E-Book, Deutsch, 152 Seiten
Peters Die Wetterau Tapes
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7494-1775-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
in der Schreibstube des Samuel Brüllhenne
E-Book, Deutsch, 152 Seiten
ISBN: 978-3-7494-1775-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Jan Peters: * in Goslar/Niedersachsen; wohnhaft in Kaiseraugst/Schweiz. Bücher: Tief im Norden. 1995; Frankfurt. 1997; Sebastian. 2000; Skandal! Skandal! 2002; Es sieht bös aus! 2004; Der Spiesshof zu Basel. 2009; Samuel Brüllhenne. 1. Auflage 2016; erweiterte Neuauflage 2018. Satire: seit 2003 ständiger Mitarbeiter beim «Nebelspalter», dem seit 1875 in der Schweiz erscheinenden Satiremagazin.
Autoren/Hrsg.
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MEDIENMITTEILUNG II
Als wir, Verlegerschaft und Autor der kürzlich YASNY®, unsere Lead-Agentur für strategische Kommunikation, damit beauftragten, den im Entstehen befindlichen Experimentaltext PR-mässig zu betreuen, konnten wir nicht ahnen, dass der 1. Teil dieses wie eine Fassbombe im Publikum einschlagen würde – die Resonanz auf diesen ungewöhnlichen Experimentaltext überstieg unsere Erwartungen. Und da man bekanntlich das Eisen schmieden soll, solange es heiss ist, hier nun Teil/Kapitel 2 der mit einem kurzen Prolog für alle diejenigen, die nicht mehr – oder noch nicht – wissen, was in Teil/Kapitel 1 geschah:
- Immer wieder unterbrochen von halsbrecherischen Stummfilm-Stunts à la Buster Keaton, begann zögernd aus seinem literarischen Fundus und seinem Leben zu berichten, wobei er tunlichst alles unterliess, die Sache zu leicht zu machen: Zunehmend lief das Gespräch auf eine taffe Konfrontation hinaus, die dem legendären Gunfight zwischen Wyatt Earp und Doc Holiday am O.K. Corral in Tombstone, Arizona, an Sprengkraft in nichts nachstand.
- Und dann greift zu allem Überfluss auch noch Bolzenschneider-Willi, der alles andere als feinnervige Road Captain des Friedberger Charters der Wetterauer Hells Angels, in das brisante Geschehen ein...
*
2. KAPITEL
Durch die Bank stach im 1. Teil/Kapitel dieses ungewöhnlichen Gesprächs der Facettenreichtum des CH-Schriftstellers JAN PETERS ins Auge, der von einer Textsorte in die andere mit einer solchen Unbeschwertheit zu springen vermag, als wäre er eine flirrende Libelle, die voll glitzernder Anmut nichts mehr liebte, als ihr kurzweiliges Leben im gleissenden Licht des Südens über den endlosen Lavendelfeldern der Wetterau in der leichtsinnigen Schwerelosigkeit eines kaleidoskopischen Tagtraumes zu vertändeln.
Bei diesen atemberaubenden Rollenwechseln kommt dem Mann der 1000 Gesichter, sein Opus Nr. 7 besonders zugute – der 2018 bereits in 2. Auflage erschienene Experimentaltext der gewohnte Sichtweisen und Lesegewohnheiten in einer Art und Weise desavouiert, wie man dies im traditionellen Buchmarkt bis dato noch nicht gekannt hatte. Um mit den Multiplikatoren von Literatur (vulgo genannt) ins Gespräch zu kommen, tourt seit Monaten durch Europa und erläutert seine innovativen Literaturkonzepte auf VIP Road Shows, die regelmässig lange im Voraus ausgebucht sind.
In den wurde es dann aber leider auch offenbar, dass nicht nur ausgeprägte Kommunikationstalente und hohe soziale Intelligenz und Kompetenz sein Eigen nennt, sondern gleichermassen über ein unübersehbares Aggressionspotential verfügt.5
Halbwegs tröstlich mag dabei erscheinen, dass er dieses bislang (noch?) nicht gegen Personen, aber hauptsächlich gegen s kultigen VW Bulli, Baujahr 05/1967, richtete; s Dienstwagen kam infolgedessen am Ende von ziemlich lädiert und weitgehend bewegungsunfähig auf dem LKW-Parkplatz der BAB-Raststätte Wetterau zu liegen.
In diesem Zusammenhang erinnern wir gleichfalls an den grenzwertigen Auftritt von Willi Bolzenschneider Müller-Drochtersen, Road Captain des Friedberger Charters der Wetterauer Hells Angels, der s Mannschaftstransportwagen als rollendes Do-it-yourself-Ersatzteillager betrachtete und sich dann dort entsprechend bediente; damit endete der packende der
Der Erfolg des weiteren Gesprächs im wird jetzt ganz entscheidend davon abhängen, inwiefern es durch gezieltes Stellen von Fangfragen gelingen wird, in einer Art aus der Reserve zu locken, dass er die individuellen Erfolgsrezepte aus seiner Schreibstube preisgibt – oder aber, ob das Gespräch vollends in die Binsen geht, weil sich evtl. in die Enge getrieben und provoziert fühlen könnte.
In ähnlichen Zusammenhängen hat der angebliche Symbiosen zwischen Autoren und Kritikastern6 immer schon mit Argwohn betrachtet hat, mehrfach unüberhörbar verlautbaren lassen, dass diese nur kommen mögen –
*
Kein Gefälligkeitsinterview
LKW: Verehrter wenn ich Sie jetzt so mal nennen darf. Vordergründig haben wir ja bis jetzt Ihre eigenwilligen Ansichten und Umsetzungen bezüglich Literatur näher unter die Lupe genommen.
Bekanntlich sind wir vom seriöse Leute und schreiben grundsätzlich keine sogenannten Publireportagen, um dafür Inserate zu akquirieren. Ältere Feuilletonisten wollen ja ohnehin etwas anderes, als die momentan gängige Verherrlichung von einzelnen, scheinbar wichtigen Personen des sogenannten öffentlichen Lebens wie z. B. Barbara Schöneberger oder Eckart von Hirschhausen fortzusetzen.
Das Leben habe Sie zu dem gemacht, was Sie heute sind, sagt Ihre PR-Agentur. Anders formuliert: Gesellschaftliche Entwicklungen kristallisieren sich im Individuum. Und genau darum soll es jetzt gehen – wie hat sich der Mensch Jan Peters jenseits der Literatur entwickelt, wie schlugen sich die jeweiligen gesellschaftlichen Zustände in seinem Leben nieder und welche Folgen hatte das? Also ein mehr historisch orientierter Ansatz.
In haben Sie ja schon das erste, aber nicht letzte Mal Bezug darauf genommen, wie z. B. Schule in verschiedener Hinsicht Ihr Leben geprägt hat:
(Sebastian, Seite 102).
Was können Sie uns noch zu diesem Thema berichten?
jp: Wir kommen jetzt endlich auf eine Art von Meta-Ebene und verlassen damit den grauen, eintönigen Alltag. Gestatten Sie, dass ich mich kurz zurückziehe, um mich angemessen zu kleiden.
boot,
jp: Also, ich warte! Fällt Ihnen vielleicht gelegentlich mal eine intelligente Frage ein, Sie Schlauberger?
LKW: Aber ich habe Ihnen doch gerade...
jp: Wissen Sie, wenn ich eins nicht leiden kann, dann ist es, ständig von Ihnen unterbrochen zu werden. Aber wenn Ihnen nichts Vernünftiges in den Kopf kommt, dann lassen Sie mich doch einfach mal darauf eingehen, wie ich mich als Mensch jenseits der Literatur entwickelt habe; wie sich die jeweiligen gesellschaftlichen Zustände in meinem Leben niederschlugen und welche Folgen das hatte. Ich führe dazu jetzt mal den Begriff des mehr historisch orientierten Ansatzes in unsere Disputation ein.
Eine Art Meilenstein war sicher die bestandene Aufnahmeprüfung fürs Gymnasium, zweifellos ein Initiationsritus, denn damit fühlte ich mich schon regelrecht in die Oberliga meiner Heimatstadt aufgenommen. Wobei ich allerdings rückblickend glaube, dass dies nicht zu einer Art Standesdünkel bei mir geführt hat, obwohl man seitens grosser Teile des Lehrkörpers keine Gelegenheit ausliess, die Herren Scholaren darauf hinzuweisen, dass man sich gefälligst als zu fühlen und auch entsprechend aufzuführen habe.
Na ja, Elite der Nation; die dies sagten, während sie uns zwecks Disziplinierung ggf. mit Klassenbucheinträgen und geharnischten Noten eindeckten (besonders mein Mathe-Pauker, der mir...




