E-Book, Deutsch, Band 13, 130 Seiten
Reihe: Nächte in Northbridge
Pade Nur Nanny - oder neue Liebe?
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-7406-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 13, 130 Seiten
Reihe: Nächte in Northbridge
ISBN: 978-3-7337-7406-6
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ich möchte, dass wir eine Lebensgemeinschaft werden!' Bei Logan McKendricks Worten wird Meg nervös. Ans Heiraten hat sie bestimmt nicht gedacht, als sie sich als Nanny für Logans süße kleine Tochter Tia beworben hat. Auch wenn der Singledad wirklich unwiderstehlich gut aussieht. Allerdings stellt Logan sofort klar, dass er nicht meint, was Sara denkt. Sie soll bloß bei ihm wohnen! Doch trotzdem wächst mit jedem Tag die Anziehung zwischen ihnen und lässt Schmetterlinge in Saras Bauch tanzen. Wie soll sie sich da noch auf ihre Aufgabe konzentrieren - und nicht nur auf Logan?
Victoria Pade ist Autorin zahlreicher zeitgenössischer Romane aber auch historische und Krimi-Geschichten entflossen ihrer Feder. Dabei lief ihre Karriere zunächst gar nicht so gut an. Als sie das College verließ und ihre erste Tochter bekam, machte sie auch die ersten schriftstellerischen Gehversuche, doch es sollte sieben Jahre dauern, bis ihr historischer Debütroman veröffentlicht wurde. Um die Trennung von ihrem Mann zu verarbeiten und aktuelle Themen aufzugreifen, wechselte sie schließlich zu modernen Geschichten, die im Hier und Jetzt spielen. Victoria lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrer jüngsten Tochter, die Psychologie studiert, in Colorado. Ihre älteste Tochter studiert in Michigan Medizin.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Die Sonnenstrahlen tanzten auf der Windschutzscheibe, als Meg Perry den Wagen in die Einfahrt lenkte. Es war ein schöner, ruhiger Sonntagnachmittag im Juni, und die ganze Welt schien innezuhalten, die Sorgen hinter sich zu lassen und die warme Sonne zu genießen.
Aber Meg war alles andere als entspannt. Je näher sie dem Haus der McKendricks kam, desto nervöser wurde sie. Als sie den Motor abstellte, flatterten wilde Schmetterlinge in ihrem Bauch.
Sie atmete tief durch und warf einen Blick in den Rückspiegel. Ihr langes mahagonifarbenes Haar hatte sie zu einer strengen Hochsteckfrisur zusammengefasst. Sie hatte nur einen Hauch Rouge auf ihre helle, ebenmäßige Haut aufgetragen, und ihre strahlend grünen Augen hatte sie lediglich mit etwas Wimperntusche betont. Für die Lippen hatte sie ein leichtes Gloss genommen.
Zufrieden lehnte sie sich zurück. Ihre Aufmachung war weder übertrieben modisch noch zu elegant – sie wirkte gepflegt und adrett. Und diesen Eindruck wollte sie auch vermitteln. Doch es änderte nichts an den Schmetterlingen.
Sie horchte in sich hinein und versuchte, ihre Stimmung zu analysieren. Eigentlich hatte sie keinen Grund, nervös zu sein. Es war schließlich nicht so, als würde sie die McKendricks nicht kennen. In einer kleinen Stadt wie Northbridge im Herzen Montanas kannte man jeden – wenigstens flüchtig.
Meg war in Northbridge aufgewachsen und konnte die einzelnen Familien zumindest dem Namen nach zuordnen, auch wenn sie sie nicht persönlich kannte. Obwohl sie die Stadt bereits vor zehn Jahren verlassen hatte, um auf ein College in Denver zu gehen, hatte sich sofort ein Gefühl von Zuhause eingestellt, als sie zurückgekehrt war.
Daran lag es also nicht.
Das Vorstellungsgespräch selbst konnte ebenso wenig der Grund für Megs innere Anspannung sein. Schließlich war bereits alles geklärt. Am Telefon hatte sie mit Logans Schwester Hadley besprochen, dass sie die neue Nanny für Logans dreijährige Tochter Tia werden sollte.
Hadley war sehr beeindruckt von Megs Referenzen, die weit über die bloße Eignung einer Nanny hinausgingen. Meg hatte einen Doktortitel in Kinderpsychologie und nahm sich gerade ein Jahr Auszeit von ihrer Arbeit im Kinderkrankenhaus in Denver. Nach vier Jahren anstrengender Tätigkeit im Krankenhaus hatte sie einiges erlebt. Der Job als Nanny wirkte dagegen wie ein Kinderspiel.
Aber mit sachlichen Argumenten kam sie hier nicht weiter. Insgeheim wusste sie genau, wo sie ansetzen musste, wenn sie ihre Nervosität ergründen wollte: bei dem Vorfall. So hatten es jedenfalls ihre Kollegen genannt. Seitdem konnte man sie leicht aus der Ruhe bringen. Und genau deshalb war sie jetzt hier.
Meg stieg aus dem Wagen und strich sich die helle Leinenhose glatt. Dann prüfte sie ein letztes Mal den Sitz ihrer kurzärmeligen Bluse und ging auf das zweistöckige Wohnhaus zu. Das schöne, alte Farmhaus glänzte mit einem frischen Anstrich aus weißer und gelber Farbe und wirkte freundlich und einladend. Meg erinnerte sich daran, dass es früher die Farm der Ludwigs gewesen war.
Während sie die Stufen zur Veranda hinaufstieg, konnte sie erkennen, dass die Haustür hinter dem Fliegengitter offen stand. Sie drückte auf den Klingelknopf.
Kein Laut war zu hören.
Auch beim nächsten Versuch blieb die Klingel stumm.
Meg war fünf Minuten zu früh, dennoch musste ja jemand im Haus sein. Schließlich versuchte sie es ein drittes Mal.
„Die ist ’putt.“ Eine leise, schüchterne Stimme kam aus dem Flur. Kurz darauf erschienen zwei Welpen hinter dem Fliegengitter.
Meg blickte nach unten. Ein kleines Mädchen folgte den Hündchen und musterte Meg argwöhnisch mit großen braunen Augen. Auf der Stirn trug sie eine Art Taucherbrille, auf die ein Spiderman-Logo gedruckt war. Das Mädchen blieb scheu hinter der Haustür stehen.
„Hallo“, sagte Meg freundlich. „Ich heiße Meg. Und ich wette, du bist Tia.“
Ihr Schützling für die kommenden Wochen.
Das Mädchen nickte stumm. Die kurzen blonden Locken wippten dabei fröhlich um ihr Gesicht.
„Willst du schwimmen gehen?“ Meg deutete auf die Brille. Vielleicht hatten die McKendricks einen Pool hinter der alten Farm errichten lassen.
Aber Tia schüttelte bloß den Kopf und blieb im Schutz der Tür, sodass man sie kaum sehen konnte.
Die Welpen tollten ausgelassen im Flur herum. Meg ließ sich auf der Schwelle nieder und konzentrierte sich auf die Tiere. Wenn sie das Vertrauen des Mädchens gewinnen wollte, durfte sie es jetzt nicht bedrängen. Obwohl Dreijährige Fremden gegenüber schüchtern waren, hatten sie gern die ungeteilte Aufmerksamkeit der Erwachsenen – und wollten meistens im Mittelpunkt stehen.
„Hallo, ihr Hübschen, kommt doch mal hier rüber.“
Mit wedelndem Schwanz kam das erste Hündchen an die Fliegengittertür, das zweite folgte neugierig.
„Na, ihr seid aber lieb“, lobte Meg. Aus dem Augenwinkel sah sie, wie Tia aus ihrer Deckung hinter der Tür hervorkam. Ihr Plan ging also auf.
Tia kam einen Schritt näher. Sie hatte rosige Wangen und dichte, dunkle Wimpern. Passend zu der Schwimmbrille trug sie ein rot-blaues Spiderman-Kostüm.
„Das sind meine Hunde.“ Sie kam noch näher. „Sie heißen Max und Harry“, sagte sie stolz und reckte das Kinn.
„Hi, Max. Hi, Harry.“ Meg richtete sich auf. „Und du bist heute Spiderman.“
„Nein, Spidergirl“, berichtigte Tia und drehte sich einmal im Kreis, damit Meg ihr Kostüm bewundern konnte.
Meg nickte. „Aber sicher, wie konnte ich das bloß übersehen! Sag mal, Spidergirl, wo sind denn dein Dad und deine Tante Hadley? Könntest du sie für mich holen?“
In diesem Moment rief jemand im Haus: „Tia! Wo steckst du denn, Süße?“
Eine Sekunde später erschien eine Frau am anderen Ende des Flures. Sie hatte die Küchentür geöffnet und stand nun im Gegenlicht, das durch die Fenster hinter ihrem Rücken ins Haus fiel. „Oh! Wir haben gar nicht gehört, dass jemand gekommen ist“, sagte sie und ging rasch durch den Flur. „Bist du das, Meg?“
„Ja, ich bin’s.“ Meg musterte die Frau beim Näherkommen, doch selbst, als sie direkt vor ihr stand, hätte sie Hadley nicht wiedererkannt.
Meg war ein paar Jahre jünger als Hadley und ihr Bruder Logan, sodass sie damals in der Schule so gut wie nichts mit ihnen zu tun gehabt hatte. Mit einem Altersunterschied von vier und sechs Jahren hatten die drei auf der Highschool praktisch Welten getrennt. Auch Logans jüngere Halbgeschwister hatte Meg kaum gekannt.
Nach der Highschool hatten alle drei Northbridge hinter sich gelassen. Somit hatten sie sich über zehn Jahre lang nicht mehr gesehen – und waren im Grunde Fremde füreinander.
Jetzt, mit neunundzwanzig Jahren, spielte es für Meg keine Rolle mehr, dass die beiden älter waren. Die Highschoolzeit lag schließlich schon lange zurück.
„Und du bist Hadley?“ Das vage Bild, das Meg von Logans Schwester aus der Vergangenheit noch vor Augen gehabt hatte, entsprach überhaupt nicht dem, was sie jetzt sah: Hadley war groß, schlank und anmutig. Und sie schien Megs Blick zu bemerken. Sie lachte. „Ja, ich bin’s. Ich weiß, ich habe mich verändert. Ich bin buchstäblich nur noch die halbe Hadley.“
„Du siehst umwerfend aus“, staunte Meg.
Hadley schob die Welpen sanft beiseite, öffnete die Fliegengittertür schüttelte Megs Hand.
Tia beobachtete die beiden Frauen neugierig.
„Tut mir leid, ich hätte dich warnen sollen. Die Klingel ist kaputt. Wir haben es einfach noch nicht geschafft, eine neue einzubauen.“ Dann wandte sich Hadley an ihre Nichte. „Tia, dein Daddy ist hinten im Hof. Kannst du ihn bitte holen und ihm sagen, dass Meg da ist?“
„Ich bin Spidergirl“, beharrte Tia.
„Alles klar, Spidergirl, flieg los und hol deinen Dad.“
Das kleine Mädchen zog gewissenhaft die Brille über ihre Augen, als wollte sie gleich zum Flug abheben. Dann duckte sie sich und rannte los.
Doch sie kam nicht weit. Am Ende des Flures erschien plötzlich ein Mann in der geöffneten Küchentür. Um Haaresbreite wäre Tia mit dem Kopf voran gegen seine Beine gerannt, doch der Mann fing den Schwung ab und hob sie sanft hoch. Im Gegenlicht erkannte Meg zunächst nichts außer seiner großen, sportlichen Gestalt.
„Hi!“, rief er und kam auf sie auf zu.
Das war also Logan.
Meg konnte sich nicht daran erinnern, ihm jemals begegnet zu sein. Selbst wenn er sich nicht so offensichtlich verändert hatte wie seine Schwester, hatte er damals mit Sicherheit noch nicht so umwerfend ausgesehen.
Er musste annähernd einen Meter neunzig groß sein. Mit den breiten Schultern und dem schlanken, muskulösen Körper wirkte er wie ein Model. Sein Haar glänzte in einem dunklen Walnussbraun und war fast ein bisschen zu lang, was ihm ein verwegenes Aussehen verlieh.
Sein Gesicht war atemberaubend. Er hatte einen aufregenden Mund, eine gerade Nase und markante Wangenknochen. Doch am auffälligsten waren seine Augen: Sie waren ungewöhnlich hell und so strahlend blau, dass Meg für einen Moment von ihnen gefangen genommen wurde.
Dann wurde ihr bewusst, dass er gerade vorgeschlagen hatte, ins Wohnzimmer zu gehen.
„Schön, dass du da bist, Meg.“ Er ließ Meg auf einem gemütlichen Schaukelstuhl Platz nehmen, während er und Hadley es sich gegenüber auf der Couch gemütlich machten.
Tia folgte ihnen, kroch auf seinen...




