Peter | Gefährliche Gier | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 174 Seiten

Peter Gefährliche Gier


2. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8197-8438-5
Verlag: epubli
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 174 Seiten

ISBN: 978-3-8197-8438-5
Verlag: epubli
Format: EPUB
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Es gibt in der Kriminalistik die verschiedensten Tatmotive. In diesem Band der Serie iSdS-Detektive haben wir spannende Fälle zu dem Tatmotiv Gier zusammengestellt. Auch bei den Beschreibungen dieser teilweise wieder einmal sehr schweren Ermittlungen haben wir natürlich auch ein Auge auf die verschiedenen Landschaften und Sehenswürdigkeiten geworfen. Und manchmal haben wir uns auch selbst etwas in Gefahr begeben. Wir ermittelten gegen Schutzgelderpresser, Raubkopierern von Werkzeugen und Autoersatzteilen und nicht zuletzt gegen einen Vertreter der Katholischen Universität. Die einen waren von der Gier gepackt, schnelles Geld zu verdienen, die anderen wollten an die Macht.

Am Anfang der siebziger Jahre wurde Michael Peter zwischen Spreewald und Berlin in dem Ort geboren, in dem der erste Radiosender entstand. Schon seit der 4. Klasse war er aktiv beim Roten Kreuz, dem er noch heute als Mitglied treu geblieben ist. Nach seiner Ausbildung zum Mess-, Steuer- und Regelungstechniker und kleineren Umwegen als Busfahrer führte ihn sein Leben nach Bayern. Neben seiner Tätigkeit als Busfahrer schrieb er schon einige Bücher, die aber nie unter seinem Namen veröffentlicht wurden. Während einer Erkrankung durfte er vorübergehend kein Fahrzeug führen. In dieser Zeit fand er zurück zum Schreiben. So entstanden die Krimiserien 'Im Schatten der Steine' und die 'iSdS-Detektive'. Den gleichen Namen trägt seine Autorenhomepage, auf der über alle Bücher informiert wird.
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Autoren/Hrsg.


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Die Schutzgeldmafia


Irgendwie steigt allen im Straßenverkehr die Hitze in den Kopf. Wir wissen gar nicht, warum alle immer aggressiver fahren. Es wäre doch wirklich für alle entspannter, wenn sich jeder einfach gleiten lassen würde. Einfach mit dem Strom mitschwimmen. Aber jeder will der erste sein. Jeder will der schnellste sein. Und beim Besitz ist es nicht anders. Fast jeder will immer mehr. Darum haben wir uns bewusst zurückgezogen. Wir wohnen abseits von den Massen. Im Einklang mit der Natur. Und wir übernehmen nicht nur die Ermittlungen für staatliche Institutionen, Privatwirtschaft und den privaten Personen, die sich Detektive leisten können. Im Rahmen unserer zeitlichen Möglichkeiten übernehmen wir auch Fälle, die uns der kleine Mann überträgt. Nur sollten die Fälle für uns mindestens eine kleine Herausforderung darstellen. So war es auch im folgenden Fall.

Während wir in unserem solarbeheizten Pool Entspannung vom Alltag suchten, bekam Sophie eine Mail auf ihr Smartphone. Ein Mann hatte ihre Mailadresse von unserer Homepage. Eigentlich könnten wir hier die komplette Mail veröffentlichen. Es war schon irgendwie rührend, wie höflich und vorsichtig er seine Mail mit einer Frage, welches natürlich eine Bitte sein sollte, begann. Falls wir die erforderliche Zeit hätten, würde er sich sehr darüber freuen, wenn wir uns mit ihm in Verbindung setzen könnten. Dann kamen noch paar unwichtige Informationen über sein Familienleben und die übliche Grußformel zum Abschied.

Eigentlich wollten wir keinen Fall mehr vor unserem Sommerurlaub annehmen. Daniela hatte bereits eine Ferienwohnung in Westendorf gebucht. Wir wollten einen Wanderurlaub im Brixental unternehmen. So könnte unsere süße Kollegin wieder einmal Heimatluft schnuppern und wir unsere körperlichen Konditionen weiter ausbauen.

Aber zurück zu der Mail. Der Herr hat bestimmt sämtliche Informationen unserer Homepage gelesen. Und so wüsste er bestimmt, dass wir nur Fälle annehmen, die für uns interessant sein könnten und die nicht die Polizei oder eine andere Detektei lösen würde oder sollte. Also beschlossen wir, dass Sophie ihm eine positive Antwort geben sollte, unser Interesse wäre erstmal geweckt. Nur wollten wir vor einer endgültigen Entscheidung zu seinem Gunsten natürlich erst wissen, um welches Anliegen seinerseits es sich handeln würde. Natürlich baten wir darum, uns auch die Region zu nennen, in der wir eventuell Ermittlungen in seinem Fall aufnehmen würden. Wir sollten nicht lange auf die Antwort warten müssen. Noch bevor wir wieder so richtig Entspannung fühlen konnten, kamen die gewünschten Informationen.

Unsere Hilfe brauchte ein Herr Joseph Brückner. Er würde ein Hotel im Bayrischen Wald führen. Sein Problem wäre eine Erpressung. Er müsse schon seit längerer Zeit regelmäßig eine Gebühr für die Sicherheit seiner Hotelgäste und seiner Familie bezahlen. Langsam geht ihm das Geld aus.

Bayrischer Wald klingt für uns sehr gut. Zum einen ist es eine sehr interessante Gegend mitten in der Natur. Zum anderen liegt der Bayrische Wald fast auf unserem Weg Richtung Brixental. Genau genommen war das Hotel in Bayerisch Eisenstein gelegen. Also in der Gegend, in der wir schon einmal ermitteln durften. Dieser auch für Winterurlauber gefragte Ort liegt direkt an der deutschen Grenze zu Tschechien. Das war natürlich schon mal ein Hinweis darauf, wo alles unsere Ermittlungen stattfinden könnten. Schutzgelderpressungen hatten wir noch nicht viele gehabt. Besonders keine, die es wert gewesen wäre, in diesem Buch Erwähnung zu finden.

Langsam stiegen wir aus dem Pool, denn jetzt waren wichtige Vorbereitungen zu treffen. Unsere Hauswirtschafterin sollte unsere Sachen für die anstehende Reise packen. Zum einen bräuchten wir Kleidung für die Ermittlungen, da gingen wir von drei Wochen aus, wären wir schneller mit der Lösung des neuen Falles fertig, würden wir die restliche Zeit einfach in dieser Gegend verbringen oder einen kurzen Abstecher zu unserer Zentrale in Ingolstadt unternehmen. Drei Wochen war die Zeit, die wir noch bis zu unserem geplanten Sommerurlaub hatten. Und dann bräuchten wir natürlich auch noch Kleidung für unseren Wanderurlaub. Das bedeutete natürlich, dass wir doch mehr Gepäck mitnehmen müssten, als in einen Kofferraum passen würden. Dazu kam noch all die Technik, die Daniel für unsere Ermittlungsarbeit mitnehmen musste. Deswegen beschlossen wir, mit zwei Fahrzeugen zu fahren. Daniel würde den GLS fahren und Sophie den GL. Wobei mir es egal wäre, wer wo am Steuer sitzt. Nur machen wir es in der Regel so, dass ich mir ein Fahrzeug mit Daniel teile und die Mädels im anderen Fahrzeug sitzen. Wobei der Mitfahrer natürlich hinten rechts sitzt. Es sind beide gehobene Fahrzeuge aus dem Hause Maybach und Brabus. Da müsste man schon den Eindruck hinterlassen, dass eine Person Chauffeur und der Fahrgast Geschäftsmann ist.

Natürlich reisten wir nicht sofort ab. Zum einen mussten wir erst mit unserem Personal alles Erforderliche für die nächsten fünf Wochen besprechen, in denen unser Personal allein wäre. Sie sollten zum einen natürlich im Rahmen der Möglichkeiten auch freie Tage abwechselnd genießen können. Aber auch die anstehenden Aufgaben müssten sie verteilen. Und es müssten stets mindestens zwei Personen vor Ort bleiben, um das Haus zu bewachen und unsere Parkanlagen zu pflegen.

Während eines gemeinsamen Dinners besprachen wir nicht nur alles mit unseren Angestellten. Wir überlegten auch, was wir alles für die nächsten Zeit benötigen würden. Und da dachten wir besonders an die Zeit unserer Ermittlungen. Wir gingen noch einmal unsere von Daniel bereits verstaute Technik durch. Und natürlich die Ausrüstung für unsere persönliche Verteidigung durfte nicht fehlen.

Dazu schickten wir Herrn Brenner eine persönliche Nachricht auf sein Smartphone. Er sollte in den von allen Polizeidienststellen einsehbaren Akten vermerken, dass die iSdS-Detektive wieder berechtigten Grund zum Führen ihrer Schusswaffen in der Öffentlichkeit haben. Damit wollten wir die Unannehmlichkeiten umgehen, die wir damals bei unserer Ostseereise auf der Insel Poel erlebten. Aber er sollte auch die obersten Kriminalbehörde von Tschechien informieren. Diese kannte uns noch nicht. Und da wir direkt im Anschluss in unsere Urlaubsunterkunft weiterreisen würden, müsste auch die zuständige Stelle von Tirol informiert werden. Aber das konnte Daniela übernehmen, da sie einen besseren Draht zu den österreichischen Behörden besaß, als es ein Bundesamt von unserem Land je haben könnte. Wer wissen will, warum Daniela in Österreich so guten Behördenkontakt hat, der muss nur unser Buch „Mord in den Alpen“ lesen.

Es dauerte nicht lange, bis mein Telefon vibrierte. Und wie konnte es anders sein. Wir hatten die Neugier von Herrn Brenner geweckt. Unbedingt wollte er wissen, in welchem Fall wir dieses Mal ermitteln würden. Immerhin ist es nicht gerade unsere Art, Pistolen mit uns zu führen. Jedenfalls würden wir das doch nicht ständig machen. Kurz sprachen wir darüber. Und wir einigten uns darauf, dass er persönlich ständig alle aktuellen Informationen unserer Ermittlungen bekommt. Dafür wird aber die Polizei nicht ermitteln. Aber seine Behörde wäre bereit, uns sofort Unterstützung zu schicken. Er würde uns auch eine Bestätigung schicken, sobald alle zuständigen Stellen von unserer Arbeit informiert sein würden. Allerdings wo und im welchen Fall wir unsere Ermittlungen durchführten, dass blieb nur im Hinterkopf von Herrn Brenner. Es reicht, wenn der führende Kopf im Bundeskriminalamt Kenntnisse über unsere Tätigkeiten hat, die eigentlich auf seiner Ebene und mit seinen Beamten zu klären wären.

Es war nun in unseren Augen alles erledigt. Die komplette Kleidung und Technik waren verstaut. Das Personal war informiert. Herr Brückner wusste von unserem Eintreffen am späten Vormittag des nächsten Tages.

Da fiel uns nur ein, dass unser Büro aus Ingolstadt uns noch drei Astras zum Hotel bringen könnte. Natürlich sollten diese schon die Technik für Verfolgungen besitzen. Mit diesen wären im Vorteil, wenn es um Verfolgungsjagden in kurvenreichen Gegenden gehen würde. Außerdem sind diese unauffälliger. Für offizielle Fahrten würden wir dann auf unseren GLS umsteigen können.

Nun war bestimmt alles vorbereitet. Es war bereits früher Abend. Und die letzten Stunden bis zum Sonnenuntergang wollten wir noch einmal im Pool verbringen. Es gibt doch nichts Schöneres, als in der Abendsonne zu schwimmen und anschließend am Beckenrand einen leichten Drink bei Abendrot zu genießen. Natürlich durfte unser Bodenpersonal nach Erledigung ihrer Arbeiten stets auch ins Wasser steigen.

Nach einer kurzen Nacht sprangen wir unter die Dusche und frühstückten noch einmal in aller Ruhe. Wer weiß, wann wir wieder unsere ostdeutschen Brötchen genießen können. Ein letztes Mal sprachen wir noch einmal kurz mit unseren Mitarbeitern der sächsischen Firmenzentrale und fuhren dann gemeinsam los. Jedoch kurz vor Bad Schandau trennten wir uns. Während Sophie mit Daniela weiter fuhr, hielten wir erst einmal beim Supermarkt hinter der großen Elbebrücke. Wir tranken einen Automatenkaffee und holten uns noch etwas für unterwegs. Nicht das wir unbedingt etwas gebraucht hätten, denn unser Maybach ist schließlich mit jedem Luxus ausgestattet. Es ging darum, einen gewissen Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen entstehen zu lassen.

Wir fuhren durch Tschechien vorbei an Prag zu unserem Ziel. Zwischendurch machten wir abwechselnd Pause und überholten uns somit gegenseitig. Und schließlich kamen wir zur anvisierten Zeit am Zielobjekt an.

Auch wenn wir normaler Weise unsere Unterkünfte genau beschreiben. Dieses eine Mal werden wir es nicht...



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