Pammi | Falscher Bräutigam - wahre Liebe? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: CORA Verlag

Pammi Falscher Bräutigam - wahre Liebe?


1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7515-2481-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: CORA Verlag

ISBN: 978-3-7515-2481-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ani stockt der Atem, als sie an ihrem Hochzeitstag vor den Altar tritt. Statt ihres besten Freundes Sebastian, mit dem sie eine Zweckehe geplant hat, um das Erbe ihrer Familie zu retten, wartet dort dessen Zwillingsbruder! Und Xander Skalas ist arrogant, rücksichtslos - und viel zu attraktiv! Doch Ani hat keine Wahl: Wenn sie nicht alles verlieren will, muss sie den griechischen Milliardär heiraten. Ausgerechnet den einzigen Mann, den sie gegen jede Vernunft begehrt - obwohl er sie seit Kindheitstagen verachtet! Doch warum hat er dann die Rolle mit Sebastian getauscht?



Tara schreibt sexy Romanzen mit anbetungswürdigen Helden und sexy Heldinnen. Ihre Heldinnen sind manchmal laut und rebellisch und manchmal schüchtern und nerdig, aber jede von ihnen findet ihren perfekten Helden. Denn jede Frau verdient eine Liebesgeschichte! Tara lebt in Texas mit ihrem ganz persönlichen Helden und zwei Heldinnen in der Ausbildung. Wenn sie nicht gerade schreibt oder liest, kann man sie beim Versagen in der Küche oder beim Netflix-Serienmarathon antreffen.

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1. KAPITEL


An dem Bild, das sich Annika Saxena-MacKenzie bot, als sie in dem schweren Designerkleid aus Spitze und Tüll am Arm ihres Stiefvaters auf den Altar der jahrhundertealten Kirche zuschritt, war etwas falsch. Ganz gehörig falsch sogar.

Ihr Bauchgefühl und ihr Instinkt verrieten es ihr, noch bevor ihr Verstand es erfasste.

Es lag nicht an den weißen Blumen, die die Kirche schmückten, den angemessen ehrfürchtig wirkenden Gästen, die zur Hochzeit des Jahrhunderts an die Ostküste gekommen waren und ihr dabei zusahen, wie sie ihre Rolle perfekt spielte: nämlich die der milliardenschweren Erbin.

Auch nicht an dem Streichquartett, das sie extra für diesen Anlass aus Wien hatte einfliegen lassen. Oder an ihren drei jüngeren Halbbrüdern, die schwarze Anzüge trugen und versuchten, sich ihrer älteren Schwester gegenüber wie perfekte Gentlemen zu verhalten, obwohl sie nicht einmal beim Frühstück stillsitzen konnten. Oder an dem Trauzeugen, der am Altar auf sie wartete und sie mit einer affektierten Freundlichkeit anstrahlte, die sie einen hübschen Batzen Geld gekostet hatte.

Der äußere Rahmen ihrer extravaganten, märchenhaften Hochzeit war absolut perfekt. Auch ihr Stiefvater Killian, der sie voller Stolz anstrahlte, immer an ihrer Seite war und sie bedingungslos liebte, war perfekt.

Nein, der Mann, dem sie gleich das Jawort geben würde, war das Problem. Ihr Bräutigam. Irgendetwas war anders an ihm. Seltsam.

Ani überlegte, ob sie stehen bleiben und Killian sagen sollte, dass sie sich nicht wohlfühlte. Andererseits hatte es sie etliche Monate strategischer Planung gekostet, endlich an ihr Ziel zu kommen – Intrigen, geheime Treffen mit einem Anwalt und mehreren Komplizen, zahlreiche Bitten, Forderungen und Drohungen inklusive. Sie konnte jetzt keinen Rückzieher machen. Nicht bis …

Und dann – endlich –, kurz vor ihrem Ziel, dämmerte es ihr und sie erschrak.

Er war falsch!

Ihr wurde schwindelig, und das lag nicht nur am engen Korsett ihres Kleides. Er hatte die Menge und die Pressevertreter draußen getäuscht, die neugierigen Gäste und obendrein ihren Stiefvater, der ihm nur zweimal begegnet war. Aber nicht sie.

Sie hatte die beiden immer auseinanderhalten können, schon als Vierjährige, wenn sie den Skalas-Jungs in langen, heißen griechischen Sommern hinterhergelaufen war. Ihr Vater hatte das nie gekonnt, die Medienvertreter erst recht nicht. Nur für Großmutter Thea, die sie aufgezogen hatte, und sie selbst war das nie ein Problem gewesen.

Jetzt wusste Ani, warum ihr Herz so heftig klopfte, als wollte es ihr aus der Brust springen. Dies war der falsche Zwilling. Es war nicht Sebastian Skalas, der Playboy-Milliardär und gleichzeitig ihr Freund und Kollege, den sie monatelang dazu überredet hatte, sie zu heiraten.

Dies war Alexandros Skalas, sein Zwillingsbruder und das genaue Gegenteil des entspannten, schlagfertigen und charmanten Sebastian.

Xander war arrogant, egoistisch, rücksichtslos und kontrollsüchtig. Der eine Mann auf dieser Welt, der ihr wirklich unter die Haut ging. Und den sie nie für sich hatte gewinnen können. Der eine Mann, der ihren brillanten Plan auf den Kopf stellen könnte.

Ihr Stiefvater schob sie liebevoll vorwärts, und diese freundliche Geste erinnerte sie daran, dass sie an diesem entscheidenden Punkt nicht von ihrem Plan abrücken konnte. Nicht solange Xander mitspielte.

Aber warum war er überhaupt hier? Hatte Sebastian ihn dazu überredet?

Sosehr sie häufig auch miteinander stritten, Xander und Sebastian liebten sich innig. Zugegeben: Es war eine ziemlich zwiespältige Art der Zuneigung, aber letztendlich war es Liebe – ein Gefühl, das sie beide als Schwäche betrachteten.

Noch zwei Schritte, dann würde Killian sie offiziell ihrem künftigen Ehemann übergeben.

Mit einem unangenehmen Gefühl von Hilflosigkeit reckte sie das Kinn und sah der Realität ins Auge. In einem schwarzen Smoking, der seine schlanke, athletische Figur umschmeichelte, war ihr Bräutigam durch und durch männlich und so sinnlich, dass es sie gleichzeitig anzog und abstieß, weil er damit Macht über sie hatte.

Die gerade Nase, die hohe Stirn, das ordentlich zurückgekämmte Haar und dieser Mund mit der winzigen Narbe … alles an ihm zog sie geradezu magisch an und vernebelte ihren Verstand.

Er hob eine dunkle Augenbraue.

Es war auf jeden Fall Xander. Und mit dieser spöttischen Geste fragte er sie stumm, ob sie es trotzdem durchziehen würde. Er forderte sie heraus, ihrer Verwirrung nachzugeben und spontan wegzulaufen.

Zischend atmete sie aus und der hauchdünne Schleier vor ihren Lippen flatterte.

Xander schien zu glauben, dass sie eine Wahl hatte. Doch die hatte sie nicht, denn es ging darum, ihre Familie zu retten. Sie brauchte einen Ehemann, um an das Vermögen ihres Vaters heranzukommen, das er ihr treuhänderisch hinterlassen hatte – eine unvorteilhafte Bedingung, die ihr geliebter verstorbener Vater nun einmal gestellt hatte und auf der ihr boshafter Stiefbruder Niven bestand.

Sie hatte Sebastian angefleht, ihr zu helfen, weil er der einzige Mann war, dem sie vertrauen konnte. Er würde ganz bestimmt keinen Cent von ihrem Erbe einfordern. Auch wenn er ein Playboy war, besaß er große Integrität, die ihre Freundschaft über zwei Jahrzehnte gefestigt hatte.

Vielleicht würde Xander nur während der Trauung den Platz seines Bruders einnehmen und dann würde Sebastian zurückkommen und sie könnten ihren Plan in die Tat umsetzen.

Tapfer ging Ani die letzten zwei Schritte zum Altar und lächelte, als Killian sie kurz auf die Wange küsste. Und dann stand sie vor dem Mann, den sie gleich heiraten würde. Dass sie ausgerechnet von Xander gerettet werden musste, ärgerte sie maßlos.

Am liebsten hätte sie Sebastian mit bloßen Händen erwürgt, weil er sie rücksichtslos seinem egoistischen Bruder überlassen hatte! Denn wenn sie in ihrer Verwirrung eines mit Sicherheit wusste, dann, dass Xander sie genauso wenig leiden konnte wie sie ihn.

Nur wenige Dinge im Leben machten Alexandros Skalas wirklich neugierig.

Die meisten Gegebenheiten und Menschen waren vorhersehbar, und die wenigen Ausnahmen, denen er begegnete, fügten sich in dermaßen simple Muster ein, dass er höchst selten Überraschungen erlebte.

Mit nur vierunddreißig Jahren hatte er sich in einen etwas resignierten, mürrischen Kerl verwandelt, der routiniert seinen Alltag bewältigte und äußerst erfolgreich seine Geschäfte abschloss, was angesichts seiner vielen Milliarden auf dem Konto im Grunde gar nicht notwendig war. Also ließ er sich öfter auch mal treiben …

Eine Person aber gab es, die er nie ergründen oder in eine Schublade hatte stecken können: Annika Saxena-McKenzie. Zwar war sie als Patentochter seiner Großmutter auf die eine oder andere Weise schon immer Teil seines Lebens gewesen, schockierte ihn aber immer wieder aufs Neue.

Zunächst als niedliches, aufgewecktes Mädchen, das ihm und Sebastian die Aufmerksamkeit und Fürsorge ihrer Großmutter abspenstig gemacht hatte, und später dann als aufdringlicher, nerviger Teenager, der seinem Zwillingsbruder jeden Sommer auf Schritt und Tritt gefolgt war. Zwischen den beiden hatte sich über die Jahre eine enge Freundschaft entwickelt, und nach und nach war aus Annika eine der schönsten Frauen geworden, denen er jemals begegnet war.

Irgendwie hatte die Freundschaft zwischen ihr und seinem Bruder nicht nur zwei Jahrzehnte überdauert, sondern vor nicht einmal vier Monaten zu einer unerwarteten Verlobung geführt. Und wenn Xander sich einredete, dass ihn diese Verbindung nicht im Geringsten störte, war das eine Lüge.

Sie beunruhigte ihn zutiefst. Und das schon seit einhundertachtundzwanzig Tagen und zweiundzwanzig Stunden.

Als der überlegtere Skalas-Zwilling – der einzige Vernünftige in seiner verrückten Familie – konnte sich Xander nicht vorstellen, dass zwei so impulsive Persönlichkeiten wie Sebastian und Annika in der Lage wären, eine harmonische Ehe zu führen. Vielmehr wäre es so, als würde man explosive Chemikalien miteinander vermischen und riskieren, dass sie alles um sich herum in Schutt und Asche legten. Nun, sein Zwillingsbruder hatte ihn wieder einmal überrascht.

Bei jedem gesellschaftlichen Ereignis in letzter Zeit hatte sich Sebastian an Annikas Seite gezeigt und obendrein sein verrücktes Leben in Ordnung gebracht. Vorbei waren skandalöse Affären mit den Ehefrauen irgendwelcher Minister, Gelage in Nachtclubs und üble Schlägereien. Im Grunde genommen hatte Xander zum ersten Mal in seinem Leben kein Chaos hinter seinem Bruder beseitigen müssen.

In einem schwachen Moment hatte er sich sogar gefragt, ob Annika tatsächlich die magische Retterin war, die Sebastian vor seinen Kapriolen bewahrte. Doch dieser Gedanke gefiel ihm nicht. Er wollte nicht, dass Annika seine Schwägerin würde!

Und in einer durchwachten Nacht, in der er seine Selbstkontrolle einer Flasche Whiskey geopfert hatte, war Xander endlich etwas klar geworden, und er hatte sich die Wahrheit eingestanden: Er wollte Annika für sich selbst! Und das mit einer energischen, besitzergreifenden, wilden Kraft.

Wenn er ehrlich mit sich war, hatte er sie schon immer gewollt. Obwohl sie dauernd mit Sebastian unterwegs gewesen war. Obwohl sie ihm seinen charmanten, unbekümmerten Bruder stets vorgezogen hatte. Bereits früher hatte er sich zu ihr hingezogen gefühlt, auch wenn ihm ihre plötzliche Verwandlung von einem energiegeladenen Teenager zu...



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