Peters | Verloren in der Wüstenstadt | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 5, 517 Seiten

Reihe: Amelia Peabody

Peters Verloren in der Wüstenstadt

Ein Ägypten-Krimi. Amelia Peabody 5
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98952-292-3
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Ägypten-Krimi. Amelia Peabody 5

E-Book, Deutsch, Band 5, 517 Seiten

Reihe: Amelia Peabody

ISBN: 978-3-98952-292-3
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Familie Peabody-Emerson auf gefährlicher Wüstenmission... Ägyptologin Amelia Peabody, ihr Mann Emerson und ihr kleiner Sohn Ramses sind bereit für ihr neuestes Abenteuer: Eine Reise zu den Ruinen der antiken Stadt Napata im Herzen des Sudan - einer Gegend, in der noch kein Archäologe zuvor gewesen ist! Doch noch während sie von ungeahnten Funden und bahnbrechenden Entdeckungen träumen, stranden sie in der trockenen nubischen Wüste. Dort wird ihnen ein mysteriöser Auftrag zuteil: Sie sollen ein vor vierzehn Jahren verschwundenes Forscherehepaar aufspüren. Eine Sache der Unmöglichkeit - und nicht gerade ungefährlich ... Doch die Peabody-Emersons stellen sich mutig der irrwitzigen Mission - und machen bei ihrer Suche den außergewöhnlichsten Fund ihrer bisherigen Karriere ... »Ein Juwel von einer Romanreihe.« New York Times Book ReviewJetzt als eBook kaufen und genießen: Der Ägypten-Krimi »Verloren in der Wüstenstadt« ist der fünfte Teil der mitreißenden Amelia-Peabody-Reihe von Elizabeth Peters. Die Bände der Reihe können unabhängig voneinander gelesen werden.

Elizabeth Peters (1927 - 2013) ist das Pseudonym von Barbara G. Mertz, einer amerikanischen Autorin und Ägyptologin. Sie promovierte am berühmten Orient-Institut in Chicago und wurde für ihre Romane und Sachbücher mit vielen Preisen ausgezeichnet. Einer dieser Preise, der »Amelia Award«, wurde sogar nach ihrer beliebten Romanfigur benannt, der bahnbrechenden Amelia Peabody. Besonders ehrte sie jedoch, dass viele ÄgyptologInnen ihre Bücher als Inspirationsquelle anführen. Die »Amelia Peabody«-Reihe von Elizabeth Peters bei dotbooks umfasst: »Das Rätsel der Mumie« »Der Fluch des Pharaonengrabes« »Im Tal der Squinx« »Der Sarkophag« »Verloren in der Wüstenstadt« »Schatten über dem Nil« »Der Ring der Pharaonin« Die »Vicky Bliss«-Reihe von Elizabeth Peters bei dotbooks umfasst: »Vicky Bliss und der geheimnisvolle Schrein« »Vicky Bliss und die Straße der fünf Monde« »Vicky Bliss und der blutrote Schatten« »Vicky Bliss und der versunkene Schatz« »Vicky Bliss und die Hand des Pharaos« Auch bei dotbooks erscheint ihre Krimireihe um Jacqueline Kirby: »Der siebte Sünder - Der erste Fall für Jacqueline Kirby« »Der letzte Maskenball - Der zweite Fall für Jacqueline Kirby« »Ein preisgekrönter Mord - Der dritte Fall für Jacqueline Kirby« »Ein todsicherer Bestseller - Der vierte Fall für Jacqueline Kirby« Unter Barbara Michaels veröffentlichte bei dotbooks ihre Romantic-Suspense-Romane: »Der Mond über Georgetown« »Das Geheimnis von Marshall Manor« »Die Villa der Schatten« »Das Geheimnis der Juwelenvilla« »Die Frauen von Maidenwood« »Das dunkle Herz der Villa« »Das Haus des Schweigens« »Das Geheimnis von Tregella Castle« »Die Töchter von King's Island« Sowie ihre historischen Liebesromane: »Abbey Manor - Gefangene der Liebe« »Wilde Manor - Im Sturm der Zeit« »Villa Tarconti - Lied der Leidenschaft« »Grayhaven Manor - Das Leuchten der Sehnsucht«
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Kapitel 1


»Ich habe dir doch gesagt,

es ist ein

hirnrissiger Plan!«

Die Hände in die Hüften gestemmt, stand Emerson da und starrte den darniederliegenden Wiederkäuer fassungslos an. Ein mitfühlender Freund (wenngleich zweifelhaft ist, ob Kamele über mitfühlende Freunde verfügen) hätte Trost in dem Umstand gefunden, daß der Sand rund um die Stelle seines Dahinscheidens kam aufgewühlt war. Wie seine Artgenossen in unserer Karawane, von denen allein es übriggeblieben war, hatte das Tier plötzlich innegehalten, war in die Knie gesunken und hatte still und friedlich das Zeitliche gesegnet. (Ein Verhalten, das, wie ich hinzufügen darf, für Kamele – ganz gleich ob lebendig oder todgeweiht – äußerst untypisch ist).

Auch für Emerson ist ein solches Verhalten untypisch. Diejenigen Leser, die bereits persönlich oder anhand meiner früheren Werke Gelegenheit hatten, die Bekanntschaft meines hochgeschätzten Gatten zu machen, wird seine Reaktion auf den Tod des Kamels nicht weiter überraschen: Er tat, als habe das Tier Selbstmord begangen, und zwar einzig und allein in der Absicht, ihm Unannehmlichkeiten zu bereiten. Die Augen in seinem markanten, gebrannten Gesicht blitzten wie zwei Saphire, als er sich den Hut vom Kopf riß, ihn in den Sand schleuderte und ihm einen Tritt versetzte, so daß er ein gutes Stück weit fortflog. Dann richtete er seinen lodernden Blick auf mich.

»Verdammt, Amelia! Ich habe dir doch gesagt, es ist ein hirnrissiger Plan!«

»Ja, Emerson, das stimmt«, erwiderte ich. »In genau diesen Worten, wenn ich mich recht entsinne. Und falls du dich an unser erstes Gespräch über diese Unternehmung erinnern solltest, wirst du vielleicht noch wissen, daß ich damals deine Meinung teilte.«

»Was ...« Emerson drehte sich einmal um die eigene Achse. Grenzenlos und kahl erstreckte sich die karge, brettebene Wüste bis hin zum Horizont. »Was zum Teufel tun wir dann hier?« brüllte er.

Das war eine durchaus vernünftige Frage, die sich wahrscheinlich auch dem Leser dieser Geschichte aufdrängen wird. Professor Radcliffe Emerson, Mitglied der Londoner Akademie der Wissenschaften, Angehöriger der Britischen Akademie, Doktor der Rechte (Edinburgh), Doktor der keltischen Literatur (Oxford), Mitglied der Amerikanischen Philosophischen Gesellschaft und so weiter und so fort und überdies angesehenster Ägyptologe aller Zeiten, war jedoch häufig an ungewöhnlichen, wenn nicht sogar eigenartigen Orten anzutreffen. Nie werde ich den zauberhaften Augenblick vergessen, als ich ihn in einer Höhle inmitten einer einsamen Klippenlandschaft nahe des Nils vorfand: Er fieberte stark, brauchte dringend Hilfe und war zu schwach, sich dagegen zu wehren. Das Band, das durch meine fachkundige Pflege zwischen uns entstand, wurde durch die später gemeinsam überstandenen Gefahren unauflöslich. Und nach einer angemessenen Zeit heiratete ich ihn. Seit diesem denkwürdigen Tag haben wir an allen bedeutsamen Stätten Ägyptens Ausgrabungen durchgeführt und unsere Entdeckungen in unzähligen Publikationen festgehalten. Die Bescheidenheit verbietet mir, meinen Anteil an unserem wissenschaftlichen Ruhm allzusehr hervorzuheben. Allerdings hätte Emerson als letzter abgestritten, daß wir stets an einem Strang zogen – sowohl in der Archäologie als auch in der Ehe.

Hand in Hand (natürlich nur bildlich gesprochen) hatten wir Ägypten von den sandigen, verlassenen Gräberfeldern in Memphis bis zur Nekropolis in Theben durchquert und waren dabei auf Gegenden gestoßen, die fast ebenso unwirtlich waren wie die Wüste, die uns im Augenblick umgab. Jedoch hatten wir uns nie zuvor weiter als einige Kilometer vom Nil und seinen lebenspendenden Wassern entfernt. Nun lag der Fluß weit hinter uns. Keine Pyramide, kein Überrest einer Mauer waren zu sehen, geschweige denn ein Baum oder ein Anzeichen dafür, daß hier Menschen lebten. Was wollten wir eigentlich hier? Ohne Kamele waren wir buchstäblich Gestrandete in einem Meer aus Sand. Nur, daß unsere Lage nun einiges verzweifelter aussah als die von Schiffbrüchigen.

Ich setzte mich auf den Boden und lehnte mich an das Kamel. Die Sonne stand hoch am Himmel, und außer dem armen Tier gab es nichts, was mir hätte Schatten spenden können. Emerson lief schimpfend auf und ab und wirbelte Sand auf. Sein Talent für Verbalinjurien hatte ihm bei unseren ägyptischen Arbeitern den Ehrentitel »Vater der Flüche« eingebracht, und diesmal übertraf er sich selbst. Zwar hatte ich Verständnis für seine Gefühle, aber die Pflicht zwang mich, ihn zu tadeln.

»Du vergißt dich, Emerson«, bemerkte ich und wies auf unsere Begleiter.

Sie standen nebeneinander da und betrachteten mich besorgt. Ich muß sagen, daß die beiden ein komisches Gespann abgaben. Viele Bewohner des Niltals sind ungewöhnlich hochgewachsen, und Kemit, unser einziger verbleibender Diener, maß fast einen Meter neunzig. Er trug einen Turban und ein weites Gewand aus blauweiß gestreifter Baumwolle. Mit seinen ebenmäßigen, bronzefarbenen Gesichtszügen ähnelte er sehr seinem Freund, nur daß dieser weniger als einen Meter zwanzig groß war. Außerdem war er mein Sohn, Walter Peabody Emerson, auch als »Ramses« bekannt. Und eigentlich hätte er gar nicht hier sein dürfen.

Emerson brach mitten in seiner Schimpfkanonade ab, obgleich er an dieser Anstrengung fast erstickte. Da er jedoch immer noch ein Ventil für seine brodelnden Gefühle brauchte, ließ er sie an mir aus.

»Wer hat diese verfl... verflixten Kamele ausgesucht?«

»Das weißt du ganz genau«, antwortete ich. »Ich suche stets die Tiere für unsere Expeditionen aus und kümmere mich auch um ihre Gesundheit. Die Leute hier behandeln ihre Esel und Kamele so schlecht ...«

»Erspare mir deine Vorträge über Veterinärmedizin und Tierliebe!« brüllte Emerson. »Ich wußte es ... Ich wußte, die Wahnvorstellung, du verfügtest über medizinische Kenntnisse, würde uns eines Tages ins Unglück stürzen. Du hast diesen verd... vermaledeiten Tieren Medizin verabreicht; was hast du ihnen gegeben?«

»Emerson! Beschuldigst du mich allen Ernstes, ich hätte die Kamele vergiftet?« Nur mit Mühe konnte ich meine Entrüstung über diesen ungeheuerlichen Vorwurf hinunterschlucken. »Ich glaube, jetzt bist du vollkommen übergeschnappt.«

»Auch wenn dem so sein sollte, habe ich im Moment wohl allen Grund dazu«, erwiderte Emerson in etwas gemäßigterem Ton. Er rückte näher an mich heran. »Unsere Lage ist so verzweifelt, daß selbst ein ausgeglichener Mensch wie ich die Fassung verlieren kann. Äh ... ich bitte dich um Verzeihung, meine liebe Peabody. Weine nicht.«

Emerson nennt mich nur Amelia, wenn er böse auf mich ist. Peabody ist mein Mädchenname; und so sprach mich Emerson in seinen kümmerlichen Versuchen, sarkastisch zu sein, während der ersten Zeit unserer Bekanntschaft an. Inzwischen mit liebevollen Erinnerungen verknüpft, ist diese Anrede mittlerweile zu meinem Kosenamen geworden, der – wenn man so sagen will – Zuneigung und Respekt ausdrücken soll.

Ich ließ das Taschentuch sinken, das ich mir an die Augen gehalten hatte, und lächelte ihn an. »Ich habe nur Sand ins Auge bekommen, Emerson. Nie wirst du erleben, daß ich hilflos in Tränen ausbreche, wenn Entschlußkraft gefordert ist. Und das weißt du ganz genau.«

»Hmmm«, brummte Emerson.

»Wie dem auch sei, Mama«, mischte sich Ramses ein. »Papa hat etwas Bedenkenswertes angesprochen. Anzunehmen, daß alle Kamele plötzlich und ohne Krankheitssymptome innerhalb von achtundvierzig Stunden sterben, hieße, den Zufall überzustrapazieren.«

»Du kannst dir sicher sein, Ramses, daß mir dieser Gedanke auch schon gekommen ist. Sei jetzt bitte so gut und hole Papas Hut zurück. Nein, Emerson, ich weiß, wie sehr du Hüte verabscheust, aber ich bestehe darauf, daß du ihn aufsetzt. Es würde uns gerade noch fehlen, wenn du zu allem Überfluß einen Sonnenstich bekommst.«

Emerson antwortete nicht. Er blickte der kleinen Gestalt seines Sohnes nach, der gehorsam dem Sonnenhut nachtrottete. Sein Gesichtsausdruck war so wehmütig, daß sich mein Blick verschleierte. Es war nicht die Angst um sein eigenes Leben, die meinem Gatten zu schaffen machte, es war nicht einmal die Sorge um mich. Gemeinsam hatten wir nicht nur eine, sondern unzählige Begegnungen mit dem Tod heil überstanden. Emerson wußte, er konnte darauf vertrauen, daß ich dem finsteren Gesellen mutig und lächelnd gegenübertreten würde. Nein, der Gedanke an das Schicksal, das Ramses bevorstand, ließ seine Augen feucht werden. Bewegt gelobte ich mir, Emerson nicht daran zu erinnern, daß sein Sohn und Erbe nun durch die Schuld des eigenen Vaters mit einem langsamen, qualvollen und schmerzlichen Tod durch Verdursten zu rechnen hatte.

»Wie dem auch sei, wir haben schon Schlimmes erlebt«, sagte ich. »Wenigstens wir drei, und ich nehme an, Kemit, daß auch Ihnen Gefahren nicht fremd sind. Haben Sie einen Vorschlag, mein Freund?«

Auf meine Handbewegung hin kam Kemit näher und kauerte sich neben mich. Ramses tat es ihm sofort nach. Inzwischen bewunderte er diesen schweigsamen, gutaussehenden Mann sehr, und der Anblick der beiden – man mußte an einen Storch mit seinem Küken denken – brachte mich immer wieder zum Lächeln.

Emerson hingegen war ganz und gar nicht nach Lächeln zumute. Er fächelte sich mit seinem Hut Kühlung zu und höhnte: »Falls Kemit einen Einfall hat, wie er uns aus diesem Schlamassel retten kann, ziehe ich den Hut vor ihm. Wir ...«

»Du kannst den Hut nicht ziehen, ehe du ihn nicht aufgesetzt hast«, unterbrach ich ihn.

Emerson klatschte den Gegenstand meiner Stichelei so heftig auf seinen schwarzen, zerzausten Schopf, daß...



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