E-Book, Deutsch, Band 112019, 144 Seiten
Reihe: Julia
Pammi Die Braut des stolzen Sizilianers
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-1221-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 112019, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1221-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Erst reißt Dante Vittori die Firma ihres Vaters an sich, dann will er ihr vorschreiben, was sie zu tun hat! Die junge Alisha Matta ist außer sich. Sie denkt nicht daran, für den unnahbaren Protegé ihres Vaters zu arbeiten. Und erst recht nicht wird sie ihn heiraten! Denn Alisha weiß genau, für den unwiderstehlich attraktiven CEO zählt nur seine Arbeit. Dass er sie trotzdem küsst, hält sie für pure Berechnung. Aber warum fühlt sie in den Armen des aufregenden Sizilianers plötzlich diese prickelnde Sehnsucht?
Tara schreibt sexy Romanzen mit anbetungswürdigen Helden und sexy Heldinnen. Ihre Heldinnen sind manchmal laut und rebellisch und manchmal schüchtern und nerdig, aber jede von ihnen findet ihren perfekten Helden. Denn jede Frau verdient eine Liebesgeschichte! Tara lebt in Texas mit ihrem ganz persönlichen Helden und zwei Heldinnen in der Ausbildung. Wenn sie nicht gerade schreibt oder liest, kann man sie beim Versagen in der Küche oder beim Netflix-Serienmarathon antreffen.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Wie betäubt starrte Dante Vittori auf das Dokument, das ihm vor einer Stunde als Eilzustellung ausgehändigt worden war. Durch die bodentiefen Fenster seines Büros im sechsundvierzigsten Stock des Matta Towers mitten in der Londoner City fielen die letzten Sonnenstrahlen des Tages und tauchten alles in orangerotes Licht. Doch Dante hatte nur Augen für das Papier in seiner Hand.
Vikram Matta, der Sohn seines Mentors Neel Matta und außerdem Dantes bester Freund, war offiziell für tot erklärt worden.
Doch Dante ließ nicht zu, dass der Schmerz zu lange von ihm Besitz ergriff, denn er wusste, dass Trauer ihm nicht weiterhalf.
Schon mit dreizehn hatte er das schmerzhaft lernen müssen, als sein Vater sich das Leben genommen hatte, um einer lebenslangen Haftstrafe zu entgehen. Er hatte mithilfe eines Schneeballsystems Hunderte ahnungsloser Opfer um ihr Vermögen gebracht. Dantes Mutter hatte sich nach der Verhaftung einfach abgewandt und weniger als ein Jahr später erneut geheiratet.
Damals hätte es Dante umgebracht, sich seinen Gefühlen zu stellen, und jetzt war es kaum anders. Vikram war tot, und mit dieser Tatsache hatte er sich längst abfinden müssen.
Er überflog die Unterlagen, um sicherzugehen, dass er nichts übersah. Doch als er bei der letzten Seite angekommen war, hielt er inne.
Stammaktien des Verstorbenen
Dantes Nackenhaare stellten sich auf.
Vor fast vierzig Jahren hatte Neel Matta das kleine Stahlproduktionsunternehmen Matta Steel gegründet. Doch es war Dante gewesen, der es zu einem milliardenschweren Konzern ausgebaut hatte. Daher hatte sich Neel gegen den Willen seines Bruders Nitin zum ersten Mal in der Geschichte der Firma dazu entschieden, seine Anteile an jemanden außerhalb der Familie weiterzugeben – und zwar an Dante.
Seither war Matta Steel das beherrschende Thema in Dantes Leben.
Statt sich nach Neels Tod und Vikrams schrecklichem Flugzeugabsturz in Trauer zu verlieren, hatte Dante Matta Steel immer weiter vorangetrieben und seine eigene Position als CEO gefestigt.
Wenn aber Vikrams Stammaktien jetzt zur Disposition standen …
Ohne anzuklopfen betrat seine Sekretärin Izzy das Büro. Auch sie war eine von Neel Mattas Schützlingen gewesen, und so konnte sie sich bei Dante Sachen herausnehmen, die er anderen nicht erlaubt hätte. Zumal er wusste, dass sie ihn niemals störte, wenn es nicht wichtig war.
Ihre grünen Augen huschten über die Papiere, die vor ihm lagen, und er sah für den Bruchteil einer Sekunde Trauer darin aufblitzen. Doch als sie seinem Blick begegnete, hatte sie sich wieder im Griff. Natürlich hatte Vikrams plötzlicher Tod auch sie nicht unberührt gelassen, aber sie war genauso pragmatisch wie Dante.
Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück, verschränkte die Hände hinter dem Nacken und sah sie herausfordernd an. „Schieß los. Was ist passiert?“
„Nitins Sekretärin, Norma, hat mir gesteckt, dass er eine Eilsitzung des Vorstands einberufen will, und zwar im Beisein der Rechtsabteilung.“
Neels Bruder war in seiner Geldgier unglaublich vorhersehbar. „Das habe ich nicht anders erwartet.“
„Ich weiß nicht, ob dir klar ist, dass es dabei um Viks Stammaktien geht.“
„Doch, das weiß ich.“ Izzy war nicht nur kompetent, sondern auch ausgesprochen loyal, und diesen Charakterzug hätte er selbst mit all seinen Milliarden niemals erkaufen können. „Und was denkst du darüber?“
Sie setzte sich und öffnete ihren Laptop. „Ich habe ein bisschen recherchiert und herausbekommen, dass Nitin sich vor dem Vorstand über die Geschäftsstatuten auslassen möchte, um zu untermauern, dass Vikrams Aktien …“, sie schluckte, „… an ihn fallen, denn die Statuten sehen nun einmal vor, dass die Stammaktien in der Familie bleiben.“
„Allerdings hat Neel sie längst angepasst, als er mir seine Aktien zukommen ließ.“
Neel hatte sie ihm überschrieben, als er alles für seinen Rücktritt vorbereitet hatte. Sein Plan war gewesen, es aufgrund seiner Krankheit ruhiger angehen zu lassen und Dante mehr und mehr die Verantwortung zu übertragen. Stattdessen hatte sich sein Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert, und er war innerhalb weniger Monate verstorben.
„Offenbar will er es so darstellen, dass Neel schon nicht mehr Herr seiner Sinne war.“
Dante lächelte. „Das wirft er mir seit fast zehn Jahren vor, und trotzdem halte ich noch immer die Mehrheit an diesem Unternehmen.“
„Außerdem hat er Ali vergessen.“
Die Erwähnung dieses Namens brachte Dante kurz durcheinander.
Die rebellische Tochter seines Mentors war wie ein Stachel in Dantes Fleisch. Alle anderen Probleme hatte er für Neel aus dem Weg räumen können, aber Alisha war er einfach nicht beigekommen.
„Nein, hat er nicht.“ Ihre Verachtung für das Unternehmen ihres Vaters war ein offenes Geheimnis.
Dante erhob sich von seinem Bürostuhl. Unter den Panoramafenstern zu drei Seiten seines luxuriösen Büros erwachte glitzernd das Londoner Nachtleben. „Nitin spekuliert darauf, dass Alisha sich weigert, irgendetwas mit dem Unternehmen zu tun zu haben. Dann erbt er alle Anteile von Vikram.“
„Kannst du das nicht anfechten?“
„Kann ich schon. Aber wenn er es schafft, den Vorstand auf seine Seite zu ziehen, bin ich machtlos, und die Aktien gehen an ihn. Dann hätte er die Mehrheit. Es sei denn …“ Er brach ab, weil ihm gerade eine Idee gekommen war. „Nitin muss endlich akzeptieren, dass Matta Steel mir gehört.“
„Ich nehme an, du hast schon einen Plan?“
Den hatte er. Schließlich hatte er nicht sein ganzes Leben in Matta Steel investiert, um immer wieder darum kämpfen zu müssen.
Den leisen Zweifel, der ihn befiel, schob er einfach beiseite. Er durfte sich nicht von Gefühlen leiten lassen. Neel zuliebe musste er bei Matta Steel die Kontrolle behalten.
Alisha hatte allem, was das Unternehmen, Neel und sogar Vikram betraf, bereits den Rücken gekehrt, als beide noch am Leben gewesen waren. Auch für Dante hatte sie, solange er sich erinnern konnte, nur Verachtung übrig gehabt. Und es würde ihm keine Gewissensbisse bereiten, wenn er sich von ihr nahm, was er brauchte – und was sie ohnehin verschmähte.
Jeder Mensch war käuflich. Jeder hatte seinen Preis, und er musste herausfinden, welcher ihrer war. „Ruf den Detektiv an, Izzy. Ich möchte ihn sprechen.“
Izzy sah überrascht hoch, ihre roten Locken schwangen um ihre Schultern, und er erkannte den Schock in ihren grünen Augen. „Welchen?“
„Den, den ich engagiert habe, damit er ein Auge auf Alisha hat.“
„Aber du liest nie seine Berichte.“
Was sie damit sagen wollte, war eindeutig. Dass er sich nicht um Alisha kümmerte, sondern bloß jemanden beauftragt hatte, der sie im Auge behielt – für den Fall, dass ihr etwas zustieß.
Er ignorierte den Widerwillen in ihrem Blick. Stattdessen sah er auf sein Handy und zog das Jackett an.
An der Tür drehte er sich noch einmal um.
„Bis jetzt musste ich die Berichte nicht lesen. Sie war in Sicherheit, si?“ Was einem Wunder gleichkam, denn Alisha besuchte die hintersten Ecken der Welt, um ihrem kleinen Hobby nachzugehen.
Izzy brauchte nicht zu wissen, dass er alle Berichte gelesen hatte und jederzeit wusste, wo Alisha sich aufhielt. „Jetzt brauche ich mehr Infos über sie.“
„Dante …“
„Das geht dich nichts an, Isabel“, unterbrach er sie schroff und schloss die Tür hinter sich.
Seit Dante vor all den Jahren zu Neel gekommen war, war Izzy immer dagewesen. Sie war eine Konstante in seinem Leben, ja, aber das bedeutete noch lange nicht, dass er sie als persönliche Freundin betrachtete.
Dante Vittori war nicht der Typ für menschliche Beziehungen, noch nicht einmal für Freundschaften.
„Du hast Besuch, Ali.“
Alisha Matta hockte auf dem Boden des Grand Empire Palace Restaurants. Ihre Schultern schmerzten vom Gewicht der schweren Kameraausrüstung, und auch die Oberschenkel brannten von der verkrampften Haltung, die sie einnahm. Anstatt Mak zu antworten, knipste sie einfach weiter.
Schließlich hatte sie den ganzen Morgen in der kleinen Küche des überfüllten Restaurants darauf gewartet, dass Kiki zurückkam. Das Geräusch der Nikon beruhigte ihre Nerven. Jetzt war der Moment höchster Konzentration und Klarheit gekommen, und er machte das Warten absolut wett.
„Nach rechts, schau in die Kamera. Du machst das toll, Kiki“, murmelte sie ermunternde Worte. Sie hatte sich im letzten Jahr ein wenig Thai angeeignet, aber ihr holpriger Akzent brachte Kiki zum Lachen.
Die Neonröhren und der billige Linolboden bildeten den perfekten Hintergrund, während Kiki in einer effizienten, unsagbar sinnlichen Bewegung Jeans und T-Shirt abstreifte. Sie hatte den geschmeidigen Körper einer Tänzerin, und die Aufnahme würde perfekt werden.
Dennoch nervte es, dass Mak dastand und wartete.
„Falls es John ist, sag ihm, wir sind hier gleich fertig“, zischte sie.
„Es ist ein italienischer Gentleman in einem Dreiteiler, der ziemlich sicher maßgeschneidert ist, und handgefertigten, italienischen Schuhen.“
Ali ließ sich auf die Fersen sinken und umklammerte ihre Kamera. Sie kannte nur einen italienischen Gentleman, auf den diese Beschreibung zutraf. Außer natürlich, dass er gar kein...




