E-Book, Deutsch, Band 092022, 144 Seiten
Reihe: Julia
Pammi Eine zweite Chance für den Playboy?
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-0967-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 092022, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7515-0967-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Als ihr verschollen geglaubter Ehemann nach acht Jahren wieder vor ihr steht, darf sich die bezaubernde Priya auf keinen Fall ihre widerstreitenden Gefühle anmerken lassen. Nicht nur, weil aus dem hilflosen Mädchen von damals eine stolze Unternehmerin geworden ist. Sie muss Christian freigeben, schließlich verbindet sie außer einer einzigen Liebesnacht nur eine arrangierte Zweckehe. An eine zweite Chance mit dem freiheitsliebenden IT-Milliardär darf sie nicht mal denken. Denn es gilt, noch viel mehr zu schützen als nur ihr Herz ...
Tara schreibt sexy Romanzen mit anbetungswürdigen Helden und sexy Heldinnen. Ihre Heldinnen sind manchmal laut und rebellisch und manchmal schüchtern und nerdig, aber jede von ihnen findet ihren perfekten Helden. Denn jede Frau verdient eine Liebesgeschichte! Tara lebt in Texas mit ihrem ganz persönlichen Helden und zwei Heldinnen in der Ausbildung. Wenn sie nicht gerade schreibt oder liest, kann man sie beim Versagen in der Küche oder beim Netflix-Serienmarathon antreffen.
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1. KAPITEL
„Ich denke, wir sollten heiraten.“
Priya Pillai sah von ihrem Computer auf. Christian Mikkelsen lehnte an ihrem Schreibtisch und sah sie aus tiefblauen Augen an. Sein Tonfall klang so beiläufig, als würde er fragen, ob sie ihn zu einer Konferenz in der Schweiz begleiten wollte.
Bei dem Vorschlag klopfte ihr Herz schneller. Normalerweise blitzten seine Augen vor Energie, aber heute sah sie Entschlossenheit darin.
Christian war ein genialer Computerprogrammierer, aber auch ein hoffnungsloser Playboy. Außerdem war er nicht nur der Firmenchef von Modi und Mikkelsen Tech und ihr Boss, sondern auch der beste Freund ihres verstorbenen Verlobten.
Jetzt lehnte er lässig an ihrer Schreibtischkante, seine muskulösen Arme vor der breiten Brust verschränkt. Kein Mann, den man einfach ignorieren konnte.
Wie so oft hielt er ein Stück Holz und einen Meißel in den Händen. Während er an der kleinen Skulptur schnitzte, wanderte sein Blick zwischen dem Holz und ihrem Gesicht hin und her.
Anfangs hatte es sie nervös gemacht, wenn er sie während der Arbeit ansah und kleine Holzskulpturen nach ihrem Abbild schnitzte. Aber ihr Verlobter Jai hatte einmal erwähnt, dass Christian besser nachdenken konnte, wenn er seine Hände beschäftigte.
Wenn es um Zahlen und Computercodes ging, war Christian ein Genie. Er sah Muster und Zusammenhänge, wo niemand anders sie fand.
Aber erst als Priya die kleine Skulptur gesehen hatte, die er nach dem Abbild von Jais Gesicht geschnitzt hatte, wurde ihr klar, wie viel mehr in ihm steckte. Viel mehr als nur gutes Aussehen, umwerfender Charme und ein messerscharfer Verstand.
Sie schüttelte den Kopf, um die unpassenden Gedanken zu vertreiben, und konzentrierte sich wieder auf ihre Arbeit. Es fehlten nur noch wenige Zahlen, um endlich das Computerprogramm fertigzustellen, an dem sie seit Tagen arbeitete. Sie trank einen Schluck Kaffee und drückte die Eingabetaste. Erst dann wandte sie sich wieder zu Christian.
„Es ist zu früh am Morgen für deine Scherze.“ Sie bemühte sich um einen beiläufigen Tonfall. Auf keinen Fall durfte er merken, wie sehr er sie aus der Fassung brachte. Jeden Tag faszinierte er sie mehr … Sein Gesicht. Seine Gesten. Die Ausstrahlung von purer Kraft und Energie.
Wie immer war er makellos gekleidet. Heute trug er einen maßgeschneiderten grauen Anzug und die blaue Krawatte, die sie ihm vor zwei Jahren zu Weihnachten geschenkt hatte. Aber sie bemerkte dunkelblonde Stoppeln auf seinem Kinn und tiefe Schatten unter seinen Augen.
Aus wessen Bett war er heute Morgen gefallen? Hatte er bei dem Supermodel Stella geschlafen oder bei der Fußballspielerin Ellen?
Christian war ein rastloser Playboy. Jeden Tag interessierte er sich für eine andere Frau und blieb nie länger als einige Wochen bei einer Affäre.
„Warum siehst du mich so an?“ Er hob eine Braue und fuhr mit einer Hand über sein stoppeliges Kinn.
Wie gerne würde sie der Linie seiner Augenbrauen mit ihrem Finger folgen. Sie unterdrückte ein Seufzen und wandte den Blick ab. Was stimmte nicht mit ihr? Woher kamen all diese seltsamen Gedanken? Seit wann dachte sie darüber nach, welchen Typ Frau Christian mochte?
Vor Jais Tod hatte ihre Mutter endlich aufgehört, sich jeden Tag in das Leben ihrer Tochter einzumischen. Endlich hatte Mama sich weniger Sorgen um ihre Gesundheit gemacht. Seit ihrer Kindheit lebte Priya mit einem Herzfehler und war immer wieder ins Krankenhaus eingeliefert worden. Das hatte dazu geführt, dass ihre Mutter sie mit ihrer übertriebenen Sorge erdrückte.
Mit Jai an Priyas Seite war es dann besser geworden, doch nach seinem Tod war sie zusammengebrochen. Seitdem behandelte ihre Mutter sie wie eine zerbrechliche Vase, nicht wie einen Menschen aus Fleisch und Blut.
Nur Christian hatte ihre Trauer um Jai akzeptiert. Nur er hatte ihr den Raum gegeben, um ihren Verlobten zu weinen. Bei ihm musste sie nicht vorspielen, es ginge ihr gut, nur damit er sich wohler fühlte.
Er war derjenige gewesen, der ihr irgendwann den nötigen Anstoß gegeben hatte, wieder ins normale Leben zurückzukehren.
Jetzt arbeitete sie als Datenschutzbeauftragte für Modi und Mikkelsen Technologie, kurz MMT. Nachdem sie die Stelle angenommen hatte, war Priya aus dem Haus ihrer Eltern ausgezogen und teilte sich seitdem die Wohnung mit Christian.
Als Priya ihrer Mutter zum ersten Mal von dem Plan erzählt hatte, bei Christian einzuziehen, war diese entsetzt gewesen. Aber Christian konnte sie schnell beruhigen. Sein Wort bedeutete ihr mehr als das ihrer eigenen Tochter.
Zusammen mit ihm hatte Priya einige der Partys besucht, auf die Christian ständig eingeladen wurde. Dabei hatte sie sogar etwas Spaß gehabt. Aber niemals hätte sie gedacht, dass sie Gefühle für ihren Boss und Mitbewohner entwickeln würde.
Keine Sekunde lang hatte sie damit gerechnet, dass die gemeinsame Wohnung eine Nähe schaffen würde, nach der sie sich beide sehnten. Und vor der sie sich fürchteten.
Außerdem hatte sie vorher nicht darüber nachgedacht, dass sie jeden Tag sein Liebesleben mitverfolgen würde. Jede Nacht teilte er mit einer neuen Geliebten das Bett.
Nein, sie war nicht eifersüchtig. Denn das würde heißen, dass sie sich nach seiner Aufmerksamkeit sehnte. Und das tat sie nicht. Zumindest versuchte sie, sich das einzureden. Außerdem begriff sie, dass Christians wechselnde Affären nichts als ein Versuch waren, seine Einsamkeit zu vergessen.
Priya rieb mit einer Hand über ihre Schläfe. „Lass mich arbeiten, Christian. Im Gegensatz zu dir habe ich einen Boss – und der erwartet, dass ich arbeite.“
„Noch. Hast du es nicht gehört? Grandpa und die Vorstandsmitglieder suchen nach einem Grund, mich aus der Firma zu werfen.“
„Wie bitte? Das darf doch nicht wahr sein. Jai und du habt die Firma vor dem Ruin gerettet.“
„Der Vorstand ist der Meinung, ich werfe mit meinem Liebesleben ein schlechtes Licht auf das Geschäft. Jai und ich hätten unsere Firma allein führen sollen, statt sie in Großvaters Konzern einzugliedern. Dann würde das jetzt nicht passieren. Dabei ist MMT seit Jahren das Rückgrat von Mikkelsen Technologie.“ Er zuckte mit den Schultern. „Ich glaube, der alte Chatsworth hat Grandpa aufgestachelt. Er ärgert sich, weil ich mit seiner Tochter Schluss gemacht habe.“
Bei der Erwähnung seiner Affäre blitzte Priya ihn an. Dass sie ihn verstand, hieß nicht, dass sie die Affären guthieß. Doch sie konnte nie lange ärgerlich auf Christian sein. Sobald sie das charmante Funkeln in seinen Augen sah, musste sie lachen. Schon früher hatte er sie mit Leichtigkeit zum Lachen gebracht.
„Ach komm schon, Pree. Ist es meine Schuld, dass Samantha nach einem Monat Beziehung denkt, ich mache ihr einen Heiratsantrag? Sie ist eine schöne intelligente Frau, aber sie kennt doch meinen Ruf. Außerdem war sie diejenige, die mich verführt hat.“
Priya schüttelte den Kopf. Nach Jais Unfall hatte sie sich monatelang von der Welt zurückgezogen. Christian dagegen war auf eine Party nach der anderen gegangen. Schon vorher war er ein unverbesserlicher Playboy gewesen. Aber ohne seinen verlässlichen, vernünftigen besten Freund an seiner Seite wurde er wilder und wilder. Kein Wunder, dass Mr. Mikkelsen drohte, ihn aus der Firma zu werfen.
Denn die Firma war das Einzige, was Christian noch etwas bedeutete. Die Softwarefirma, die Jai und er während ihrer Schulzeit und später an der Universität zusammen aufgebaut hatten.
„Auch wenn ich dir zustimme, dass Miss Chatsworth etwas Besseres verdient, hat sie vielleicht etwas Liebenswertes in dir gesehen, Christian.“ Priya lächelte. „Größere Wunder geschehen.“
„Jetzt machst du dich über mich lustig.“ Er tat übertrieben verletzt, doch als er sie anschaute, sah sie die Wärme in seinen blauen Augen. „Aber ich muss Großvaters Drohung ernst nehmen. Und du bist die Einzige, die mich retten kann.“
Verständnislos sah sie ihn an. „Dich retten? Ich? Dafür bin ich zu realistisch.“
„Heißt das, du stimmst mir zu, dass ich gerettet werden muss?“
Plötzlich kam es Priya vor, als wäre aus seinem Spaß Ernst geworden. In seiner Frage hörte sie einen Hunger, ein Bedürfnis, über das sie nicht länger nachdenken wollte.
Sie wich seinem Blick aus und tat, als müsste sie ihren Schreibtisch aufräumen. Aber sie spürte, dass er sie ansah. Auf ihre Antwort wartete.
„Wenn du die Wahrheit wissen willst, dann kann ich Ben sogar ein bisschen verstehen“, sagte sie, ohne ihn anzuschauen. „In letzter Zeit wirkst du wirklich etwas … außer Kontrolle. Ich kann deinem Großvater keinen Vorwurf machen, wenn er sich um dich sorgt.“ Sie hob den Blick und sah in seine Augen. „Ohne deine Unterstützung weiß ich nicht, wie ich das letzte Jahr überstanden hätte, Christian.“
„Du hättest es überlebt.“
„Dann hast du mehr Vertrauen in mich, als ich selbst.“ Ohne darüber nachzudenken, nahm sie seine Hand. Bei der Berührung erwachte etwas tief in ihrem Inneren. Das Bedürfnis nach mehr. Schnell ließ sie seine Hand los. „Es tut mir leid, dass ich dir keine bessere Freundin gewesen bin. Dass mir nicht früher klar gewordenden ist, wie sehr auch du um Jai trauerst.“
Er fuhr mit einer Hand durch sein Haar und sah zur Seite. „Ich bin aber keins von Großvaters wertvollen Rennpferden, die er nach einem Rennen einfach zurück in den Stall führen kann.“
„Was...




