E-Book, Deutsch, Band 2, 203 Seiten
Reihe: California Callboys
Paris Call on You – Janet & Scott
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7517-0315-4
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
California Callboy Romance
E-Book, Deutsch, Band 2, 203 Seiten
Reihe: California Callboys
ISBN: 978-3-7517-0315-4
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Janet und Scott sind schon seit einer Ewigkeit verheiratet, doch unterschwellig kriselt es in der Ehe. Als Janet herausfindet, dass Scott sie betrügt, trennt sie sich sofort von ihm - nach außen hin halten sie die Ehe jedoch aufrecht. Tief in ihrem Stolz verletzt will sie aber auf keinen Fall die arme, betrogene Ehefrau spielen. Sie wendet sich an Alan, der genau weiß, wie man eine Frau glücklich macht. Und tatsächlich: Mit den heißen Callboys aus seiner Agentur findet Janet Selbstbestätigung und himmlische Befriedigung. Sie lässt sich nach allen Regeln der Kunst verwöhnen und genießt die leidenschaftlichen Stunden. Bis Scott sie in flagranti mit einem ihrer Lover erwischt und sie seine Betroffenheit härter trifft, als erwartet ...
Heiße Küsse, leidenschaftliche Dates und ein Hauch Romantik - der zweite Band der sexy Callboy-Romance-Reihe von Helen Paris.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Helen Paris liebt das Abtauchen in fremde Welten, ob virtuell in Geschichten oder auf ihren Reisen rund um den Globus. Seit knapp zwanzig Jahren lebt sie mit ihrem Mann zeitweise auf ihrem Segelkatamaran und ist auf allen Weltmeeren unterwegs. Eine halbjährige Reise quer durch Nordamerika mit Schiff und Wohnmobil hat ihre Liebe zu diesem vielseitigen Kontinent geweckt.
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4
Janet
Gegenwart
Janet zog die Haare, die wie ein schwarzer Samtvorhang über ihren Rücken fielen, nach vorn und angelte nach ihrem Rückenreißverschluss. Ein Stück weit konnte sie ihn nach oben ziehen. Bis sie nicht weiterkam, ohne sich die Schulter auszukugeln. Fuck! Warum hatte sie beim Kauf dieses eleganten schulterfreien Abendkleides nicht darauf geachtet, dass sie auf Hilfe beim Anziehen angewiesen war? Unselbstständigkeit konnte sie nicht ausstehen!
Ins Schwitzen wollte sie nicht kommen, sie hatte bereits Make-up aufgelegt.
Seufzend gab sie nach einer Weile auf. »Cassandra, könnten Sie bitte kurz kommen?«, rief sie dem Kindermädchen durch den Spalt ihrer Schlafzimmertür zu.
»Ich bin gerade mit Marley auf dem Töpfchen«, schallte es gedämpft zurück. »Ich bin sofort bei Ihnen, Mrs Sullivan.«
Janet stieß die Luft aus. Sie war ja froh, dass sie ihrer Zweijährigen so langsam die Windeln abgewöhnen konnte, weil diese versuchte, ihrem großen Bruder Robin nachzueifern, der mit seinen vier Jahren seit Kurzem allein auf die Toilette ging. Aber das konnte dauern, bis sie fertig war, noch brauchte Marley viel Zeit.
Wieder verrenkte sich Janet und hangelte nach dem Reißverschluss, während sie sich überlegte, ob sie nach dem Hausmädchen läuten sollte.
Als Scotts tiefe Stimme hinter ihr ertönte, zuckte sie zusammen. »Brauchst du Hilfe?«
Sie schoss herum. Er lehnte lässig im Türrahmen, das weiße Hemd stand offen und offenbarte ihr einen Blick auf den durchtrainierten Körper und seine nackte Brust. Ein schmaler Streifen Haare zog sich vom Bauchnabel bis in den Bund seiner Smokinghose. Es juckte sie in den Fingern, die Spur nachzufahren.
Scotts abwartender Blick ruhte auf ihr. Ihr wollte partout keine Ausrede einfallen.
Die Ruhe und Gelassenheit, die sie als Anwältin im Gerichtssaal benötigt hatte, kamen ihr einmal mehr zugute.
»Wenn du mir kurz das Kleid schließen könntest, wäre das nett«, sagte sie möglichst würdevoll, und versuchte den herben Rasierwasserduft zu ignorieren, der vertraute Erinnerungen in ihr weckte.
Schnell drehte sie ihm den Rücken zu. Unvermittelt schoss ihr das Blut in die Wangen. Hatte sie den Reißverschluss höher als ihre Miederhose, die sie unter dem eng anliegenden Kleid trug, ziehen können? Was, falls sich Speckfalten bildeten, wenn er das Kleid schloss? Von seiner perfekt geformten Bettgespielin war ihr Mann solche Röllchen sicherlich nicht gewohnt. Doch es half nichts, er macht sich schon daran, das Kleid zu schließen.
Ein angenehmer Schauer kroch über ihren Rücken, als sein Zeigefinger mit dem Reißverschluss ihren Rücken hinauffuhr. An dem trägerlosen BH hielt er inne. Für einen Moment kam ihr der absurde Gedanke, er möge ihn öffnen und seine Hände nach vorn schieben, doch er legte nur schützend zwei Finger zwischen Stoff und Reißverschluss, bevor er das Kleid bis oben hin schloss.
»Danke!« Sie verfluchte die Heiserkeit in ihrer Stimme.
»Gern geschehen«, erwiderte er, doch auch seine Stimme klang rau. »Brauchst du noch Hilfe mit dem Schmuck?«
Sie nickte stumm und reichte ihm die Kette, die aus zahlreichen kleinen weißen Perlen bestand, die in Abständen in mehreren Reihen platziert waren. Scott hatte sie ihr einst von einer Geschäftsreise aus Malaysia mitgebracht. Sie passte hervorragend zu dem ebenfalls schlichten schwarzen Abendkleid.
Wieder spürte sie seine warmen Finger überdeutlich in ihrem Nacken, als er an dem filigranen Verschluss ihrer Kette herumnestelte, bis das Häkchen einrastete.
Für einen Moment legte er ihr die Hände auf die nackten Schultern. »Du siehst toll aus.«
Dann war er wieder draußen.
Sie sah in den Spiegel und versuchte, sich mit Scotts Augen zu sehen. Hatte er das ernst gemeint? Das Kleid stand ihr tatsächlich – man sagte ja, schwarz macht schlank. Doch schließlich war sie, dank ihres Personaltrainers, auch die überflüssigen Kilos nach der Schwangerschaft endlich los – sie war sogar schlanker als früher. Zumindest ihrer Figur hatte Scotts Untreue gutgetan, sie hatte in den vorangegangenen Monaten noch einige weitere Pfunde verlieren können.
Janet stieß die Luft aus und ließ sich auf die Bettkante sinken. Das war das erste Mal, dass er seit ihrer Trennung vor einigen Monaten ihre nackte Haut berührt hatte. Und sie war erstaunt, wie heftig sie auf ihren Noch-Ehemann reagierte. Mehr als in den vergangenen Jahren. Hatte der häufige Sex mit dem Callboy, den sie in letzter Zeit hatte, ihre Sinne geweckt?
Der Blick auf die diamantbesetzte Uhr an ihrem Handgelenk, Scotts letztes Geschenk zu ihrem Geburtstag im vorigen Jahr, sagte ihr, dass keine Zeit für Grübeleien blieb. Sie mussten los, wenn sie zu der Wohltätigkeitsveranstaltung für ein Kinderhospiz nicht zu spät kommen wollten. Schließlich waren sie als einer der Haupt-Sponsoren Ehrengäste.
Schnell schlüpfte sie in die hochhackigen schwarzen Pumps und überprüfte ihr Make-up. Der Eyeliner und die Wimperntusche betonten in Kombination mit dem goldenen Lidschatten ihre grünen Augen, und sie hatte nur wenig Puder und Rouge benötigt, da ihre Haut von der kalifornischen Sommersonne gebräunt war. Die rückenlangen schwarzen Haare schimmerten wie Seide im Deckenlicht. Sie war kein Model-Typ, aber zumindest musste sich ihr Mann der Begleitung an seiner Seite nicht schämen.
Aus dem Kinderzimmer drangen Geräusche. Kreischen und Kichern. Und Scotts sonores Lachen. Ihre beiden Kleinen, die sich auf eigenen Wunsch noch ein Zimmer teilten, obwohl ihre Villa genügend Räume besaß, hatten ihren Vater, ungeachtet seiner eleganten Kleidung, auf Robins Bett gedrückt und hingen je in einem Arm, während er sie kitzelte.
Unwillkürlich stieg bei ihrem Glucksen ein warmes Gefühl in ihr auf, und sie verdrängte das Bedürfnis, ihre Kinder zurechtzuweisen, dass sie auf den Smoking achten sollten. Die Unbeschwertheit und das Glück gingen ihr unter die Haut.
Sie wollte nicht immer die strenge Mutter sein, die jeden Spaß verdarb. Schließlich musste Scott selbst damit klarkommen, wenn er dann zerknittert auf dem Event erschien – es war nicht mehr ihr Problem. Doch eines musste sie ihm zugestehen: Auch wenn Scott als Ehemann, zumindest in puncto Treue, versagt hatte, so war er doch ein großartiger Vater, der von seinen Kindern abgöttisch geliebt wurde.
Das war auch der Hauptgrund, warum sie immer noch zögerte, den letzten Schritt der endgültigen Trennung zu vollziehen, obwohl er sich mit seiner Geliebten ein Liebesnest eingerichtet hatte. Solange er – zumindest die meiste Zeit – mit ihnen unter einem Dach wohnte, mussten die Kinder auf nichts verzichten.
Scotts Blick fiel auf sie. Für einen Moment wurde sie in sein jungenhaftes Lachen einbezogen, bevor er die beiden küsste und anschließend unter deren lauthalsen Protesten von sich schob.
»Sagt eurer Mommy noch gute Nacht, wir müssen los.«
Zwei dunkelhaarige Lockenköpfchen stürmten auf sie zu. Janet ging in die Hocke und fing sie lachend auf. Sie wurde beinahe umgeworfen, als die beiden ihr um den Hals fielen und feuchte Küsse auf die Wangen drückten. Es fiel ihr schwer, sie wieder loszulassen. Herrje, wie abgöttisch sie ihre Kinder liebte!
Nur widerwillig schob sie die beiden von sich und stand auf.
»Jetzt seid schön brav, damit nachher keine Klagen kommen. Cassandra, denken Sie an ...«
Das Kindermädchen fiel ihr lächelnd ins Wort: »Marleys Kalziumtabletten, ich weiß.«
Verschämt grinste Janet. »Danke.«
Sie folgte Scott die weißen Marmorstufen hinunter zum Ausgang. Das Klackern ihrer Absätze hallte durch die weitläufige Eingangshalle. Nach der angenehmen Kühle im Haus empfing sie die südkalifornische Wärme wie ein Hochofen, obwohl die Sonne schon untergangen war.
Sie war froh, dass sie der Chauffeur bereits neben einer schwarzen Chrysler-Limousine erwartete, die in der von Strahlern beleuchteten Auffahrt frisch gewienert funkelte. Beflissen öffnete er ihr die Tür.
Sie raffte ihr Kleid und stieg ein, während Scott zur gegenüberliegenden Seite eilte und sich neben sie setzte. Obwohl eigentlich genügend Platz zwischen ihnen war, ließ die körperliche Nähe, trotz der angenehmen Kühle, die sie im klimatisierten Inneren der Limousine umhüllte, Hitze in ihr aufsteigen.
»Möchtest du etwas trinken?« Scott lächelte sie an.
»Gern einen Martini«, erwiderte sie, obwohl ein Mineralwasser für ihren trockenen Mund sicherlich vernünftiger gewesen wäre.
Er schenkte ihnen beiden ein und prostete ihr zu. Das monotone Brummen des Motors wurde von leisen Klavierklängen übertönt, und auf einmal wünschte sich Janet, das Leben wäre nicht so kompliziert.
Sie nippte an ihrem Wermut und musterte verstohlen Scotts markantes Profil, das nur schwach von den Straßenlaternen erhellt wurde. Die dunklen Augen blickten abwesend nach vorn. In...




