Petzold | Die Geschichte Frankreichs | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 185 Seiten

Reihe: Global Basics 101 · Deine Serie für modernes Wissen

Petzold Die Geschichte Frankreichs

Kelten, Römer, Könige, Revolutionen und Napoleons Kriege · Die Geschichte Frankreichs zwischen höfischer Kultur, republikanischer Tradition, kultureller Strahlkraft und politischem Einfluss in Europa
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-69212-327-1
Verlag: Amor Audiobook UG (haftungsbeschränkt)
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Kelten, Römer, Könige, Revolutionen und Napoleons Kriege · Die Geschichte Frankreichs zwischen höfischer Kultur, republikanischer Tradition, kultureller Strahlkraft und politischem Einfluss in Europa

E-Book, Deutsch, 185 Seiten

Reihe: Global Basics 101 · Deine Serie für modernes Wissen

ISBN: 978-3-69212-327-1
Verlag: Amor Audiobook UG (haftungsbeschränkt)
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Warum wurde Frankreich zu einem Land, das Europas Geschichte, Politik und Kultur über Jahrhunderte hinweg so stark prägte wie kaum eine andere Nation. Dieses Buch zeigt Frankreich als kulturellen Visionär des neuen Europas und führt mitten hinein in eine Geschichte voller Umbrüche, Machtkämpfe, Ideen und künstlerischer Glanzpunkte. Wer Europa verstehen will, entdeckt hier jene Entwicklungen, die Frankreich zu einer geistigen und politischen Schlüsselmacht machten.


Bert Alexander Petzold lädt zu einer faktenreichen, verständlichen, unterhaltsamen und klar strukturierten Zeitreise ein. Von Gallien, das im ersten Jahrhundert vor Christus von den Römern erobert und in ihr Reich eingegliedert wurde, bis zu den Umbrüchen nach dem Ende des Römischen Reiches entfaltet sich ein historischer Bogen, aus dem das spätere Frankreich hervorging. Früh wird deutlich, dass dieses Land nicht nur geographisch im Herzen Europas lag, sondern auch geschichtlich zu einem Motor Europas wurde.


Im Mittelalter formte das Frankenreich unter Karl dem Großen ein Erbe von enormer Tragweite. Nach der Teilung seines Reiches prägten Dynastien wie die Kapetinger, die Valois und die Bourbonen die weitere Entwicklung. Der Hundertjährige Krieg machte Frankreich im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert zu einem zentralen Schauplatz des Ringens um Macht und Vorherrschaft in Europa. So erscheint Geschichte hier nicht als bloße Abfolge von Jahreszahlen, sondern als lebendiger Prozess, in dem sich Staatlichkeit, Identität und europäische Ordnung neu herausbildeten.


Mit der französischen Renaissance begann eine große Blüte von Kunst, Literatur und Wissenschaft unter Herrschern wie Franz dem Ersten und Heinrich dem Vierten. Zugleich erschütterten religiöse Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten das Land. Im siebzehnten Jahrhundert stieg Frankreich unter Ludwig dem Vierzehnten zur politischen und kulturellen Großmacht auf. Versailles wurde zum Symbol absolutistischer Herrschaft, während Machtzentralisierung und Kriege den Anspruch auf französische Vorherrschaft in Europa sichtbar machten.


Einen Wendepunkt von weltgeschichtlicher Bedeutung setzte die Französische Revolution von 1789. Der Sturz der Monarchie, die Abschaffung der Feudalherrschaft und die Erklärung der Menschen und Bürgerrechte veränderten Frankreich und weit darüber hinaus das politische Denken Europas. Mit Napoleon Bonaparte folgte eine Epoche von Aufstieg, Expansion und tiefgreifenden Erschütterungen. Auch das neunzehnte Jahrhundert erscheint in diesem Buch als Zeit wirtschaftlicher Modernisierung und imperialer Gewalt, in der Frankreich Kolonien in Afrika, Asien und Ozeanien gewaltsam eroberte.


Das zwanzigste Jahrhundert führte Frankreich durch die Katastrophen zweier Weltkriege, durch Besatzung, Befreiung, Dekolonisierung und Wiederaufbau. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wurde das Land zu einem Gründungsmitglied der Europäischen Union. Paris steht dabei bis heute für die Strahlkraft französischer Kunst, Literatur, Musik, Filme und Architektur. Bert Alexander Petzold verbindet historische Präzision mit anschaulicher Darstellung und macht dieses Buch zu einer wertvollen Lektüre für alle, die Frankreich in seiner ganzen Tiefe begreifen möchten. Das Buch ist ideal geeignet zur Vorbereitung auf Prüfungen zur Erlangung der Hochschulreife und für das Studium an der Universität.


Wer Frankreich nicht nur als Reiseziel, sondern als eine der Gestaltungskräfte Europas verstehen möchte, findet hier eine fundierte, packende und horizonterweiternde Darstellung. Sichern Sie sich dieses Buch und entdecken Sie Frankreich als Land der Könige, Revolutionen, Ideen und Künste, als kulturellen Visionär des neuen Europas und als unverzichtbaren Schlüssel zum Verständnis europäischer Geschichte.

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Kapitel 9. Restauration, Napoleon III. und Zweites Französisches Kaiserreich (1815–1870)


Bereits nach Napoleons erster Verbannung nach Elba hatte man in Frankreich mit der sogenannten Restauration begonnen. Mit kurzer Unterbrechung durch Napoleons Rückkehr dauerte diese bis 1830 an.

Man spricht daher von der „Ersten Restauration“ (französisch: Première Restauration) von April 1814 bis März 1815 und der „Zweiten Restauration“ (Seconde Restauration) von der finalen Abdankung Napoleons im Juni 1815 bis zum Ausbruch der Revolution im Juli 1830.

Nachdem die antinapoleonische Allianz im April 1814 Paris besetzte, begann man damit, das Herrscherhaus der Bourbonen wieder einzusetzen. Diese waren vor der Revolution an der Macht gewesen. Am 24. April landete der seit 1791 im Exil lebende Bruder Ludwigs XVI., Louis Stanislas Xavier Graf der Provence, in Calais. Nur wenige Tage später zog er mit einer Schar emigrierter Adliger in Paris ein.

Er verstand, dass er keine absolute Monarchie mehr errichten konnte. Die Franzosen erwarteten Zugeständnisse an die Errungenschaften der Revolution. Also gab Louis, der König Ludwig XVIII. war, dem Land mit der „Charte constitutionnelle“ eine liberale Verfassung, ganz nach britischem Vorbild. Es handelte sich um eine konstitutionelle Monarchie: der König war also an eine Verfassung gebunden.

Der Prozess, innenpolitische Stabilität herzustellen, wurde durch die Rückkehr Napoleons aus dem Exil schlagartig unterbrochen. Nach dessen Herrschaft der Hundert Tage und Napoleons Vertreibung begann die zweite Phase der Restauration im Sommer 1815.

Auf dem Wiener Kongress wurde Europa nach der Niederlage Napoleons neu sortiert. Die Königsherrschaft der Bourbonen wurde bestätigt. Ludwig bemühte sich darum, das Frankreich des Ancien Régime mit seinen royalistischen, aristokratischen und theokratischen Prinzipien mit dem aufgeklärten und liberalen Frankreich der Revolution und der napoleonischen Ära in Einklang zu bringen.

Das war keine leichte Aufgabe: zwischen 1815 und 1820 kam es zur „terreur blanche“ (dt. „weißer Schrecken“). Das waren blutige Vergeltungsaktionen der rückkehrenden adeligen Emigranten gegen Anhänger und Befürworter der Französischen Revolution und Napoleons, vor allem im Süden des Landes. Etwa 200 Menschen kamen dabei um.

Ludwig und vor allem sein Nachfolger ab 1824, Karl X., lieferten sich zunehmend stärkere Konfrontationen mit dem liberalen Bürgertum. Diese Bürger – Intellektuelle, Kaufleute, hohe Beamte – bekannten sich zu Revolution und ihren Idealen. Sie sahen die restaurative Politik, also eine Politik, die die alten Zustände des Ancien Régime wiederherstellen wollte, kritisch. Eine wichtige Rolle spielte die Presse, denn ihr Einfluss auf die öffentliche Meinung war enorm.

Karl X., der auch ein Bruder des letzten vorrevolutionären Königs war, hatte keinerlei Verständnis für die Veränderungen seit der Revolution 1789. Er betrieb eine restaurative Politik, ließ etwa die Emigranten für ihre Verluste entschädigen, die sie während der Revolution erlitten hatten. Das liberale Bürgertum erhielt mehr und mehr Unterstützung, auch durch die Presse.

Im Juli 1830 wurden die vier „Juliordonnanzen“ erlassen. Darin wurden die Abgeordnetenkammer aufgelöst, das Stimmrecht eingeschränkt, der Wahlzensus nach oben verschoben und die Pressefreiheit weiter beschränkt. Karl wollte faktisch das Parlament auflösen. Dies mündete schließlich am 27. Juli 1830 in den Ausbruch der Julirevolution und damit in das Ende der Restaurationsära in Frankreich.

Da sich die Revolution an drei Tagen (27. bis 29. Juli 1830) zutrug, spricht man im Französischen auch von „Den Drei Glorreichen“ (Les Trois Glorieuses). Dabei revoltierten Studenten, Handwerker und Arbeiter in Paris. Sie zwangen Karl zur Abdankung und Flucht nach England. 1836 starb er im Exil in Tschechien.

Die meisten Aufständischen waren republikanisch. Doch es gelang den bürgerlichen Liberalen unter Führung des Journalisten, Historikers und späteren Präsidenten der Dritten Republik Adolphe Thiers, den Herzog von Orléans, Louis-Philippe, zum König zu erklären. Damit war kein politischer Wechsel zur Republik, sondern nur der Dynastie erfolgt.

Louis-Philippe wurde auch der „Bürgerkönig“ genannt, da er zunächst eine liberale Haltung hatte. Das Großbürgertum unterstützte ihn. Die Herrschaftsform war eine Mischung aus konstitutioneller Monarchie und parlamentarischer Monarchie. Die beiden parlamentarischen Kammern hatten mehr Einfluss, doch in wichtigen Fragen durfte immer noch der König entscheiden.

Seine Herrschaft wird auch als „Julimonarchie“ bezeichnet. Nach und nach schwand die Unterstützung des Großbürgertums, denn die Politik des Bürgerkönigs wurde immer reaktionärer. Frankreich trat sogar der Heiligen Allianz bei. Das war ein ursprünglich von Russland, Preußen und Österreich gegründetes Staatenbündnis, das sich der Restauration verpflichtet hatte. Mit den Idealen und Zielen der Französischen Revolution hatte das nicht mehr viel zu tun.

Nur 17 Jahre nach der Julirevolution kam es wieder zu einer Umwälzung. Nachdem der König am 21. Februar 1848 ein Bankett zur Reformierung des Wahlrechts verboten hatte, kam es zu Protesten. Bürgertum und Arbeiter vereinten sich vorübergehend, es kam zu Straßenkämpfen. In den folgenden Tagen spitzte sich die Lage mehr und mehr zu.

Am 24. Februar 1848 dankte der König ab und floh nach England. Es wurde die Zweite Französische Republik ausgerufen. Ein Mann namens Louis Napoléon Bonaparte, ein Neffe des großen Napoleon Bonapartes, wurde zum Präsidenten dieser Republik gewählt. Es handelte sich um eine bürgerliche Republik, die jedoch den schweren wirtschaftlichen Problemen nicht trotzen konnte.

Louis Napoléon hatte größere Ziele. Nach nur drei Jahren ging es mit der Republik zu Ende. Mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 löste Louis Napoléon die Nationalversammlung auf und ließ führende Oppositionspolitiker verhaften. Die folgenden blutigen Kämpfe konnte er für sich entscheiden. Ein Jahr später ließ er sich als Napoleon III. zum Kaiser der Franzosen krönen.

Man spricht von dieser Zeit als Zweites Kaiserreich, es dauerte von 1852 bis 1870. In den ersten Jahren seiner Herrschaft regierte Napoleon autoritär, er stützte seine Macht auf das Militär. Oppositionelle hatten mit einem harten Vorgehen zu rechnen. Die Unterstützung des Volkes wollte sich der Kaiser mit einer aggressiven Außenpolitik sichern.

Wie so oft in der Geschichte ließ sich durch Kämpfe im Äußeren von den Problemen im Inneren ablenken. Die ersten Jahre seiner Herrschaft verliefen äußerst erfolgreich. Als Großbritannien im Jahr 1857 den Zweiten Opiumkrieg gegen das Kaiserreich China begann, verbündete sich Frankreich mit dem Empire. Im Jahr darauf begann Frankreich, Territorien zu erobern, die später Französisch-Indochina wurden und die heute in den Staatsgebieten von Laos, Kambodscha und Vietnam liegen. Da er Piemont-Sardinien gegen Österreich im Sardinischen Krieg 1859 unterstützte, trug er – wenn auch nicht beabsichtigt – zur Einigung Italiens bei.

Das Blatt wendete sich für Napoleon im Jahr 1870. Er brauchte mehr militärische Erfolge und trat Preußen gegenüber fordernd auf. Die französische Öffentlichkeit diskutierte, dass die Saarregion, Luxemburg und die Pfalz von Preußen übergeben werden sollten. Kanzler Bismarck scheute die Konfrontation mit Frankreich nicht.

Ein wichtiger Streitpunkt war eine Erbfolge: Weil ein Kandidat aus der Hohenzollern-Dynastie für den spanischen Thron ins Gespräch kam, waren die Franzosen erbost. Es folgten diplomatische Reibungen. Diese eskalierten 1870, als ein Telegramm veröffentlicht wurde, das von Bismarck bearbeitet wurde: die Emser Depesche. Darin hatte Bismarck ein Schreiben Wilhelms so verkürzt, dass es die Franzosen vor den Kopf stieß. Vermutlich war dies genau so von Bismarck beabsichtigt.

Frankreich erklärte Preußen den Krieg. In beiden Ländern war die Begeisterung, für das Vaterland in die Schlacht zu ziehen, groß. Für Frankreich überraschend zogen auch die vier süddeutschen Staaten aufseiten Preußens ins Feld. Preußen siegte im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, auch weil die modernen Stahlkanonen von Krupp denen der Franzosen weit überlegen waren. Die entscheidende Schlacht fand 1870 bei Sedan statt. Als Folge kapitulierten die französischen Truppen, Napoleon wurde abgesetzt und die Republik ausgerufen.

Berauscht vom Sieg nutzte der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck die nationale Begeisterung der Deutschen, um die Gründung eines vereinten deutschen Nationalstaats voranzutreiben. Die Novemberverträge von 1870 ermöglichten den Beitritt der süddeutschen Staaten zum Norddeutschen Bund. Um die besiegten Franzosen zu demütigen, fand die symbolische Gründung des „Deutschen Reiches“ am 18. Januar 1871 im Schloss Versailles, unweit des weiterhin von deutschen Truppen belagerten Paris, statt.

Im Spiegelsaal des Schlosses wurde der preußische König Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser ausgerufen, genau 170 Jahre nach der Krönung Friedrichs I. zum König von Preußen.

An der Zeremonie nahmen keine gewählten Volksvertreter teil, sondern Fürsten, Prinzen und hochrangige Militärs. Daher wird die Reichsgründung oft als eine von Bismarck inszenierte „Revolution von oben“ beschrieben, da das deutsche Kaiserreich als ein Bund der deutschen Fürsten entstand. Zuvor war die Verfassung des Norddeutschen Bundes leicht...



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