Peinkofer / Ravensburger Verlag GmbH | Timelock, Band 3 - Zeitmeister | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 400 Seiten

Reihe: Timelock

Peinkofer / Ravensburger Verlag GmbH Timelock, Band 3 - Zeitmeister


1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-473-51277-5
Verlag: Ravensburger Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 3, 400 Seiten

Reihe: Timelock

ISBN: 978-3-473-51277-5
Verlag: Ravensburger Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Rettung deiner Zukunft liegt in der Vergangenheit. Die grausige Konfrontation mit Nimrod im Tempel der Maya steckt Jason noch tief in den Knochen. Nur mit knapper Not konnte er den Klauen des tyrannischen Herrschers entkommen und findet Zuflucht im Japan der Samurai - bei niemand Geringerem als dem legendären Schwertmeister Miyamoto Musashi! Bereitwillig bildet dieser Jason in den Kampftechniken der Samurai aus. Doch reicht das, damit Jason seinen Erzfeind endgültig besiegen und Nimrods Schreckensherrschaft ein Ende bereiten kann? Erlebe alle Abenteuer der Mystery-Thriller-Reihe 'Timelock'! Band 1: Zeitrebellen Band 2: Zeithüter Band 3: Zeitmeister (Frühjahr 2026)

Michael Peinkofer wurde 1969 geboren. Er liebt es, sich fantastische Geschichten auszudenken, und hat bereits über 100 Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geschrieben, darunter die 'Sternenritter'-Abenteuer, die 'Orks'-Saga und die 'Gryphony'-Reihe. Mit einer Gesamtauflage von über 3,5 Mio. Büchern gilt er als einer der erfolgreichsten Fantasy-Autoren Deutschlands. Michael Peinkofer lebt mit seiner Frau und seiner Tochter im Allgäu.
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1
Edo, Japan


Genaue Zeit unbekannt

Jason schlug die Augen auf.

Wann immer er sie schloss, liefen dieselben Bilder vor ihm ab, durchlebte er die letzten schrecklichen Augenblicke im Tempel der Zeit. Noch immer konnte er nicht begreifen, was dort geschehen war, nur dass er hier war und am Leben, das wusste er – doch es fühlte sich fremd und unwirklich an, denn alles hatte sich verändert.

Die Vögel, die am Himmel ihre Bahn zogen und sich im grünen Wasser spiegelten; die schwarzen Kiefern, die den kleinen Weiher umgaben und deren Form seltsam fremdartig war; die Zeit, in die es ihn so unvermittelt verschlagen hatte. Und auch er selbst hatte sich verändert, war nicht mehr derselbe, als der er zu seiner Reise durch die Zeit aufgebrochen war.

Im hohen Ufergras sitzend, starrte Jason Wells auf sein Ebenbild, das sich in der Wasseroberfläche spiegelte. Wer war der Kerl, der von dort zu ihm heraufblickte?

Jason erkannte sich kaum wieder. Nicht, weil er sich äußerlich verändert hätte; die Veränderung betraf sein Inneres und sie sorgte dafür, dass er sich nicht mehr auf dieselbe Weise sehen konnte wie zuvor. Nie zuvor hatte sich Jason elender gefühlt, nie zuvor hilfloser.

Obwohl seine Freunde und er in Sicherheit waren, obwohl sie im buchstäblich letzten Augenblick von einer unbekannten Kraft gerettet worden waren, war er bis ins Mark erschüttert.

Er hatte das Gefühl, am äußersten Rand eines tiefen, alles verschlingenden Abgrunds zu stehen und mit den Armen zu rudern, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren … oder hatte er es in Wahrheit längst verloren und war bereits gestürzt, hatte es nur noch nicht begriffen?

Wann auch immer er zurückdachte an jene letzten Augenblicke im Tempel, erfasste ihn Panik – und wenn er sie niederkämpfte, blieb nichts als Leere in ihm zurück. Zu furchtbar, zu entsetzlich war das, was er erfahren hatte. Und dabei konnte er noch nicht einmal im Ansatz erahnen, was es für ihn, für seine Mission und die ganze Welt bedeuten würde.

Die Erkenntnis, dass er ein Zeithüter war, noch dazu einer der letzten, hatte ihn selbst am allermeisten überrascht. Gewiss, er hatte sich nie wohlgefühlt in der Anstalt, in der er aufgewachsen und nur eine Nummer gewesen war – J-4418. Er hatte immer gefühlt, dass etwas nicht stimmte, entweder mit ihm oder mit der Welt um ihn herum, vielleicht auch mit beidem. Er hatte sich danach gesehnt, aus dieser Welt auszubrechen – doch die Wahrheit hatte er nicht einmal im Ansatz erahnt.

Er war ein Zeithüter.

Der Nachkomme von Wesen, die in der Lage waren, die Grenzen von Raum und Zeit kraft ihres Willens zu überwinden.

Und er hatte auch erfahren, dass ein Zeithüter namens Nimrod im Jahr 2068 in die Vergangenheit reisen und die Geschichte verändern würde, indem er sogenannte Timelocks setzte, Kristalle aus Tempurit, die den Fluss der Zeit veränderten und damit auch den Lauf der Geschichte – mit dem erklärten Ziel, sich selbst zum Herrn der Erde zu erheben und zum alleinigen Herrscher über die Menschheit.

In dieser Welt, der Welt von Nimrod dem Lenker, war Jason aufgewachsen: Es war eine Welt der Unterdrückung und der Gedankenkontrolle; eine Welt, in der Furcht, Hass und Misstrauen herrschten.

Jason hatte immer geahnt, dass etwas mit dieser Wirklichkeit nicht stimmte, dass sie nur ein Irrtum war – doch erst Namira hatte ihm die Augen geöffnet. Sie und ihr Vater Yussuf, der Anführer der Zeitrebellen, hatten ihm seine wahre Herkunft offenbart und mit ihr auch seine Bestimmung. Jason war es als einzigem möglich, zurück in die Vergangenheit zu reisen, die Timelocks zu finden und zu zerstören und so Nimrods Herrschaft zu brechen … und genau das hatte er getan.

Oder es zumindest versucht.

Zusammen mit Namira und dem zehnjährigen Kinya, dem sie im alten Ägypten begegnet waren, hatte er den Kampf gegen Nimrod aufgenommen, zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten.

Überall waren sie mit Nimrod aufeinandergeprallt, doch erst im Zeitalter der Maya hatte Jason erfahren, was er niemals hatte erfahren wollen: Nimrod der Lenker, der Eroberer, der Tyrann und Mörder seiner Eltern – war in Wahrheit kein anderer als er selbst! Sein späteres Ich, das im Jahr 2068 die verhängnisvolle Entscheidung treffen würde, zurück in die Vergangenheit zu reisen und die Geschichte der Menschheit zu verändern – und damit unzählige Leben zu zerstören.

Zunächst hatte sich alles in Jason gegen diese schreckliche Erkenntnis gewehrt. Aber nun, mit ein paar Tagen Abstand – oder war es in Wahrheit ein ganzes Jahrhundert? –, begann er, die Wahrheit endlich zu akzeptieren, denn sie erklärte so vieles: Dass Nimrod und er bei verschiedenen Gelegenheiten dasselbe empfunden und ihre Aktionen gegenseitig vorausgeahnt hatten; dass die Scanner in Nimrods Schlupfwinkel auf Jasons Signatur reagiert hatten; dass ein jeder von ihnen die Nähe des jeweils anderen spüren konnte …

Es musste wahr sein, dachte Jason – und fragte sich zugleich, ob seine Eltern es gewusst hatten, als sie sich entschlossen, ihrerseits in die Vergangenheit zu reisen und Nimrod zu bekämpfen. Und wenn ja, wieso hatte Yussuf ihn dann nicht gewarnt? Hatte er befürchtet, dass Jason sich weigern könnte, gegen sich selbst zu kämpfen, und dass Nimrod auf diese Weise bereits gewonnen haben würde, noch ehe die Mission begann?

Hatte er Jason womöglich misstraut?

Und konnte sich Jason überhaupt noch selbst vertrauen?

Immerzu gingen ihm diese Fragen im Kopf herum, seit sie es mit Mühe geschafft hatten, dem Tempel der Zeit zu entkommen, um sich rund hundert Jahre später und Tausende von Kilometern entfernt auf einem anderen Kontinent wiederzufinden: im Japan des ausgehenden Mittelalters, einer Zeit, die Namira zufolge von blutigen Kämpfen zwischen dem Shogunat und mächtigen Kriegsfürsten bestimmt worden war.

Das war eigentlich auch schon alles, was sie über diese Epoche wussten. Weder hatten sie eine Ahnung, wie sie hierhergekommen waren, noch, was sie hier sollten. Zudem war Jason noch zu geschwächt von den Ereignissen und dem Schock, als dass er in der Lage gewesen wäre, weiterzuspringen, geschweige denn, Namira und Kinya auf die Reise mitzunehmen. Ob es ihnen also gefiel oder nicht, sie waren vorerst hier gestrandet …

»Jason?«

Er zuckte zusammen, als er Namiras Stimme hörte. Es hatte eine Zeit gegeben, da hatten sie sich gegenseitig Mut gemacht, waren als Freunde füreinander da gewesen – doch was würde sie sagen, wenn sie die Wahrheit erfuhr? Wenn Jason ihr offenbarte, dass er ihr ärgster, dunkelster Feind war – oder es zumindest eines Tages werden würde?

»Hey, schläfst du?«

Erst jetzt wandte er sich um. Gemeinsam mit Kinya kam Namira vom Waldrand herüber, einen weißen Kopfverband um die Stirn und ihr schwarzes Haar. Sie hatte eine lange grüne yukata an, ein Gewand mit weiten Ärmeln, das ein wenig an einen Bademantel erinnerte und fast bis zum Boden reichte, dazu um die Hüften einen breiten obi, einen Gürtel aus Stoff. Kinya hingegen trug genau wie Jason selbst einen jimbei, einen einfachen Arbeitsanzug, der aus einer kurzen weiten Hose und einer dazugehörigen Jacke bestand, die ebenfalls von einem obi...


Peinkofer, Michael
Michael Peinkofer wurde 1969 geboren. Er liebt es, sich fantastische Geschichten auszudenken, und hat bereits über 100 Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geschrieben, darunter die „Sternenritter“-Abenteuer, die „Orks“-Saga und die „Gryphony“-Reihe. Mit einer Gesamtauflage von über 3,5 Mio. Büchern gilt er als einer der erfolgreichsten Fantasy-Autoren Deutschlands. Michael Peinkofer lebt mit seiner Frau und seiner Tochter im Allgäu.

Michael Peinkofer wurde 1969 geboren. Er liebt es, sich fantastische Geschichten auszudenken, und hat bereits über 100 Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geschrieben, darunter die "Sternenritter"-Abenteuer, die "Orks"-Saga und die "Gryphony"-Reihe. Mit einer Gesamtauflage von über 3,5 Mio. Büchern gilt er als einer der erfolgreichsten Fantasy-Autoren Deutschlands. Michael Peinkofer lebt mit seiner Frau und seiner Tochter im Allgäu.



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