E-Book, Deutsch, Band 2, 343 Seiten
Reihe: The-Summer-Reihe
O'Roark The Summer I Saved You
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7363-2377-3
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2, 343 Seiten
Reihe: The-Summer-Reihe
ISBN: 978-3-7363-2377-3
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
SEIT ICH IHN ZUM ERSTEN MAL GESEHEN HABE, WAR ER IMMER DER EINZIGE FÜR MICH
Nach einer schlimmen Trennung findet Lucie im Ferienhaus ihrer Familie Unterschlupf, dem Ort, an dem sie die glücklichsten Sommer ihres Lebens verbracht hat. Womit sie allerdings nicht gerechnet hat: Caleb, in den sie heimlich verliebt war und den sie nie wirklich vergessen konnte, ist nicht nur ihr Nachbar, sondern auch ihr neuer Boss! Früher war Lucie sicher, dass sie füreinander bestimmt sind, aber heute gibt Caleb ihr klar zu verstehen, dass er kein Interesse daran hat, die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen - egal wie sehr sie die Erinnerungen und Gefühle von damals während ihrer Zusammenarbeit einholen ...
»Lucies und Calebs Liebesgeschichte war unvergesslich! Sie war herzzerreißend, wunderschön, voller Spannung und ... perfekt.« STEPHANIES_READS
Die TIKTOK-Geheimtipp-Reihe von Elizabeth O'Roark geht weiter
Elizabeth O'Roark hat mehrere Uniabschlüsse, die sie alle nicht benutzt, sondern viel lieber hauptberuflich ihren Grumpy&Sunshine-Charakteren zum Happy End verhilft. Wenn sie gerade nicht schreibt, verbringt sie am liebsten Zeit mit ihren drei Kindern im Teenageralter, die leider nicht halb so gern Zeit mit ihr verbringen.
Weitere Infos & Material
1
Lucie
2023
Wenn du deinen Ehemann anrufst und ihm mitteilst, dass die Ehe vorbei ist, sollten dir eigentlich sachliche und vernünftige Gedanken durch den Sinn gehen. Doch dabei an den Jungen von nebenan zu denken – einen Jungen, den du seit dreizehn Jahren nicht gesehen hast –, ist weder das eine noch das andere.
Ich könnte es auf die Tatsache schieben, dass ich wieder in Elliott Springs bin … dass ich am See bin und auf genau dem Steg stehe, von dem Caleb einst perfekte Saltos und Tauchsprünge ausgeführt hat. Doch das würde klingen, als hätte ich jemals aufgehört, überhaupt an ihn zu denken, was ich nicht habe. Nicht so ganz.
»Wie genau gedenkst du, mich zu verlassen?«, fragt Jeremy. »Das Einzige, was du kannst, ist, heiß aussehen, und selbst davon kann kaum noch die Rede sein.«
Es sagt viel aus, dass er unsere Zwillinge – die im Haus hinter mir schlafen – während des ganzen Gesprächs kein einziges Mal erwähnt hat. Er ist zu eingenommen von seiner Empörung – erstens darüber, dass ich ihn des Betrugs beschuldige, und dann darüber, dass ich Beweise habe und etwas deswegen unternehme.
»Keine schlaue Retourkutsche?«, fragt Jeremy. »Ach, warte. Dafür müsstest du überhaupt erst schlau sein.«
Ich blicke über die Schulter zu Calebs altem Haus, das sich dunkel und leer hinter mir abzeichnet. Es wurde schon vor Jahren verkauft, also werde ich nie sehen, zu wem er herangewachsen ist – ob er ein Mann geworden ist, der seine Frau betrügt und ihr dann die Schuld daran gibt. Ob er der Mutter seiner Kinder sagt, dass das Einzige, was sie kann, heiß aussehen ist. Ich kann mir das von ihm nicht vorstellen, aber ich wette, dass er keine Frau wie mich geheiratet hat. Eine Frau, die hier steht und sich so etwas anhört.
Ich beende das Telefonat und lasse das Handy in die Tasche meines Morgenmantels sinken. Jeremy wird mich dafür bezahlen lassen, dass ich einfach aufgelegt habe, aber hier fühle ich mich wie eine andere Person. Wie das Mädchen, das ich einmal war, mit anderen Ängsten und anderen Wünschen.
Damals habe ich nur gewollt, dass mich jemand wollte. Vielleicht hatte ich mich so an Caleb geklammert, weil er mein genauer Gegensatz war, umgeben von Menschen, die ihn verehrten … Aber es hat sich nach mehr angefühlt. Ich war mein ganzes Leben lang ein schmutziges Geheimnis gewesen, und doch war ich sicher, dass sich das ändern würde – dass ich letztendlich hier unten an seiner Seite sein, vom Steg springen und versuchen würde, auf einem Schwimmreifen zu balancieren.
Jetzt bin ich mehr als zwei Jahrzehnte später wieder hier und bin bis jetzt noch nie in den See gesprungen. Auf eine gewisse Art ist es das erste Mal in meinem Leben, dass ich tatsächlich frei bin.
Spring, drängt eine Stimme in meinem Kopf. Eine unvernünftige Stimme. Ich bin eine erwachsene Frau mit zwei Kindern. Ich habe nicht einmal ein Handtuch dabei. Doch ich ziehe bereits meinen Morgenmantel aus.
Ich beuge die Knie und springe.
Das wird mein sauberer Bruch, mein Neustart, und …
Fuck, fuck, fuck.
Keuchend tauche ich an der Wasseroberfläche auf, schlage mit den Armen um mich und versuche hektisch, zur Leiter zu gelangen.
Das Wasser ist so verdammt kalt, und wenn ich gehofft habe, zu springen würde helfen, alles klarer erscheinen zu lassen, so hätte ich mich nicht stärker irren können. Ich hatte vergessen, wie kalt ein See im nördlichen Kalifornien Ende März sein konnte, und daran ist absolut nichts unklar.
Zitternd klettere ich die Leiter zum Steg hinauf mit nichts als nasser Unterwäsche am Leib und wünschte, ich hätte wenigstens daran gedacht, für diesen Neustart ein Handtuch mitzunehmen. Ich tupfe mir die Augen mit dem Mantel ab, und als ich ihn wieder um mich schlinge … nehme ich eine Bewegung wahr.
Jemand oder etwas steht hinter dem Küchenfenster von Calebs verlassenem Haus.
Es hätte auch Einbildung sein können, aber nein. Da ist es wieder, huschende Schatten hinter den Glastüren. Und was es auch ist, es hat mir dabei zugesehen, wie ich halb nackt aus dem See gestiegen bin.
Der Anfang meines Neubeginns hatte sich ohnehin schon als schwierig erwiesen. Jetzt sieht er aus wie die Eröffnungsszene eines Horrorfilms.
Jeremy: Keine Ahnung, wer dich einstellen sollte. Den Fernseher anschalten und Chicken Nuggets in den Ofen schieben scheinen deine einzigen Talente zu sein.
Seit Samstagabend schickt Jeremy mir praktisch durchgehend Beleidigungen. Man müsste meinen, er wäre zu beschäftigt damit, mit unserer jugendlichen Babysitterin zu schlafen, um noch die Zeit dafür zu finden, aber er ist gut im Multitasking.
Im Gegensatz zu Jeremy kann ich mir nicht den Luxus leisten, unnötig grausame Textnachrichten zu verfassen. Ich musste zwei Kinder in die Vorschule im nächsten Ort bringen und bin dann fünfzehn Minuten lang den Highway heruntergedüst, um rechtzeitig bei der Technology Solutions Group, meinem neuen Arbeitgeber, anzukommen.
Das riesige Backsteingebäude ein Stück nördlich von Santa Cruz wirkt heute wesentlich unpersönlicher auf mich als bei meinem Vorstellungsgespräch, allerdings hatte ich es mir da wohl nicht sehr genau angesehen. Zu der Zeit war meine größte Sorge gewesen, Jeremy könnte von meiner Jobsuche Wind bekommen.
Ich wische mir die feuchten Hände an meinem Bleistiftrock ab und gehe durch die Eingangstür in die Lobby, wo eine Rezeptionistin mich gekonnt ignoriert, bis sie damit fertig ist, Fotos von ihrem Kaffee zu machen.
»Hi, ich bin Lucie Monroe, die neue Angestellte. Mir wurde gesagt, ich soll nach Mark Spencer fragen.« Sie starrt mich an, als würde ich noch immer sprechen, sie noch weiter langweilen, dann drückt sie eine Taste. »Mark, hier ist jemand für dich.« Dann geht sie, ohne zu zögern, wieder zum Fotografieren ihres Kaffees über.
Ich wurde eingestellt, um die Arbeitsmoral zu verbessern – ein Job, der, wie ich mich selbst überzeugt habe, perfekt auf mich zugeschnitten ist. Denn wenn man seine Tage damit zubringt, kleine Kinder davon zu überzeugen, zu baden, Gemüse zu essen und ins Bett zu gehen, dann hat man mehr Erfahrung damit, die Moral zu verbessern, als jeder sonst.
Wenn dieses Mädchen allerdings eine typische TSG-Angestellte ist, dann wird es vielleicht doch schwieriger, als ich angenommen habe.
»Lucie, willkommen«, sagt Mark, der auf mich zukommt. »Wie es aussieht, hast du Kayleigh bereits kennengelernt. Dann suchen wir dir doch mal ein Büro.«
Er betritt den Gang gegenüber dem, aus dem er gekommen ist, und ich folge ihm.
»Ich weiß, du bist gerade erst angekommen«, sagt er im Gehen, »aber der Vorstand freut sich schon auf deine Ideen, und wie es der Zufall will, ist morgen ein Meeting anberaumt. Ich fände es sehr schön, wenn du dich dazugesellen und ihnen erzählen könntest, wie du anfangen willst.«
Mein zustimmendes Nicken ist schwach. Bei meinem Vorstellungsgespräch bin ich hier mit Rechercheergebnissen über Mitarbeiterprogramme angekommen, die ich online gefunden hatte, doch das bedeutet wohl kaum, dass ich ausreichend vorbereitet bin, dem Vorstand einen Plan vorzustellen.
In einem Großraumbüro voller leerer Arbeitsplätze bleibt Mark stehen. »Du hast die Qual der Wahl, was deinen Platz angeht.« Er verzieht das Gesicht, während er über seinen eigenen Witz lacht. »Angesichts der Fluktuation der Mitarbeitenden haben wir die Teams zusammengelegt und sie auf die anderen Etagen verteilt.«
»Fluktuation?«, wiederhole ich.
Er zuckt mit den Schultern. »Ich glaube, im Vorstellungsgespräch habe ich erwähnt, dass einige unserer Angestellten zur Konkurrenz übergelaufen sind. Seit der Pandemie wollen alle im Homeoffice arbeiten, aber der CEO ist strengstens dagegen. Und da kommst du ins Spiel … Wir hoffen, dass du den Lauf der Dinge aufhalten kannst.«
Mark hatte mit keinem Wort erwähnt, dass sie Angestellte verlieren. »Wir wollen einen Arbeitsplatz bieten, den die Leute lieben«, hatte er gesagt, was etwas gänzlich anderes ist. Und der Irrsinn dessen, was ich getan habe, wird mir mit jeder Sekunde deutlicher.
Er zeigt auf den nächstgelegenen Schreibtisch, und ich trete ein. Mein erstes Büro. Es wird von drei Filzwänden gebildet – und hat vermutlich ein Achtel der Größe, die meine Halbgeschwister im Unternehmen meines Vaters zur Verfügung haben –, doch es ist meins.
Mark folgt mir und setzt sich auf den Rand des Tisches. »Hör mal, das ist nicht der beste Start für deinen ersten Tag, aber ich habe das Gefühl, ehrlich zu dir sein zu müssen. Der CEO war nicht in der Stadt, und er war nie ein Fan davon, deine Stelle überhaupt auszuschreiben. Aber mir ist erst heute Morgen bewusst geworden, wie heftig dagegen er ist.«
Oh Gott, oh Gott, oh Gott.
Ich habe dreitausend Dollar auf ein neues Girokonto eingezahlt, bevor ich gegangen bin, doch das wird nicht lange reichen, und was dann? Jeremy hat prophezeit, ich würde innerhalb einer Woche zurückgekrochen kommen. Vielleicht hatte er damit recht.
Ich sinke tiefer in den Stuhl. »Also könnte er … diese ganze Sache einfach absagen?«
Marks Blick huscht zu meinem. »Nun, wie du weißt … liegt die Erstlaufzeit deines Vertrages nur bei drei Monaten. Ich schätze, wenn es nicht gut läuft, ist es vorstellbar, dass er...




