E-Book, Deutsch, Band 2091, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Orwig Allein mit dem heiß geliebten Feind
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-2531-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2091, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2531-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Seit Jahrzehnten herrscht eine erbitterte Feindschaft zwischen den Ralstons und den Kincaids - das soll sich nun ändern. Dieses Versprechen hat Jake Ralston seinem verstorbenen Freund Thane Warner gegeben. Der erste Schritt: Jake wird die Antiquitätenexpertin Emily Kincaid beauftragen, den Wert von Thanes Nachlass zu schätzen. So lange wohnen sie zu zweit auf einer abgelegenen Ranch. Aber nichts hat Jake auf das Begehren vorbereitet, das Emily in ihm weckt! Sie ist doch seine Erzfeindin - woher kommt der Wunsch, sie zu verführen?
Sara's lebenslange Leidenschaft des Lesens zeigt schon ihre Garage, die nicht mit Autos sondern mit Büchern gefüllt ist. Diese Leidenschaft ging über in die Liebe zum Schreiben und mit 75 veröffentlichten Büchern die in 23 Sprachen übersetzt wurden, einem Master in Englisch, einer Tätigkeit als Lehrerin, Mutter von drei Kindern und Großmutter von 5 Enkelkindern hat Sara den Balanceakt zwischen der Karriere als Autorin und der Familie mehr als hervorragend hinbekommen. Mit über zweihundert ausländischen Ausgaben ist sie in die Oklahoma Professional Writer's Hall of Fame aufgenommen worden. Sara hat den 'Oklahoma University Award' und zweimal den 'Oklahoma Novel of the year Award' erhalten und sie war in mehreren Bestsellerlisten. Ebenso ist sie Gewinnerin von sechs 'Romantic Times Awards'. Sara und ihr Mann reisen gern und sind begeisterte Gärtner, obwohl die Sommer in ihrem heimatlichen Oklahoma so heiß sind, dass viele Pflanzen ihn nicht überstehen.
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2. KAPITEL
Jake beobachtete Emily. Als sie kreidebleich wurde, wusste er, dass Thane seinen Willen bekommen würde. Sie würde den Job annehmen. Halb rechnete er damit, sie auffangen zu müssen; einen Moment lang sah sie aus, als würde sie gleich in Ohnmacht fallen. Ihre Reaktion überraschte ihn, schließlich war sie nicht gerade arm. Sie führte nicht nur ein erfolgreiches Geschäft, sondern stammte darüber hinaus aus einer wohlhabenden Familie. Die Kincaids betrieben einen Ölkonzern, Kincaid Energy; ihr Vater war der CEO, ihr Bruder Doug leitete das operative Geschäft, und ihr Bruder Will hatte ebenfalls eine Führungsposition inne. Lucas besaß eine Ranch, gehörte jedoch ebenfalls zum Vorstand und war fast jede Woche in Dallas.
„Dieses Geld macht mich von jetzt auf gleich zur Millionärin, völlig losgelöst von allen Familiengeschäften“, sagte sie und sah auf. „Sie wissen genau, dass ich jetzt nicht mehr ablehnen kann.“
„Genau das dürfte wohl Thanes Absicht gewesen sein.“ Jake fiel auf, dass sie nicht so aussah wie die Frauen, mit denen er für gewöhnlich ausging. Doch nun, da er genauer hinschaute, bemerkte er ihre großen hellbraunen Augen, die glatte Haut und die vollen rosigen Lippen. Sie trug keinen Schmuck, kein Make-up, und ihr schwarzes Oberteil verhüllte ihre Figur, statt sie zu betonen. Und trotz alledem herrschte zwischen ihnen eine unglaubliche Chemie. Wie konnte das sein? Er war sicher, dass sie es auch spürte.
„Ich kann das einfach nicht glauben. Wieso sollte er mir so viel Geld geben wollen? Wieso sollte er überhaupt irgendetwas davon tun? Es gibt doch genug andere Sachverständige.“
„Thane hatte jede Menge Geld. Er wollte, dass all seine Angelegenheiten geregelt werden. Offenbar hielt er Sie für die beste Wahl, sonst hätte er Ihnen nicht so viel Geld dafür angeboten. Oder er war einfach nur wild entschlossen, die Fehde zu beenden, und eine so enge Zusammenarbeit zwischen einem Ralston und einer Kincaid ist ein guter Anfang.“
„Ja, das stimmt wohl. Das fühlt sich alles wie ein Traum an“, sagte sie, den Blick weiterhin auf den Scheck gerichtet, als könne sie es immer noch nicht so recht fassen. „Eigentlich war ich fest entschlossen, den Job abzulehnen. Ich dachte, es gäbe keine Möglichkeit, mich dazu zu überreden. Aber da habe ich mich offenbar getäuscht. Mit diesem Geld kann ich einfach zu viel Gutes tun, um es abzulehnen. Also kann ich nur eins sagen: Ja, ich nehme den Job an.“
Er lehnte sich zurück und lächelte sie an. Wie würde die Zusammenarbeit zwischen ihnen wohl laufen? „Gut. Ich will möglichst alles tun, um meine Versprechen, die ich ihm gegeben habe, einzulösen. Sie kriegen eine Million. Ich bekomme eine neue Ranch und ein Grundstück in West Texas – und dafür muss ich mich bloß um ein altes Haus und ein paar Dinge kümmern, die nicht in die falschen Hände geraten sollen. Und gleichzeitig arbeiten wir daran, dem Streit zwischen unseren Familien endlich ein Ende zu setzen. Hoffentlich werden unsere Familien die Fehde aufgeben, wenn sie uns zusammenarbeiten und unter einem Dach wohnen sehen.“
„Ich hoffe, meine Brüder bereiten uns keine Probleme. Das wird ihnen definitiv nicht gefallen. Und meinen anderen Verwandten wahrscheinlich auch nicht.“
„Die Ranch wurde nie stillgelegt, und Thane hat mir erzählt, dass es jede Menge Sicherheitspersonal gibt, von den Cowboys und Angestellten einmal abgesehen. Warnen Sie Ihre Brüder also vor.“ Erneut schlug er die Beine übereinander. „Thane hat sich gut um alles gekümmert, aber er kam leider nicht mehr dazu, das Haus wieder bewohnbar zu machen, ehe er zur Army ging. Ich wollte mir das Haus irgendwann diese Woche mal anschauen. Möchten Sie vielleicht mitkommen?“
„Ja. Ich würde gern sehen, was es alles zu tun gibt.“
„Morgen habe ich leider keine Zeit, und Freitagmorgen fahre ich zu Thanes Eltern. Ich stand Mr. Warner immer schon sehr nahe. Ich muss ihn einfach sehen.“
„Das ist schon in Ordnung.“
„Wie wäre es mit Freitagnachmittag? Dann könnten wir danach zurück nach Dallas fliegen, und ich würde Sie abends zum Essen ausführen.“ Sie war zwar nicht sein Typ, aber er wollte ihr zeigen, dass er ihre Zusage zu schätzen wusste. „Ich hole sie hier ab, und dann fliegen wir zu der Ranch, sehen uns das Haus an und entscheiden, wann wir anfangen wollen.“
„Wenn Sie wollen, kann ich schon im Vorfeld ein Reinigungsteam organisieren. Es gibt da eine Firma, mit der ich oft zusammenarbeite und die sehr zuverlässig ist. Und ich kenne auch einige Maler, die das Haus von außen und innen streichen könnten, wenn Sie möchten.“
„Das wäre toll. Dann könnten Sie nicht nur den Inhalt des Hauses schätzen, sondern das Haus gleichzeitig wieder bewohnbar machen. Ich habe wenig Lust, mich mit der Renovierung zu beschäftigen. Ich kenne einen guten Bauunternehmer, den Sie damit beauftragen könnten, aber stellen Sie ruhig Ihre eigenen Maler und Innenarchitekten ein. Tun Sie einfach so viel wie möglich, und schicken Sie mir dann die Rechnung.“
„In Ordnung. Ich kenne auch gute Landschaftsgärtner, falls Sie sie brauchen sollten.“
„Sehr gut. Als Thane die Ranch geerbt hat, stellte er jemanden ein, der die Dinge am Laufen halten und auf Vordermann bringen sollte. Thane sagte mir, es gäbe eine Schlafbaracke, eine Küche und einen Essbereich für die Cowboys sowie einen Koch und ein Büro in der Nähe der Baracken. Darüber hinaus einige Rinder, aber den Bestand werden wir noch aufstocken. Und natürlich gibt es ein Haupthaus, ein dreistöckiges Gebäude aus Holz. Thane wollte eigentlich alles darin durchgehen und entscheiden, was damit getan werden soll, aber weder er noch Vivian sind dazu gekommen, bevor er nach Afghanistan musste. Wenn ich es recht verstanden habe, gibt es einen Hausmeister, der in einem Gästehaus nahe dem Haupthaus lebt. Ich möchte möglichst alle von Thanes Angestellten weiterbeschäftigen. Kümmern Sie sich so weit möglich um alles, und stellen Sie es mir in Rechnung. Ich widme mich währenddessen den Angestellten, den Tieren und dem Bauunternehmer.“
Sie nickte. Er sah in ihre großen braunen Augen, und plötzlich konnte er nur noch an eins denken: Wie wäre es wohl, sie zu küssen?
Die Frage überraschte ihn. Was hatte sie bloß an sich, dass er über solche Dinge nachdachte? Sie war nicht sein Typ. Sie war pragmatisch und geschäftstüchtig. Aber jedes Mal, wenn er sie ansah, empfand er etwas, das er nicht so recht einordnen konnte. Und jedes Mal, wenn das geschah, sah sie ihn ebenso verblüfft an, wie er sich fühlte, und er war sich sicher, dass sie das ebenso wenig wollte wie er. Wenn sie zusammen in einem Haus wohnen wollten, musste er das wirklich unter Kontrolle bringen.
Als sie sich erhob, tat er es ihr sofort gleich, ließ kurz den Blick über sie gleiten. „Ich schätze, das war alles“, sagte sie.
„Zumindest für heute.“ Er hielt ihr die Hand hin, einfach aus purer Höflichkeit – schließlich würden sie nun wirklich zusammenarbeiten und – wohnen. Doch als ihre Hände sich berührten, verspürte er wieder dieses Prickeln und sah, wie sie blinzelte und ihn anstarrte. „Ich hole Sie am Freitag ab“, sagte er, nachdem er sich ausgiebig geräuspert hatte. „Ich rufe vorher an.“ Wieder ließ er den Blick über sie wandern. „Das war sehr … interessant. Ich hatte noch nie ein so langes oder zivilisiertes Gespräch mit einer Kincaid.“
Sie lächelte. „Dann wird es ja langsam Zeit. Wir beißen nicht, versprochen. Eigentlich sind wir ganz harmlos.“
„Da bin ich mir noch nicht so sicher.“ Er folgte ihr aus dem Büro und den Flur hinunter zur Eingangstür. Sie sah nicht aus, als würde sie Parfüm tragen, und trotzdem hing ein verführerischer Duft in der Luft. Er öffnete die Tür und sah sie an. „Bis Freitag.“
„Ich kann es immer noch nicht fassen. Ich werde Vivian anrufen. Sind Sie sicher, dass sie von dem Scheck weiß?“
„Ja, absolut.“
Kaum war die Tür geschlossen, atmete er gedehnt aus. Bleib auf Abstand. Und behalt deine Hände bei dir. Sie war eine Kincaid, und er rechnete damit, dass mindestens einer ihrer Brüder ihnen Probleme machen würde. Einige der Kincaids und der Ralstons nahmen diese Fehde sehr ernst und hegten eine starke Abneigung füreinander. Emily und er sollten die Sache so schnell wie möglich erledigen. Ja, genau das musste er tun. Den Job erledigen und sie vergessen.
Es graute Jake davor, mit Thanes Eltern zu sprechen. Trotzdem fuhr er am Freitagvormittag zur Villa der Warners. Wie viel Zeit hatte er hier wohl verbracht? Als er noch klein war, hatte seine Mutter ihn immer zum Spielen hergebracht, und während der Highschool waren er und Thane mindestens drei oder vier Mal die Woche nach der Schule hier gewesen. Manchmal waren sie unter sich, manchmal wurden sie von ein paar Freunden begleitet. Thanes Dad war immer freundlich und interessiert gewesen und hatte sich nach Jake erkundigt, hatte wissen wollen, wie es für ihn in der Schule lief.
Als Jake nun die Treppe zur Veranda hinaufstieg, wurde er von Erinnerungen überflutet. Die Veranda war von Säulen gesäumt, und an der Decke hing ein großer Kronleuchter aus Messing. Jake klingelte, und ein Butler öffnete ihm lächelnd die Tür. „Willkommen zu Hause, Mr. Jake.“
„Danke, Clyde.“
„Kommen Sie rein. Mr. und Mrs. Warner warten bereits auf Sie. Sie sind im großen Saal. Wir freuen uns, dass Sie hier sind.“
„Ich freue mich, hier zu sein. Es ist schön, Sie zu sehen. Ich wünschte, Thane hätte hier sein können“, sagte Jake auf dem Weg...




