E-Book, Deutsch, 189 Seiten
Peter Auf nach Rügen
2. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8197-8567-2
Verlag: epubli
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
E-Book, Deutsch, 189 Seiten
ISBN: 978-3-8197-8567-2
Verlag: epubli
Format: EPUB
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Am Anfang der siebziger Jahre wurde Michael Peter zwischen Spreewald und Berlin in dem Ort geboren, in dem der erste Radiosender entstand. Schon seit der 4. Klasse war er aktiv beim Roten Kreuz, dem er noch heute als Mitglied treu geblieben ist. Nach seiner Ausbildung zum Mess-, Steuer- und Regelungstechniker und kleineren Umwegen als Busfahrer führte ihn sein Leben nach Bayern. Neben seiner Tätigkeit als Busfahrer schrieb er schon einige Bücher, die aber nie unter seinem Namen veröffentlicht wurden. Während einer Erkrankung durfte er vorübergehend kein Fahrzeug führen. In dieser Zeit fand er zurück zum Schreiben. So entstanden die Krimiserien 'Im Schatten der Steine' und die 'iSdS-Detektive'. Den gleichen Namen trägt seine Autorenhomepage, auf der über alle Bücher informiert wird.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Die Gehilfen von Herrn Brenner bekamen die von mir vorbereiteten Formulare. Für jeden Verdächtigen wurde also jedes Formular siebenmal ausgedruckt. 10 Formulare hatte ich in der Nacht vorbereitet. Während die Verhöre stattfanden, gingen wir zu Fuß zum Krankenhaus. Dort wollten wir nachsehen, wie es unserer geretteten Person ging. Außerdem wollten wir auch mal etwas an der frischen Luft spazieren und eine Fischsemmel genießen.
Am Krankenbett des Opfers angekommen, gab es keine gute Nachricht für uns. Der Herr war kurz aufge-wacht. Aber wegen schwerwiegender Störungen cerebra-len Ursprungs wurde er ins künstliche Koma versetzt. Sie würden jetzt alle zwei Tage ein MRT des Gehirns machen. Wenn es wieder normal ist, würden sie ihn wieder erwa-chen lassen. Zusätzlich wurden die ganze Zeit die Gehirn-ströme gemessen. Der Arzt sagte uns aber auch etwas sehr Herzergreifendes. Wären wir nur einen Tag später in die Kellergänge gegangen, würde der Herr, dessen Namen wir noch nicht kannten, nicht mehr in dieser Etage des Kran-kenhauses liegen. Wir durften aber einen Mitarbeiter von der KTU vorbeischicken. Er sollte bei dem schlafenden Herrn die Fingerabdrücke nehmen. Natürlich haben wir über Herrn Wendlig den dazu erforderlichen richterlichen Beschluss einholen lassen. Danach verabschiedeten wir uns vom Arzt und gingen zurück zum Polizeihauptrevier.
Die zukünftigen Kriminalkommissare waren eifrig be-schäftigt. Sie hatten alle Fragebögen schon zweimal durch
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Michael Peter
und hatten die dritte Fragerunde eingeläutet. Sie stellten die Fragen immer monoton. Als ob sie noch nie dieses gefragt hätten, schauten die Polizeianwärter die Verdächtigen da-bei an. Die Verhöre dauerten schon vier Stunden. Nicht mehr lange, und wir hätten eine Pause machen müssen. Dann begann der erste zu reden. Und er bestätigte meine Vermutung, die ich bereits hatte, als mich die sieben Per-sonen das erste Mal gesehen hatten. Die Anwärter versam-melte ich wieder im Raum für Pressekonferenzen. Streifenpolizisten ließ ich kurz kommen, um aufzupassen. Die Verdächtigen sollten keine Chance haben, miteinander zu reden. Dann gingen auch wir drei in den Presseraum. Sophie ließ sich kurz die Protokolle geben. Deren Inhalt hier eigentlich nicht wichtig ist. Immerhin waren meine Fragen simple und hatten keinen fallrelevanten Inhalt. Wir mussten schließlich aufpassen, dass nichts angesprochen wird, was jemanden belasten könnte. Die eventuell zuge-zogenen Anwälte hätten das System durchschaut. Also fragten wir sie immer nur nach Namen, Geburtsdatum, Namen der Mathelehrerin in der Grundschule, Name des ersten Haustieren, Name der ersten Freundin oder Freun-des, erstes Auto und die Farbe des Schnellbootes. Ich be-gann mit der Auswertung.
Es sei zu erwähnen, dass die eine Person sagte, sie sei dazu gezwungen worden. Die vier anderen hätten mit der Sache nichts zu tun. Zu bedenken gab ich auch, dass einer diesen für Rüganer typische Dialekt sprach. Zwei Männer
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sprachen Akzent. Bei zweien würden jetzt viele Leser schmunzeln. Sie sprachen diesen für Leipzig typischen sächsischen Dialekt. Ein Bayer und eine Schwäbin mach-ten die Aufzählung komplett. Kurz ließ ich diese Informa-tionen sacken. Dann fragte ich, ob jemand eine Idee hätte. Ich gab auch noch die Information, dass aus dem Verhör-raum Nummer vier die einzige uns weiterführende Infor-mation kam. Ein Grübeln und ein Getuschel waren zu hören. Ich unterbrach die Sitzung. In der Polizeikantine war Mittagszeit. Der Duft der kulinarischen Experimente kroch durch die Ritzen der Tür. Dies war ein Zeichen, wel-ches ein Nachdenken erschwerte, da die ersten Zähne zu tropfen begannen.
Natürlich ließ ich es zu, dass unsere in den Verhörräu-men sitzenden Personen auch etwas zu Essen bekamen. Der Speisesaal bei der Polizei war öffentlich zugänglich. So war es kein Wunder, dass viele Senioren hier anzutreffen waren. War es doch die einzige Möglichkeit in diesem Ort, preiswerte Speisen zu bekommen, ohne selbst kochen zu müssen. Die Auswahl war sehr gut. Geschmacklich war es bestimmt in Ordnung, wenn auch nicht mit einem teurem Restaurant vergleichbar.
Nach der Pause fragte ich unsere Polizeianwärter über ihre Gedankengänge. Auch, wie sie sich bei ihrem ersten Verhör gefühlt hatten, interessierte mich. Man sollte zwar dieses Verhör nicht ganz so ernst nehmen, da es inhaltlich
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keine neuen Erkenntnisse gab. Aber wir konnten die An-zahl der Verdächtigen mehr als nur halbieren.
Ich bat einen der Polizeischüler die Verdächtigen aus den Verhörräumen mit den ungeraden Nummern zu ho-len. Aber bevor sie ihren Verhörraum verließen, sollte ihnen absolutes Schweigen befohlen werden.
Die Vier standen neben mir. Ich bedankte mich für de-ren Geduld. Und es wäre absolut kein dummes Verhör ge-wesen. Sicherlich hatte ich dieses Ergebnis mehr als nur vermutet. Und gerade deswegen entschuldigte ich mich bei ihnen für ihre Geduld. Ich kann ihnen die verlorenen vier-undzwanzig Stunden nicht zurückgeben. Ich hätte aber schließlich mit meinen Vermutungen komplett falsch lie-gen können. Ich bat Sophie in meinen Aktenkoffer zu grei-fen. Mit meiner Bitte um Entschuldigung überreichte ich ihnen die bis zu diesem Zeitpunkt erschienen Bücher un-serer Reihe. Der geschulte Leser weiß, dass er nur auf der linken Seite oben schauen muss, welche Serie ich meine. Den Polizeian-wärtern erklärte ich es. Als wir auf das Schiff gegangen sind, hatten nur diese vier Personen interessiert geschaut. Der eine Verdächtige hatte wörtlich gesagt: „Die vier Gäste haben absolut nichts mit der ganzen Sache zu tun.“ Damit konnte er nur die zwei Touristenpaare meinen. Die zwei jüngeren aus Leipzig, die eigentlich ihre Flitterwochen auf Usedom verbringen wollten und das andere Pärchen aus Augsburg waren gemeint. Mit diesen Worten der Aus-wertung entließ ich die vier Personen zurück in ihren
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verdienten Urlaub. Herr Brenner stellte zwei Fahrzeuge zur Verfügung, um die vier dorthin zu fahren, wo sie ihren Urlaub fortführen wollten.
Danach ließ ich den Verdächtigen aus Verhörraum Nummer vier zu holen. Als er neben mir stand, fing ich an. Er war es, dessen Aussage die Unschuld der ersten vier be-stätigte. Er selbst spricht diesen für Rügen typischen Dia-lekt. Und er war es auch, der immer mit dem Boot zwischen Sassnitz und Peenemünde pendelte. Anfangs hatte er nur Laborsachen von Sassnitzer Ärzten für das La-bor auf Usedom transportiert. Aber später wurde er Kom-plize der übrig gebliebenen zwei Verdächtigen. Anfangs war er ein ganz normaler Kapitän. Er war nicht nur Kurier von Laborproben. Auch beförderte er gelegentlich Touris-ten, die für Tagesausflüge zwischen Peenemünde und Sass-nitz pendelten. Nur aus diesem einfachen Grund, wurden diese zwei unschuldige Pärchen vorrübergehend festge-nommen. Sie hatten einfach ihren Tagesausflug an einem denkbar ungünstigen Tag geplant.
Aber eines Tages wurde der Kapitän von den anderen zwei Herren angesprochen. Sie boten ihm an, sich etwas Taschengeld nebenbei zu verdienen. Für eine gute Bezah-lung regelmäßig auch mal anderes Kuriergut zu befördern, das bedarf keiner größeren Überzeugungsarbeit. Gerade die Coronazeit hatte sein Unternehmen in eine wirtschaft-liche Schieflage gebracht. Aber weil er damit auch noch zum Mitwisser wurde, gab es für ihn kein Zurück mehr.
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Die kleinen Köfferchen voller Geld waren sein Verdienst. Zum Glück konnten wir Schlimmeres noch verhindern. Hätten die großen Kisten aus den Kellergängen von Prora ihre Endkunden erreicht, wäre es nicht ganz so glimpflich ausgegangen. In einem späteren Prozess musste sich der Kapitän wegen Mithilfe vor Gericht verantworten.
Die letzten zwei ließ ich nicht holen. Sie durften bis zum Prozess nicht mehr miteinander reden. Sie waren schuldig wegen Schmuggel und Handel mit Drogen und Kriegswaffen. Wir konnten nur hoffen, dass noch keine Kiste einen Endverbraucher erreicht hatte. Wir verständig-ten die Staatsanwaltschaft und diese kümmerte sich in Zu-sammenarbeit mit den Beamten der örtlichen Kriminalpolizei und dem Bundeskriminalamt um das wei-tere Verfahren. Nach dem nun alle ursprünglich sieben Verdächtigen richtig eingeordnet waren, teilte ich den zu-künftigen Kommissaren mit, dass dieser von ihnen erlebte Prozess eine besondere Bezeichnung hatte. Seit Sherlock Holmes war diese Herangehensweise eine erlebte Methode der Deduktion. Die Methode hatte Herr Holmes erfunden und weiterentwickelt. Unser Team hat sie dann nur noch an die Möglichkeiten der heutigen Zeit mit den gesammel-ten Erfahrungen der letzten Jahrzehnte und der modernen Technik und künstlicher Intelligenz angepasst
Beendet hatten wir die kleine Versammlung im Presse-raum der Polizei Bergen mit einer kleinen Kaffeerunde. Die Anwärter durften uns ausfragen. Sie wollten alles
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wissen. Wie sind wir zur Lösung...




