E-Book, Deutsch, Band 16, 160 Seiten
Reihe: Gay Hardcore
Perridge / Morten Gay Hardcore 16: Seilschaft
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-95985-397-2
Verlag: Bruno Books, Salzgeber Buchverlage GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 16, 160 Seiten
Reihe: Gay Hardcore
ISBN: 978-3-95985-397-2
Verlag: Bruno Books, Salzgeber Buchverlage GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Durch einen schweren Schneesturm wird die winterliche Bergtour für Jason und Nico zu einem gefährlichen Abenteuer. Als Schutz vor nächtlicher Kälte ist Körperwärme hilfreich, doch am nächsten Morgen herrscht betretenes Schweigen. Dann liefern sich die beiden harten Kerle einen erbitterten Kampf darum, wer das Sagen hat. Um Nähe zu erreichen, muss Widerstand gebrochen werden, statt Partner sind sie abwechselnd Sieger und Verlierer. Ihre Freundschaft scheint schon verloren, aber bis zuletzt ringen sie um eine gemeinsame Basis.
Autoren/Hrsg.
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Abgründe und Spalten
Nico hatte mit ein paar einfachen Sachen angefangen. Das war sein Freund, um Himmels willen, ein Mann, mit dem er gelacht, Bier getrunken und Lebensprobleme diskutiert hatte.
Doch er war überrascht, wie leicht ihm die Befehle von den Lippen kamen.
Er hoffte erst, dass nur Wut aus ihm sprach, und er war wütend, sie brannte in seinem Hinterkopf. Aber diese Wut überwältigte ihn nicht, er wusste das. Was er tat, war nicht annähernd so etwas wie Zuschlagen im Affekt oder wie der Blutrausch, dem griechische Sagenhelden ihre Siege verdankten. Nein, ein kühler, berechnender Teil von ihm übernahm die Führung, der es genoss, die Kontrolle zu haben. Nico war nicht ganz sicher, ob ihn das freute oder ängstigte.
Er sah ruhig zu Jason hinüber, der ihn mit mörderischen Blicken maß. Und Nico hatte eine verdammt gute Vorstellung, warum. Jasons Sinn für Stolz und Selbstachtung war bei der ganzen Filmcrew bekannt. Er war ein netter Kerl, ein lockerer Typ, aber beleidige ihn, reize ihn über seine Grenze hinaus, und sieh die Funken fliegen. Nico konnte nur ahnen, welche Verletzung die Unterwerfung unter einen anderen Mann diesem Stolz zufügte, und Jasons verhaltenes Knurren bestätigte ihm, dass er den Schaden kaum überschätzen konnte.
Sein erster Befehl war schlicht gewesen, dass Jason sich ausziehen sollte. Das hatte bemerkenswert lange gedauert, weil Jason gegen seinen sofortigen Reflex ankämpfen musste zuzuschlagen. Endlich, grollend, widerwillig, gehorchte er, und die Kleider fielen.
Es war nicht das erste Mal, dass Nico ihn nackt sah, aber das erste Mal, dass er sich erlaubte, ihn mit offener Begierde anzusehen. Jason zierte sich nicht, sich vor Kollegen in der Umkleide auszuziehen. Aber, ah, welch ein Anblick jetzt, beinahe noch attraktiver durch die zornige Anspannung im ganzen Körper. Jason gab einen guten Schurken ab, Hollywood hatte das schon entdeckt. Nico lächelte. Jasons eingeschüchterter Blick, als er dieses kleine Lächeln sah, ließ Nico erkennen, wie viel Macht er hatte.
Dann die Fotografien. Das hatte noch einmal Streit gegeben, und Nico konnte das verstehen. Sollten die Fotos in die falschen Hände geraten, brauchte Jason dringend ein paar gute Ausreden, auch wenn die meisten Bilder einfache Aktfotos waren, die die Schönheit und Kraft eines erwachsenen männlichen Körpers feierten. Viele von ihnen waren zwar erotisch, aber das künstlerische Element konnte kaum bestritten werden, auch wenn Nico jetzt noch nicht überprüfen konnte, wie gelungen die Bilder waren. Denn auf Bergtouren nahm er seine alte Kamera mit, in die man noch Filme einlegen musste. Im Gegensatz zu seiner Digitalkamera hatte die auch unter Extrembedingungen noch nie versagt.
Na gut, die letzten paar Fotos würden etwas schwerer zu erklären sein. Aber Nico hatte nicht vor, sie herumzuzeigen. Der Anblick von Jason auf allen vieren, mit gebeugtem Kopf, sein Rücken und Hintern jeder Entscheidung von Nico ausgeliefert – dieses Bild war seiner Erinnerung eingeätzt für immer. Jason protestierte, als Nico ihm befahl, sich selbst zu berühren, Wut und Scham in seinem Gesicht – aber er tat es. Ah, er tat es, und bei der Schnelligkeit seiner Erektion zweifelte Nico, dass er der Einzige war, der dies alles erregend fand. Nicos Geschlecht klopfte hart, seitdem die Kleider gefallen waren, aber dieser Körperregion überließ er nicht das Sagen. Ginge es nach seiner schieren Lust, wären sie längst schon fertig gewesen.
Natürlich ließ Nico während dieses »Spiels« Jason keinen Orgasmus erreichen. So wurde das Spiel nicht gespielt. Jason starrte ihn mit Blicken an, die Rache für die Demütigung versprachen. Was soll’s. Hier und jetzt hatte Jason bestimmt nicht die Oberhand.
Nico brauchte einen Moment, um seinen nächsten Befehl auszusprechen, aber das Verlangen wuchs. Der drängende Schmerz in seinem Geschlecht wurde stärker als irgendwelche Bedenken. Jason sah ihn aufmerksam an, als erwarte er einen physischen Schlag. »Jason.« Nico betrachtete ihn gedankenvoll und stand vom Boden auf, wo er gehockt hatte. »Komm her. Geh auf die Knie.«
Der Blick, den Jason ihm gab, zeigte, dass er sehr gut wusste, wohin das führen sollte. Er war ja nicht blöd. Und es war keine Überraschung, dass er langsam den Kopf schüttelte.
»Nein.« Jasons Augen glühten voller Wut. Nico stieß einen langen, geduldigen Seufzer aus, seinen Blick fest auf den jüngeren Mann gerichtet. In dieser Stimmung war Jason alles zuzutrauen, obwohl Nico ihn nicht für so dumm hielt. Selbst wenn Jason glaubte, er könnte den Abstieg alleine bewältigen, Verletzungen durch einen Kampf konnte er nicht riskieren.
Allerdings, wie viel logisches Denkvermögen durchdrang die rasende Wut?
»Hör gut zu! Ich verabscheue dich«, knurrte Jason, schob sich näher an die Wand und fühlte sich offenbar sicherer mit dem stützenden Holz in seinem Rücken. »Willst du mir endgültig demonstrieren, was für ein Bastard du bist?«
Nico legte den Kopf zur Seite und sah ihn gelassen an. Jasons Gerede ging ihm allmählich auf die Nerven. Wenn er so weitermachte, wäre ein Knebel erforderlich, obwohl Nico für Jasons Mund andere Pläne hatte. Und wie sehr würde ein Knebel zu weiteren Schritten verleiten …?
»Bist du jetzt fertig, oder muss ich mir noch mehr Gewinsel anhören?«
»Gewinsel!« Jason geriet außer sich bei dieser Unterstellung. »Bring mich nicht zum Lachen.«
»Hatte ich nicht vor, muss ich sagen«, gähnte Nico und sah kurz zum Feuer, das warm und hell loderte. Eine Bewegung im Augenwinkel, er reagierte sofort, fuhr herum und schleuderte Jason auf den Boden, wobei er den Schwung des Angriffs ausnützte. Jason knallte hart auf ein Bein und schlidderte über den Boden. Er erhob sich sofort auf ein Knie, auf einer Hand abgestützt, und blickte hoch, um zu sehen, ob ein Schlag kam.
Verdammt! Er hätte besser aufpassen müssen, tadelte sich Nico, als er zu Jason hinüberging, während ihre Augen sich drohend anblitzten. Nico lehnte sich über ihn, die Arme verschränkt, bereit, sofort zu reagieren, falls Jason einen neuen Versuch unternahm.
»Keine gute Idee«, knurrte Nico ihn an. Jason starrte trotzig zurück. Nico sah, wie seine Hände sich so fest zu Fäusten ballten, dass die Fingernägel kleine halbkreisförmige Abdrücke hinterließen. Nico hockte sich vor ihn und strich mit der Hand über Jasons Wange.
Jasons zusammengekniffene Augen beobachteten ihn misstrauisch.
»Anscheinend muss ich dich erinnern, Jason«, Nico senkte seine Stimme, »du brauchst mich, und du brauchst mich lebend und fit. Es sei denn, du bist so dumm und willst es allein versuchen, aber selbst dann solltest du unverletzt und gesund sein. Blaue Flecken und Knochenbrüche werden in keinem Buch empfohlen, das musst du mir einfach glauben, da du ja nicht viel von Überlebensstrategien weißt. Wenn du meine Hilfe willst, hast du keine andere Wahl, als zu tun, was ich sage. Alles, was ich sage. Und je mehr du dich wehrst, umso schwerer werden die Aufgaben sein, die ich dir auferlege.«
Er prüfte Jasons Gesicht und versuchte seine Stimmung abzuschätzen. Jason war schwer zu lesen, wenn er verärgert war, es war kompliziert, die niedrigeren Grade von Angepisstheit von den höheren zu unterscheiden.
»Hast du kapiert?«, hakte Nico nach. Und wieder schlug Jason zu, Nico fiel fast hintenüber. Er riss sich zusammen – widerstehe! Es war klar, dass Jason ebenfalls versuchte, seine Kampflust zu zügeln, denn als er sah, dass der Kampf eskalieren würde, kroch er rasch zurück, leicht bucklig wie ein getretener Hund.
Nico seufzte ärgerlich. Er sprang auf, behielt Jason fest im Blick, falls der es noch mal probierte …
»Anscheinend kapierst du nicht«, sagte er zornig. Das würde ein Problem werden. Ein aggressiver Jason gefährdete ihren Abstieg enorm. Nico überlegte kurz, ob er aufgeben und Jason in Ruhe lassen sollte. Immerhin, er hatte die Fotos. Aber dieser kleine innere Einwand wurde rasch niedergetrampelt von seiner Wut und, um der Wahrheit ins Auge zu sehen, seiner Lust. Ihre Freundschaft war nicht mehr zu retten. Dafür würde Jason sorgen. Jetzt aber, hier gehörte Jason ihm. Jason war sein, und er konnte mit ihm tun, was er wollte.
Und Gott, klang das gut.
Wie auch immer, sein Benehmen musste sich verbessern.
»Du beschissener Bastard«, spuckte Jason in seiner Ecke. »Lass mich gehen!«
Okay, die Sprache musste sich auch verbessern.
»Dich gehen lassen? Okay, Jason, machen wir’s so. In welcher der Spalten möchtest du deine neue Freiheit verbringen? Welche Schneebrücke wird unter dir zusammenbrechen? Ohne mich als Partner, um dich zu sichern, hast du nicht die geringste Chance. Versuche es, und ich werde Spaß dabei haben, zuzusehen.« Nico sah ihn an. Jason war stumm. »Oder willst du deinen Standpunkt überdenken?«
»Fuck you«, sagte Jason bitter.
»Jason, wenn du das noch einmal sagst, werde ich dich schlagen.«
Er sagte es höflich. In normaler Lautstärke. Und er war selbst geschockt zu erkennen, dass es wahr war. Gut, schlagen klang etwas extrem. Eher … demütigen. Etwas benutzen, das ein bisschen auf der Haut brannte, aber keinen ernsthaften Schaden anrichtete. Nur eine disziplinarische Maßnahme.
Ja, wenn er sich das lange genug einredete, glaubte er es.
Jason forschte in seinem Gesicht. Er schätzte offenbar ab, ob Nico es ernst meinte. Er öffnete den Mund, dann schloss er ihn langsam wieder. Nicos Hoffnungen stiegen. Er erschrak, als er sah, dass Jason noch immer eine Erektion hatte. Guter Gott, hatte er die während der ganzen Rauferei? Jasons Körper strafte seine Worte und sein Handeln Lügen …
»Das wagst du nicht«, Jasons Stimme war...




