beine half.
Scotty rieb die Stelle an seinem Kopf, an der er sich gestoßen hatte. Keine Beule – bis jetzt. »Was für ein Auftrag?«, fragte er und hoffte, dass es nichts mit dem Traktorstrahl zu tun hatte. Er hatte den ganzen Morgen ohne Erfolg daran gearbeitet.
»Einen großen«, antwortete der Captain. »Aber er liegt genau auf Ihrer Linie.«
»Ach, tatsächlich? Welche Linie meinen Sie?«
»Antriebssysteme. Insbesondere Impulstriebwerke.«
»Aye«, stimmte Scotty ein wenig erleichtert zu. »Ich versteh ein bisschen was davon.«
»Mehr als ein bisschen, Mr. Scott.« Kirk lächelte, und Scotty spürte, dass er rot wurde. Ihm war immer unwohl, wenn jemand seine...




