Patch | Garden Girls | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 416 Seiten

Reihe: HarperCollins eBook

Patch Garden Girls

Thriller | »Criminal Minds« meets »Das Schweigen der Lämmer« | Ein Psychothriller mit besonders perfiden Verbrechen und außergewöhnlichen Ermittlern
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7499-0925-4
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller | »Criminal Minds« meets »Das Schweigen der Lämmer« | Ein Psychothriller mit besonders perfiden Verbrechen und außergewöhnlichen Ermittlern

E-Book, Deutsch, 416 Seiten

Reihe: HarperCollins eBook

ISBN: 978-3-7499-0925-4
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



FBI-Agent Tiberius Granger hat schon so manches abscheuliche Verbrechen erlebt. Doch ein neuer Fall macht ihn nervös. Es ist nicht nur die makabre Art und Weise, wie die beiden Opfer - die vor Leuchttürmen posierend gefunden wurden - mit zu ihren Namen passenden Blumen tätowiert sind. Es gibt auch eine beunruhigende Verbindung zu seiner eigenen Vergangenheit, seiner früheren Liebe Bexley Hemmingway, die zeitgleich das Verschwinden ihrer Schwester bemerkt. Schon baldscheint es, als ob der Killer den FBI-Agenten verhöhnt und jeden, der ihm nahe steht, in noch größere Gefahr bringt. Während sich die schneidenden Winde und der Regen eines tödlichen Hurrikans der Küste von North Carolina nähern, führt die Suche Tiberius und sein Team zu einer Insel, die ein grausiges Geheimnis verbirgt.



Jessica R. Patch ist eine -Bestsellerautorin, die für ihren trockenen Witz, ihre charakteristischen Wendungen und ihre komplexen Charaktere bekannt ist. Sie liebt es, Bücher über wahre Verbrechen zu lesen, bei Chips und Salsa über ungeklärte Fälle zu diskutieren und in ihren romantischen Spannungsromanen und Thrillern Serienmörder zu jagen. Sie lebt mit ihrer Familie und ihrem verwöhnten Shetland Sheepdog in der Gegend von Memphis.

Patch Garden Girls jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


Prolog


Freitag, 24. August

Scharfe Krallen fahren über meinen Hals.

Hin und her.

Hin und her.

Sssst … sssssss … ssst …

Ein Summen erfüllt den Raum, und ich versuche, die Augen zu öffnen, doch meine Lider sind dick und klebrig wie Sirup und lassen sich kaum bewegen. Mir dreht sich der Magen um, und der Raum verändert sich, denn nun nimmt mein verschwommener Blick rote Wände und kaffeebraunen Beton wahr. Als ich den Kopf wende, um den Rest des Zimmers zu sehen, rieche ich eine Spur von Bleichmittel und würzigem Weihrauch. Meine Muskeln sind kraftlos wie träges Wasser.

Die Klimaanlage springt an, und kalte Luft lässt meinen nackten Körper frösteln.

Ich bin … nackt. Panik durchfährt mich, und es fühlt sich an, als drücke eine Faust mir die Lunge zusammen. Meine Erinnerungen sind zusammenhangslos.

Wo bin ich? Wie bin ich hierhergekommen?

Was geschieht mir hier gerade? Was ist schon passiert? Schuhsohlen klacken über den Boden und lassen meine Fragen verstummen.

Ich bin nicht allein. Oder … ich war es nicht? Die Tür schließt mit leisem Klicken.

Steh auf. Beweg dich. Flieh!

Ich packe die Seiten der Massagebank, rolle mich herunter und lande mit nackten Füßen auf kaltem Boden. Die Wände rücken näher. Wieder dreht sich mir der Magen um. Etwas stimmt nicht. Ist mehr als seltsam.

An einer Wand bodentiefe Spiegel. Mir stockt der Atem, als mir die Wirklichkeit in die Augen springt.

Auf meinem Hals und meinen Schultern leuchten pinke Knospen aus schwarzen Ranken.

Ich bin verwirrt, stehe wie angewurzelt da und mustere meine flammend rote Haut, die angegriffen und wund ist und auf der eine dicke Schicht Vaseline glänzt.

Es schnürt mir die Kehle zu, und mir kommen die Tränen.

Ich muss hier raus.

Hinter mir sehe ich ein Doppelbett mit edlen Laken und dicker Daunendecke, daneben Tätowier-Werkzeug. Meine Hände zittern. Bin ich in einem Tattoo-Studio? Warum steht hier ein Bett?

Auf dem Boden daneben liegt eine alte Eisenfessel, an einer dicken, schweren Kette in der Wand verankert.

Warum liegt sie da, und wo sind meine Sachen?

Ich schnappe mir die Daunendecke und schlinge sie um meinen nackten Leib.

Flieh. Flieh. Flieh!

Ich öffne die Tür, habe aber keine Ahnung, wohin ich mich wenden soll, wo er ist oder wie lange es dauert, bis er mich entdeckt und ans Bett fesselt.

Ich wurde schon mal von einem grausamen Jäger gefangen. Erinnerungen tauchen auf und hetzen mich über den kahlen Betonboden. Der Flur geht nach links ab. Meine Augen gewöhnen sich langsam an das Dunkel, während ich an einen sicheren Ort flüchte.

Nein – es ist eine Sackgasse.

Die Niederlage sickert mir wie trübes Wasser in die Seele, und meine Brust schmerzt. Mir bleibt nur eins: Ich muss umdrehen.

Aber dort lauert er.

Schweiß rinnt mir über Schläfen und Rücken und springt aus meinen Poren wie aus unterirdischen Quellen, als ich den Weg zurückgehe, den ich gekommen bin.

Ich entdecke eine Art Riss in der Wand. Von der anderen Seite dringt Licht. Ich nähere mich und stelle fest, dass es sich um eine Tür handelt, die aussieht wie die Wand ringsum. Ich schlucke schwer und fahre mit den Fingern über das glatte Holz, bis ich eine Stelle finde, wo ich ansetzen kann. Dort drücke ich, und die Tür gibt nach, doch es kostet erhebliche Kraft, sie weit genug zu öffnen, um hindurchzuschlüpfen.

Ich erwarte eine Art Höhle oder Kerker und womöglich eine Wand voller Folterwerkzeuge und Käfige, aber nein.

Ich stehe in einem Wohnzimmer mit Panoramafenstern, die auf dunkles Wasser schauen.

Wo ist er?

Als ich Stufen knarren höre, schnappe ich nach Luft. Ich kann mich nirgends verstecken, und die Daunendecke ist dick und wird mich leicht verraten. Mir bleibt nichts anderes übrig, als sie in einer Ecke zu lassen. Für Fragen des Anstands bleibt keine Zeit.

Nach draußen.

Ich hetze zur Schiebetür aus Glas, öffne sie leise, schlüpfe in die warme Nacht, eile ans Balkongeländer, kauere mich hin und mache mich ganz klein. Wie als Kind, wenn ich unsichtbar sein musste.

Vielleicht merkt er nicht, dass ich weg bin, doch dann fällt es mir siedend heiß ein.

Ich habe die Geheimtür nicht zugemacht, hinter der sich die anderen Zimmer verbergen.

Ich schluchze auf und zittere unkontrolliert, als sei ich aus einer Betäubung erwacht. Der Boden liegt tief unter mir. Spränge ich, dann würde ich sterben oder mir die Beine, vielleicht das Rückgrat brechen. Aber lieber möchte ich sterben als in das Zimmer zurückkehren.

Zu der Kette dort.

Und den Tätowier-Nadeln.

Zu ihm.

Ich ziehe die Knie unters Kinn und warte, bete, hoffe.

Als die Tür nicht aufgeht, flitze ich über die Terrasse. Das raue Holz gräbt sich in meine empfindlichen Sohlen, doch ich muss mich überzeugen, ob die Luft rein ist.

Vielleicht steht er an der Tür und beobachtet alles?

Ich höre etwas und erstarre.

Einundzwanzig. Zweiundzwanzig … Ich zähle lautlos, bis ich vierzig erreicht habe, und eile wieder los.

Ob er in der Nähe ist, kann ich nicht sagen. Falls ja, weiß ich, was mich erwartet. Ich weiß, wozu böse Männer in der Lage sind. Ich habe es gesehen. Und am eigenen Leib erfahren.

Endlich bringe ich den Mut auf, durch die Tür zu spähen. Das Zimmer ist leer und nur von einer Funzel beleuchtet. Ich schleiche hinein; mir ist schwindlig, und alles dreht sich.

Keine Schritte. Nur aufragende Schatten in den Ecken.

Ich robbe über den Berberteppich und rieche, dass er neu ist. Am anderen Ende der Wohnlandschaft ist eine Treppe. Davor drei Meter ohne Möbel. Sollte er das Zimmer gerade dann betreten, wenn ich kurz vor der Treppe bin, hätte ich keine Deckung.

Falls er nicht auftaucht und ich es die Treppe hinunterschaffe, könnte er an ihrem Ende auf mich warten.

Ich versuche, einen Verteidigungsplan zu entwickeln, aber mein Gehirn ist matschig. Ich bewege mich eher aus Fluchtreflex als überlegt und robbe über die freie Fläche zur Treppe.

Zweimal sechs Stufen. Ich kugele fast die ersten sechs Stufen hinunter und halte dann inne.

Dort auf dem kleinen Treppenabsatz ist er nicht.

Also die nächsten sechs.

Nun bewege ich mich langsamer, obwohl mein Adrenalin mich zum Rennen drängt. Lospreschen darf ich nicht. Er könnte auf mich warten, also muss ich die Ohren spitzen.

Eins … zwei … drei … vier … fünf … sechs. Am unteren Treppenabsatz halte ich erneut inne.

Kein Licht, das mir hilft. Mich umgibt nur Dunkelheit, und die ist nie ein Freund. Die Finsternis ist trügerisch und wiegt in falscher Sicherheit. Aus dem Dunkel entwickelt sich nichts Gutes. Man kann sich nicht in ihm verstecken, wird aber gefunden. Im Dunkeln sehe ich meinen Verfolger nicht. Aber ich weiß, dass er lauert.

Die Tür zur Freiheit ist fünfzehn Meter entfernt, und ich eile darauf zu.

Hoffnung keimt in mir.

Beim Gehen murmele ich ein Gebet. Noch zehn Meter.

Fünf.

Endlich bin ich da und drücke die Klinke.

Abgeschlossen.

Ich möchte schreien, verkneife es mir aber und fummele am Bolzenschloss herum.

Etwas schlurft über die Fliesen.

Nähert sich mehr und mehr.

Endlich bekomme ich das Schloss auf und ziehe an der Tür, doch sie klemmt.

Er kommt. Seine Schritte sind langsam und klingen unbeirrt, als hätte er keine Eile. Als wüsste er, dass ich nicht fliehen kann. Es ist ein Spiel.

Bitte. Bitte. Geh schon auf, verdammte Tür!

Dann öffnet sie sich. Ich schlüpfe nach draußen und zwinge mich, ruhig zu bleiben, für den Fall, dass meine Wahrnehmung mich trügt und er es gar nicht ist. Diesmal achte ich darauf, die Tür hinter mir zu schließen. Die Luft ist mild, und Wind streicht durchs Gras.

Ich schmecke salzige Meeresluft. Sumpfgräser rascheln, als ich über einen Bohlenweg eile, von dem ich nicht weiß, wohin er führt. Mir ist nur klar, dass ich Strecke machen muss, um Abstand zwischen mich und das Haus des Schreckens zu bringen. Abstand zwischen mich und ihn.

Dicke Wolkenwände schirmen das Mondlicht ab.

Eine Tür schlägt zu. Dann höre ich noch etwas.

Klapp. Klapp. Klapp.

Er zerrt etwas über den Bohlenweg. Ich wage nicht, mich umzublicken.

Er kommt.

Langsam und systematisch. Leise. Ich höre nur das furchtbare Schleppgeräusch.

Ringsum nur Sumpf, Wasser, da und dort ein paar Bäume. Alligatoren liegen auf der Lauer. Ich erinnere mich nicht, woher ich das weiß. Es gibt auch Schlangen und Schnappschildkröten.

Aber er ist hinter mir her.

Plumpsgeräusche im Wasser lassen mich erstarren. Was ist das? Nähert es sich mir, oder fällt es erst über mich her, wenn auch ich im Wasser bin?

...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.