Orwig / Conrad / Celmer | Baccara Exklusiv Band 200 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 200, 384 Seiten

Reihe: Baccara Exklusiv

Orwig / Conrad / Celmer Baccara Exklusiv Band 200


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-2684-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 200, 384 Seiten

Reihe: Baccara Exklusiv

ISBN: 978-3-7337-2684-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



IN EINER HEISSEN WINTERNACHT ... von LINDA CONRAD
Mitten in einem Schneesturm will Lance so schnell wie möglich nach Hause. Denn für dieses Weihnachten hat er einen ganz besonderen Plan. Doch dann entdeckt er am Straßenrand die bezaubernde Marcy, die nicht nur sein Vorhaben, sondern sein ganzes Leben komplett durcheinander bringt ...
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Sara's lebenslange Leidenschaft des Lesens zeigt schon ihre Garage, die nicht mit Autos sondern mit Büchern gefüllt ist. Diese Leidenschaft ging über in die Liebe zum Schreiben und mit 75 veröffentlichten Büchern die in 23 Sprachen übersetzt wurden, einem Master in Englisch, einer Tätigkeit als Lehrerin, Mutter von drei Kindern und Großmutter von 5 Enkelkindern hat Sara den Balanceakt zwischen der Karriere als Autorin und der Familie mehr als hervorragend hinbekommen. Mit über zweihundert ausländischen Ausgaben ist sie in die Oklahoma Professional Writer's Hall of Fame aufgenommen worden. Sara hat den 'Oklahoma University Award' und zweimal den 'Oklahoma Novel of the year Award' erhalten und sie war in mehreren Bestsellerlisten. Ebenso ist sie Gewinnerin von sechs 'Romantic Times Awards'. Sara und ihr Mann reisen gern und sind begeisterte Gärtner, obwohl die Sommer in ihrem heimatlichen Oklahoma so heiß sind, dass viele Pflanzen ihn nicht überstehen.

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1. KAPITEL

Nicht zu fassen! Wie es aussah, würde die Fahrt bis zur zwanzig Meilen entfernten Raststätte mehr als drei Stunden dauern.

Genauer gesagt, so lange würde Lance White Eagle Steele brauchen, wenn er nicht in einer Schneewehe stecken blieb und wenn die Polizei nicht die Autobahn und viele Landstraßen gesperrt hätte.

Lance drehte in seinem vor wenigen Stunden gekauften Geländewagen mit Allradantrieb die Heizung hoch und wünschte sich sehnlichst, er hätte eine Thermoskanne mit heißem Kaffee dabei. Er war sich so sicher gewesen, dass die zweispurige Straße eine gute Abkürzung bot. Doch dann war er in einen Schneesturm geraten, der ihm völlig die Sicht nahm.

Aber zumindest befand er sich auf dem Heimweg. Wenn er an die Ranch dachte und an die Leute, die ihn dort erwarteten, wurde ihm bewusst, dass er ruhig ein paar Stunden oder auch einen Tag später eintreffen konnte. Auf alle Fälle wäre er rechtzeitig in Montana für die Weihnachtsfeier.

Vor wenigen Stunden, als er noch auf dem O’Hare Airport von Chicago gewesen war, hatte er sich Sorgen gemacht, er würde Weihnachten auf der Ranch verpassen. Er hätte zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt in Chicago sein können. Er war von New Orleans gekommen und hatte einen Anschlussflug nach Great Falls in Montana nehmen wollen. Doch kurz nachdem seine Maschine gelandet war, waren sämtliche Flüge wegen eines Blizzards gestrichen worden.

Aber es gab weitere schlechte Nachrichten. Nicht nur Chicago war vom Schneesturm betroffen, sondern auch Michigan, Wisconsin, Iowa, Minnesota sowie North und South Dakota, und laut Wetterbericht konnte das noch tagelang so bleiben. Drei Tiefdruckgebiete überlagerten einander und begruben die Great Plains unter Bergen von Schnee.

Die Reisenden auf dem Flugplatz hatten angefangen, sich auf dem Fußboden und den Bänken niederzulassen, weil sie erwarteten, dort eine Weile festzusitzen. Doch Lance war entschlossen, pünktlich zur Weihnachtsfeier auf der Ranch in Montana zu sein, wo er jetzt lebte und arbeitete.

Er klopfte auf die Brusttasche seiner gefütterten Lederjacke und tastete dabei nach der kleinen Schachtel, die er bei sich trug. Alles würde gut werden. Schon bald würde sich sein Leben in die richtige Richtung entwickeln, genau wie er jetzt auf den richtigen Straßen fuhr, um nach Hause zu gelangen.

Es war ziemlich einfach gewesen, den Angestellten der Mietwagenfirma zu überreden, ihm einen kaum gebrauchten Geländewagen zu verkaufen, damit er den überfüllten Flughafen verlassen konnte. Gute Referenzen und ein hoher Überziehungskredit wirkten Wunder, als es darum ging, dem Mann klarzumachen, dass es reichte, die Vertragsunterlagen für den Autoverkauf übernächste Woche zu faxen, wenn die Banken nach den Feiertagen wieder geöffnet hatten.

Angestrengt blickte Lance durch die Windschutzscheibe, denn der Schneefall wurde stärker und nahm ihm die Sicht auf die schwach beleuchtete Straße. Er schaltete die Scheibenwischer ein, wischte von innen über die beschlagene Scheibe und bemühte sich, etwas zu erkennen. Dieser Blizzard erwies sich als einer der schlimmsten Schneestürme, die er je erlebt hatte. Was schon einiges heißen wollte, da er in den zehn Jahren, in denen er im gesamten Westen der USA von Rodeo zu Rodeo unterwegs gewesen war, eine ganze Menge Stürme erlebt hatte.

Mit der Handkante wischte er erneut über die Innenseite der Frontscheibe. Die Heizung arbeitete auf Hochtouren, und Lance war froh, in einem warmen Wagen zu sitzen, statt draußen im bitterkalten Wind zu sein.

Es gelang ihm, einen kleinen Fleck der Scheibe frei zu bekommen, gerade rechtzeitig, um das Steuer herumzureißen und einer dunklen Gestalt am Straßenrand auszuweichen.

„Verdammt!“, schimpfte er, während er den Wagen auf die andere Seite lenkte.

Als der Wagen zum Stehen gekommen war, erkannte Lance, dass die dunkle Gestalt, die da draußen gegen den Sturm ankämpfte, ein in eine Wolldecke gewickeltes Bündel trug. Lance warf einen Blick in den Rückspiegel und entdeckte ein paar Meter weiter ein Auto am Straßenrand. Der Mann musste eine Panne haben.

Da draußen würde der arme Kerl sicher bald erfrieren. Lance fuhr jetzt seit sechs Stunden auf dieser Nebenstrecke und bisher war ihm nicht eine Menschenseele begegnet, die dumm genug gewesen wäre, sich in diesem Schneesturm nach draußen zu wagen.

Doch sosehr es ihn drängte, weiterzukommen, er konnte unmöglich einen anderen Reisenden in diesem Wetter auf einer einsamen Landstraße zurücklassen. In Notfällen mussten Menschen zusammenhalten. Wenn er feststeckte, würde er ebenfalls hoffen, dass jemand hielt und ihm half.

Lance war sehr geschickt, wenn es um Autoreparaturen ging. Vielleicht konnte er dem Mann helfen, seinen Wagen wieder zum Laufen zu bringen, und vielleicht würde das auch gar nicht so lange dauern.

Lance hielt an, ließ den Motor aber laufen. Dann öffnete er die Tür und stieg aus. Sofort zerrte der eisige Wind an ihm, und unter seinen Stiefeln knirschte der Schnee. Lance hielt seinen Stetson fest und versuchte in dem dichten Schneetreiben etwas zu erkennen, während er sich zu dem liegen gebliebenen Autofahrer vorkämpfte.

Endlich sah er die Person deutlicher, die durch das Schneegestöber auf ihn zukam, und stellte erstaunt fest, dass es sich um eine Frau handelte.

Sie hatte sich einen dünnen Schal um den Kopf gewickelt und ging gebeugt unter einer großen Last, die sie in eine alte Armeedecke gewickelt hatte.

Als sie näher kam, konnte er endlich ihre Augen sehen. Sie waren braun und schienen förmlich zu leuchten im tristen Weiß der wirbelnden Flocken. Ihr Gesicht war schmal, und sie hatte den Mund geöffnet, um besser atmen zu können.

Ihre Kleider waren mit Schnee bedeckt und schienen jede Minute nasser und schwerer zu werden. Sie trug kein Make-up und ihre Haut war glatt. Soviel Lance erkennen konnte, waren ihre Haare blond und umrahmten wie ein Heiligenschein ihr Gesicht. Sie sah aus wie ein Engel in Not.

Die Frau musste völlig verrückt sein, sich ganz allein in diesen Sturm hinauszuwagen. Vielleicht stand sie auch unter Drogen? Lance nahm sich vor, ihr gegenüber auf der Hut zu sein.

„Was ist mit Ihrem Auto los?“, rief er, um den Sturm zu übertönen.

Die Frau atmete immer noch heftig von der Anstrengung, gegen den Wind zu gehen und dabei eine schwere Last zu tragen. Jeder Atemzug ließ eine kleine Wolke vor ihrem Mund aufsteigen.

„Ich fürchte, mein Wagen ist kaputt“, erwiderte sie keuchend. „Ich weiß, dass genug Benzin im Tank ist, und ich habe die Batterie vor Kurzem in einer Werkstatt in Minneapolis überprüfen lassen. Trotzdem ist das Auto mitten auf der Straße stehen geblieben. Nachdem ich es an den Straßenrand geschoben hatte, sprang der Motor nicht wieder an. Er streikt einfach.“

„Setzen Sie sich in mein Auto, bevor Sie sich hier draußen noch den Tod holen“, rief Lance. „Ich sehe mir Ihren Wagen an. Geben Sie mir die Schlüssel.“

Als sie näher kam, wurde ihr Blick wachsam. Sie zögerte. „Ich habe …“, sagte sie, dann schluckte sie und reichte ihm die Autoschlüssel, während sie ihr Bündel hochhielt.

Was sie auch bei sich trägt, dachte Lance, es ist doch wohl nicht wert, dafür das Leben aufs Spiel zu setzen. Warum stellte sie das verflixte Ding nicht irgendwo ab und kam später zurück, um es zu holen?

Halb gehend, halb schlitternd, kehrte er zu seinem Wagen zurück und öffnete die hintere Tür. „Werfen Sie das Ding auf den Rücksitz und steigen Sie endlich ein.“

Die Frau warf ihm einen wütenden Blick zu und schüttelte den Kopf. „Ich muss sie nah an meinem Körper tragen, bis sie sich ein bisschen aufgewärmt hat.“ Sie schlug ein kleines Stück der Decke zurück, und Lance entdeckte ein wollenes Babymützchen, unter dem blonde Löckchen hervorschauten.

Lance wäre beinahe gestolpert, so sehr beeilte er sich nun, der Frau mit ihrem Kind beim Einsteigen zu helfen. Was um alles in der Welt brachte eine Frau dazu, ein Baby in solch einen Sturm nach draußen zu nehmen?

Obwohl sie ein wenig ängstlich war und nur zögernd die Hilfe des Fremden annahm, blieb Marcy Griffin keine Wahl, als auf den Vordersitz des Geländewagens zu klettern. Weitere fünfzehn Minuten in dieser Kälte würden wahrscheinlich ausreichen, damit sich das Baby eine Lungenentzündung holte.

Sobald sie im Wagen saß, schloss der Mann mit dem Cowboyhut die Beifahrertür, damit es warm blieb, und ging durch den Sturm zurück, um nach ihrem Wagen zu sehen. Marcy betrachtete das Kind in ihren Armen. Ihr Baby schlief immer noch tief und fest.

Es war gut, wenn Angie diese Tortur verschlief. Marcy wusste, dass ihr Kind fror und hungrig und müde war, und sie wünschte sich sehnlichst, die Dinge möchten um ihrer Tochter willen anders stehen.

Doch zumindest waren sie beide immer noch am Leben. Auf die eine oder andere Art bewegten sie sich außerdem auf ein besseres Leben zu. Das war das Wichtigste.

Zehn Minuten später, als Marcy gerade anfing, wieder ihre Finger und Zehen zu spüren, öffnete der Cowboy die hintere Seitentür und stellte Angies Kindersitz hinein. Leider gab es in dem Geländewagen vorne keinen dritten Sitz.

„Sie haben recht“, sagte der Fremde. „Der Motor macht’s nicht mehr. Ich glaube, der Zylinderblock ist kaputt.“

„Wenn Sie uns mitnehmen, wären Sie dann so freundlich, Angies Sachen aus meinem Kofferraum zu holen?“

„Was für Sachen?“

„Windeln, Babynahrung, ihr Fläschchen …“ Marcy konnte seinen Gesichtsausdruck wegen der Hutkrempe...



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