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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, Band 0243, 384 Seiten
Reihe: Bianca Exklusiv
Pade / Chandler / Bagwell Bianca Exklusiv Band 243
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-7337-3005-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 0243, 384 Seiten
Reihe: Bianca Exklusiv
ISBN: 978-3-7337-3005-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
PLÖTZLICH WILL ICH NUR NOCH IHN von BAGWELL, STELLA
Wie soll es der Millionär Logan McNally nur ein halbes Jahr mit Nicole aushalten? Er mochte seine Stiefschwester noch nie, muss nun aber ihre gemeinsam geerbte Plantage durch eine Scheinehe mir ihr retten! Überraschenderweise wird die Zeit aber sehr schön. Viel zu schön ...
NUR EIN WORT GENÜGT von CHANDLER, LAURYN
Die hübsche Belle ist immer für alle da: Sie schafft, sie hilft, sie opfert sich auf! In ihrem Herzen aber wäre noch ein Platz frei: für ihren langjährigen Nachbarn, den attraktiven Unterwasserfotografen Adam Garrett. Der aber hat scheinbar kein wirkliches Interesse ...
ZUM ERSTEN MAL IM LEBEN von PADE, VICTORIA
Keine Adresse, keine Erklärung - nichts! Nach Stunden der Leidenschaft verschwindet die süße Paris am nächsten Morgen. Ethan Tarlington aber, sehr reich und verliebt, geht die Kunstmalerin nicht aus dem Kopf. Er muss sie einfach finden, um ihr seine Liebe zu beweisen!
Victoria Pade ist Autorin zahlreicher zeitgenössischer Romane aber auch historische und Krimi-Geschichten entflossen ihrer Feder. Dabei lief ihre Karriere zunächst gar nicht so gut an. Als sie das College verließ und ihre erste Tochter bekam, machte sie auch die ersten schriftstellerischen Gehversuche, doch es sollte sieben Jahre dauern, bis ihr historischer Debütroman veröffentlicht wurde. Um die Trennung von ihrem Mann zu verarbeiten und aktuelle Themen aufzugreifen, wechselte sie schließlich zu modernen Geschichten, die im Hier und Jetzt spielen. Victoria lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrer jüngsten Tochter, die Psychologie studiert, in Colorado. Ihre älteste Tochter studiert in Michigan Medizin.
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1. KAPITEL
Nicole Carrington starrte benommen aus dem Fenster. Ihr Blick wanderte über die von Säulen getragene Veranda die lange Eichenallee entlang. Endlich verschwand der letzte Wagen mit Trauergästen aus ihrem Blickfeld, doch der Kummer über den Verlust ihrer Mutter blieb.
Aus diesem traurigen Anlass saß auch der Mann hinter ihr auf dem mit Brokat bespannten Sofa. Vier Jahre waren vergangen, seit Logan McNally zuletzt seinen Fuß auf die Belle-Rouge-Plantage gesetzt hatte. Damals hatte Nicole ihn schon nicht gemocht, und daran hatte sich seither nichts geändert.
Logan betrachtete ungeniert seine junge Stiefschwester. Sie hatte sich stark verändert, seit er sie das letzte Mal gesehen hatte. Er war tief beeindruckt.
Sie war nicht mehr die hochgewachsene, unbeholfene Jugendliche, die damals auf der Veranda gestanden und ihm einen zornigen Blick aus braunen Augen zugeworfen hatte. Jetzt besaß sie den schlanken Körper einer jungen Frau mit sinnlichen Rundungen, und sie bewegte sich mit einer Anmut und Selbstsicherheit, die über ihre zweiundzwanzig Jahre hinausgingen.
Unter dem schwarzen Halbschleier des Hutes wirkten ihre Züge zart wie handbemaltes Porzellan. Das rötlich blonde Haar war nicht mehr wild und wirr, sondern schimmerte wie Satin und endete in einer Nackenrolle. Der Stil war dezent und dem traurigen Anlass angepasst. In den zierlichen, perfekt manikürten Händen hielt sie eine weiße Magnolie. An den Fingern trug sie keinen Schmuck.
Hätte Logan nicht gewusst, dass sie eine Carrington war, hätte er sie für eine echte Lady der Südstaaten gehalten. Doch das Äußere konnte die Herkunft nicht ganz verdecken. Die Tochter wie die Mutter, dachte er verdrossen. Irgendein armer Narr würde irgendwann auf ihre Schönheit hereinfallen, aber nicht er. Er wusste genau, wer und was sie war.
Nicole wandte sich schließlich vom Fenster ab und merkte betroffen, wie schwach sie sich plötzlich fühlte. Während des Begräbnisses und auch hinterher war sie stark und gefasst gewesen. Jetzt durfte sie nicht zusammenbrechen, während Logan sie wie ein Kater, der einen Vogel in die Enge getrieben hatte, betrachtete.
Vorsichtig ging sie auf einen Sessel zu, der drei Meter von ihm entfernt stand, doch auf halbem Weg legte jemand den Arm um ihre Taille.
„Alles in Ordnung?“
Beim Klang der tiefen Männerstimme zuckte sie zusammen und blickte in Logans hartes Gesicht hoch. Seit zwei Tagen war er wieder auf Belle Rouge und hatte bisher kein Wort des Mitgefühls über die Lippen gebracht. Es erschien ihr heuchlerisch, dass er jetzt den besorgten Angehörigen spielte.
„Ich muss mich nur setzen“, erwiderte sie knapp. „Mach dir bitte keine Mühe.“
Er richtete die grauen Augen forschend auf ihr blasses Gesicht. „Es könnten noch Besucher kommen, die ihr Beileid aussprechen möchten. Dann würde es ziemlich unpassend wirken, wenn sie dich auf dem Boden liegend vorfänden.“
Nicole betrachtete ihn geringschätzig. Mit dem dunkelbraunen Haar und der dunklen Haut wirkte Logan McNally äußerst attraktiv. Die hellgrauen Augen wurden von dichten Wimpern umgeben, sein Blick war scharf und durchdringend. Das kräftige Kinn mit der Kerbe betonte den perfekt geformten Mund. Als würde dieses sagenhafte Gesicht nicht ausreichen, um die Herzen aller Frauen höher schlagen zu lassen, war er auch noch hoch gewachsen, schlank und breitschultrig.
Doch Nicole war gegen Logans körperliche Attraktivität immun. Sie hatte festgestellt, dass sich unter dieser anziehenden maskulinen Schale ein arroganter Kerl verbarg, der nur an sich selbst dachte.
„Wie ich sehe, legst du unverändert größten Wert auf den äußeren Eindruck“, sagte sie eisig. „Nun, ich versichere dir, dass ich diesen Tag überstehen werde, ohne dich in Verlegenheit zu bringen.“
Er führte sie zum Sessel und drückte sie in die Kissen. „Ich habe mir nicht deshalb Sorgen gemacht.“
„Aber natürlich“, entgegnete sie spöttisch. „Meine Mutter und ich haben dich vom ersten Tag an in Verlegenheit gebracht. Vermutlich ist heute für dich ein Festtag. Wenigstens eine von uns bist du jetzt los. Und wer weiß, vielleicht hast du demnächst noch mehr Glück, und ich laufe vor ein Auto, oder ein Blitz erschlägt mich.“
Seine Miene war verschlossen, als er zurückwich. „Du scheinst im Moment ziemlich hysterisch zu sein.“
Sie zog zwei Hutnadeln aus dem dichten Haarknoten. „Oh ja, das würde dir bestimmt gefallen“, sagte sie kühl. „Du möchtest mich gern in eine Nervenheilanstalt einweisen. Dann trennt dich nichts mehr von Belle Rouge.“
Sie nahm den breitkrempigen Hut ab. In dem teuren schwarzen Kostüm und mit den hohen Absätzen wirkte sie elegant. Sie war eine naive Achtzehnjährige gewesen, als Logan sie das letzte Mal sah. Wodurch hatte sie sich dermaßen verändert? Seit dem Tod seines Vaters vor vier Jahren hatte er keinen Kontakt zu Nicole und ihrer Mutter gehabt, obwohl die beiden Frauen weiterhin auf dem Sitz seiner Familie gewohnt hatten.
Seufzend trat er an einen kleinen Tisch, auf dem eine Karaffe mit Kentucky Bourbon stand. Er schenkte sich ein, nahm einen Schluck und drehte sich wieder um. „Äußerlich bist du erwachsen geworden, Nicole. Dein Denken hat allerdings eindeutig nicht mit deinem Körper Schritt gehalten.“
Sie wurde zornig, zeigte es jedoch nicht. Er sollte nicht merken, dass er sie wie früher ärgern konnte. Sie war jetzt eine erwachsene Frau und keine Jugendliche, die er je nach Laune umgarnen oder beleidigen konnte. Das musste er begreifen. „Vermutlich wirst du mir gleich erklären, dass du dich nicht für Belle Rouge interessierst.“
Er hob das Glas an die Lippen und leerte es. Die Wärme, die sich in seinem Magen ausbreitete, vertrieb jedoch nicht die seltsamen Gefühle, die ihn packten. Er wollte mit dieser jungen Frau kein Mitleid haben. In gewisser Weise hatte sie ihm seinen Vater und sein Zuhause weggenommen. Er wollte nicht an ihre Trauer denken. Es gefiel ihm auch nicht, wie kalt und verbittert sie war.
„Ich müsste lügen, würde ich behaupten, dass ich mich nicht für Belle Rouge interessiere. Die Plantage befindet sich seit dem achtzehnten Jahrhundert im Besitz der Familie McNally. Und ich habe nicht die Absicht, der Letzte in dieser Reihe zu sein.“
Müde stand sie auf und wollte den Raum verlassen.
„Wohin gehst du?“, rief Logan ihr nach.
„Ich lege mich hin. Du kannst eine Weile den Hausherrn spielen, der du ja gern sein möchtest.“
Bevor er noch etwas sagen konnte, zog Nicole sich hastig in ihr Schlafzimmer im ersten Stock zurück und zog sich aus. Nachdem sie in einen dünnen Bademantel geschlüpft war, legte sie sich auf das Bett und blickte aus dem breiten Fenster auf den Nussbaum-Hain.
Es war der erste April. Frühling war ins Land des Cane River gezogen. Überall blühten herrlich bunte Blumen in den Gärten, und die meisten Zuckerrohrfelder waren schon bepflanzt.
Nicole liebte diese Jahreszeit, war jedoch geistig und körperlich ausgelaugt. Seit dem Schlaganfall ihrer Mutter vor zwei Jahren war ihr Leben schwierig gewesen. Sie hatte versucht, das College abzuschließen und sich gleichzeitig um die einzige nahe Verwandte zu kümmern, die ihr noch auf der Welt geblieben war. Simones Tod nach einem zweiten Schlaganfall war ein Albtraum gewesen, der noch dazu erst enden würde, sobald Logan nach Shreveport zurückkehrte oder sie selbst auszog.
Offenbar war sie irgendwann eingeschlafen. Als sie nämlich die Augen wieder öffnete, war es im Zimmer dunkel, und sie fror. Matt stand sie auf und ging zum Schminktisch. Der Haarknoten hatte sich aufgelöst. Das Haar fiel jetzt in Wellen auf die Schultern. Nicole strich es aus dem Gesicht zurück, beugte sich zum Spiegel und stöhnte auf.
Sie war aschfahl und sah mitgenommen aus. Ihre Mutter wäre betroffen gewesen. Simone war eine schöne Frau gewesen, die ihrer Tochter beigebracht hatte, stets auf ihr Aussehen zu achten. Noch letzte Woche hatte ihre Mutter hier am Schminktisch gesessen, und Nicole hatte ihr Haar frisiert und gestylt.
Nicole ließ sich auf den Hocker sinken, legte die Hände vor das Gesicht und versuchte, die Tränen zurückzuhalten. Sie musste sich damit abfinden, dass Simone nicht mehr lebte und sie nun völlig allein war.
Erst als sich zwei Hände auf ihre Schultern legten, merkte Nicole, dass jemand hereingekommen war.
„Was machst du hier?“ Verzweifelt wischte sie sich über die Augen. Logan sollte keinesfalls denken, dass sie sein Mitleid wecken wollte.
„Ich habe geklopft, aber du hast mich offenbar nicht gehört“, erwiderte er. „Ich habe Sandwiches gemacht. Du willst bestimmt etwas essen.“
Impulsiv wollte sie antworten, dass sie nichts wollte, schon gar nicht von ihm. Doch sie vermied es, noch schwächer zu erscheinen, als sie ohnedies war. Und dass er zu ihr heraufkam, war von seiner Seite die freundlichste Geste, die sie seit Langem erlebt hatte.
„Ich ziehe mich an und komme gleich nach unten“, sagte sie.
Logan kehrte in die Küche zurück, deckte den kleinen Tisch und füllte zwei Gläser mit Eistee. Zum ersten Mal seit Jahren fühlte er sich auf Belle Rouge wieder heimisch. Und er bedauerte zutiefst, dass ihm erst der Tod von Nicoles Mutter diese Freiheit gegeben hatte. Nicole mochte anderer Meinung sein, aber er hatte nicht gewollt, dass Simone starb. Jahrelang hatte er gehofft, sie würde aus seinem Zuhause und dem Leben seines Vaters verschwinden, aber er hatte weder ihr noch ihrer Tochter...




