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Penn | Piper House | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 356 Seiten

Reihe: Piper House

Penn Piper House

Painting Trust
2. Auflage 2025
ISBN: 978-3-6951-2928-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Painting Trust

E-Book, Deutsch, Band 1, 356 Seiten

Reihe: Piper House

ISBN: 978-3-6951-2928-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Betty ist eine angehende Künstlerin, als sie den superreichen Ewan trifft. Sie verlieben sich Hals über Kopf und werden ein Paar. Doch schon ein Jahr nach der Hochzeit ist alles anders: Betty ist nur noch ein Schatten ihres kreativen Selbst. Sie hat sich eingefügt in die Rolle der High-Society-Ehefrau. Zwischen dem Wunsch, dazuzugehören, und der Frustration über die oberflächliche Glamour-Welt löst sie sich langsam auf. Auch Ewan erkennt seine Frau kaum wieder. Als er von einer Intrige erfährt, in deren Zentrum Betty steht, nimmt er Reißaus. Hat er sich wirklich so sehr in ihr getäuscht? Nach wochenlanger Funkstille landen beide dort, wo sie zuletzt so richtig glücklich waren: Nantucket. Ihren Gefühlen können sie auf der Insel nicht mehr aus dem Weg gehen. Irgendwie müssen sie sich in ihrem Sommerdomizil Piper House arrangieren ... und herausfinden, ob sie einander überhaupt noch vertrauen können.

Phillippa Penn legt mit "Piper House - Painting Trust" ihr siebtes Buch und in ihre fünfte Liebesgeschichte vor. Als hauptberufliche Romantikerin verbringt sie eine angemessene Menge ihrer Freizeit damit, die Rosen in ihrem Garten zu bewundern. Meistens mit einer Tasse Kaffee und Augenringen von nächtlichen Schreibsessions. Sie liebt es Selfpublisherin zu sein, weil sie ihre Ideen gerne in Eigenregie auslebt. Wer das live miterleben will, kann Phillippa auf diversen Social-Media-Kanälen folgen.
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KAPITEL 2



„Komm her, Bentley! Na, komm!“

„Zum letzten Mal, Les …“ Ich verdrehe die Augen, während ich die bernsteinfarbene Flüssigkeit in meinem Glas schwenke. „Der Hund heißt Jersey.“

Lester schnaubt nur. Eine rotblonde Strähne fällt ihm ins Gesicht, während er weiter auffordernd mit einem Hundekeks herumwedelt. „Bentley würde viel besser passen.“

„Tja …“ Ich nehme einen Schluck, registriere zufrieden, wie der Whisky in meinem Rachen brennt. „Ist mir ehrlich gesagt völlig egal, was deiner Meinung nach besser zu ihm passen würde.“ Ich lehne mich in meinem Sessel zurück. „Er heißt Jersey.“

Mein Cousin schmunzelt. „Bist du immer so bissig, wenn es um deinen Welpen geht?“ Er lässt endlich den Labrador in Frieden und schlendert zu mir herüber. „Oder nur, wenn es um geht?“

Wie er ihren Namen ausspricht, passt mir gar nicht.

Dass er ihn überhaupt ausspricht, passt mir gar nicht.

Ihr Name brennt stärker als der Alkohol in meinem Getränk. Ich leere fast das halbe Glas in meinem nächsten Zug.

„Es geht hier nicht um sie“, sage ich rau.

„Nein?“ Lester blinzelt, während er es sich auf der Polsterbank, die die Kabine auf der Backbord-Seite säumt, bequem macht. „Also hast diesen entsetzlichen Namen für den Hund ausgesucht?“

„Nein, sie …“ Ich stelle mein Glas auf dem polierten Mahagonitisch zwischen uns ab. Härter als beabsichtigt. „Reden wir über etwas anderes, okay?“

„Zum Beispiel?“ Interessiert lehnt sich Lester über den Tisch, greift nach der Kristallkaraffe in der Mitte und spielt mit dem Deckel, als würde er überlegen, sich auch einen Drink zu genehmigen.

Aber das wird er nicht tun. Er trinkt niemals.

Ein Typ wie Lester braucht keinen Alkohol, um sich selbst einen Kick zu verschaffen. Er wurde mit einem unendlichen Vorrat an Kicks geboren.

„Du wirst doch wohl irgendwas zu erzählen haben.“ Ich fasse mir an die Nasenwurzel. Kriege ich eine Sinusitis oder sind das schon die Vorboten der Kopfschmerzen, die ich nach diesem Glas zu erwarten habe? „Schließlich fliegst du doch auf den ganzen Society-Events herum!“

„Oh, ich habe sie gestern nicht auf der Cocktail-Party deiner Eltern gesehen, falls du das meinst.“

Lester sieht mich an und ich kann nicht richtig erkennen, ob sein Lächeln mitfühlend oder spöttisch ist.

Vielleicht habe ich meine Kontaktlinsen falsch herum eingesetzt. Vielleicht ist es der Whisky.

Ist ja auch eigentlich egal.

„Das meinte ich nicht“, sage ich und bin doch irgendwie enttäuscht zu hören, dass sie nicht dort war.

Betty liebt meine Mutter und die extravaganten Partys, die sie schmeißt. Wenn es eine Person gibt, die meine Frau raus aus der Stadt und nach Nantucket locken könnte, dann ist das meine Mom.

Wenn Betty nicht einmal zu ihrem End-of-Summer-GetTogether kommt, dann muss sie wirklich mit meiner Familie abgeschlossen haben. Und mit mir.

„Fuck.“ Ich greife wieder nach meinem Glas, trinke noch einmal … und noch einmal. Schluck für Schluck, bis mir das Getränk aus der Hand genommen wird.

„Ich denke, du hattest genug. Es ist zu früh am Morgen für diesen Mist.“ Les stellt den Tumbler gerade so hin, dass er außerhalb meiner Reichweite ist.

Ich schnaube. „Ich denke, das geht dich einen Scheißdreck an.“

Er lacht auf, dann seufzt er. „Ernsthaft, Ewan. Es reicht. Du hängst seit vier oder fünf Wochen auf diesem herum.“ Er betont es so, als würden wir uns auf einer schwimmenden Kakerlake befinden, anstatt auf einem kleinen Luxus-Segler. „Du betrinkst dich, verschläfst den ganzen Sommer …“

Er nickt in Jerseys Richtung, der gerade auf einem Paar Ferragamo-Schuhe herumkaut. „Du langweilst selbst deinen Köter und, mit Verlaub …“ Er rümpft die Nase. „Du stinkst.“

Ich lache bitter. „Dann hau ab. Ich habe dich nicht hergebeten.“

„Oh, glaub mir, ich wäre nicht hier, wenn es nach mir ginge.“ Les rückt sein ohnehin makellos sitzendes Jackett zurecht. „Aber du hast mich sehr wohl um etwas gebeten und ich bin hier, um es dir zu überreichen.“

Er legt die Papiere auf den Tisch.

Ich mache keine Anstalten, danach zu greifen.

Lester seufzt. „Und mal abgesehen davon … Dein Dad wird langsam ungeduldig.“

„Ach ja, wie geht’s Maxwell?“, erkundige ich mich. „Vögelt er noch seine Sekretärin?“

„Ich soll dir Grüße ausrichten“, beantwortet Les meine erste Frage und übergeht die zweite. „Aber vor allem soll ich dich fragen, wann wir das Meeting ansetzen, um den Ausstieg von Grysperre aus dem Mall-Housing-Projekt zu erklären.“

Ich stöhne und fahre mir übers Gesicht. „Sag ihm, wir besprechen das nach dem Labor Day.“

„Sag’s ihm selbst.“ Les schüttelt den Kopf. „Ich bin nicht dein Laufbursche.“

„Aber du bist , oder?“ Ich richte mich auf, greife an ihm vorbei und hole mir mein Glas zurück.

Les lächelt nur. „Er ist mein Boss. Und mein Onkel. Ich tue ihm einen Gefallen.“

„Wie großzügig von dir.“ Ich greife mir die Karaffe, fülle mein beinahe leeres Glas wieder auf.

„Ewan.“ Lesters Ton wird plötzlich ungewohnt ernst und er klopft mit dem Finger auf den Umschlag, den er gerade auf den Tisch gelegt hat. „Schieb es nicht länger auf.“

Ich presse die Lippen aufeinander und gieße mir weiter ein.

„Dadurch wird es auch nicht einfacher.“ Les klingt so eindringlich, man könnte beinahe denken, er hätte Mitgefühl mit mir. „Dein Anwalt hat alles zusammengestellt. Du musst nur noch unterschreiben. Brauchst du jemanden, der ihr anschließend die Papiere bringt?“

„HALT …“ Ich belle das erste Wort so laut, dass sogar Jersey alarmiert die Ohren aufstellt, „… dich doch einfach raus! Es ist nicht dein Projekt. Es ist nicht dein Business. Und es ist auch nicht deine gottverdammte Ehe.“

Les hält kurz inne, dann knurrt er: „Es ist sehr wohl auch mein Projekt. Und es ist das Familiengeschäft, also ist es auch mein .“ Er schnaubt. „Hör endlich auf, den geprügelten Hund zu spielen. Es ist längst nicht nur deine Angelegenheit. Reiß dich zusammen!“

Ich schüttele den Kopf, nehme stur einen Schluck von meinem Drink. „Du hast keine Ahnung.“

„Ach, nein? Dann erklär’s mir!“ Er nimmt mir wieder mein Getränk ab.

Ich hole es mir zurück. Und schweige.

„Das ist doch scheiße, Ewan.“ Les verschränkt die Arme vor der Brust.

Ich grinse grimmig. „Da stimme ich dir ausnahmsweise einmal zu.“

Er seufzt. „Du kannst dich nicht ewig verstecken. Du musst dich diesem Mist stellen. Wie ein Erwachsener.“

„Wie ein Erwachsener?“ Ich lache ihm mitten in sein ernstes Gesicht. „Sind wir das jetzt? ?“

Les und ich sind seit mehr als zehn Jahren erwachsen. Aber wir sind auch Trust-Fund-Kinder, College-FratBoys … Unsere Zwanziger waren wie eine Verlängerung unserer Teenie-Eskapaden. Nur mit noch mehr Geld, teureren Autos und Frauengeschichten.

Zumindest bis ich Betty kennengelernt habe.

„Du weißt, dass die Zeiten sich geändert haben“, gibt Les, ganz ohne Lachen, zurück.

Ich trinke wieder.

Er schnaubt, greift hinter sich und entdeckt eine benutze Socke zwischen den Polstern. Mit spitzen Fingern wirft er sie knapp neben den Mülleimer. „Warum hast du eigentlich den Hund mit hierhergenommen und nicht Alfred?“

„Es ist zu eng hier.“ Ich mache eine Handbewegung, die den edlen, aber kleinen Salon meiner Hallberg-Rassy-Jacht einschließt. „Außerdem komme ich allein klar. Ich brauche kein Personal.“

Missmutig beäuge ich mein Glas. Es ist schon fast wieder leer.

„Du hast es ihr überlassen, oder?“ Lester schnalzt mit der Zunge. „Das Haus? Das ganze Personal?“

Ich spüre seinen Blick auf mir.

„Ich habe ihr nichts “, entgegne ich genervt. „Ich bin einfach .“

Einen Moment bleibt es still zwischen uns. Ich höre Jersey auf meinen Schuhen herumkauen und ich höre das leise Lecken des Wassers am Rumpf des Bootes.

„Weiß sie überhaupt schon, dass du dich scheiden lässt?“, fragt mein Cousin in die Stille hinein.

Ich antworte ihm nicht.

Ich sehe ihn nicht einmal an.

Meine Aufmerksamkeit ist wieder bei dem Drink in meiner Hand. Bei der Bernsteinflüssigkeit, die...



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