Palmer | Krieger des Lichts - Ungezähmte Versuchung | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 350 Seiten

Reihe: LYX.digital

Palmer Krieger des Lichts - Ungezähmte Versuchung


1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8025-9480-9
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 350 Seiten

Reihe: LYX.digital

ISBN: 978-3-8025-9480-9
Verlag: LYX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Krieger Wulfe kämpft mit seinem dämonischen Erbe. Versehentlich hat er auch die junge Sterbliche Natalie Cash damit infiziert - die einzige Frau, die jemals sein Herz berührt hat. Als Natalie in Gefahr gerät, verspricht Wulfe, sie zu beschützen. Doch kann es ihm gelingen, sich gleichzeitig von ihr fernzuhalten?

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schwebte.

Mit einem Ruck wurde Natalie Cash wach. Das Herz schlug ihr bis zum Hals, und ihr ganzer Körper war schweißgebadet. Die frühe Morgendämmerung drang durch die Rouleaus ihres Schlafzimmers, und sie öffnete und schloss die Augen mehrmals schnell hintereinander, um wieder zu Atem zu kommen. Auch jetzt noch verfolgte sie der Albtraum, hinterließ schemenhafte Eindrücke von Gräueln und Hirngespinsten. Ein Mann, der sich in einen Wolf verwandelte. Entsetzen, das zu schrecklich war, um die Erinnerung daran ertragen zu können.

Mit zitternden Händen strich sie sich das Haar aus dem Gesicht.

Wie furchtbar, den Tag so zu beginnen.

Xavier war in ihrem Traum gewesen … da war sie sich fast sicher. Doch welche Rolle er darin gespielt hatte, erinnerte sie sich nicht mehr. Jede Nacht war es dasselbe … diese Albträume, die ihr entglitten, sobald sie erwachte. Sie quälten sie seit dem »Vorfall« … Sechs Wochen zuvor war einfach eine Woche aus ihrem Leben verschwunden, und sie wusste nur noch, dass nun drei ihrer Freunde tot waren und ihr Bruder vermisst wurde.

Die Polizei hatte nach wie vor keinen einzigen Anhaltspunkt.

Leise schlüpfte sie aus dem Bett, um Rick nicht zu wecken, und tappte ins Badezimmer am anderen Ende des Flurs. Dann ging sie in die Küche und machte sich einen Kaffee mit Haselnusssirup. Mit dem Becher in der Hand trat sie durch die Glasschiebetür auf die Veranda. Eine angenehme Brise strich über ihre Wangen, als sie es sich in ihrem Lieblingssessel gemütlich machte und den Anblick des Waldes hinter ihrem Haus im ersten Licht des Tages genoss.

Während der Himmel allmählich heller wurde und die Vögel erwachten und zu singen anfingen, nippte sie an dem aromatischen Getränk und fand langsam zu ihrem ruhigen inneren Gleichgewicht zurück, das normalerweise ihr Wesen ausmachte. Vor sechs Wochen war noch alles in Ordnung gewesen … Ihr Leben verlief in geregelten Bahnen, und sie war zufrieden mit sich und der Welt. Ihre Optometriepraxis, die sie vor einem Jahr eröffnet hatte, lief gut, sie hatte viele Patienten, und besonders die Arbeit mit Kindern liebte sie sehr. Ihre Mutter war begeistert, dass sie ihre Ausbildung abgeschlossen hatte und wieder in der Stadt war. Und sie war nun verlobt mit Rick, ihrem langjährigen Partner, der zugleich ihr bester Freund war.

Doch an einem einzigen Tag hatte sich alles verändert … An jenem Tag hatten zwei ihrer besten Freundinnen aus der Highschool vorgeschlagen, einen Ausflug nach Harpers Ferry zu machen. Rick hatte an dem Tag seinem Vater Hilfe zugesagt, und da eine ihrer Freundinnen ihren jüngeren Bruder und dessen Freundin Christy dazu eingeladen hatte, hatte Natalie ebenfalls ihren Bruder Xavier auf den Ausflug mitgenommen.

Der allgegenwärtige sehnsüchtige Wunsch, die Uhr noch einmal zurückzudrehen und eine andere Entscheidung zu treffen, verursachte ihr wie immer Magenkrämpfe. Wenn sie ihn doch bloß nicht eingeladen hätte, auf den Ausflug mitzukommen. Wären sie doch lieber stattdessen an jenem Tag ins Outlet nach Leesburg gefahren.

Sie hatten einen angenehmen Vormittag mit einem Bummel durch die idyllische Altstadt verbracht. Doch alles, was sich danach ereignet hatte, war aus ihrem Gedächtnis gelöscht. Eine Woche später waren sie und Christy auf einem Feld in der Nähe wieder zu sich gekommen und konnten sich nicht daran erinnern, was in der Zwischenzeit passiert war. Die Leichen von ihren drei Freunden hatte man am Nachmittag des gleichen Tages gefunden. Doch von Xavier fehlte jede Spur. Er wurde immer noch vermisst.

Ihr Leben war danach völlig aus der Bahn geraten.

Sie nahm einen kleinen Schluck von ihrem heißen Getränk, atmete den warmen Haselnuss- und Kaffeeduft ein und ließ dann den Kopf nach hinten sinken, um die rosafarbenen Wolken zu betrachten, die träge über den Morgenhimmel zogen.

Xavier war irgendwo, und er war am Leben. Dessen war sie sich ganz sicher. Als sie auf dem Feld erwacht war, hatte sie einen kleinen, mit einem Stift gezeichneten Kreis in ihrer Handfläche entdeckt. Einen Kreis mit einer kurzen gebogenen Linie darin … ein Smiley ohne Augen … einer der Lieblings-Smileys ihres blinden Bruders. Sie war sich sicher, dass der Smiley von ihm stammte und er ihr damit sagen wollte, dass es ihm gut ging. Aber wo war er? Wo war sie gewesen? Und warum war er nicht auch zurückgekommen?

Als die Wochen vergingen, wurde ihre Furcht immer größer, dass sie ihn vielleicht nie wiedersehen würde.

Ihr blieb keine andere Wahl, als ihr altes Leben fortzusetzen. Aber diese fehlende Woche verfolgte sie. Die Trauer über die Menschen, die sie verloren hatte, hatte sich wie eine kalte Faust um ihr Herz gelegt und war zu einem ständig pochenden Schmerz geworden, der nicht nachlassen wollte.

Natalie nahm noch einen Schluck Kaffee, während sie die Wolken beneidete, die frei von den Kümmernissen der Welt über sie hinwegzogen.

Ein leises Geräusch drang an ihr Ohr, und sie richtete sich auf. Sie erhaschte eine Bewegung zwischen den Bäumen, und warme Freude durchströmte sie, als sie den riesigen Wolf entdeckte, der sie vor ein paar Wochen zum ersten Mal besucht hatte. Ein herrliches Tier mit dichtem Fell, das fast die Größe eines Bären hatte. Kopf und Rücken waren grauschwarz, Beine und Bauch hellbraun. Natürlich war es kein richtiger Wolf – obwohl er vielleicht ein bisschen Wolfsblut in sich hatte –, denn dafür war er zu freundlich. Zumindest war er das gewesen, als er sie das letzte Mal besucht hatte.

Sie beobachtete ihn vorsichtig, und ihr Unterbewusstsein drängte sie, ins Haus zurückzukehren, um sich keiner Gefahr auszusetzen. Doch als er ihren Garten durchquerte und sie in sein schönes, intelligentes Gesicht sah, spürte sie keine Furcht. Freudige Erregung, ja, und Ehrfurcht. Aber keine Angst, wo doch diese goldenen Augen so warm und voller Freude strahlten.

Sie lächelte, denn sein Kommen schenkte ihr ein bisschen innere Ruhe, nahm ihr etwas von der Last, die auf ihre Schultern drückte, sodass sie sich ein paar kostbare Augenblicke lang leichter fühlte. Sie stellte den Becher auf dem Tisch ab und wandte sich ihm zu, als er mit einer Anmut, die angesichts seiner Größe unerwartet war, die paar Stufen zu ihrer Veranda heraufsprang.

Oben auf der Veranda hielt er inne, statt wie ein Hund voranzustürmen, und er sah sie an, wie es wohl ein Mensch getan hätte. Seine Augen funkelten immer noch vor Freude … eine Freude, die auch bei ihr ein Glücksgefühl auslöste. Lächelnd streckte Natalie die Hand aus.

»Ich freue mich so sehr, dich zu sehen«, sagte sie leise, um weder Rick noch die Nachbarn aufzuwecken.

Das Zögern des Hundes währte gerade mal zwei Sekunden, ehe er näher kam und seinen riesigen Kopf zwischen ihre wartenden Hände schob. Wie war es möglich, dass sie ihn so sehr vermisst hatte, obwohl es bisher nur eine einzige Begegnung gegeben hatte? Trotzdem empfand sie so.

Während sie das dichte, weiche Fell an seinem Hals streichelte, stiegen Emotionen in ihr auf … eine seltsame Mischung aus Kummer, Schmerz und innerer Ruhe. Als könnte er allein mit der Kraft...


Palmer, Pamela
Pamela Palmer hat Wirtschaftsingenieurwesen studiert und für eine Computerfirma gearbeitet, bevor sie beschloss, Schriftstellerin zu werden. Mit den Kriegern des Lichts hat sie einen internationalen Bestseller gelandet.

Pamela Palmer hat Wirtschaftsingenieurwesen studiert und für eine Computerfirma gearbeitet, bevor sie beschloss, Schriftstellerin zu werden. Mit den Kriegern des Lichts hat sie einen internationalen Bestseller gelandet.



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