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Pembroke | Die schönste Nacht für ein Wunder | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: CORA Verlag

Pembroke Die schönste Nacht für ein Wunder


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-1263-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: CORA Verlag

ISBN: 978-3-7337-1263-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Warum hat er Maria nur gehen lassen? Unbedingt will Sebastian Cattaneo seiner getrennt lebenden Ehefrau beweisen, dass sie das Wichtigste für ihn ist. Und nicht etwa sein Job im familieneigenen Juwelen-Imperium, was sie ihm vorgeworfen hat! Deshalb lockt er Maria galant in sein verschneites Luxus-Chalet. Eine Schlittenfahrt und Küsse im Kerzenschein werden zu einem romantischen Neuanfang, die erste Liebesnacht nach der Trennung ist für sie beide ein zärtliches Wunder. Doch als der Wintermorgen anbricht, muss Sebastian eine fatale Entscheidung treffen ...



Seit Sophie Pembroke während ihres Studiums der englischen Literatur an der Lancaster University ihren ersten Roman von Mills & Boon las, liebte sie Liebesromane und träumte davon, Schriftstellerin zu werden. Und ihr Traum wurde wahr! Heute schreibt sie hauptberuflich Liebesromane. Sophie, die in Abu Dhabi geboren wurde, wuchs in Wales auf und lebt mittlerweile in einem kleinen Städtchen in Hertfordshire zusammen mit ihrem Mann, einem Wissenschaftler, ihrer unglaublich fantasievollen und kreativen Tochter und ihrem bezaubernden kleinen Sohn. In Sophies Welt ist das Glück von Dauer, und es ist immer genügend Zeit für eine Tasse Tee und das Schreiben einer weiteren Seite ...

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1. KAPITEL

Mit bebenden Lippen starrte Maria Cattaneo – nein, jetzt wieder Rossi! erinnerte sie sich, selbst wenn das erst nach der Scheidung offiziell sein würde – auf das Luxus-Chalet vor sich. Sie umfasste die Hand ihres kleinen Sohnes fester. Wie konnte sich etwas so Vertrautes gleichzeitig so fremd anfühlen? Schon Jahre bevor Sebastian und sie ein Paar gewesen waren, hatte sie die Weihnachtsfeste und ihre Skiurlaube im Cattaneo-Chalet in Mont Coeur verbracht. Und zumindest äußerlich hatte sich der Prachtbau seither kaum verändert.

Die massiven Balken der rustikalen umlaufenden Holzveranda des riesigen, im traditionellen Stil erbauten Chalets waren mit üppigen Girlanden aus Tannengrün und roten Früchten geschmückt. Die Haustür zierte ein dicker Kranz aus den gleichen Materialien. Die Fenster waren heimelig erleuchtet, und ohne hineinschauen zu können, wusste Maria, dass in der Eingangshalle ein prachtvoller Christbaum stehen würde, bevorzugt dekoriert in Rot und Gold.

Alles war wie immer. Alles außer ihr …

„Mamma?“ Frankie schaute zu ihr hoch, das kleine verfrorene Gesichtchen halb verborgen in der wattierten Kapuze seines Schneeanzugs. Es war eiskalt, die Dunkelheit brach bereits herein, ihr Sohn musste endlich ins Warme.

„Tutto bene, Piccolo?“, fragte sie rau und zwang sich zu einem Lächeln, weil sie Frankie nicht durch ihr Unbehagen irritieren wollte. Das würde keinem von ihnen beiden die erzwungene Heimkehr erleichtern. „Wollen wir reingehen?“

„Um Papà zu sehen?“ Frankie nickte heftig, obwohl sein Gesichtchen dabei viel zu ernst blieb.

Na, wenigstens einer von uns ist bereit! dachte Maria selbstironisch, nahm ihn auf den Arm, stieg die breiten Stufen hinauf, klopfte und holte noch einmal tief Luft. Vielleicht öffnete ihnen ja ihre Schwägerin Noemi. Oder der mysteriöse, wie aus dem Nichts aufgetauchte Bruder von Sebastian und Noemi. Alles wäre besser als …

Die Tür öffnete sich, und vor ihr ragte der vertraute muskulöse Körper ihres Noch-Ehemannes auf. Für einen Sekundenbruchteil erlaubte Maria sich die Illusion, alles wäre wie immer. Dass sie Sebastian nie verlassen hätte, immer noch in ihn verliebt wäre und dass sie beide glücklich wären …

Vergiss es!

Sie waren nicht glücklich gewesen, darum hatte sie ihn auch verlassen.

Das Glück wohnte jetzt Hunderte Kilometer von hier entfernt, auf dem Anwesen ihrer Eltern, in dem kleinen Cottage, in dem sie und Frankie seit einem Jahr lebten. Ganz sicher nicht hier, in den Schweizer Alpen im Luxus-Chalet der Cattaneos. Und nicht bei Sebastian, was immer sie sich auch erhofft hatte.

Er konnte ihr nicht geben, was sie brauchte, sonst wäre sie geblieben. Doch ganz offensichtlich war er nicht fähig, ihr die Liebe entgegenzubringen, nach der sie hungerte, die sie wie die Luft zum Atmen brauchte. Das durfte sie nicht vergessen, wenn sie ihr Herz nicht noch einmal riskieren wollte.

Als Sebastian sie angerufen und gebeten hatte, mit Frankie zum Weihnachtsfest nach Mont Coeur zu kommen, war ihr erster Reflex gewesen, sich zu weigern. Wann immer er in den letzten Monaten seinen Sohn hatte sehen wollen, hatte sie es so arrangiert, dass er ihn bei ihren Eltern abgeholt hatte, während sie unterwegs gewesen war. Da es sich nur um zwei, drei Termine gehandelt hatte, hatte sich der Stress für sie in Grenzen gehalten.

Aber sosehr sie sich auch zu dem Besuch in Mont Coeur hatte überwinden müssen, wusste Maria, dass er richtig war. Ihr Sohn brauchte seinen Vater. Und Sebastian hatte in der letzten Zeit einiges durchmachen müssen. Ein Weihnachtsbesuch von Frankie war das Wenigste, was sie für ihn tun konnte.

Außerdem hatte sie diese kryptische Mail von Noemi bekommen, in der sie ihre Hoffnung ausdrückte, dass Maria heute Abend dabei sein würde, da sie mit der ganzen Familie etwas zu besprechen hätte. Es hatte ihr gutgetan, wenigstens für Noemi immer noch zur Familie zu gehören.

Sebastian trat einen kleinen Schritt vor. Die Verandabeleuchtung erhellte seine markanten Züge, und Maria musste sich zusammennehmen, um nicht hörbar zu stöhnen. Zwölf Monate war es her, seit sie ihren Mann zuletzt gesehen hatte. Doch angesichts der Müdigkeit in den tiefgrünen Augen, der fahlen Gesichtsfarbe und steilen Falten zwischen den dunkeln Brauen, hätte es auch ein Jahrzehnt oder mehr gewesen sein können. Sebastian war vom Typ her weder so leichtherzig noch so unbeschwert wie seine Schwester, aber derart niedergeschlagen und abgekämpft hatte sie ihn nie zuvor gesehen.

Ist er das etwa meinetwegen?

Maria biss sich nervös auf die Lippe, während sie auf ein Wort von ihm wartete. Doch Sebastian schien damit zufrieden zu sein, Frankie und sie einfach nur stumm anzustarren. Und sie konnte nicht anders, als dasselbe zu tun.

Ihr Herz zog sich zusammen, während sie das einst so geliebte Gesicht mit wehem Blick abtastete. Sein dunkelbraunes Haar trug er kürzer, als sie es je an ihm gesehen hatte, und irgendwie wirkte er noch größer, obwohl er sie ohnehin fast um einen Kopf überragte.

Maria schluckte trocken. Sie hatte es immer genossen, ihren Kopf auf seine Brust zu legen und zu spüren, wie sein Herz stark und kraftvoll gegen ihre Wange schlug. Für sie hatte sich das angefühlt, als wären sie enger und tiefer verbunden gewesen als allein durch die von ihren Familien arrangierte Ehe.

Sebastian hatte zu ihrem Leben gehört, solange sie sich überhaupt zurückerinnern konnte. Sie waren quasi zusammen aufgewachsen, hatten nahezu alles miteinander geteilt. War es überhaupt vorstellbar, ihn komplett aus ihrem Leben zu streichen? Egal, wie weit sie rannte? Egal, wie sie sich anstrengte?

„Du bist gekommen“, sagte Sebastian schließlich, und seine raue Stimme tat ihr weh. Maria verwünschte ihn innerlich.

„Du hast mich doch selbst darum gebeten.“

Sein schwaches Lächeln traf sie ins Herz. „Was keine Garantie dafür war, dass du auch wirklich kommen würdest.“

Sie presste die Lippen zusammen. Sein letzter Satz bewies ein weiteres Mal, wie wenig er sie wirklich kannte. Hätte er begriffen, wie aufrichtig und verzehrend ihre Liebe für ihn war, wüsste er auch, dass sie diese Bitte niemals hätte ablehnen können.

Nicht angesichts seiner hörbaren Verzweiflung: „Ti prego, Maria. Ich brauche dich und den kleinen Francesco hier. Es ist … alles hat sich geändert. Bitte kommt.“

Natürlich hatte sie dieser flehentlichen Bitte Folge geleistet. Und sich, zumindest im Hinterkopf, gestattet, dieses ‚alles hat sich geändert‘, so zu interpretieren, als könnte ihre Ehe doch noch das sein, wovon sie immer geträumt hatte.

Vielleicht war sie aber auch hier, weil sie sich immer noch schuldig fühlte, dass sie überhaupt gegangen und nicht einmal zurückgekehrt war, als Noemi sie angerufen und ihr die schreckliche Hiobsbotschaft überbracht hatte.

„Ich wäre fast schon früher gekommen, nachdem ich das von deinen Eltern gehört habe“, gestand sie leise.

Nicole und Salvo Cattaneo waren für sie so etwas wie ihre Ersatzeltern gewesen, und als sie von ihrem tödlichen Helikopterabsturz in New York erfahren hatte, hatte sie wochenlang nicht aufhören können zu weinen. Irgendwann hatte sie all ihre Kraft zusammengenommen und ihre Tränen getrocknet – wie nach der Trennung von Sebastian. Ihr kleiner Sohn verdiente keine trauernde, in Tränen aufgelöste Mutter. Für ihn musste sie stark sein und sich wieder dem Leben zuwenden.

Dasselbe galt auch für Sebastian, der sich trotz seiner persönlichen Betroffenheit und dem Schmerz um den Fortbestand des Familienunternehmens kümmern musste, der weltbekannten Firma Cattaneo Jewels.

Möglicherweise wäre das sogar eine heilsame Ablenkung von seiner Trauer gewesen, wäre nicht wie aus dem Erdboden ein verschollener großer Bruder aufgetaucht, der ihm und Noemi – von den Verstorbenen testamentarisch verfügt – das Erbe streitig machte. Ihrem unehelichen und schmerzlich entbehrten Sohn aus Amerika hatten seine Eltern die Kontrolle über den gesamten Betrieb übertragen. Eine bittere Pille für Sebastian.

Da Maria seine Ernsthaftigkeit und seinen Ehrgeiz nur zu gut kannte, blutete ihr Herz für ihn, ungeachtet ihrer privaten Probleme. Trotzdem hatte sie es nicht über sich gebracht, nach Mont Coeur zurückzukehren, bis Sebastian selbst angerufen und sie gefragt hatte.

Immerhin war dies das erste wirkliche Zeichen, dass er überhaupt registrierte, dass sie ihn verlassen hatte und nicht nur einen längeren Urlaub machte.

„Warum bist du nicht gekommen? Zumindest zum Begräbnis?“ Nicht der Hauch einer Anklage lag in seiner Stimme, eher Neugier und Verwunderung.

„Ich war mir nicht sicher, ob ich noch hierhergehöre.“ Oder ob du mich überhaupt wahrgenommen hättest, fügte sie für sich hinzu.

„Maria …“ Seine Augen verdunkelten sich, und sein Blick wirkte, wenn überhaupt möglich, noch ernster als zuvor. „Was auch geschieht, hier wird es immer einen Platz für dich geben. Für dich und für Frankie, so viel kann ich versprechen.“

Das reicht nicht! Es hatte ihr nie gereicht.

Aber wenn Sebastian das schon nicht begriffen hatte, als sie gegangen war, wie sollte er dann jetzt darauf kommen? Besonders nach den darauffolgenden dramatischen Ereignissen und Einschnitten in seinem Leben.

„Danke“, sagte sie deshalb nur leise.

Als Sebastian ihr Frankie abnehmen wollte, der ihn aus großen Augen...



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