Orlowski | Der Patchwork-Club - Sommertage in St. Elwine - oder: Zitronentagetes | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 567 Seiten

Reihe: Der Patchwork-Club

Orlowski Der Patchwork-Club - Sommertage in St. Elwine - oder: Zitronentagetes

Roman: Band 3
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-315-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman: Band 3

E-Book, Deutsch, Band 3, 567 Seiten

Reihe: Der Patchwork-Club

ISBN: 978-3-98952-315-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Können Freunde ein Paar werden? Der gefühlvolle Liebesroman »Der Patchwork-Club - Sommertage in St. Elwine« von Britta Orlowski als eBook bei dotbooks. Ein Neuanfang in St. Elwine ... Von ihrem Exmann im Stich gelassen, zog Floriane, genannt Flo, mit ihrem Sohn Kevin in das beschauliche St. Elwine. Einige Jahre später ist sie gut vernetzt mit den Frauen im örtlichen Patchworktreff und ihr bester Freund Marc steht ihr immer mit Rat und Tat zur Seite. Doch das Geld ist jeden Monat knapp und noch immer bringt sie es nicht übers Herz, ihrer Familie im fernen Havelland zu sagen, dass sie ganz auf sich allein gestellt ist ... Da passiert ein Unglück, das einen noch viel größeren Schatten wirft: Marc wird bei einem Unfall schwer verletzt, gerade als sein Vater aus dem Gefängnis zurückkehrt, um Unfrieden zu stiften! Kann Flo ihm helfen, diese schwere Zeit durchzustehen - ohne den Kopf zu verlieren und sich in ihren besten Freund zu verlieben? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der rührende Kleinstadtroman »Der Patchwork-Club - Sommertage in St. Elwine« von Britta Orlowski ist der dritte Band ihrer Patchwork-Club-Reihe, der Fans von Susan Elizabeth Phillips und Nora Roberts begeistern wird. Der Roman ist bereits unter dem Titel »Zitronentagetes« erschienen. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Britta Orlowski, Jahrgang 1966, wohnt im Havelland und ist Mutter zweier Söhne. Sie arbeitete 20 Jahre als zahnmedizinische Fachangestellte, aber da sie in einer Zahnarztpraxis leider keine Geschichten erfinden durfte, widmete sie sich schließlich ihrem Traumjob, wurde Buchautorin und jobbte nebenbei in Buchhandlungen. Inzwischen arbeitet sie in einer Arztpraxis und lebt ihre Liebe zu Büchern trotzdem aus. Ihr Lebensmotto: Tu, was du liebst. Wenn sie nicht gerade Quilts näht, tummelt sie sich in ihrem geliebten Garten und/oder schreibt am nächsten Buch. Sie ist Mitglied im Schriftstellerverband des Landes Brandenburg, sowie bei DELIA und Organisatorin der DELIA Liebesromantage 2011 in Rathenow. Die Website der Autorin: www.britta-orlowski.de Die Autorin bei Facebook: https://www.facebook.com/Britta-Orlowski-155028824578718/?ref=bookmarks Die Autorin auf Instagram: https://www.instagram.com/brittaorlowski/ Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihre Reihe »Der Patchworkclub« mit den Einzelbänden »Rückkehr nach St. Elwine«, »Eine Liebe in St. Elwine«, »Sommertage in St. Elwine«, »Der Himmel über St. Elwine«, »Ein Kuss in St. Elwine« und »Herzklopfen in St. Elwine«.
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Kapitel 1


»Mir ist, als hätte ich mein gesamtes Leben nur an dich gedacht.«

Flos Herz schlug Purzelbäume. »Du hattest doch Julia.«

Nach ihrem Einwand sah er sie merkwürdig verzagt an. »Wir haben zusammengearbeitet und der Film wurde zum Kassenschlager – das ist alles.« Richard Geres Blick ruhte noch immer auf ihr. Sacht senkte er seine Lippen und traf ihren Mund. Sein Kuss ließ sie alles ringsum vergessen. Flo sank gegen ihn, überließ ihm die Führung, spürte seine Wärme, seine Stärke, seine Männlichkeit. Als er irgendwann den Kuss beendete, überfiel sie ein beinahe überwältigendes Verlustgefühl. Sofort schlang sie ihre Arme um seinen Hals.

»Ich bin ja da, Flo. Ich werde immer für dich da sein.«

Sie wollte ihm gern glauben, aber sie war ein gebranntes Kind.

Seine tiefe, eindringliche Stimme berührte sie fast noch mehr als seine Worte es taten. »Du machst dir immer zu viele Gedanken.«

Woher wusste dieser Mann das nur? Alle anderen Menschen ließen sich leicht von ihrer witzigen, fidelen Fassade täuschen. Er nicht.

Mit den Händen öffnete er geschickt die Knöpfe ihrer Bluse. Schon berührte er ihre Brüste. Die zärtliche Leidenschaft, die sich in seinen Augen widerspiegelte, entfachte ein Feuer in ihr. »Es ist nur …«, stammelte sie. »Hollywood.«

»Vergiss Hollywood. Es ist lediglich ein Job. Mein wahres Leben findet hier statt, mit dir.«

Seine Worte streichelten ihre Seele, ihr Herz. Er brauchte nichts mehr zu sagen, und das tat er auch nicht. Die Bluse fiel zu Boden, kurz darauf der BH, den er ihr auf dem Rodeo Drive in Los Angeles gekauft hatte.

Richard Gere hielt sie an sich gepresst, als wäre sie die begehrenswerteste Frau auf der Welt und nicht etwa Floriane Usher aus dem Havelland in Deutschland. Sie schob ihre Finger unter sein Seidenhemd, seine Haut darunter fühlte sich wunderbar an. Sie roch teures Rasierwasser, und ihre Gedanken lösten sich auf wie Frühnebel an einem Sommertag. Noch nie war sie so geküsst worden, und sie genoss alles, was er mit ihr tat. Mutig griff sie nach seiner Gürtelschnalle und zerrte daran. Unter dem Reißverschluss spürte sie seine Erregung. Augenblicklich begann es in ihrem Bauch zu flattern. Er hob sie hoch, sie schlang die Beine um seine Hüften. Richard drang in sie ein und stöhnend kam sie zum Höhepunkt.

»Tag, Mrs. Usher.«

Flo fuhr zusammen. »Hallo, Mr. Hobbs.«

Der Mann schnappte sich eine der Einkaufstüten und hielt ihr die Tür auf.

»Danke.«

»Spätschicht heute?«, fragte er.

»Ja, richtig.« Sie kramte in ihrer großen Umhängetasche nach dem Schlüssel. »Stellen Sie einfach alles hier ab, den Rest schaffe ich schon. Vielen Dank und schönen Gruß an Ihre Frau.«

Er winkte ihr zu und verschwand um die Ecke.

Flo betrat die Küche und stellte ihre Einkaufstüten auf dem Tisch ab. Den Kassenbon legte sie sorgfältig in ihr Haushaltsbuch zu den anderen. Morgen würde sie die gesammelten Belege vom August addieren, doch sie sah kaum noch einen Sinn in dieser Gewohnheit. Schließlich wusste sie längst, dass sie Monat für Monat gerade so über die Runden kam. Das war nicht ihre Schuld, soviel hatte die Führung eines Haushaltsbuches sie immerhin gelehrt. Im Grunde genommen brachte sie diese Erkenntnis aber auch nicht weiter.

Flo versuchte, die Traurigkeit, die sie schon seit dem frühen Morgen empfand, abzuschütteln. Es gelang ihr nicht. Im Gegenteil, sie begriff, dass der heutige Tag nur die Spitze eines Eisberges war, der seit geraumer Zeit ihr bescheidenes Leben sabotierte. Zunächst war da das Gespräch mit Martha gewesen, die ihr berichtete, dass sie am Ende des Sommers den Pub schließen und verkaufen würde. Somit war klar, dass Flos Nebenjob sich erledigte. Möglicherweise könnte sie bei dem Nachfolger arbeiten, machte Martha ihr ein wenig Hoffnung. Flo gab sich keinen Illusionen hin. Bis der renovierte, ein Konzept erstellte und eröffnete, vergingen bestimmt zwei, drei Monate, in denen es keine zusätzlichen Dollars für sie und Kevin geben würde. Bitter, umso mehr, weil Anfang dieses Jahres der alte Doc Svenson gestorben war. Sie hatte ihm oft Gesellschaft geleistet und seinen Geschichten über Pflanzen gelauscht, die sich fest in einem verborgenen Winkel seines Gehirns eingenistet hatten. Zum Schluss nahm die Demenz eine erschreckende Form an. Niemand wusste wohl so viel über Blumen, Ziersträucher und Rasenpflege wie Johann Svenson. Jedenfalls niemand, den Flo kannte. Seine Enkelin Charlotte hatte ihr für die Geduld, die sie im Umgang mit dem alten Mann aufgebracht hatte, auch immer wieder etwas zugesteckt. Flo erinnerte sich noch genau an das schlechte Gewissen, das sie anfangs befiel. Sie bekam Geld für etwas, dass sie aus reiner Gefälligkeit tat. Die Gespräche mit dem alten Zahnarzt, dessen große Leidenschaft sein Garten war, machten ihr Spaß.

Seit zwei Monaten blieb die Unterhaltszahlung von Val aus. Zunächst waren die Überweisungen nur unpünktlich erfolgt, dann unregelmäßig und seit sechs Wochen saß sie auf dem Trockenen. Warum, zum Teufel, rief ihr Exmann deswegen nicht an? Sie wollte nicht wieder den ersten Schritt tun. Bis zum Ende der Woche würde sie warten, aber dann war Schluss mit lustig. Immerhin ging es hier nicht allein um sie, sondern vor allem um Kevin.

Als hätten all diese Tatsachen nicht genügt, zog sie gerade einen Briefumschlag aus dem Briefkasten. Sie starrte auf den Absender und überlegte. Warum schrieb ihr der Vermieter? Na gut, sie war ein wenig überfällig mit der Miete, aber bisher hatte er es auch toleriert. Dass sie oft knapp bei Kasse war, wusste er. Mit zitternden Händen riss sie das Kuvert auf und überflog die Zeilen. Sie musste sie zweimal lesen, um die Bedeutung zu begreifen. Bis Ende des Jahres musste sie raus aus der Wohnung. Der Vermieter hatte die Immobilie verkauft und der neue Besitzer wollte das Haus abreißen lassen und das Grundstück anderweitig nutzen.

Sie schlug die Hände vor das Gesicht. Was denn noch? Hatte sie nicht genug Schwierigkeiten? Ein seltener Anflug von Selbstmitleid tobte in ihr. Flo wünschte verzweifelt, die Zeit zurückdrehen zu können – bis zu einem bestimmten Punkt. Leider war ihr nicht klar, bis zu welchem. Der Druck in ihrer Brust verstärkte sich. In den vergangenen Wochen waren die Hiobsbotschaften tröpfchenweise in ihr Gehirn gesickert – jetzt schwappte eine Welle der Resignation gnadenlos über sie hinweg. Und brachte Mutlosigkeit, Angst und unsägliche Traurigkeit mit.

Immer öfter überfiel Flo eine Sehnsucht. Egal, wohin sie ging, egal, welche Richtung sie einschlug – die Sehnsucht war schon vor ihr dort. Sehnsucht – wonach? Nach der glücklichen Kindheit in einem kleinen Dorf an der Havel, nach Good old Germany? Nach der Sicherheit einer Ehe mit Val Usher? Nach einem Ort, der ihr Zuhause sein konnte? Nach der Familie, die sie leichtsinnigerweise zurückgelassen hatte und die sie nun schon seit über zehn Jahren nicht mehr in die Arme schließen konnte und vermisste? Der Kloß in ihrem Hals wuchs an. Flo glaubte beinahe, an dem Schluchzen in ihrer Brust ersticken zu müssen. Doch Tränen waren auch jetzt unangebracht. Sie würden ihr nicht weiterhelfen, sie gab ihnen nicht nach.

Flo blinzelte auf die Uhr. In einer Stunde musste sie im Schönheitssalon sein. Eigentlich mochte sie nachmittags nicht arbeiten gehen, aber der Job im Salon bei Bonny Sue war nun einmal ihr einziger zurzeit, irgendwelche Extrawünsche konnte sie klemmen. Wenn sie sich nur besser auf Kevin verlassen könnte. Mit seinen elf Jahren kam er langsam in die Pubertät. Erledigte er heute seine Hausaufgaben gewissenhaft? Seufzend verstaute sie ihre Einkäufe in dem kleinen Vorratsregal und faltete die Tüten zusammen. Sie stellte eine Pfanne auf den Herd, ließ etwas Fett aus und schnitt die übrig gebliebenen Kartoffeln vom Vortag klein. Danach säbelte sie Wurstreste in Würfel, ebenso eine Zwiebel und gab alles in das heiße Fett. Flo würzte mit Salz, Pfeffer, Kümmel und Majoran, schlug noch ein Ei darüber und ließ alles unter einem Deckel stocken. Beim Abschneiden frischer Kräuter aus dem Beet hinter dem Haus überkam sie erneut Traurigkeit. Hastig wischte sie eine verstohlene Träne von ihrer Wange. Die Bewegung schreckte einen Vogel auf. Im selben Augenblick landete ein dicker dunkelblau schimmernder Käfer neben ihren Füßen. Hatte der Vogel vor Schreck sein Opfer fallen lassen? »Hallo Kumpel.« Flo schnupperte an der Petersilie. »Scheint so, als hätte ich dir soeben das Leben gerettet.« Na ja, wenigstens für einen von uns ist dieser Tag nicht verkackt.

Als es an der Tür läutete, wusste Jenny sofort, dass es Amy war und öffnete.

»Komm rein!« Sie begrüßte ihre Freundin und ging voraus in die Küche. »Ich habe bereits Kaffee aufgesetzt. Am besten, wir setzen uns in den Garten. Wer weiß, wie lange das Wetter noch so schön ist.« Als zweite und sehr viel jüngere Ehefrau ihres Mannes George hatte sie einen denkbar schlechten Stand bei Marc, Georges Sohn aus erster Ehe und war froh, dessen Verlobte zur Verbündeten zu haben.

Amy lachte, als sie Jennys dreijährige Tochter von der Terrasse aus in ihrem Buddelkasten entdeckte, wie sie feine Konditoreien aus Sand kreierte.

Sofort lief sie nach draußen. »Hallo Rosie.« Amy streckte eine Hand aus. Ihre Tochter berührte sie flüchtig und grinste.

Als Jenny ihr mit dem Tablett folgte, zuckte Amy kurz zusammen. »Sie hat Marcs Augen«, flüsterte sie.

Genaugenommen besaß Marc die Augen seines Vaters. So ähnlich wie ihre Rosie könnte auch ein Kind von Marc und...



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