Pade | Finde Trost in meinen Armen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1693, 160 Seiten

Reihe: Bianca

Pade Finde Trost in meinen Armen


1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-86295-262-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1693, 160 Seiten

Reihe: Bianca

ISBN: 978-3-86295-262-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein dringender Anruf von Dr. Jake Fox holt die erfolgreiche Innenarchitektin Ally zurück in ihre Heimatstadt Chicago: Ihre Mutter liegt im Krankenhaus. Ally muss nicht nur um deren Leben bangen, sondern auch erneut mit einer nie vergessenen tragischen Schuld ringen. Keine leichte Zeit für sie. Doch zum ersten Mal muss sie nicht allein mit allem fertig werden. Liebevoll steht Jake Fox ihr zur Seite, ist immer für sie da, wenn sie ihn braucht. Und als er sie tröstend im Arm hält, wünscht Ally sich plötzlich, dass er sie nie mehr loslässt. Fühlt sich so die Liebe an?



Victoria Pade ist Autorin zahlreicher zeitgenössischer Romane aber auch historische und Krimi-Geschichten entflossen ihrer Feder. Dabei lief ihre Karriere zunächst gar nicht so gut an. Als sie das College verließ und ihre erste Tochter bekam, machte sie auch die ersten schriftstellerischen Gehversuche, doch es sollte sieben Jahre dauern, bis ihr historischer Debütroman veröffentlicht wurde. Um die Trennung von ihrem Mann zu verarbeiten und aktuelle Themen aufzugreifen, wechselte sie schließlich zu modernen Geschichten, die im Hier und Jetzt spielen. Victoria lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrer jüngsten Tochter, die Psychologie studiert, in Colorado. Ihre älteste Tochter studiert in Michigan Medizin.
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1. KAPITEL

Während des gesamten Fluges nach Chicago starrte Ally Rogers verstört durchs Fenster hinaus in die Weite des Himmels.

Schließlich kam es nicht jeden Tag vor, dass ein völlig fremder Mensch sich mit ihr in Verbindung setzte, um ihr mitzuteilen, dass ihre Mutter in Schwierigkeiten stecke und Ally deswegen so schnell wie möglich nach Chicago kommen müsse.

Es war ebenfalls nicht alltäglich, dass ein völlig fremder Mensch ihr erklärte, sie könne es sich nicht länger aussuchen, ob sie mit ihrer Mutter etwas zu tun haben wolle oder nicht.

Das alles war gestern geschehen.

Ally hatte eine hektische Woche hinter sich. Als angesehene Innenarchitektin, zu deren Kunden viele Prominente zählten, flog sie nicht selten um die halbe Welt, um zu den eleganten Villen ihrer Auftraggeber zu gelangen. Oft musste sie ihre Kunden auch zu eher ungewöhnlichen Zeiten treffen.

Gestern war wieder so ein Tag gewesen. Erst frühmorgens war sie aus Italien zurückgekommen und hatte nur ein paar Stunden im Flugzeug schlafen können. Vom Flughafen war sie nach Hause gehetzt, hatte schnell geduscht und sich umgezogen, um sich mit einem Nachrichtenmoderator während seiner morgendlichen Livesendung zu treffen. In den Werbepausen hatte sie ihm Fotos gezeigt, die ihre Arbeitsfortschritte in seiner toskanischen Villa belegten, und sich sein Okay für ihre weitere Planung geben lassen.

Anschließend hatte sie ungeachtet ihres Jetlags einen Zwölfstundentag absolviert, vollgepackt mit Besprechungen und Terminen. Dann war sie nach Hause gefahren, wo ihr Anrufbeantworter sie mit einer knappen Nachricht von einem Jake Fox empfangen hatte. Der Name kam ihr nicht bekannt vor. Die Nachricht besagte nur, dass er sie dringend wegen ihrer Mutter sprechen müsse. Es sei ein Notfall.

Kaum hatte Ally die Nachricht abgehört, da machte sie sich auch schon Vorwürfe, dass sie ihrer Mutter ihre neue Handynummer noch nicht gegeben hatte. Aber am Sonntag, dem Tag, an dem sie üblicherweise mit Estelle telefonierte, war sie schon auf dem Weg nach Italien gewesen. Außerdem war so viel zu tun gewesen, dass sie den allwöchentlichen Anruf einfach vergessen hatte.

Natürlich hatte sie Dr. Jake Fox am Abend sofort zurückgerufen. Wenn die Nachricht auf dem Anrufbeantworter schon knapp und ungeduldig geklungen hatte, so war das nichts im Vergleich mit dem Ton des Telefonats.

„Na endlich“, hatte er gemurmelt, nachdem sie sich gemeldet hatte. Dann hatte sie ihn gefragt, ob er sich jetzt bei ihrer Mutter befinde und wer er überhaupt sei.

„Ein Freund von Estelle aus dem Seniorenzentrum“, hatte er erwidert. „Wenn Sie öfter mit Ihrer Mutter reden würden, wüssten Sie das.“

„Sind Sie ihr Arzt?“

„Nein, aber ich weiß, dass Estelle dringend einen Arzt aufsuchen muss. Leider können ihre Freunde und ich sie nicht davon überzeugen. Außerdem ist so etwas Sache der Familie. Das sollte Ihnen kein Fremder erst sagen müssen“, fügte er vorwurfsvoll hinzu. Dann erklärte er etwas sachlicher, dass es Estelle nicht gut ginge, dass man nicht genau wisse, was mit ihr sei, dass sie aber dringend ärztliche Betreuung brauche.

Ally hätte gern mehr Informationen aus ihm herausbekommen, doch er hatte beteuert, dass er selbst nicht mehr wisse. Nach dem Telefonat hatte sie sofort versucht, ihre Mutter zu erreichen. Es hatte aber niemand abgenommen. Von Nachbarn oder Freunden kannte sie meist nicht einmal den Nachnamen, geschweige denn die Telefonnummer. So blieb ihr nichts anderes übrig, als es den ganzen Abend immer wieder zu versuchen. Erfolglos. Sie hatte Estelle nicht erreicht.

Und nun war sie auf dem Weg nach Illinois, ohne auch nur zu ahnen, worum es eigentlich ging.

Vielen Dank, Jake Fox!

Was musste das für ein Mensch sein, der ihr auf diese Weise mitteilte, dass ihrer 79-jährigen Mutter etwas passiert war?

Sie stand Estelle nicht besonders nah und hatte sich nie gut mit ihr verstanden. Trotzdem war sie immerhin ihre Mutter. Hätte man da nicht etwas mehr Feingefühl erwarten dürfen?

Stattdessen war Jake Fox unfreundlich gewesen und hatte ihr sogar Vorwürfe gemacht! Und warum? Weil sie nicht in derselben Stadt wohnte wie Estelle? Es gab doch viele Menschen, die von ihrer Familie weit entfernt lebten. Außerdem würde Estelle sie gar nicht in ihrer Nähe haben wollen. Ein Anruf in der Woche und ab und zu ein Besuch zu den Feiertagen, das war nun mal ihr Umgang miteinander. Und so würde es immer bleiben, ganz gleich, wo Ally wohnte.

Wer war dieser Typ überhaupt? Ein Freund ihrer Mutter aus dem Seniorenzentrum, hatte er gesagt. War er eine Art Lebensgefährte, den Estelle nicht erwähnt hatte? Aber auch das wäre doch kein Grund, so ein Geheimnis daraus zu machen, was ihrer Mutter passiert war?

Um für einen Moment auf andere Gedanken zu kommen, ging Ally auf die Toilette und wusch sich die Hände. Dabei warf sie einen prüfenden Blick in den Spiegel. Ihre sonst leicht rosigen Wangen waren blass. Ebenso die Lippen. Dafür waren ihre smaragdgrünen Augen durch den Schlafmangel rot unterlaufen.

Sie trocknete sich die Hände ab, strich das braune T-Shirt glatt und kehrte an ihren Platz zurück. Sofort stellte sich die Nervosität wieder ein.

Ally beschloss, nicht mehr über Jake Fox nachzudenken. Erst einmal musste sie sich um ihre Mutter kümmern. Hoffentlich war ihr nichts zugestoßen …

Sie holte tief Luft und versuchte, sich zu beruhigen.

Am frühen Nachmittag hielt Ally mit ihrem Leihwagen vor dem kleinen Haus in der Vorstadtsiedlung, in der sie aufgewachsen war.

Das zweistöckige Backsteinhaus mit der überdachten Veranda sah aus wie immer, nur dass der Rasen vorm Haus verdorrte und sogar schon einige kahle Stellen aufwies.

Wenn ein Garten in der Nachbarschaft so ausgesehen hätte, wäre Estelle Rogers persönlich zum Besitzer gegangen und hätte ihm eine gehörige Standpauke gehalten. Danach hätte der Nachbar seinen Rasen nie wieder vernachlässigt. Dass Estelles Garten mitten im August so ungepflegt aussah, war ein eindeutiges Indiz dafür, dass etwas nicht in Ordnung war.

Und Ally musste nun herausfinden, was es war. Wie seit dem Anruf gestern Abend schon unzählige Male, krampfte sich auch jetzt wieder ihr Magen zusammen. Aber das tat er eigentlich immer, wenn sie ihre Mutter besuchte.

Sie atmete tief durch, nahm ihre Handtasche und stieg aus.

„Sie ist nicht da.“

Ally drehte sich zu dem kleinen Jungen um, der mit seinem Fahrrad den Bürgersteig entlangkam.

„Weißt du, wo sie ist?“, fragte sie automatisch, ohne wirklich eine Antwort zu erwarten.

„Sie ist heute im Krankenwagen weggefahren.“

Großer Gott!

Alle möglichen Gedanken schossen ihr durch den Kopf. War Estelle gestern Abend allein zu Hause gewesen und hatte nicht ans Telefon gehen können, weil ihr etwas zugestoßen war? Womöglich hatte sie die ganze Nacht hilflos auf dem Fußboden gelegen.

„Wann war das?“, fragte sie den Jungen.

„Nach dem Frühstück.“

„Weißt du, wo man sie hingebracht hat?“

„Ins Krankenhaus“, erwiderte der Junge völlig selbstverständlich.

Vermutlich das nächstgelegene Krankenhaus. Dort würde Ally es als Erstes versuchen. Hoffentlich kam sie nicht zu spät!

Sie lief zu ihrem Wagen zurück. Das Krankenhaus war nicht weit entfernt. Sie schaffte den Weg, für den man normalerweise eine Viertelstunde brauchte, in zehn, parkte den Wagen auf einem der Notfallparkplätze und lief zum Eingang.

„Ich suche Estelle Rogers. Wurde sie hier eingeliefert?“

„Die Leute dort sind auch wegen ihr hier.“ Die Frau hinter dem Empfangstresen zeigte zum Warteraum.

Warum antwortete sie so ausweichend? Vielleicht, weil sie die schlechte Nachricht nicht selbst …

Ally drehte sich um. Einige der Leute im Warteraum kamen ihr bekannt vor. Ihre Mutter war vor vier Jahren die Gallenblase entfernt worden. Damals hatte Ally ihr in der ersten Zeit nach der Operation geholfen. Ständig waren Freunde aus dem Wilkens Seniorenzentrum zu Besuch gekommen. An ihre Namen konnte Ally sich nicht mehr erinnern, aber an die Gesichter.

Und diese Gesichter waren jetzt ernst und traurig.

Das Schlimmste! Es war das Schlimmste passiert!

Plötzlich wurden ihre Knie weich. Alles um sie herum drehte sich. Ally hielt sich am Tresen fest.

„Ma’am?“

Die Stimme schien weit entfernt zu sein. Mühsam nahm Ally noch wahr, dass die Frau hinterm Tresen aufsprang und rief: „Dr. Fox! Ich brauche Hilfe!“

„Ihre Hände sind immer noch eiskalt, Jacob!“

„Keine Sorge, Bubby. Sie kommt gerade zu sich.“

Ally zwang sich, die bleischweren Lider zu öffnen. Im ersten Moment wusste sie weder, wo sie war, noch warum sie auf dem harten Boden lag. Um sie herum standen Leute, die sie nicht kannte.

Auf der einen Seite neben ihr hockte ein sehr attraktiver Mann, der ihren Blutdruck maß. Auf der anderen Seite kniete eine ältere Frau und rieb ihr die Hand. Eine weitere Frau stand in der Nähe. Sie sah aus wie eine Krankenschwester.

Bei ihrem Anblick kam Allys Erinnerung wieder. Sie war in dem Krankenhaus in Chicago, in das ihre Mutter eingeliefert worden war.

„Meine Mutter …“, brachte sie mühsam hervor und erkannte ihre ängstliche Stimme selbst kaum wieder.

„Im Moment interessieren wir uns nur für Sie“, antwortete...



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