E-Book, Deutsch, Band 1, 376 Seiten
Reihe: The-Summer-Reihe
O'Roark The Summer We Fell
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7363-2376-6
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das perfekte Buch für deinen Sad-Girl-Summer
E-Book, Deutsch, Band 1, 376 Seiten
Reihe: The-Summer-Reihe
ISBN: 978-3-7363-2376-6
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ich habe noch nicht viele Dinge auf dieser Welt geliebt, doch dich habe ich vom ersten Moment an geliebt
Nachdem Juliet in der Vergangenheit viel Schlimmes erleben musste, ist sie froh, als sie Danny kennenlernt und bei seiner Familie unterkommen darf. Ihre eigenen Pläne für die Zukunft hat sie aus Dankbarkeit längst begraben - bis Danny eines Tages seinen besten Freund Luke vom College mit nach Hause bringt. Wenn sie mit dem unverschämt attraktiven Surfer zusammen ist, hat Juliet das erste Mal in ihrem Leben das Gefühl, dass es sich für ihre Träume zu kämpfen lohnt. Doch das zwischen ihr und Luke darf nicht sein, und sie muss sich von ihm fernhalten, egal wie stark die Anziehungskraft zwischen ihnen ist - bis ein tragischer Schicksalsschlag alles zerstört ...
»Ein Buch voller Tragik, Schmerz, Sehnsucht und unendlicher Liebe. Mein Herz wird die Geschichte niemals vergessen.« Jessica von Chatterbooks Book Blog
Auftakt DER TIKTOK-Geheimtipp-Reihe
?Elizabeth O'Roark hat mehrere Uniabschlüsse, die sie alle nicht benutzt, sondern viel lieber hauptberuflich ihren Grumpy&Sunshine-Charakteren zum Happy End verhilft. Wenn sie gerade nicht schreibt, verbringt sie am liebsten Zeit mit ihren drei Kindern im Teenageralter, die leider nicht halb so gern Zeit mit ihr verbringen.
Weitere Infos & Material
4
Damals
Juni 2013
Jetzt, da die Jungs hier sind, ist Donna ganz in ihrem Element. Sie spannt mich beim Kochen und Putzen ein und dabei, die beiden zu verwöhnen, weil sie sich wirklich nicht vorstellen kann, dass ich lieber etwas anderes tun würde.
In mancherlei Hinsicht ist es, als wäre ich als Klumpen ungeformten Lehms zu ihr gekommen, und sie hat beschlossen, mich zu dem zu formen, was sie sich immer gewünscht hat: eine süße, im Chor singende Tochter – eine aufmerksame und fürsorgliche Ehefrau für ihren Sohn. Ich hatte nicht wirklich irgendwelche Pläne für diesen Klumpen aus Lehm. Daher weiß ich nicht, warum ich gelegentlich den Impuls verspüre, mich wieder zurückverwandeln zu wollen.
Nach einer Doppelschicht im Diner stolpere ich ins Haus und stelle fest, dass die Jungs schon vom Surfen zurück sind.
Beim Eintreten lächelt Donna mich an, als wäre ich die geliebte Prinzessin aus einem Märchen, während Luke mich einfach nur anfunkelt. Er hat bereits erkannt, dass ich der große böse Wolf bin.
»Kannst du für mich mit dem Reis anfangen, Liebes?«, fragt sie.
Ich nicke und gehe zur Spüle, um mir die Hände zu waschen, wobei ich mir wünsche, mich für einen Moment hinsetzen zu können. Nach einer Doppelschicht tut mir sowieso schon immer alles weh, aber heute hat mir ein Mädchen aus Dannys Highschool auch noch ein Bein gestellt, also ist es schlimmer als normalerweise. Jedes Mal, wenn ich schlucke, spüre ich die Stelle, an der mein Kinn beim Sturz auf den Stuhl aufgekommen ist. Und wie immer weiß ich, selbst wenn ich nicht in Lukes Richtung schaue, dass sein vernichtender Blick auf mir liegt und sagt: »Du machst mir nichts vor, Juliet.«
Und doch kann ich ihn nicht hassen. Nicht richtig. Trotz seiner Größe hat Luke bei den Mahlzeiten etwas Mageres und Unterernährtes an sich, das mir das Herz bricht. Er isst schnell, so wie man es tun würde, wenn man am Verhungern wäre, so wie man es tun würde, wenn man eine lange Zeit am Verhungern gewesen wäre. Und so könnte es auch sein; Donna macht nicht annähernd genug zu essen, und er ist viel größer als Danny und der Pfarrer. Er ist auch viel aktiver. Danny hat diesen Sommer einen Schreibtischjob in der Kirche, aber Luke arbeitet auf dem Bau. Er surft nicht nur den ganzen Nachmittag mit Danny, sondern steht auch im Morgengrauen auf, um schon vor der Arbeit zu surfen. Er muss viel mehr Nahrung brauchen, als er bekommt, und als ich mich nach allen anderen an den Tisch setze und feststelle, dass er seinen Teller bereits leer gegessen hat, spüre ich ein Ziehen in meinem Herzen, das ich nicht ignorieren kann.
Jeden Abend verlässt er den Tisch hungrig. Ich weiß nicht, wie Donna das noch nicht bemerkt haben kann.
»Oh Sweetheart«, sagt sie, als ich den Reis in eine Servierschüssel gebe, »du hast doppelt so viel gemacht, wie wir brauchen.«
»Sorry«, entgegne ich, als wäre es ein Versehen gewesen.
Ich setze mich als Letzte, und dabei verfinstert sich Lukes Blick, während er mein Gesicht mustert. »Was ist mit deinem Gesicht passiert?«
Als mich alle ansehen, werde ich rot. »Bin bei der Arbeit gestolpert«, sage ich leise.
Keine Ahnung, warum er die Aufmerksamkeit darauf lenken musste oder warum seine Nasenflügel beben, als hätte ich gerade gelogen. Was ich auch habe, aber welches böswillige Motiv könnte ich denn haben? Glaubt er, ich arbeite nebenbei als Domina? Dass ich auf dem Heimweg Meth verkaufe? Wann soll ich dafür noch Zeit haben? Allerdings arbeitet er sich wie ein Scheunendrescher durch den zusätzlichen Reis, den ich gemacht habe. Ich habe ihm bereits vergeben, lange bevor ich überhaupt damit fertig bin, mir einzureden, dass ich sauer bin.
»Kein Eistee?«, fragt Pfarrer Dan.
»Du willst so spät noch Koffein?«, sorgt Donna sich. Manchmal geht sie mit ihm um, als wäre er ihr Vater und nicht ihr Ehemann, vor allem nach seinem Besuch beim Kardiologen letzten Winter.
»Ich muss gleich noch mal zurück in die Kirche für ein Beratungsgespräch«, erinnert er sie. »Dafür muss ich frisch sein.«
Mit einem entschuldigenden Lächeln sieht sie mich an. »Juliet, Liebes, macht es dir was aus, ihn zu holen?«
»Kannst du auch noch Tabasco mitbringen, wenn du schon stehst?«, fragt Danny, als ich die Beine über die Sitzbank schwinge.
Es ist keine große Sache, aber erneut beben Lukes Nasenflügel. Die Allens haben mir immer das Gefühl gegeben, ein besserer Mensch werden zu können, aber Lukes anhaltende Missachtung sagt etwas völlig anderes. »Juliet, du falsche Schlange. So bist du doch überhaupt nicht.«
Und ich weiß, dass es stimmt. Aber ist es falsch, sich ändern zu wollen? Immer noch zu denken, ich könnte besser werden, als ich bin?
»Du bist eine Heilige«, sagt Donna, als ich zurückkomme.
Ich setze mich, und Lukes harter Blick trifft auf meinen. »Oops.« Er hält die Milchpackung hoch. »Sieht aus, als wäre die leer.«
In seinen Augen steht eine Herausforderung. »Na los, Juliet. Sei ein gutes Mädchen und spring wieder auf. Wir sind schon fast fertig, und du hast noch keinen Bissen genommen, aber lass uns doch dabei zusehen, wie du deine Rolle spielst.«
Wenn er in der Nähe ist, bildet sich ein Riss in meiner Schale, und ich spüre bereits, wie die alte, böse Version von mir hindurchschlüpft. »Du hast zwei gesunde Beine«, entgegne ich.
Ein Funkeln tritt in seine Augen. »Nicht sehr heilig von dir, Juliet.«
»Dass du gestern mit dieser Blondine verschwunden bist auch nicht.«
»Juliet«, ermahnt Donna mich sanft.
Diese Runde geht an Luke. Er wollte beweisen, dass ich ein Arschloch bin, und das ist ihm gelungen. Zum Ende des Sommers werden sie mich nicht mehr in der Nähe haben wollen. Plötzlich den Tränen nahe, packe ich den Tisch fest und bereite mich darauf vor, ein drittes Mal aufzustehen.
»Nicht«, knurrt Luke und steht selbst auf. »Ich mache schon.«
Für den Rest des Abendessens herrscht dicke Luft zwischen Luke und mir, aber das scheint den Allens nicht aufzufallen. Sie sind wie Babyfische, die von zwei weißen Haien umkreist werden. Sie wissen gar nicht, was geschieht, bis Luke und ich sie alle verschlungen haben.
Wir hängen jetzt an den meisten Abenden mit einer Gruppe Surfern am Strand ab: Caleb, Beck und Harrison – reiche College-Kids, die einfach mit einem Bier in der Hand und einem Mädchen neben sich am Lagerfeuer sitzen wollen, während sie übers Surfen reden. Manchmal ist Libby dabei – sie ist auch dem Chor beigetreten –, aber ansonsten passe ich überhaupt nicht dazu.
Vielleicht, weil ich nicht reich bin. Vielleicht auch, weil ich nicht am College bin, aber es liegt auch daran, dass ich mich nicht kleide wie die anderen Mädchen, mich nicht so verhalte wie sie.
Ich sitze nicht auf Dannys Schoß. Ich mache keine Scherze über Blow Jobs oder necke jemanden wegen der langen, harten Nacht, die bevorsteht. Diese Mädchen hier tragen kaum mehr als Bikinis, während ich gekleidet bin wie eine Allen: nichts Enges, nichts Kurzes.
Und ich habe es satt. Ich habe es satt, dass ich immer bedeckt bin, als müsste ich mich für etwas schämen, habe es satt, dass die Dinge mit Danny sich nie weiterentwickeln.
Also ziehe ich meinen Hoodie aus. Ich trage ein Tanktop und abgeschnittene Shorts, mehr als die meisten Mädchen hier, aber ich fühle mich trotzdem auffällig.
Danny diskutiert gerade mit einem Typen neben ihm darüber, wo es die größten Wellen gibt, und bemerkt mich gar nicht, aber Lukes Kiefer malmt, während er wegschaut. Das Mädchen auf seinem Schoß hat kaum ihre Brustwarzen bedeckt, aber ich und mein Tanktop sind ein Problem.
Falls Danny aufgefallen ist, dass ich meinen Hoodie ausgezogen habe, lässt er sich nichts anmerken. Lukes Kiefer allerdings malmt die nächste Stunde über weiter, und er sieht überallhin, nur nicht zu mir. Und dann steht er plötzlich auf und zieht das Mädchen auf seinem Schoß in die Dunkelheit.
Als Danny und ich losgehen, um uns Eiscreme zu holen, rät er mir, den Hoodie wieder anzuziehen. »Nur für den Fall, dass wir jemanden sehen, den wir kennen«, fügt er hinzu.
Also ist es ihm aufgefallen, und der einzige Effekt, den es hatte, ist, dass es ihm anscheinend … peinlich ist?
Ich hole mir Schoko-Minze mit Streuseln, und er – wie passend – holt sich Vanille. Auf dem Weg zurück zum Truck geht ein Paar mit einem schlafenden Baby im Kinderwagen vorbei.
»Ich kann es gar nicht erwarten, Kinder zu haben«, sagt Danny. »Das hier ist ein guter Ort, um sie großzuziehen.«
Ich liebe es, dass er darüber nachdenkt, was seine Kinder glücklich machen würde. Ich liebe es, dass er über die Zukunft nachdenkt. Dem zufolge, was ich gehört habe, hat mein Dad nicht allzu viel über die Zukunft nachgedacht, und er hat ganz sicher nicht darüber nachgedacht, was seine Kinder glücklich machen würde. Er ist noch vor meinem ersten Geburtstag abgehauen.
Doch die Zukunft ist noch weit entfernt. Ich bin noch in der Highschool und habe kaum gelebt. Ich will wissen, wie es ist, mit einem Bier in der Hand auf dem Schoß von jemandem zu sitzen. Ich will wissen, wie es ist, willentlich in die Dunkelheit gezogen zu werden.
Ich will, dass schöne Erinnerungen die schlechten ersetzen, die Justin hinterlassen hat.
Als Danny auf die Einfahrt fährt, und ich sehe, dass alle Lichter im Haus gelöscht sind, rutsche ich zu ihm und klettere auf...




