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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 535, 100 Seiten

Reihe: Sophienlust

Parker Meine geliebte Tochter

Sophienlust 535 – Familienroman
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-69049-550-9
Verlag: Blattwerk Handel
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Sophienlust 535 – Familienroman

E-Book, Deutsch, Band 535, 100 Seiten

Reihe: Sophienlust

ISBN: 978-3-69049-550-9
Verlag: Blattwerk Handel
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Idee der sympathischen, lebensklugen Denise von Schoenecker sucht ihresgleichen. Sophienlust wurde gegründet, das Kinderheim der glücklichen Waisenkinder. Denise formt mit glücklicher Hand aus Sophienlust einen fast paradiesischen Ort der Idylle, aber immer wieder wird diese Heimat schenkende Einrichtung auf eine Zerreißprobe gestellt. Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren. Denise von Schoenecker blickte ihren Sohn Dominik, der von allen liebevoll Nick genannt wurde, kopfschüttelnd an. »Warum machst du nur so ein verdrießliches Gesicht, mein Junge?«, fragte sie erstaunt. »Was ist dir eigentlich über die Leber gelaufen?« Lustlos stocherte Nick in dem Eierauflauf, den er sonst leidenschaftlich gern aß, herum. »Ist doch wahr«, erwiderte er, »die ganzen Sommerferien sind mir verpatzt.« »Aber warum denn, mein Sohn?«, mischte sich nun Alexander von ? Schoenecker, Nicks Stiefvater, verwundert ein. »Weil Isabell vier Wochen lang Hilfsdienst im Maibacher Krankenhaus macht. Wir wollten doch alle zusammen Ausflüge in den Ferien machen.« »Nick, du enttäuschst mich. So kenne ich dich ja noch gar nicht«, kränkte sich Denise. »Ich habe dich für weniger egoistisch gehalten. Du warst doch dabei, als Frau Doktor Karsten uns erzählte, wie sehr jede Kraft im Krankenhaus benötigt wird. Isabell war Feuer und Flamme bei der Aussicht, helfen zu dürfen.« Nick presste die Lippen zusammen. Natürlich wusste er, wie hässlich seine Beschwerde war, doch sie war ihm ganz ungewollt über die Lippen gekommen.

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Denise von Schoenecker blickte ihren Sohn Dominik, der von allen liebevoll Nick genannt wurde, kopfschüttelnd an. »Warum machst du nur so ein verdrießliches Gesicht, mein Junge?«, fragte sie erstaunt. »Was ist dir eigentlich über die Leber gelaufen?« Lustlos stocherte Nick in dem Eierauflauf, den er sonst leidenschaftlich gern aß, herum. »Ist doch wahr«, erwiderte er, »die ganzen Sommerferien sind mir verpatzt.«

»Aber warum denn, mein Sohn?«, mischte sich nun Alexander von ?Schoenecker, Nicks Stiefvater, verwundert ein.

»Weil Isabell vier Wochen lang Hilfsdienst im Maibacher Krankenhaus macht. Wir wollten doch alle zusammen Ausflüge in den Ferien machen.«

»Nick, du enttäuschst mich. So kenne ich dich ja noch gar nicht«, kränkte sich Denise. »Ich habe dich für weniger egoistisch gehalten. Du warst doch dabei, als Frau Doktor Karsten uns erzählte, wie sehr jede Kraft im Krankenhaus benötigt wird. Isabell war Feuer und Flamme bei der Aussicht, helfen zu dürfen.«

Nick presste die Lippen zusammen. Natürlich wusste er, wie hässlich seine Beschwerde war, doch sie war ihm ganz ungewollt über die Lippen gekommen.

»Wenn sie Jungen nehmen würden, hätte ich mich auch gemeldet«, erwiderte er.

»Davon bin ich überzeugt«, sagte seine Mutter. »Nick, du würdest mir einen großen Gefallen erweisen, wenn du gleich nach dem Essen nach Sophienlust radeln würdest. Frau Rennert muss heute Nachmittag zum Zahnarzt, und Schwester Regine fühlt sich nicht wohl. Hoffentlich wird sie nicht ernstlich krank. Momentan haben wir ja viele Ferienkinder, die beaufsichtigt werden müssen. Wolfgang Rennert und seine Frau Carola helfen zwar, wo sie können. Aber du verstehst es besonders gut, die kleineren Kinder zu beschäftigen.«

»Klar, das mache ich!« Nick war sogleich einverstanden. »Heute ist ja wundervolles Wetter, sodass ich mit den Kindern reiten kann. Aber nur auf der Koppel. Justus freut sich immer, wenn wir in seiner Nähe sind. Und Barri wird mir bei der Aufsicht helfen. Der Bernhardiner ist ein besseres Kindermädchen als manche Angestellte.«

»Das weiß ich, Nick. Auf den Hund ist unbedingter Verlass. Nun iss aber endlich weiter, Nick.«

»Mach ich.« Nick aß nun mit Heißhunger den Teller leer und ließ sich dann noch eine Portion geben.

»Dabei hatte ich schon gefürchtet, du würdest bei lebendigem Leib verhungern«, neckte Alexander von ?Schoenecker den Jungen, den er ebenso liebte wie seine eigenen Söhne Sascha und Henrik.

»Da brauchst du dir bestimmt keine Sorge zu machen. Du, Mutti, wir könnten doch morgen mal wieder zum Tierheim Waldi & Co. fahren. Ich habe Andrea schon lange nicht mehr gesehen.«

»Nick, aber alle auf einmal könnt ihr das Tierheim nicht besuchen. Wenn ihr dort wie eine wilde Horde ankämt, würden die Tiere erschrecken.«

»Dann fahre ich zuerst mit den älteren Kindern hin und übermorgen dann mit den jüngeren.«

»Gut, mein Junge.«

Lächelnd blickten Denise und Alexander ihrem Sohn nach, als er nun das Haus verließ, um nach Sophienlust zu radeln. Henrik zog einen Flunsch, weil er daheimbleiben musste.

»Wir fahren in einer Stunde mit dem Wagen nach Sophienlust, Henrik«, versprach Denise ihm. »Ich habe einiges mit Schwester Regine zu besprechen. Auch möchte ich persönlich feststellen, wie es ihr geht. Sollte sie sich noch nicht besser fühlen, werde ich auf alle Fälle Frau Doktor Karsten verständigen.«

»Du mutest dir viel zu viel zu, mein Liebes«, sorgte sich Alexander um seine Frau, der das Pflichtbewusstsein wirklich kaum eine freie Minute gönnte.

»Ach wo!«, rief sie fröhlich. »Schau mich doch an! Sehe ich abgearbeitet aus?« Sie küsste ihren Mann zärtlich und fuhr ihm übers Haar. »Du reitest gewiss zu den Feldern hinaus. Hoffentlich bleibt das Wetter so schön, damit ihr die Ernte trocken hereinbringt. Ein Glück, dass Sascha und Michael Langenbach kommen. Sie werden dir helfen. Angelika und Vicky aber können es kaum erwarten, ihren großen Bruder Michael endlich wiederzusehen. So, nun muss ich noch rasch einen Brief schreiben. Danach, Henrik, fahren wir zuerst nach Bachenau, dann nach Sophienlust.«

»Fein, Mutti.« Der Junge machte einen Luftsprung.

*

Nick trat inzwischen bereits fest in die Pedale. Sein Herz weitete sich vor Glück. Über ihm wölbte sich der Himmel wie eine fahlblaue Kuppel. Zu beiden Seiten der Straße, die Schoeneich und Sophienlust verband, erstreckten sich dichte Laubwälder. Bei dem Gedanken, dass dieses ganze herrliche Stückchen Land eines Tages ihm gehören würde, atmete Nick zufrieden auf. Voller Dankbarkeit dachte er an seine Urgroßmutter Sophie von Wellentin, die ihm dieses Erbe hinterlassen hatte. Und wieder einmal nahm er sich vor, sich ihres Vertrauens würdig zu erweisen und das Erbe verantwortungsvoll zu verwalten. Ja, ich bin ein Sonntagskind, dachte er beglückt. Und ich will deshalb allen Menschen, die in Not geraten, helfen, überlegte er weiter.

Zwischen hohen alten Bäumen schimmerte nun bereits die Fassade des schlossähnlichen Herrenhauses von Sophienlust hervor. Dass seine Urgroßmutter bestimmt hatte, Sophienlust in ein Kinderheim umzugestalten, war für den Jungen ein Beweis ihrer grenzenlosen Güte. Vielen Kindern, aber auch Erwachsenen, war seitdem schon geholfen worden. Sie alle hatten in Sophienlust den ersehnten Frieden gefunden und waren nach einem sorgenreichen Leben endlich glücklich geworden.

Sophienlust muss von einer guten Fee erbaut worden sein, ging es Nick durch den Sinn. Denn alle Menschen, die mit Sophienlust in Verbindung kamen, schienen irgendwie vom Schicksal bevorzugt zu sein. Würde es immer so bleiben?, fragte sich der Junge gedankenvoll. Gab es das wirklich, dass manche Menschen nur Glück im Leben hatten?

Nick wurde unsanft aus seinen Träumereien gerissen. Erstarrt hielt er an. Was war das? Er hörte Krachen, Splittern und dann entsetzliche Schreie. Mein Gott, da muss ein furchtbares Unglück passiert sein!, dachte er und fuhr nun wieder weiter. Gleich darauf bremste er scharf ab, als eine Schar Kinder aus dem Park gelaufen kam. »Wo wollt ihr denn hin?«, fragte er so ruhig wie möglich, denn nun hatte er gesehen, was geschehen war. Ungefähr hundert Meter weiter waren zwei Autos frontal aufeinandergefahren. Auf keinen Fall durften die Kinder zu der Unglücksstelle hin.

»Wir haben einen Krach gehört«, ergriff Fabian Schöller das Wort und wollte weiterrennen.

»Geht auf der Stelle in den Park zurück!«, befahl Nick streng. »Ich schaue erst mal nach, was los ist. Da kommt ja auch Schwester Regine.«

Die Kinderschwester war von dem unheimlichen Geräusch aufgewacht und trotz ihrer Kopfschmerzen sofort aufgestanden. Denn sie hatte an die Kinder gedacht und daran, dass diese bestimmt zu der Unglücksstelle hinlaufen würden. Deshalb hatte sie sofort das Herrenhaus verlassen.

Nick atmete auf, als er Schwester Regine sah, und warf ihr einen beschwörenden Blick zu, den sie auch sofort verstand. »Kommt, Kinder!«, rief sie und klatschte in die Hände. »Wir laufen zum Gartenpavillon.«

Man sah den Kleinen deutlich an, dass sie mit dem Vorschlag der Kinderschwester keineswegs einverstanden waren. Doch es blieb ihnen nichts anderes übrig, als ihr zu folgen.

Nick atmete auf, als die Kinder mit der Kinderschwester in der der Unfallstelle entgegengesetzten Richtung abzogen. Er selbst aber lief nun, so schnell er konnte, dorthin.

Frau Rennert und ihre Schwiegertochter Carola waren schon da. Wolfgang Rennert aber war eben ins Haus zurückgelaufen, um die Polizei zu verständigen.

Nick durchlief ein Schauer bei dem grauenvollen Anblick, der sich ihm bot. »Das ist ja schrecklich«, flüsterte er ergriffen.

»Ja, Nick, das ist es.« Frau Rennert war totenblass. »Aber im Augenblick können wir nichts tun. Wir müssen abwarten, bis die Polizei und der Krankenwagen kommen.«

»Der eine Wagen ist aus Frankfurt. Du, Carola, der Fahrer sieht so komisch aus. Ich glaube, er ist tot.«

Carola nickte und presste beide Hände auf ihr wildschlagendes Herz. »Hoffentlich sind die Insassen des zweiten Wagens glimpflicher davongekommen. Wolfgang, wann kommen die Polizei und der Krankenwagen?«, fragte sie ihren Mann, der gerade wieder aus dem Haus kam.

»So schnell wie möglich. Vielleicht sollten wir Erste Hilfe leisten?«

»Wolfgang, tu es lieber nicht«, meinte seine Mutter erschrocken. »Schau doch, wie die Leute im Wagen sitzen. Durch einen falschen Griff kann man ihre Lage höchstens noch verschlimmern.«

»Du hast recht, Mutter.« Wolfgang legte den Arm um seine junge Frau, die plötzlich zu zittern anfing. »Carola, komm, geh ins Haus. Du bist so sensibel. Es ist besser, wenn du nicht mehr hinschaust, mein Liebling.«

»Ich kann nicht, Wolfgang. Das arme kleine Mädchen …« Sie deutete auf das Kind in dem zweiten Wagen. »Es sieht aus, als ob es schon tot sei.«

»Bestimmt wird es durchkommen«, warf der optimistische Nick ein. Dass ein Kind sterben sollte, glaubte er nicht, besonders nicht in der Nähe von Sophienlust.

»Hoffentlich.«

Dann hörten sie das Martinshorn. Kurz darauf kamen ein Polizeistreifenwagen und das Krankenauto. Zwei Polizisten sprangen heraus, und die Krankenpfleger holten die Tragen aus dem Wagen. Ein junger Arzt kümmerte sich bereits um die Verunglückten.

Wolfgang Rennert half, so gut er konnte. Nick dagegen war nicht fähig, sich zu rühren, als man den Fahrer des Frankfurter Autos auf den Boden legte. Er war tot. Der Arzt wechselte mit Wolfgang Rennert ein paar schnelle Worte, worauf dieser wieder zum Haus eilte, um zu telefonieren.

Aber auch in dem zweiten Wagen gab es...



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