Paris | Lynnwood Falls – Und dann kamst du | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 300 Seiten

Reihe: New England Love

Paris Lynnwood Falls – Und dann kamst du


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7325-9849-6
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 300 Seiten

Reihe: New England Love

ISBN: 978-3-7325-9849-6
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wo die Liebe hinfällt

Annabellas Existenz ist bedroht, denn die Schwierigkeiten in ihrem Café häufen sich. Ganz Lynnwood Falls steht ihr zur Seite - auch Will. Er ist es auch, der ihr zur Hilfe kommt, als sie in einer kalten Winternacht mit dem Auto steckenbleibt. Dabei ist sie eigentlich gar nicht gut auf ihn zu sprechen, seit er sie einst beim Abschlussball ohne Absage hat sitzenlassen. Als sie die wahren Gründe für sein damaliges Nichterscheinen erfährt, stürzt sie das in ein tiefes Gefühlschaos.

Nachdem sie ihn bei einer Feier ihrer Freunde Elly und Brandon unter dem Mistelzweig küsst, ist es um sie geschehen: Sie verliebt sich bis über beide Ohren. Doch Will hat sich geschworen, niemals eine feste Bindung einzugehen ...

Knisternde Romantik, warmherzige Charaktere und viel Drama - das alles bietet der zweite Band der romantischen Reihe um die idyllische Kleinstadt Lynnwood Falls.

eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.



Helen Paris liebt das Abtauchen in fremde Welten, ob virtuell in Geschichten oder auf ihren Reisen rund um den Globus. Seit knapp zwanzig Jahren lebt sie mit ihrem Mann zeitweise auf ihrem Segelkatamaran und ist auf allen Weltmeeren unterwegs. Eine halbjährige Reise quer durch Nordamerika mit Schiff und Wohnmobil hat ihre Liebe zu diesem vielseitigen Kontinent geweckt.
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Kapitel 1


Annabella


Lynnwood Falls

Ein Poltern schreckte Annabella aus den Gedanken. Seit der E-Mail, die sie am Morgen erhalten hatte, war sie wirklich durch den Wind – sonst war sie doch nicht so unaufmerksam! Normalerweise hätte sie sofort reagiert und die Tür geöffnet, doch die Furcht legte sie regelrecht lahm.

»Warten Sie, Mrs Albright, ich helfe Ihnen!« Annabella griff nach ihrer Strickjacke und schlüpfte hinein. Sie eilte der alten Dame hinterher, die, in einen lilafarbenen wattierten Mantel gehüllt, eine mit Kürbiskuchen und Cupcakes beladene Pappschachtel in den Händen balancierte, und öffnete die Glastür.

Die eisige Kälte fühlte sich auf Annabellas Wangen an, als wäre Happy Lee, ihre Katze, ihr mit den Krallen ins Gesicht gefahren. Schaudernd wickelte sie sich die dünne Jacke enger um die Schultern, als sie ihrer Kundin zu deren Wagen hinterhereilte, um auch dort die Tür zu öffnen. »Einen schönen Nachmittag und viel Spaß bei Ihrem Kaffeekränzchen!« Die Tür des alten Dodge schepperte beim Zuschlagen.

Als sie sich umdrehte, sah sie, dass in der rot leuchtenden Schrift von Annabella's Café offenbar ein Lämpchen im »f« defekt war. Erschreckend, dass es schon um drei Uhr nachmittags so dunkel war, dass ihr das auffiel. Heute war wirklich ein extrem trüber Tag. Er hatte eine Nebeldecke über Lynnwood Falls gelegt, die nicht mal der frostige Wind wegpusten konnte, der doch so mühelos den Weg zwischen die Maschen ihrer Strickweste fand.

Das einzig Schöne an der Kälte waren die Eisblumen, die sie an die Fensterscheiben des Cafés zauberte, und das heimelige Licht im Inneren, das bei solch einem Wetter irgendwie mehr wohlige Wärme als sonst verbreitete.

Annabella trat einen Schritt zurück, um sich nochmals die Fassade anzusehen, und prallte mit voller Wucht gegen etwas. Genauer gesagt: gegen einen Menschen.

Mit einer Entschuldigung fuhr sie herum, legte den Kopf in den Nacken und blickte in ein Paar Augen – grau wie ein Novembertag in Maine. Ein Stich fuhr ihr bis tief ins Innerste. Will McGinty!

Sofort prasselten unzählige Eindrücke und Erinnerungsfetzen auf sie ein, ihr Herzschlag beschleunigte sich. Das Bedrohliche ging nicht körperlich von ihm aus – groß und schwarzhaarig wie er war –, auch nicht von der dunklen Kleidung oder der kleinen Narbe an seiner linken Augenbraue. Sein Blick wirkte eher schuldbewusst, und komischerweise versetzte genau das sie in Aufruhr. Heiße Wut kochte in ihr hoch, die sie für kurze Zeit die Kälte vergessen ließ.

»Sorry«, murmelte er, während er krampfhaft versuchte, den Karton auf seinem Arm, in dem vermutlich Einkäufe aus Doris' Supermarkt steckten, vor dem Hinabstürzen zu bewahren.

Die Entschuldigung kommt reichlich spät, lag ihr auf der Zunge zu erwidern, doch sie beherrschte sich. Das war ja albern. Schließlich hatte Will es auf den Zusammenstoß soeben bezogen. Und er hatte ihr damals gesagt, wie leid es ihm tue – nur hatte ihr das hinterher auch nicht mehr geholfen.

»Es war gerade meine Schuld. Pardon!«, sagte sie steif. Demonstrativ drehte sie ihm wieder den Rücken zu. Sie schaffte es sogar, den süßen Golden Retriever zu ignorieren, der an ihrem Bein schnüffelte, obwohl es ihr beim Anblick der treuherzigen braunen Augen und des kuscheligen goldfarbenen Fells von Herzen schwerfiel. Doch offensichtlich gehörte er zu Will, und sie hatte nun wirklich keine Lust, unnötig Zeit mit ihm zu verbringen. Der Tag war bislang schon schlecht genug gewesen.

Kurz hatte sie den Eindruck, Will wollte noch etwas sagen, aber immerhin verstand er wohl den Wink und eilte nach einem »Es ist ja nichts passiert« weiter.

Genau. Es ist nichts passiert. Vielleicht ist das genau das Problem, schoss es ihr durch den Kopf, bevor sie den Gedanken weit von sich schob. Sie wollte gerade die Tür aufstoßen, als ein Ruf sie zurückhielt.

»Annabella! Warte!« Hilary Higgins, die rechte Hand des Bürgermeisters, kam im Stechschritt auf sie zugeeilt. Sie stieß in kurzen Abständen Atemwolken aus, und die hochtoupierten blondierten Haare gerieten ins Wanken. Wenigstens trug Hilary warme Stiefel und einen Wintermantel, um die Annabella sie im Moment glühend beneidete.

Fröstelnd schlug sie die Arme um ihren Oberkörper und wünschte sich, sie hätte die dicke Jacke angezogen. Die Kälte kam mit aller Macht zurück. »Was kann ich für dich tun, Hilary?«

»Wir dachten, wir könnten für die Dezember-Ausgabe des Gemeindeblatts dieses Mal dein Café auf das Titelblatt nehmen.« Sie rang nach Luft. »Du hast doch normalerweise immer so zauberhaft dekoriert. Dein Sinn für Stil ist einfach unnachahmlich.«

»Danke für das Kompliment«, erwiderte Annabella, obwohl sie auch die Rüge durchaus nicht überhört hatte. »Normalerweise« dekorierte man am Samstag nach Thanksgiving. Und der war gerade vorbei. In den umliegenden Häusern und Geschäften, wie Doris' Lynnwood Falls Grocery und Deli, blinkte bereits Weihnachtsschmuck in allen Farben, auch das Rathaus war schon festlich mit bunt leuchtenden Sternen geschmückt; die Büsche davor trugen farbenfrohe Lämpchen. Annabella hatte sich lediglich zu einer rot-weißen Lichterkette durchringen können, die zu den Farben des Cafés passte. Annabella seufzte lautlos in sich hinein. »Ich bin noch nicht dazu gekommen ...«

Ein mitleidiger Ausdruck trat auf Hilarys Gesicht. »Ich weiß, Honey, dass dir dieses Jahr vermutlich noch nicht so weihnachtlich zumute ist, aber ...« Sie tätschelte ihren Arm. »Mir fehlt deine Mom auch.« Immerhin war Hilary eine enge Freundin ihrer Mutter gewesen.

Annabella blinzelte, hatte Mühe zu atmen. Der erst ein Vierteljahr zurückliegende, so überraschende Tod ihrer Mutter durch dieses verfluchte Aneurysma würde vermutlich auf ewig schmerzen. »Danke«, wisperte sie. Die Kälte breitete sich nun auch in ihrem Inneren aus. Resolut straffte Annabella die Schultern. »Willst du nicht reinkommen?«

Nun erst schien Hilary ihr Zähneklappern zu bemerken. »Natürlich, Honey, du hast ja nur ein dünnes Jäckchen übergezogen, ich unsensibles Ding! Ich kann auch jetzt gleich schon was für den Bürgermeister zum Kaffee besorgen.«

Nachdem sich Hilary zwei cremegefüllte Eclairs mit Schokoglasur und zwei Donuts mit bunten Streuseln hatte einpacken lassen, sah sie Annabella nochmals eindringlich an. »Der Fotograf würde Ende der Woche kommen. Reicht dir das zum Dekorieren? Brauchst du Hilfe?«

Kurz war sie versucht, Hilary von dieser E-Mail zu erzählen, dann zwang sie sich zu einem Lächeln. »Nein, das schaffe ich, kein Problem. Ich habe die nächsten Abende nichts vor. Dann werde ich die Deko in Angriff nehmen.«

Sie holte in der nächsten Pause, in der sie kurz Luft hatte, wenigstens schon mal den Elf on the Shelf hervor und platzierte ihn auf der Glastheke. Der kleine Gehilfe des Santa Claus, eine circa dreißig Zentimeter hohe schlanke Gestalt mit großen blauen Augen, spitzer roter Mütze, in einem roten Anzug mit weißem Spitzenkragen und biegsamen Gliedern, war inzwischen zur Tradition geworden, die aus keinem Haushalt – vor allem mit Kindern – mehr wegzudenken war. Der Elf überwachte in den Tagen vor Weihnachten tagsüber die guten und schlechten Taten und erstattete Santa Claus nachts Bericht, damit der wusste, ob die Kinder an Christmas Day ein Geschenk bekamen. Morgens kam der Elf immer zurück, deshalb wurde er auch jeden Tag woanders platziert.

Sonst störte sich offenbar keiner der Bewohner von Lynnwood Falls heute an der mangelnden Weihnachtsdekoration; die nächsten beiden Stunden wurden äußerst betriebsam.

Obwohl sie ihr Café über alles liebte, war Annabella froh, als sich der letzte Gast verabschiedete und nur noch ihre Freundin Kylie hereinschneite. Ihr Geburtsname lautete eigentlich Ketura – doch zu heißen wie die zweite Frau Abrahams, die verstoßen wurde, um dem Sohn Isaak das Erbe nicht streitig zu machen, fand Kylie schrecklich. Schon in ihrer Kindheit hatte sie sich selbst nach ihrem damaligen Popidol Kylie Minogue umbenannt. Der Musikgeschmack hatte sich zwischendurch gelegentlich gewandelt, der Name »Kylie« war geblieben. Die Einzige, die auf der Nennung des Taufnamens bestand, war die streng gläubige Mutter Perpetua Cummings.

Zwei eisige Küsse streiften Annabellas Wangen, bevor Kylie aus Mantel, Mütze, Schal und Handschuhen schlüpfte und sich auf den Barhocker vor der Glastheke fallen ließ.

Vorsichtig ließ Annabella das kochende Wasser aus der Maschine über das mit Teeblättern gefüllte Sieb laufen. Der aromatische Duft der Roibos-Winter-Mischung – nach Vanille, Zimt, Nelke und Orangenblüten – stieg ihr in die Nase.

»Oh, das riecht lecker«, kommentierte auch Kylie und fuhr sich durch die kurzen schwarz gefärbten Stoppelhaare mit dem asymmetrisch geschnittenen Pony. An der Ohrmuschel zogen...



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