Pessoa / Dix / Pizarro | Genie und Wahnsinn | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 448 Seiten

Reihe: Fernando Pessoa Werkausgabe

Pessoa / Dix / Pizarro Genie und Wahnsinn

Schriften zu einer intellektuellen Biographie
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-10-403322-8
Verlag: S. Fischer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Schriften zu einer intellektuellen Biographie

E-Book, Deutsch, 448 Seiten

Reihe: Fernando Pessoa Werkausgabe

ISBN: 978-3-10-403322-8
Verlag: S. Fischer
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



?Genie und Wahnsinn? fasst annähernd alle Nachlassfragmente zusammen, die von der großen Schlüsselfigur des portugiesischen Modernismus zu Themen wie Genie, Wahnsinn, Degeneration oder Psychopathologie niedergeschrieben wurden. Der junge Pessoa erweist sich als ein beachtlicher Kenner beinahe aller Abhandlungen, die bezüglich dieser Materie in Europa vor dem Ersten Weltkrieg im Umlauf waren und die in der damaligen Zeit die intellektuelle Aufmerksamkeit beherrschten. Zwischen den sehr vielfältigen Texten befinden sich beispielsweise kunstvolle Kommentare zu wissenschaftlichen und pseudowissenschaftlichen Abhandlungen, welche von Cesare Lombroso über Gabriel Tarde bis hin zu Max Nordau reichen; es gibt ausgeklügelte Versuche, die psychische Konstitution Shakespeares oder eigener Zeitgenossen zu deuten, und es lassen sich umfangreiche Ansätze ausmachen, mit denen der junge Pessoa seine eigene Seelenverfassung ergründen will.

Fernando Pessoa (1888-1935), der bedeutendste moderne Dichter Portugals, ist auch bei uns mit dem »Buch der Unruhe« bekannt geworden. Einen Großteil seiner Jugend vebrachte er in Durban, Südafrika, bevor er 1905 nach Lissabon zurückkehrte, wo er als Handelskorrespondent arbeitete und sich nebenher dem Schreiben widmete. 1912 begann seine Tätigkeit als Literaturkritiker und Essayist. Er schuf nicht nur Gedichte und poetische Prosatexte verschiedenster, ja widersprüchlichster Art, sondern Verkörperungen der Gegenstände seines Denkens und Dichtens: seine Heteronyme, darunter Alberto Caeiro, Ricardo Reis, Álvaro de Campos - und er schrieb eben auch als Pessoa, das im Portugiesischen so viel wie »Person, jemand« bedeutet.
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Beobachtungen zum Genie.


Der geniale Mensch sieht klarer und träumt mehr als der gewöhnliche Mensch.

Ist die Übersensibilität gegenüber Geräuschen eine Charakteristik von Leuten, die Angst empfinden?

***

Die größten Genies sind die Schöpfer eines Milieus.

Richet[5] liegt richtig, wenn er behauptet, daß das, was den großen Menschen auszeichnet, genau jenes ist, was ihn von seinem Milieu unterscheidet. Einige sind einfach nur zur Anpassung unfähig. Einige passen sich an, indem sie das Milieu erobern, indem sie es zu ihrem eigenen machen. Baudelaire und Poe sind Beispiele für die erste These. Napoleon und Christus sind Beispiele für die zweite These.

Der geniale Mensch muß gleichzeitig mehr träumen und wacher sein als der gewöhnliche Mensch. Die höhere Aktivität seines Denkzentrums bringt ihn dazu, ein größeres Bewußtsein vom Leben zu haben, eine größere Sehnsucht nach Verständnis, eine größere Klarheit der Sicht (was ihm hilft bei der Eliminierung von absurden Konzepten, die zwangsläufig in seinem Gehirn erscheinen). Die größere Aktivität von diesen gefährdeten Zentren, die (…) Aktivität der Nerven und die (…) schneiden ihn aber in einer gewissen Weise von der Welt ab, machen aus ihm einen Egoisten und einen Träumer. Daher ist das Phänomen der Amnesie (…) gewöhnlich bei Menschen mit Genie und Talent. (Der Unterschied zwischen diesen beiden besteht in der größeren Imagination des Genies, in der größeren Originalität, allgemein in der größeren Genialität.)

***

Die synthetische Aktivität ist verbunden mit einer mentalen Erregung, ebenso wie die Analyse an eine Depression gebunden ist.

Sowohl eine hohe synthetische Aktivität wie auch eine hohe analytische Aktivität sind Symptome eines psychopathischen Zustands.

Zuweilen trifft man in ein und derselben Figur diese beiden Aktivitäten gemeinsam an – dies ist selten, aber es ist möglich; dieses Individuum wird nicht ausgeglichener sein, sondern höchstens nur unausgeglichen ausgeglichen, denn letztlich bewegt es sich außerhalb der gewöhnlichen Naturproportionen.

Die Selbstanalyse ist ein morbides Phänomen.

Das ist offensichtlich. Da die Intelligenz essentiell objektiv ist, jedoch ist die analytische Intelligenz eine subjektive Intelligenz, also eine nichtnatürliche, eine morbide Intelligenz.

Ist die analytische Aktivität nun genau dies, oder ist sie eine Übertreibung des Selbstbewußtseins? Oder vielmehr: Was bedeutet das Selbstbewußtsein?

Der Grund, warum ein Dichter nicht über das Naturell eines Mathematikers verfügt – die Dichtung ist das Erzeugnis einer synthetischen Aktivität, die Mathematik das Erzeugnis einer analytischen Aktivität. Dies ist der wahre Grund, der fundamentale Grund, den alle kennen.

Ein Fall einer großen synthetischen Aktivität, verbunden mit einer völligen Unfähigkeit zur analytischen Aktivität:

Ein Fall der Koexistenz beider Aktivitäten, Edgar Allan Poe (denke an seine Erfolge in der Mathematik). Ein sich selbst und seiner Dichtung gegenüber tief kritischer Dichter. Der Alkoholismus übersteigerte seine synthetische, vereinfachende Aktivität.

Goethe: ein Fall der Koexistenz, ohne daß sich dabei die beiden Aktivitäten gegenseitig beeinflußt hätten.

***

Metaphysiker werden von normalen Menschen in der Regel nur schlecht oder oberflächlich verstanden. Mehr noch, es gibt vielerlei Leute, die glauben, ein metaphysisches System zu verstehen, wobei sie nur die Worte begreifen – was an sich schon ganz gut ist –, in denen es dargestellt wurde. Liest man einem normalen Menschen Spinozas Definition der Substanz vor, so wird dieser, wenn er sich schon nicht unhöflich gegenüber Spinoza äußert, zumindest doch sagen: »Mit solchen Dingen hat er seine Zeit vergeudet!«

Betrachtet man die Fakten, die Dinge mit einem nach Wahrheit strebenden Auge, so wird niemand leugnen, daß die metaphysische Spekulation nicht direkt auf das hauptsächliche Streben der natürlichen Dinge gerichtet ist, also auf die Erhaltung der Art, auf die Anpassung an den Lebenskampf.

Man würde auf ähnliche Weise die Wahrheit ignorieren, wenn man ebenfalls die andere Tatsache leugnete, nach der auch die Spekulation die Welt formt.

(Fouillée[6]: Philosophiegeschichte, Einleitung)

Zumindest der anormale Metaphysiker ist genaugenommen etwas neurasthenisch, verstrickt in der Manie des Zweifels. Desgleichen der normale Mensch, wie groß seine Klugheit als normaler Mensch auch sein mag (die normale Klugheit zeigt sich auf zwei Arten, in der Intuition des Charakters und in der Kraft der Überlegung). Auf einer höheren Stufe haben wir den manischen Zweifler, der sich mit aller Ernsthaftigkeit höheren Problemen aussetzt als der normale Mensch, der sich jedoch verwirrt, da er hierin nicht mit klarem Blick sieht. Auf der höchsten Stufe haben wir dann den genialen Menschen, der diese Probleme klar sieht, aus ihnen heraus Systeme erstellt, auf ihnen Gedankengebäude errichtet. Allerdings sollte dabei nie vergessen werden, daß seine Klarheit von Finsternis umgeben ist, so wie Katzenaugen im Dunkeln sehen können. Das ist selbstverständlich kein sehr nobler Vergleich, jedoch ausreichend für die Beschreibung.

Der nicht Mensch ist ein Metaphysiker. In diesem (…) Sinne hatte Rousseau recht, als er sagte: »L’homme qui pense est un animal dépravé.«[7]

Wir müssen die Natur des Genies auf verschiedene Weise verstehen; es gibt eine große Macht in der Wachheit; im gewissen Sinne eine hohe Quantität von schlechten Qualitäten. Wie wir sehen, ist die Basis anormal. An der Basis steht der Wahnsinn; Wahnsinn, Ungesundheit sind das Fundament, auf dem er sein Gebäude errichtet.

Dies erklärt viel, zum Beispiel, daß sich im Genie gleichzeitig gegenteilige Dinge ereignen wie ein höheres Bewußtsein und Unbewußtsein oder Schlafwandlertum. Ohne daß es wie ein Paradox klingen soll, könnten wir vielleicht sogar behaupten – je höher das Bewußtsein, um so geringer das Bewußtsein. Das bedeutet einfach nur – je ausgeprägter die frohlockende Erregung, um so größer die Depression.

Ein ähnlicher Fall ist der von Laster und Verbrechen.

***

Die Bedingung für jede Erregung ist die Depression; auch die begleitende Depression; die Erregung von einem Gefühl bedrückt andere (?). (Wird Depression hier nicht doppeldeutig benutzt?) Besteht die Erregung ein Leben lang, gehört sie dem Charakter an, wie beim Genie, dann wird auch die Depression ein Leben lang bestehen, dem Charakter angehören. Man sollte daher behaupten, daß im Genie Erregung und Depression immer nebeneinander zu bestehen haben. Das ist ein Gesetz der Natur; also unabwendbar.

Das Genie ist keine Neurose; es ist aber von einer begleitet. Nervöse , in anderen Worten Depressionen.

(Warum sind Männer der Tat in den meisten Fällen Epileptiker – Caesar, Napoleon? Sind andere Genies in den meisten Fällen neurasthenisch und neurotisch und hysterisch?) (Besteht die Depression in derselben Art wie die Erregung? – Kriminelle sind öfter Epileptiker.) (Dies scheint zu bedeuten, die Epilepsie wäre die Depression (Neurose) eines Handlungsmenschen.) (Größtes Genie, größtes Unbewußtsein. (Denken – Depression) Shakespeare.)

***

Es gibt mindere und höhere Schwachköpfe. Ein Schwachkopf ist ein Mensch, der sich nicht an die Art des Denkens anpassen kann, wie es bei einem seiner Umwelt entsprechenden Menschen geschieht.

Ein minderer Schwachkopf kann nicht die Dinge erlernen, die sein Mitmensch erlernt, er kann nicht (…).

Ein höherer Schwachkopf kann (beständig?) das erlernen, was ein anderer Mensch auch kann, um es allgemein zu sagen, aber er hat keinen Zugang zu einer höherstehenden intellektuellen Umwelt. Er kann keine Neigung zur Wissenschaft zeigen; er kann keine experimentelle Erkenntnis hochschätzen (…). Keats, Baudelaire, Verlaine, Ibsen (…) etc. waren höhere Schwachköpfe.

Das wahre Genie, der wahrhaft große Mensch, der ( bei M. Richet)[8] liebt die Wissenschaften, er denkt über sie nach. Er erstellt mit ihrer Hilfe vielleicht metaphysische Systeme, aber er verachtet sie nicht, er verehrt sie als die höchste Errungenschaft. Und je mehr er sie verehrt, um so besser. Vielleicht fühlt er in der Tat manchmal seine Unfähigkeit im Hinblick auf eine bestimmte Wissenschaft; er ist möglicherweise gegenüber einigen tendenziell abgeneigt – als ein normaler Mensch zum Beispiel gegenüber der Mathematik; was allerdings einfach nur eine Frage der intellektuellen Begabung ist. Aber dennoch neigt er nicht dazu, sie zu verachten; eventuell liebt er sie sogar, was auch natürlich ist, solange seine Liebe zur Wissenschaft nichts anderes ist als die Liebe zur Wahrheit, zur Klarheit, zum Verständnis.

Um auf den höheren Schwachkopf zurückzukommen. Er hat die Fähigkeit, aber nicht die (…).

Bezüglich der Quantität der Gehirnkraft ist er ein Denker. Durch das Fehlen an Qualität ist er ein Schwachkopf. Das Gehirn des Schwachkopfs ist (um es so zu sagen) quantitativ ausreichend, qualitativ mangelhaft. Das des Idioten ist quantitativ und qualitativ mangelhaft – mangelhaft in jeder Beziehung.

Was das Denken betrifft, so müssen vielleicht zwei Dinge unterschieden werden: das Begriffsvermögen – die Tiefe...


Dix, Steffen
Steffen Dix, 1968 geboren, studierte in Tübingen, Berlin und Lissabon Vergleichende Religionswissenschaft und Philosophie. Nach mehrjähriger Forschung am Nachlass Fernando Pessoas promovierte er zu dessen Neopaganismus und Heteronymie. Er übersetzte und edierte im deutschsprachigen Raum viele seiner wichtigsten theoretischen Werke. Neben zahlreichen Artikeln in internationalen Fachzeitschriften ist er (gemeinsam mit Jerónimo Pizarro) Herausgeber mehrerer Buchpublikationen zu Fernando Pessoa und allgemein zur portugiesischen Moderne. Zum ›Orpheu‹ kuratierte er 2015 in Lissabon eine aufsehenerregende Ausstellung. Zurzeit ist er Fellow am
Institut für Sozialwissenschaften der Universität Lissabon.

Dix, Steffen
Steffen Dix, 1968 geboren, studierte in Tübingen, Berlin und Lissabon Vergleichende Religionswissenschaft und Philosophie. Nach mehrjähriger Forschung am Nachlass Fernando Pessoas promovierte er zu dessen Neopaganismus und Heteronymie. Er übersetzte und edierte im deutschsprachigen Raum viele seiner wichtigsten theoretischen Werke. Neben zahlreichen Artikeln in internationalen Fachzeitschriften ist er (gemeinsam mit Jerónimo Pizarro) Herausgeber mehrerer Buchpublikationen zu Fernando Pessoa und allgemein zur portugiesischen Moderne. Zum ›Orpheu‹ kuratierte er 2015 in Lissabon eine aufsehenerregende Ausstellung. Zurzeit ist er Fellow am
Institut für Sozialwissenschaften der Universität Lissabon.

Pessoa, Fernando
Fernando Pessoa (1888-1935), der bedeutendste moderne Dichter Portugals, ist auch bei uns mit dem 'Buch der Unruhe' bekannt geworden. Einen Großteil seiner Jugend vebrachte er in Durban, Südafrika, bevor er 1905 nach Lissabon zurückkehrte, wo er als Handelskorrespondent arbeitete und sich nebenher dem Schreiben widmete. 1912 begann seine Tätigkeit als Literaturkritiker und Essayist. Er schuf nicht nur Gedichte und poetische Prosatexte verschiedenster, ja widersprüchlichster Art, sondern Verkörperungen der Gegenstände seines Denkens und Dichtens: seine Heteronyme, darunter Alberto Caeiro, Ricardo Reis, Álvaro de Campos – und er schrieb eben auch als Pessoa, das im Portugiesischen so viel wie 'Person, jemand' bedeutet.

Fernando PessoaFernando Pessoa (1888-1935), der bedeutendste moderne Dichter Portugals, ist auch bei uns mit dem 'Buch der Unruhe' bekannt geworden. Einen Großteil seiner Jugend vebrachte er in Durban, Südafrika, bevor er 1905 nach Lissabon zurückkehrte, wo er als Handelskorrespondent arbeitete und sich nebenher dem Schreiben widmete. 1912 begann seine Tätigkeit als Literaturkritiker und Essayist. Er schuf nicht nur Gedichte und poetische Prosatexte verschiedenster, ja widersprüchlichster Art, sondern Verkörperungen der Gegenstände seines Denkens und Dichtens: seine Heteronyme, darunter Alberto Caeiro, Ricardo Reis, Álvaro de Campos – und er schrieb eben auch als Pessoa, das im Portugiesischen so viel wie 'Person, jemand' bedeutet.
Steffen DixSteffen Dix, 1968 geboren, studierte in Tübingen, Berlin und Lissabon Vergleichende Religionswissenschaft und Philosophie. Nach mehrjähriger Forschung am Nachlass Fernando Pessoas promovierte er zu dessen Neopaganismus und Heteronymie. Er übersetzte und edierte im deutschsprachigen Raum viele seiner wichtigsten theoretischen Werke. Neben zahlreichen Artikeln in internationalen Fachzeitschriften ist er (gemeinsam mit Jerónimo Pizarro) Herausgeber mehrerer Buchpublikationen zu Fernando Pessoa und allgemein zur portugiesischen Moderne. Zum ›Orpheu‹ kuratierte er 2015 in Lissabon eine aufsehenerregende Ausstellung. Zurzeit ist er Fellow am

Institut für Sozialwissenschaften der Universität Lissabon.
Steffen DixSteffen Dix, 1968 geboren, studierte in Tübingen, Berlin und Lissabon Vergleichende Religionswissenschaft und Philosophie. Nach mehrjähriger Forschung am Nachlass Fernando Pessoas promovierte er zu dessen Neopaganismus und Heteronymie. Er übersetzte und edierte im deutschsprachigen Raum viele seiner wichtigsten theoretischen Werke. Neben zahlreichen Artikeln in internationalen Fachzeitschriften ist er (gemeinsam mit Jerónimo Pizarro) Herausgeber mehrerer Buchpublikationen zu Fernando Pessoa und allgemein zur portugiesischen Moderne. Zum ›Orpheu‹ kuratierte er 2015 in Lissabon eine aufsehenerregende Ausstellung. Zurzeit ist er Fellow am

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Steffen DixSteffen Dix, 1968 geboren, studierte in Tübingen, Berlin und Lissabon Vergleichende Religionswissenschaft und Philosophie. Nach mehrjähriger Forschung am Nachlass Fernando Pessoas promovierte er zu dessen Neopaganismus und Heteronymie. Er übersetzte und edierte im deutschsprachigen Raum viele seiner wichtigsten theoretischen Werke. Neben zahlreichen Artikeln in internationalen Fachzeitschriften ist er (gemeinsam mit Jerónimo Pizarro) Herausgeber mehrerer Buchpublikationen zu Fernando Pessoa und allgemein zur portugiesischen Moderne. Zum ›Orpheu‹ kuratierte er 2015 in Lissabon eine aufsehenerregende Ausstellung. Zurzeit ist er Fellow am

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Steffen DixSteffen Dix, 1968 geboren, studierte in Tübingen, Berlin und Lissabon Vergleichende Religionswissenschaft und Philosophie. Nach mehrjähriger Forschung am Nachlass Fernando Pessoas promovierte er zu dessen Neopaganismus und Heteronymie. Er übersetzte und edierte im deutschsprachigen Raum viele seiner wichtigsten theoretischen Werke. Neben zahlreichen Artikeln in internationalen Fachzeitschriften ist er (gemeinsam mit Jerónimo Pizarro) Herausgeber mehrerer Buchpublikationen zu Fernando Pessoa und allgemein zur portugiesischen Moderne. Zum ›Orpheu‹ kuratierte er 2015 in Lissabon eine aufsehenerregende Ausstellung. Zurzeit ist er Fellow am

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Fernando Pessoa (1888-1935), der bedeutendste moderne Dichter Portugals, ist auch bei uns mit dem »Buch der Unruhe« bekannt geworden. Einen Großteil seiner Jugend vebrachte er in Durban, Südafrika, bevor er 1905 nach Lissabon zurückkehrte, wo er als Handelskorrespondent arbeitete und sich nebenher dem Schreiben widmete. 1912 begann seine Tätigkeit als Literaturkritiker und Essayist. Er schuf nicht nur Gedichte und poetische Prosatexte verschiedenster, ja widersprüchlichster Art, sondern Verkörperungen der Gegenstände seines Denkens und Dichtens: seine Heteronyme, darunter Alberto Caeiro, Ricardo Reis, Álvaro de Campos – und er schrieb eben auch als Pessoa, das im Portugiesischen so viel wie »Person, jemand« bedeutet.

Steffen Dix, 1968 geboren, studierte in Tübingen, Berlin und Lissabon Vergleichende Religionswissenschaft und Philosophie. Nach mehrjähriger Forschung am Nachlass Fernando Pessoas promovierte er zu dessen Neopaganismus und Heteronymie. Er übersetzte und edierte im deutschsprachigen Raum viele seiner wichtigsten theoretischen Werke. Neben zahlreichen Artikeln in internationalen Fachzeitschriften ist er (gemeinsam mit Jerónimo Pizarro) Herausgeber mehrerer Buchpublikationen zu Fernando Pessoa und allgemein zur portugiesischen Moderne. Zum ›Orpheu‹ kuratierte er 2015 in Lissabon eine aufsehenerregende Ausstellung. Zurzeit ist er Fellow am
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