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Peters | Mandelblüten und Lavendelduft | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 148 Seiten

Reihe: Ein Herta Sonnenschein Krimi

Peters Mandelblüten und Lavendelduft

Ein Herta Sonnenschein Krimi
2. Auflage 2026
ISBN: 978-3-6957-6988-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Herta Sonnenschein Krimi

E-Book, Deutsch, Band 1, 148 Seiten

Reihe: Ein Herta Sonnenschein Krimi

ISBN: 978-3-6957-6988-9
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Herta Sonnenschein wollte eigentlich nur ihren Tee trinken. Doch als im Sankt Josef Stift rätselhafte Todesfälle, verschwundene Medikamente und merkwürdige nächtliche Besucher auftauchen, wird aus der rüstigen Seniorin mit Rollator eine Ermittlerin wider Willen. Mit scharfem Verstand, trockenem Humor und einem untrüglichen Gespür für menschliche Schwächen deckt Herta auf, was andere übersehen, sehr zum Leidwesen der Täter und zur leisen Verzweiflung der Polizei. Ein warmherziger Cosy Krimi voller Witz, kluger Beobachtungen und liebenswerter Figuren, der beweist: Unterschätzen sollte man Herta Sonnenschein besser nicht. Perfekt für alle, die Krimis mit Herz, Humor und Köpfchen lieben.

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Der Morgen im St. Josef-Stift begann wie so viele andere. Mit dem leisen, unerquicklich vertrauten Klirren von billigem Porzellan, dem müden Summen der alten Kaffeemaschine, die schon bessere Zeiten gesehen hatte, und dem allgegenwärtigen Geruch nach Haarspray, Haferschleim und einer Spur Desinfektionsmittel, die sich hartnäckig in den Fluren hielt. Herta Sonnenschein war der festen Überzeugung, dass sich Gerüche in solchen Häusern irgendwann verselbstständigten. Sie blieben. So wie Erinnerungen oder Gerüchte. Manche ließen sich einfach nicht mehr vertreiben. Frau von Rosenhof-Bernburg, verwitwete Offiziersgattin und selbsternannte Hüterin vergangener Tischsitten, hatte die Abwesenheit von edlem Tafelgeschirr bereits des Öfteren lautstark moniert. Sie tat dies mit einer Vehemenz, als hinge der moralische Zustand der gesamten Nation davon ab, ob man ihr das Frühstücksei auf feinem Porzellan oder auf dickwandigem Kantinengeschirr servierte. Sie war offenbar seit ihrer nun doch schon eine ganze Weile zurückliegenden Kindheit Besseres gewohnt. Sie erzählte jedem, der es hören wollte oder auch nicht, dass man in dieser, wie sie es ausdrückte, doch zumindest anständiges Geschirr verlangen könne. Herta hörte ihr meist nur mit halbem Ohr zu. Menschen, die ständig von früher sprachen, waren entweder sehr glücklich gewesen oder sehr unzufrieden mit dem Jetzt. Wenn man Herta Sonnenschein fragte, wie sie das Leben im St. Josef-Stift fand, antwortete sie meist: Dabei sagte sie das mit einem kleinen Lächeln, das nichts beschönigte, aber auch nichts verteufelte. Sie hatte gelernt, dass Zufriedenheit eine Frage der Perspektive war. Und der Erwartungen. Ihre Freundin Berta, mit der sie quasi ihr Seniorenleben im St. Josef-Stift angetreten hatte, war bereits nach kürzester Zeit mit einem Mann, den sie beim Einkaufen kennengelernt hatte, nach München gezogen. Wohlhabend war in dieser Beziehung vermutlich das Hauptargument gewesen. Denn was Schönheit betraf, konnte er wahrlich keinen Blumentopf gewinnen. Ein Hoch auf die inneren Werte. Herta erinnerte sich an ein Buch, das sie in ihrer Jugend in Wien gelesen hatte: „.“ Dort sagte die Hauptfigur: Und ihre Mutter hatte ihr damals geraten: Was davon die bessere Alternative sei, darüber ließ sich streiten. Soweit sich Herta erinnerte, war ihr Mann weder reich noch besonders begabt. Und ihre Ehe war trotzdem fast fünfundsechzig Jahre lang glücklich gewesen. Oder zumindest zufriedenstellend. Was, wie sie fand, vollkommen ausreichte. Leider konnte man das von Bertas wohlhabender Beziehung in der Münchner Schickeria nicht behaupten. Wie sich mittlerweile herausgestellt hatte, war der Auserwählte ein gewissenloser Heiratsschwindler. Einer von der Sorte, die nicht nur Herzen brachen, sondern auch Konten plünderten. Und offenbar hätte er auch vor Schlimmerem nicht zurückgeschreckt. Berta hatte seinetwegen bereits einen Tag und eine Nacht, wegen des Verdachts auf Schmuggel illegaler Rauschmittel, im Untersuchungsgefängnis verbracht. Ein Erlebnis, das sie nachhaltig geprägt hatte. Gott sei Dank konnte ihre Unschuld recht schnell bewiesen werden. Es stellte sich heraus, dass sie doch keine gefährliche Drogenoma war, die ein international operierendes Kartell skrupelloser Dealer kontrollierte. Ihre Befürchtung, den Lebensabend mit Fußmattenknüpfen oder ähnlichen therapeutischen Beschäftigungen hinter Gittern verbringen zu müssen, erwies sich glücklicherweise als unbegründet. Trotzdem hatte Berta entschieden, in München zu bleiben und nicht mehr nach Brandenburg ins gemütliche St. Josef-Stift zurückzukehren. Im ersten Moment war Herta darüber traurig gewesen. Sehr sogar. Aber seit sie mit Rosi Schmidt, eine Weltreise auf einem Kreuzfahrtschiff gemacht hatte, wusste sie, dass Einsamkeit hier im Stift kein zwingendes Schicksal war. Auch wenn Rosi einen völlig anderen Lebensrhythmus hatte, andere Ansichten und ein höchst kreatives Verhältnis zu Ordnung und Sauberkeit pflegte, war sie im Kern eine treue, warmherzige Freundin.

An diesem Morgen duftete der Garten nach feuchtem Gras und Rosen. Der Gärtner hatte früh mit dem Gießen begonnen. Durch das weit geöffnete Fenster des Speiseraums hörte Herta das monotone Ticken des Rasensprengers. Dieses geduldige, fast hypnotische Geräusch erinnerte sie an Sommerabende ihrer Kindheit. Dazu gesellte sich das gedämpfte Surren eines Staubsaugers im Flur. Alles war, wie es immer war. Ordentlich. Vorhersehbar. Ein bisschen zu ordentlich vielleicht. Herta Sonnenschein saß an ihrem Stammplatz am Fenster des Wintergartens mit direktem Blick auf die überladen blühenden Rhododendronhecken. Jene wunderbaren Rhododendronhecken, unter denen sie erst vor Kurzem den im Swimmingpool ertrunkenen Frosch beerdigt hatte. Sie betrachtete die Welt mit jener besonderen Mischung aus Sanftmut und Argwohn, die nur Menschen besitzen, die schon alles gesehen haben und trotzdem noch genau hinschauen. Ihre Hände lagen ordentlich um die Tasse gelegt. Neben ihr stand der Rollator, akkurat geputzt. Der kleine Korb darin war gefüllt mit Dingen, die ihre ständigen Begleiter waren: ein kleines rotes Notizbuch, ein Füllfederhalter, eine Stricknadel. Man wusste ja nie. Und ein Stück Zucker. wie sie sagte. Sie war eine ganz leichte Diabetikerin. wie sie stets betonte. Und schon ein altes Sprichwort wusste:

Fritz Blume ließ sich mit einem hörbaren Seufzen auf den Stuhl ihr gegenüber fallen. Seine Zeitung raschelte so laut, dass man es vermutlich bis ins Schwesternzimmer hörte. erwiderte Herta mit jenem milden Lächeln, das sie meisterhaft beherrschte,

brummte er.

Er blinzelte über den Rand der – Herr Blume sprach nämlich, im Gegensatz zu den meisten Bewohnern hier im Stift, hervorragend Englisch und wollte auf diesem Weg seine Kenntnisse vor dem Verkümmern bewahren.

„ murmelte Herta und nippte an ihrem Eibischtee. Eigentlich konnte sie Eibischtee nicht ausstehen, aber aufgrund eines Einkaufsmissgeschicks der Stiftsleitung gab es im Moment ausschließlich Eibischtee. Fünfundzwanzig Kilo wenn man ganz genau sein wollte.

Schwester Ingeborg hatte sie erworben, und die mussten jetzt erst mal weg, bevor sie wieder bereit wäre, andere Geschmacksrichtungen herauszurücken. Herta ließ den Blick durch den Speiseraum wandern. Sie tat das unauffällig, beinahe beiläufig. So wie andere Menschen die Wetter-vorhersage studierten. Doch in Wahrheit war es eine Gewohnheit aus längst vergangenen Zeiten: beobachten, einordnen, merken. Man wusste nie, wofür es gut sein konnte. Fritz Blume rührte in seinem Kaffee, als wolle er etwas darin ertränken.

, murmelte er.

, sagte Herta,

Er warf ihr einen Blick zu. Halb missmutig, halb amüsiert.

Sie führten diese kleinen Wortgefechte fast jeden Morgen. Eine harmlose Kabbelei, die für Außenstehende vielleicht unerquicklich klang. Für sie beide jedoch war sie so etwas wie ein stilles Übereinkommen. Widerspruch ohne Konsequenzen. Ein Luxus, den man im Alter zu schätzen wusste. Herta mochte Fritz Blume. Nicht trotz, sondern wegen seiner Unbequemlichkeit. Er war ein ehemaliger Kriminalhauptkommissar mit Auszeichnung, wie er nicht müde wurde zu betonen. Mit einer Meinung zu allem und einem unaus-gesprochenen Anspruch darauf, stets recht zu behalten. Ein Spürhund im Ruhestand. Einer, der nie ganz aufgehört hatte zu schnüffeln.

fragte sie.

Mehr aus Gewohnheit als aus Sorge.

, knurrte er.

Herta hob leicht die Augenbraue.

, sagte er und klappte die Zeitung zusammen.

Sie nickte nur. Erfahrung war etwas, das man hier...



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