E-Book, Deutsch, Band 112021, 144 Seiten
Reihe: Julia
Pembroke Liebeszauber in Italien?
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7337-1878-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 112021, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1878-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ein spontaner Kuss auf der Bühne, seitdem gilt Musikerin Daisy als neue Geliebte ihres umwerfend attraktiven Bandkollegen Jay Barwell. Doch während sie von allen Frauen beneidet wird, ahnt Daisy: Jay hat sie nur geküsst, um seine Ex-Freundin, die ihn verlassen hat, eifersüchtig zu machen. Trotzdem sehnt Daisy sich verrückterweise mit jedem Tag mehr nach seiner Nähe. Als sie sich mit ihm zu einer kreativen Auszeit in ihr einsam gelegenes Ferienhaus in Italien zurückzieht, beginnt eine heiße Sommeraffäre. Da taucht Jays Ex überraschend auf und will ihn zurück ...
Seit Sophie Pembroke während ihres Studiums der englischen Literatur an der Lancaster University ihren ersten Roman von Mills & Boon las, liebte sie Liebesromane und träumte davon, Schriftstellerin zu werden. Und ihr Traum wurde wahr! Heute schreibt sie hauptberuflich Liebesromane. Sophie, die in Abu Dhabi geboren wurde, wuchs in Wales auf und lebt mittlerweile in einem kleinen Städtchen in Hertfordshire zusammen mit ihrem Mann, einem Wissenschaftler, ihrer unglaublich fantasievollen und kreativen Tochter und ihrem bezaubernden kleinen Sohn. In Sophies Welt ist das Glück von Dauer, und es ist immer genügend Zeit für eine Tasse Tee und das Schreiben einer weiteren Seite ...
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1. KAPITEL
Gegen die hellen Scheinwerfer anblinzelnd versuchte Jay Barwell wenigstens die erste Publikumsreihe auszumachen – vergeblich. Aber er hegte nicht den geringsten Zweifel, vor einem vollen Stadion zu spielen, nur lief es nicht wie gewohnt. Trotz der Unterstützung seiner treuen Fans, die ihm nachreisten, egal, ob er in L. A., London oder Dallas auftrat. Und das, seit er und sein Bruder Harry die Band Dept135 gegründet hatten. Nur heute erreichte er sie nicht wirklich.
Die Band fühlte es offenbar auch. Harrys Gitarre klang gequält, Nicos Schlagzeugsoli fehlte der richtige Beat, und selbst Benjis Bassgitarre schwächelte. Das alles war seine Schuld. Seit Milli ihn verlassen hatte, fehlte ihm einfach der Drive.
Er musste sich zusammenreißen und einen Auftritt hinlegen, der das Geld wert war, das die Zuschauer für ihre Tickets bezahlt hatten! Wenn er nur wüsste, wie …
Um wirklich gut zu sein, war er gedanklich noch viel zu sehr in seine Probleme und sein Versagen verstrickt. Vielleicht hatte Harry recht gehabt und es war tatsächlich eine schlechte Idee gewesen, so bald nach der Trennung auf Tour zu gehen. Jay hatte es für die richtige Medizin und Ablenkung gehalten, um mit der Erkenntnis fertig zu werden, dass eine Liebe, die er für sicher und verbrieft gehalten hatte, für immer dahin war.
Der Song endete in einem musikalischen Wimmern, und der Beifall, den sie dafür ernteten, war nur ein schwaches Anerkennungsklatschen im Gegensatz zum üblichen frenetischen Applaus.
Jay wandte den Kopf und begegnete einem intensiven Blick. Er kam von Daisy Mulligan, die so etwas wie ihre Vorgruppe war. Wie sie ihre Unterlippe durch die Zähne zog, bewies, dass auch sie hörte und spürte, dass hier etwas daneben ging.
Daisy war noch ein Neuling im Musikbusiness, aber talentiert und mit dem Herzen dabei.
Wenn sein Auftritt ein einmaliges Versagen wäre, hätte Jay es locker abschütteln und sich auf den nächsten Auftritt fokussieren können. Aber der Wurm steckte in der ganzen Tour. Das war eine Katastrophe, da er nicht wusste, wie er den negativen Verlauf beeinflussen oder aufhalten konnte.
Der nächste Song war zumindest ein Duett.
Er und die Jungs hatten Daisy vor zwei Jahren auf einem Festival in Kopenhagen getroffen, wo sie einen ihrer ersten Hits gesungen hatte: With You. Im Grunde war das Stück ein schlichter Lovesong, allerdings garniert mit ungewöhnlichen Harmonien und so eigenwillig arrangiert, dass er das Potenzial zu einem Ohrwurm hatte. Als sie vereinbart hatten, dass Daisy mit ihnen als Support-Act auf Tour ging, hatte Jay vorgeschlagen, ihren Song als Duett zu präsentieren.
Was sich als guter Schachzug erwiesen hatte, da es seit Tourbeginn der einzige Titel war, der beim Publikum echte Begeisterung hervorrief.
Daisy griff sich ihre Mandoline, enterte die Bühne und kam direkt auf ihn zu.
„Alles klar bei dir?“, murmelte sie, während sie neben ihm Position bezog.
Er schüttelte nur kurz den Kopf, weil er ihre Frage mehr erahnt als verstanden hatte, da der Applaus angesichts ihres Auftritts in begeisterten Jubel überging. Die Gäste hatten Daisy heute schon einmal spielen und singen hören, und Jay musste zugeben, dass die Tour für sie, im Gegensatz zu seiner Band, geradezu phänomenal verlief.
„Egal, lass uns das durchziehen …“, brummte er.
Sobald die ersten Akkorde erklangen, spürte Jay, wie sein Selbstvertrauen und seine Laune stiegen. Vielleicht, weil er sich jetzt in erster Linie auf die junge Sängerin und Songwriterin neben ihm konzentrieren konnte anstatt auf das Publikum.
Sie fing seinen Blick auf, und zum ersten Mal an diesem Tag lächelte Jay. Ihm war, als wenn er seit Beginn der Tour jeden Abend diesem einen Moment entgegenfieberte, weil es ihm dann endlich gelang, sich wieder in der Musik zu verlieren – auf eine Weise, wie es ihm seit Millis Abreise nicht mehr gelungen war.
Seit er erkannt hatte und akzeptieren musste, dass das, was er für wahre Liebe gehalten hatte, nur Show gewesen war.
Die Menge fühlte offensichtlich wie er. Sobald ihr Duett begann, wurde es ganz still im Publikum. Die betörenden Harmonien schienen gen Himmel zu steigen und über ihren Köpfen zu schweben. Jay spürte, wie die Anspannung in seinem Körper nachließ. Hoffentlich gelang es ihm, diese Energie bis zu ihrer Finalnummer aufrechtzuerhalten … allein schon, um sich und dem Rest der Welt zu beweisen, dass er mit gerade mal dreißig noch lange nicht am Ende war.
Während sie sangen, neigte er sich Daisy instinktiv immer weiter zu. Irgendwann registrierte er, dass sie ihm ebenfalls entgegenkam. Der Songtext war aber auch unglaublich emotional und die Harmonien so bewegend, dass es von beiden Seiten eine natürliche Reaktion zu sein schien. Immerhin war es ein Lovesong …
Daisy lächelte ihn mit funkelnden Augen an, und nicht zum ersten Mal war er überwältigt von ihrem Liebreiz und Charme. Große grüne Augen unter einem dunklen Haarschopf. Sie war so zierlich und klein, dass sie ihm kaum bis zur Schulter reichte.
Aus einem spontanen Impuls heraus legte Jay einen Arm um Daisys schmale Taille und zog die junge Musikerin an sich, während die Menge so begeistert jubelte, wie er es sich den ganzen Abend über gewünscht hatte.
Er neigte den Kopf, um sich bei Daisy zu bedanken. Ihr Blick nahm ihn gefangen. Diese Wärme und Hingabe, die Begeisterung um sie herum, all das stieg ihm zu Kopf, und ehe er wusste, was er tat, küsste er Daisy auf den Mund und versetzte das Publikum damit in ekstatischen Jubel.
Und sich selbst in einen Zustand, wie er ihn seit Monaten nicht mehr verspürt hatte.
Erst als er sich zurückzog und sah, dass Daisys weicher Blick sich in Empörung und Zorn verwandelt hatte, dämmerte Jay, was ihm nach dem Konzert drohte.
Die lautstarke Begeisterung der Zuschauer klingelte immer noch in Daisys Ohren, als sie zwei Tage und zwei Auftritte später nach dem Tour-Ende die Bühne verließ … und in ihre private Hölle eintrat.
„Daisy! Was für ein phänomenaler Auftritt! Feiern Jay und du diesen Erfolg später zusammen? Kannst du uns nicht einen kleinen Wink geben, was euren aktuellen Beziehungsstatus betrifft?“
Nein, weil es ganz einfach keine Beziehung gibt! Das hätte sie dem nervigen Reporter am liebsten an den Kopf geknallt. Doch aus leidiger Erfahrung wusste Daisy, dass man ihr nicht glauben würde. Wie denn auch nach dem verdammten Kuss, den Jay ihr vor zwei Tagen in Philadelphia aufgezwungen hatte?
Natürlich hatte er sich gleich darauf entschuldigt und irgendetwas von einer Showeinlage fürs Publikum gemurmelt. Aber ihr Manager Kevin war zu ihrem Leidwesen vor Begeisterung völlig aus dem Häuschen gewesen! Innerhalb weniger Stunden hatten sich etliche Kussfotos via Internet verbreitet, und die Kartenverkäufe für die verbleibenden Tourtermine waren anlässlich wilder Spekulationen über ihre angebliche Beziehung in die Höhe geschossen.
Die Wahrheit schien niemanden zu interessieren … noch etwas, was man lernte, wenn man fast eine Berühmtheit war. Natürlich war es von Jays Seite nicht mehr als ein spontaner Impuls gewesen. Nur, wie sollte sie damit umgehen, dass ihr Herz jedes Mal ganz oben im Hals schlug, wenn sie an den Kuss dachte?
Der Reporter wartete immer noch auf Antwort.
„Ja, es war ein großartiger Abend und ein fantastisches Publikum“, flüchtete sie sich in unverbindliche Floskeln, die zumindest der Wahrheit entsprachen. Im Gegensatz zu den absurden Gerüchten um Jay und sie.
Doch die aufdringlichen Paparazzi ließen nicht locker.
Nie hätte Daisy gedacht, dass ihr Privatleben fremde Leute derart faszinieren würde. Es hatte sie ohnehin überrascht, wie sehr man sich für ihre Musik und Bühnenpräsenz interessierte. Aber seit Kopenhagen hatte ihr Leben insgesamt ihre wildesten Erwartungen und Träume übertroffen.
Das Festival vor zwei Jahren hatte ihr noch weit mehr beschert als eine steile Karriere, nämlich gute Freunde. Dazu zählten nicht nur Jay und der Rest seiner Band Dept135, sondern auch zwei ganz besondere Freundinnen, mit denen zusammen Daisy damals einer ebenso reizenden wie extravaganten alten Dame hatte beistehen können, als deren Hund ausgebüxt war und sich Viv zu allem Überfluss auch noch den Knöchel verletzt hatte.
Persönlich hatten die Mädels und sie sich nach ihrem Abenteuer in Dänemark nicht mehr gesehen, aber sie waren über die sozialen Medien in regem Kontakt geblieben. Tatsächlich hatten Jessica und Aubrey in den Folgemonaten als eine Art Rettungsanker für Daisy fungiert, als der Ruhm überraschend kam und ihre Welt auf den Kopf stellte.
Dabei kämpften beide auch mit eigenen Problemen. Aubrey war schwer erkrankt und obwohl inzwischen wieder auf dem Weg der Besserung, immer noch nicht ganz auf dem Posten. Und Jessica hatte gerade ein aufregendes Jobangebot in New York bekommen, während für Daisy alles, wovon sie jemals geträumt hatte, in Erfüllung gegangen war: allabendliche Auftritte während einer Welttournee mit eigenen Songs und Kompositionen als Vorgruppe und Unterstützung einer der angesagtesten Bands des Universums!
Glaubte man den Medien, war sie dazu noch in eine wilde Romanze mit Jay Barwell verstrickt, der drei Jahre hintereinander zum Sexiest Man Alive gekürt worden war.
Natürlich war dieser Teil der Geschichte reine Fiktion, die schon vor dem berühmtberüchtigten Kuss die Runde gemacht hatte. Aber Daisy wusste, dass Jay immer noch an seiner Ex-Freundin hing, dem...




