Orlowski | Der Patchwork-Club - Der Himmel über St. Elwine- oder: Erdbeerpunsch | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4, 469 Seiten

Reihe: Der Patchwork-Club

Orlowski Der Patchwork-Club - Der Himmel über St. Elwine- oder: Erdbeerpunsch

Roman: Band 4
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-316-6
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman: Band 4

E-Book, Deutsch, Band 4, 469 Seiten

Reihe: Der Patchwork-Club

ISBN: 978-3-98952-316-6
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Eine neue Bekanntschaft ... Der gefühlvolle Liebesroman »Der Patchwork-Club - Der Himmel über St. Elwine« von Britta Orlowski als eBook bei dotbooks. Kann sie auf die Liebe vertrauen? Um eine Frau zu schützen, die in einer schlimmen Lage ist, nimmt Tally sie mit in ihre Heimat, das beschauliche St. Elwine. Hier empfangen ihre Freundinnen im Patchworktreff sie mit offenen Armen und geben sich alle Mühe, dass Masha sich sicher und gut aufgehoben fühlen kann. Es sieht so aus, als würde sich auch für Tally alles zum Guten wenden, als sie bald darauf dem gutaussehenden Louis begegnet, der ihr Herz schneller schlagen lässt ... Doch Louis scheint ein Geheimnis zu haben - und Tally, die bereits schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht hat, wird misstrauisch. Ist Louis der wunderbare Mann, der er vorgibt zu sein oder sollte sie sich in Acht nehmen? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Die Smalltown-Romance »Der Patchwork-Club - Der Himmel über St. Elwine« von Britta Orlowski ist der vierte Band ihrer Patchwork-Club-Reihe, so cosy wie die Romane von Susan Elizabeth Phillips und so dramatisch wie die von Nicholas Sparks. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Britta Orlowski, Jahrgang 1966, wohnt im Havelland und ist Mutter zweier Söhne. Sie arbeitete 20 Jahre als zahnmedizinische Fachangestellte, aber da sie in einer Zahnarztpraxis leider keine Geschichten erfinden durfte, widmete sie sich schließlich ihrem Traumjob, wurde Buchautorin und jobbte nebenbei in Buchhandlungen. Inzwischen arbeitet sie in einer Arztpraxis und lebt ihre Liebe zu Büchern trotzdem aus. Ihr Lebensmotto: Tu, was du liebst. Wenn sie nicht gerade Quilts näht, tummelt sie sich in ihrem geliebten Garten und/oder schreibt am nächsten Buch. Sie ist Mitglied im Schriftstellerverband des Landes Brandenburg, sowie bei DELIA und Organisatorin der DELIA Liebesromantage 2011 in Rathenow. Die Website der Autorin: www.britta-orlowski.de Die Autorin bei Facebook: https://www.facebook.com/Britta-Orlowski-155028824578718/?ref=bookmarks Die Autorin auf Instagram: https://www.instagram.com/brittaorlowski/ Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihre Reihe »Der Patchworkclub« mit den Einzelbänden »Rückkehr nach St. Elwine«, »Eine Liebe in St. Elwine«, »Sommertage in St. Elwine«, »Der Himmel über St. Elwine«, »Ein Kuss in St. Elwine« und »Herzklopfen in St. Elwine«.
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Kapitel 1


Tally betrat ihre Wohnung, zog den Mantel aus und beschloss, ein Vollbad zu nehmen. Sie war durchgefroren, im Büro hatte die Heizung nicht richtig funktioniert, und es war schwierig, sich auf ihre Fälle zu konzentrieren, wenn man bibberte und sich unwohl fühlte.

Ihr Handy klingelte – o nein, das konnte nichts Gutes heißen. Einen Moment lang war sie versucht, das Läuten zu ignorieren. Seufzend fischte sie das Handy aus ihrer Manteltasche, erhaschte einen Blick auf das Display und nahm den Anruf an. »Was gibt es?«

»Hoffentlich hast du es dir noch nicht bequem gemacht«, sagte ihre Chefin.

»Weißt du, was da draußen los ist? Der plötzliche Kälteeinbruch veranlasst die Menschen offenbar zu Hamstereinkäufen. Die Stadt ist dicht, ich bin nur im Stop-and-go vorwärtsgekommen und habe soeben meine Wohnung betreten.«

»Dann wird es dich sicher freuen, dass du die nächste Zeit nicht in einer von Autoabgasen verpesteten Stadt verbringen musst.«

»Sehr witzig. Kannst du niemand anderen schicken?«

»Nein. Der Fall ist heikel.«

»Das ist er doch immer«, warf Tally ein.

»Wenn ich nicht überzeugt wäre, dass du die richtige Person dafür wärst, würde ich dich nach dem heutigen Tag nicht mehr belästigen.«

Tally fühlte sich geschmeichelt, kam aber dennoch nicht umhin, ihrer Chefin zu unterstellen, dass sie mit voller Absicht so argumentierte. Sei es drum. Sie ließ ihren Blick bereits umherschweifen und versuchte, zu erfassen, ob sie ihre vier Wände so hinterlassen konnte. Es lag auf der Hand, warum sie sich keine Zimmerpflanzen hielt.

»Gib mir ein paar Fakten«, bat sie ihre Chefin und betätigte die Freisprechanlage. Mit dem Handy in der Hand lief sie ins Schlafzimmer und öffnete den Kleiderschrank. Dort stand stets eine gepackte Reisetasche griffbereit.

»Wann bist du so weit?«

»Wenn ich mich erneut durch den Straßenverkehr gekämpft habe«, antwortete Tally.

»Braves Mädchen. Ich wusste, auf dich ist Verlass.«

»Wie sieht es mit einer Gehaltserhöhung aus?«

»Tally, die Verbindung ist plötzlich ganz schlecht. Ich erwarte dich spätestens in einer Dreiviertelstunde hier.«

Typisch. »Nein. Wenn der Fall so heikel ist, wie du angedeutet hast, dann sag ihr einen Treffpunkt, und von dort hole ich sie ab. Alles Weitere per Mail. Ich melde mich morgen wieder.«

»Gut. Ich schick sie mit dem Taxi zum Flughafen. Sobald sie unterwegs sind, sende ich dir eine SMS mit der Nummer des Taxis. Viel Glück.«

Das brauchte sie auch, wenn sie nicht noch heute erfrieren wollte. Von allem anderen mal abgesehen. Tally war routiniert in ihren Einsätzen, aber nie zuvor hatte sie sich bei Antritt so mies gefühlt. War da etwa eine Erkältung im Anmarsch? Bloß das nicht.

Rasch packte sie eine zweite Tasche mit vielen warmen Sachen zusammen, schlüpfte wieder in ihren Mantel, zog die Wohnungstür hinter sich zu und schloss sorgfältig ab. Ihre Absätze klapperten über die Treppenstufen. Sie hätte wenigstens in bequemere, aber vor allem wärmere Schuhe schlüpfen sollen und war versucht, noch einmal zurückzulaufen, doch ein Blick auf ihre Armbanduhr mahnte zur Eile.

Dank der SMS fand sie auf Anhieb das richtige Taxi und klingelte ihre Chefin an. Tally wusste, dass sie der Klientin per Handy mitteilte, dass Taxi jetzt zu verlassen und das Gebäude des Flughafens zu betreten.

Sie stieg ebenfalls aus dem Wagen und ging der Frau nach. In der Halle war es voll, an einigen Schaltern standen die Menschen Schlange, wurden aber flott bedient.

Tally nutzte die Gelegenheit und nahm ihre Klientin genauer in Augenschein. Schlagartig war ihr klar, was ihre Chefin mit heikel meinte. Die Frau fiel auf. Sie schwebte förmlich über den Boden, bewegte sich anmutig, war groß und bildschön. Verdammt. Außerdem sah sie ängstlich um sich, ihr Blick hetzte herum und zu allem Überfluss führte sie ein kleines Kind an der Hand.

Tally unterdrückte einen Seufzer. Niemand hatte sie gezwungen, einen solchen Job zu übernehmen. Nun musste sie da durch. In der Regel hatte sie für ihre Einsätze vier Orte zur Verfügung. Instinktiv entschied sie sich für den dieses Mal einzig infrage kommenden: St. Elwine.

Immerhin würde sich ihre Mutter freuen. Und es gab in deren Haus warme Socken. Die hatte Tally im Eifer des Gefechts nämlich vergessen.

Am besten, sie erlöste die Frau, die sich vollkommen verängstigt umsah und immer wieder zusammenzuckte. »Huhu«, rief sie wie ausgemacht und tat, als träfe sie eine liebe Bekannte zufällig wieder.

Die junge Frau riss den Kopf herum und starrte sie an. Tally beeilte sich, herzlicher zu lächeln, und endlich schien ihre Klientin zu begreifen, dass sie in Sicherheit war.

»Ich freue mich«, rief Tally überschwänglich aus.

Die junge Frau nickte kurz und besann sich offensichtlich ebenfalls. Das Zucken ihrer Mundwinkel sollte wohl als Lächeln durchgehen. Tally konnte sie damit nicht überzeugen. Wie die anderen Reisenden darüber dachten, wollte sie besser nicht erfahren.

Sie ging weiter auf die Frau zu und umarmte sie ganz so, als wären sie beste Freundinnen und träfen sich soeben nicht zum ersten Mal.

Ihre Klientin blieb stocksteif. Tally wusste warum. Wäre sie an ihrer Stelle, ginge es ihr nicht anders.

»Ich bin …«

»Pst«, fiel Tally ihr ins Wort. »Ab jetzt heißen Sie Masha. Masha Byrne«, flüsterte sie dicht an deren Ohr.

Sie nickte.

Tally strich dem Kind über die Mütze. »Hallo.«

Es antwortete nicht. Verängstigt wie die Mutter. Tally tat es in der Seele leid. So jung, so klein und wusste schon, was es hieß, auf der Hut zu sein.

Sie vergaß ihre kalten Zehen und beschloss, ihr Bestes zu geben, um die zwei in Sicherheit zu bringen.

»Kommen Sie«, forderte sie Masha leise auf und griff nach der Reisetasche.

Nur zögernd löste Masha ihre Finger von den Henkeln.

Tally dirigierte sie zu ihrem Wagen, verstaute das Gepäck im Kofferraum und ließ Mutter und Kind auf der Rückbank einsteigen. Leider hatte sie in der Eile nicht an einen Kindersitz gedacht. Heute musste es eben ohne gehen. Sie hoffte, keiner Polizeistreife zu begegnen, auch wenn auf dem Beltway um diese Zeit noch ein ziemlicher Verkehr herrschte. Die Pendler fuhren raus aus der Stadt zu ihren umliegenden Häusern.

»Haben Sie etwas gegessen, Masha? Wir werden noch eine Weile unterwegs sein.«

»Ihre Kollegin hat uns einen Hotdog besorgt.«

»Wir könnten unterwegs anhalten und ich hole uns etwas aus einem Drugstore«, schlug Tally vor.

»Danke, es geht schon.«

»Entschuldigung, ich habe ganz vergessen, mich Ihnen vorzustellen. Ich bin Tally Amandes, Sozialarbeiterin bei Maureenas.« Im Rückspiegel beobachtete sie, wie Masha nickte. »Wir fahren in ein Küstenstädtchen, es wird Ihnen dort gefallen.« So ein Blödsinn, schimpfte sich Tally im Stillen. Die Frau war auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann. Sie würde keinen Blick für den Ort haben. Es wäre besser, sie benutzte erst gar keine Floskeln. Gegen den Drang, freundlich sein zu wollen, war nicht so leicht anzukämpfen.

Die Fahrt verlief schweigend. Immer, wenn sich Tally umdrehte, lag das Kind ausgestreckt, der Kopf ruhte im Schoß seiner Mutter. Masha wirkte erschöpft, döste aber keine Sekunde ein. Bereit, ihr Kleines zu verteidigen. Selbst im Sitzen hielt sie sich kerzengerade.

Gegen neun passierten sie das Ortsschild von St. Elwine. »Wir sind da, Masha. Sind Sie schon lange unterwegs?«

»Ein paar Tage.«

Aus denen leicht Monate werden konnten. Oder Jahre, wie Tally wusste. Für manch eine Frau endete der Albtraum nie, holte sie immer wieder ein. Am schlimmsten traf es sie dann, wenn sie bereits wieder zu hoffen begonnen hatten. Einige hatten Glück. Zu wenige.

»Heute Abend bringe ich Sie in ein Bed and Breakfast und morgen sehen wir weiter«, erklärte Tally leise.

»Ich … ich habe nicht viel Geld bei mir.«

»Machen Sie sich darüber keine Sorgen. Die Organisation zahlt das.«

»Wie lange können wir hierbleiben?«

»Ich weiß es nicht.« Hoffentlich lange.

Masha ließ resigniert den Kopf sinken.

»Schlafen Sie sich erst mal aus. Ich bin hier, um Ihnen zu helfen. Gemeinsam werden wir eine Lösung finden. Vertrauen Sie mir.«

Masha drehte den Kopf weg und starrte aus dem Fenster. Vielleicht versuchte sie, in der Dunkelheit etwas zu erkennen, vielleicht blinzelte sie aber auch nur aufsteigende Tränen fort.

Die Veranda der Pension war mit weihnachtlichen Lichterketten beleuchtet. Das Haus wirkte einladend, liebevoll. Tally hielt an und stellte den Motor ab. »Gehen Sie ruhig schon rein, ich bringe Ihnen das Gepäck hinterher.«

Masha weckte das Kind, setzte ihm die Mütze auf und stieg aus dem Wagen.

Tally schnappte sich die Tasche, schloss die Klappe zum Kofferraum und verriegelte das Fahrzeug. Als sie die beiden erreichte, standen sie vor der Eingangstür.

»Es ist abgeschlossen«, erklärte Masha.

»Da gibt es doch bestimmt eine Klingel.«

»Wir werden das gesamte Haus aufwecken.« Mashas Stimme war anzuhören, dass sie sich vor eventuellem Ärger fürchtete.

Tally betätigte bereits den Klingelknopf. Ihr war immer noch kalt und Hunger hatte sie auch. Sie drückte drei weitere Male kurz hintereinander, es erklang aber nur ein Summen.

»Ich komme ja schon«, vernahmen sie endlich von drinnen.

»Haben Sie wieder die Schlüssel vergessen?« Im selben Moment wurde die Tür aufgerissen.

»Guten Abend, Ellen.«

»Tally? Was machst du denn hier?« Die Wirtin lächelte sie an.

»Ich brauche ein Zimmer, fürs...



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