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Pfannenschmidt | Die kleine Pension an der Alster | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 271 Seiten

Pfannenschmidt Die kleine Pension an der Alster

Roman
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-96655-105-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 271 Seiten

ISBN: 978-3-96655-105-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Ein Glücksroman mit viel Herz: Das Feelgood-Highlight »Die kleine Pension an der Alster« von Christian Pfannenschmidt jetzt als eBook bei dotbooks. Die patente Elfie Gerdes hat sich ihren größten Traum erfüllt: eine eigene kleine Frühstückspension! Mit viel Liebe führt sie das Haus - und hat natürlich immer ein offenes Ohr für die Sorgen ihrer Gäste. Dabei hat Elfie selbst Probleme: Die finanzielle Zukunft von ?Hotel Elfie? sieht alles andere als rosig aus - und noch dazu wünscht sie sich einen liebenswerten Partner, mit dem sie gemeinsam ihren Traum leben kann. Als Elfie sich stattdessen vom einen auf den anderen Tag auch noch um einen pubertierenden Jungen kümmern muss, ist das Chaos komplett! Doch Elfie ist nicht so einsam, wie sie sich manchmal fühlt - und einmal mehr beweist sich, dass niemand wirklich allein ist, der wahre Freunde hat ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der zauberhafte Feelgood-Roman »Die kleine Pension an der Alster« von Christian Pfannenschmidt sorgt für ein Wiedersehen mit den vielgeliebten Charakteren der Bestseller »Das Hotel an der Alster« und »Sommer im Hotel an der Alster«. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Christian Pfannenschmidt, geboren 1953, war Journalist und Reporter für die Abendzeitung München, den Stern und das Zeit-Magazin. Heute lebt er als Autor in Köln und Berlin. Von ihm stammen unter anderem die Drehbücher der ZDF-Erfolgsserie »Girlfriends«. »Die Villa am Seerosenteich« wurde in mehrere Sprachen übersetzt und in der Verfilmung als ARD-Zweiteiler, verfolgten über 6 Mio. Menschen die Karriere von Isabelle, dem Mädchen vom Lande, das zur Chefin eines Modeimperiums aufsteigt. 2003 gründete er eine eigene Fernsehproduktion und setzte seine persönliche Erfolgsgeschichte mit TV-Serien wie u.a. »Die Albertis« und »Herzensbrecher - Vater von vier Söhnen« sowie der erfolgreichen Freitagabend-Reihe »Meine Mutter ist unmöglich« fort. Die Website des Autors: christianpfannenschmidt.de Bei dotbooks erschienen Christian Pfannenschmidts Romane »Die Villa unter den Linden«, »Der Klang unserer Seelen«, »Die Villa am Seerosenteich«, »Das alte Bauernhaus des Glücks« und die kleine Pension an der Alster«. Die letzten drei Romane sind auch als Sammelband erschienen. Außerdem haben ihn die Charaktere der »Girlfriends«-Serie nicht mehr losgelassen. Und so hat er - basierend auf den Drehbüchern - sieben Romane über die Freundinnen Marie, Ilka und Elfie geschrieben: Die Bände 1-3 der »Girlfriends«-Serie sind bei dotbooks auch in dem Sammelband »Das Hotel an der Alster« erschienen. Die Bände 4-6 der Serie erschienen bei dotbooks unter dem Titel »Sommer im Hotel an der Alster«. Von Christian Pfannenschmidt ist außerdem als PoD erhältlich: »Die Villa am Seerosenteich«
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Kapitel 2


Als Elfie den Schnabels am nächsten Morgen unter wortreichen Entschuldigungen versicherte, es bleibe alles beim alten, begegneten die Vorbesitzer ihr freundlich, aber distanziert. Die Hotelhalle war jetzt zwar kahl und leer, aber dafür wirkte sie nicht mehr wie eine Malerwerkstatt, und Elfie sah sich in ihrem neuen Reich zufrieden und erleichtert um. Eine gute Entscheidung, die großen alten Räume nicht nur hell, sondern gelb anmalen zu lassen. Daß die ganze Hotelhalle an diesem Morgen von Sonnenlicht durchflutet war, machte alles nur noch schöner und wärmer und ließ Elfie neuen Mut fassen.

Der Handel bekam auch gleich einen quasi amtlichen Segen, als Hauptwachtmeister Poggensee, der zuständige Beamte für diesen Teil des Viertels, auf einem Routinebesuch – er holte dort in regelmäßigen Abständen die ausgelesenen Illustrierten für seine Frau ab – im Hotel vorbeischaute. Das heißt, ein reiner Routinebesuch war es an diesem Morgen nicht, sondern gleichzeitig das Abschiednehmen von Rita und Werner Schnabel. Daß Poggensee dabei auch gleich deren Nachfolgerin kennenlernte, werteten alle Anwesenden als gutes Omen.

»Wenn was ist, wir sind da«, waren Poggensees letzte Worte an Elfie, als er, einen Stapel Zeitschriften unterm Arm, wieder ging.

Rita Schnabel sagte schmunzelnd: »So werden Freundschaften fürs Leben gestiftet«, als sie Elfie ins Frühstückszimmer winkte, um ihr noch ein paar Tips und Hinweise zu geben.

»Mit dem Aufstehen richten Sie sich auf fünf Uhr ein, besser schon halb fünf«, war einer davon.

»Halb fünf?« wiederholte Elfie entgeistert.

»Aber sicher doch! Dienen, Frau Gerdes, dienen … Das muß man mögen. Frühstück machen, Weckdienst, Anreisen, Sonderwünsche … Gäste sind wie Hyänen: morgens die ersten, abends die letzten.«

Elfie schluckte. In diesem Moment kam Werner Schnabel aus dem angrenzenden Büro und hatte eine Holzkiste in der Hand. »Die alte Standuhr und die Vitrinen«, sagte er, »davon trennen wir uns nur schweren Herzens, aber dafür ist in unserer neuen Wohnung nun wirklich kein Platz. Und diese Stammkundenkartei« – er hielt Elfie den Holzkasten vor die Nase –, »die sollten Sie auch übernehmen.«

»Apropos«, sagte Rita Schnabel, die mit dem Gesicht zur Tür stand und sah, wer gerade hereinkam. »Das ist Herr Müggebrecht, Frau Gerdes, und den müssen Sie übernehmen.« Der ältere Herr, leger mit Schippermütze und Strickjacke unter der Freizeitjacke bekleidet, trat gutmütig grinsend auf Elfie zu und gab ihr die Hand.

»Frau Gerdes, unsere Nachfolgerin«, klärte Rita Schnabel den Mann auf. Und an Elfie gewandt sagte sie: »Herr Müggebrecht bringt jeden Morgen die Zeitungen, schon seit …«

»1962«, sagte Herr Müggebrecht. »Die große Flutkatastrophe, wissen Sie noch?«

»Richtig«, sagte Rita Schnabel, sah ihren Mann auffordernd an und machte eine Kopfbewegung in Richtung Küche.

»Kommen Sie, wir haben noch ein paar Fläschchen für Sie!« Ihr Mann führte Herrn Müggebrecht in die Küche. »Netter Kerl«, sagte Rita Schnabel zu Elfie, als die beiden allein waren. »Hängt aber leider ‘n büschen an der Flasche.« Dann straffte sie sich und wurde wieder ganz Geschäftsfrau. »So, nun wieder zu uns, Frau Gerdes. Meine Zeit auf diesem Planeten ist begrenzt.« Sie nahm den Holzkasten mit der Stammkundenkartei und hielt ihn Elfie hin. »Da haben Sie doch keine Einwände gegen, oder?«

»Aber ganz im Gegenteil«, sagte Elfie und strahlte, so gut sie strahlen konnte mit dem unhandlichen Kasten im Arm.

»Gut«, sagte Rita Schnabel kurz. »Macht fünftausend extra. Am liebsten Cash.«

Beinahe wäre Elfie der Kasten aus der Hand gefallen. »Fünftausend?« wiederholte sie und verhedderte sich in einer gedanklichen Kalkulation, mit der sie ermitteln wollte, ob es sich um eine Investition handelte, die sich in einem angemessenen Zeitraum amortisieren würde. Aber obwohl sie zu keinem vernünftigen Ergebnis kam, beschloß sie, diese bittere Pille zu schlucken, um sich nicht schon wieder vor Rita Schnabel als wankelmütig zu erweisen.

Die bewegte sich inzwischen schon wieder auf die Rezeption zu, verabschiedete sich von Herrn Müggebrecht und machte ganz den Eindruck, als wolle sie nun auch Elfie loswerden. In einer Hand hielt sie einen Schlüssel. Elfie stellte die Stammkundenkartei auf einen Tisch und ging ganz aufgeregt auf Rita Schnabel zu. Der Schlüssel! Die Schnabels würden noch am selben Tag Hamburg verlassen, und bislang hatte Elfie keinen Schlüssel vom Hotel bekommen. Von ihrem Hotel. Vom Hotel Elfie.

Als Elfie ein paar Minuten später durch die belebte Straße ging, fühlte sie sich wie ein neuer Mensch. Sie grüßte den jungen Gemüsehändler, der gegenüber von »meinem Hotel« – Elfie ließ keine Gelegenheit aus, Sätze zu denken, in denen diese Formulierung vorkam – neben den Auslagen vor seinem Geschäft stand, und sie grüßte eine ältere Frau, die neben »meinem Hotel« auf ein Kissen gestützt am geöffneten Fenster saß. Lediglich der Anblick der Sparkasse an der Ecke dämpfte ihre Hochgefühle. Also sah sie einfach nicht dahin. Bis zu ihrem Friseurtermin war noch etwas Zeit, und sie beschloß, an die Alster zu gehen, um – passend zu dem schönen Tag und ihrer Stimmung – Hamburg von seiner schönsten Seite zu genießen.

Elfies Wunsch nach »blond und kurz« entsprach ganz und gar auch Fatimas fachfraulicher Meinung. »Ganz neuer Typ. Absolü!« sagte sie und war so begeistert, daß sie, wie so oft, einen ihrer französischen Lieblingsausdrücke benutzte. Trotzdem war Elfie sich der Radikalität dieser Maßnahme bewußt, und sie wagte kaum, in den Spiegel zu sehen, als Fatima schnell und routiniert ihre Arbeit machte. Dabei erzählte sie, wie sie den Chef gestern nach Feierabend daran gehindert habe, die Sparschweine der Auszubildenden und ihr eigenes, von zufriedenen Kunden großzügig gefüllt, auszuleeren und den Inhalt in die nächste Kneipe zu tragen. »Und dann hat er mir an den Po gegrapscht. Dem hab ich aber was erzählt! Verstehen Sie mich nicht falsch, Frau … äh …«

»Gerdes«, sagte Elfie, ohne in den Spiegel zu sehen.

»Frau Gerdes. Denken Sie bitte nicht, daß ich mich routinemäßig bei meinen Kundinnen ausweine. Bei Ihnen ist das irgendwie anders. Und außerdem steht mir dieser Laden bis hier.« Sie führte den Färbepinsel in die Gegend von Oberkante Unterlippe.

Elfie hatte von Fatima keineswegs den Eindruck, daß sie zum Jammern neigte, und wie es in diesem Laden zuging, hatte sie ja gestern mit eigenen Augen gesehen. Entsprechend aufmunternd kommentierte sie Fatimas Entschuldigung. Im Verlauf des weiteren Gesprächs bekam Elfie nicht nur einen noch vollständigeren Eindruck von den menschlichen und fachlichen Qualitäten des Friseurmeisters, sondern auch eine Vorstellung davon, daß und wie Fatima den ganzen Laden hier managte.

»Wie ich Sie beneide!« sagte Fatima, als Elfie später beim Schneiden vom aktuellen Stand ihres Berufslebens berichtete. »Ein eigenes Hotel! So was war schon immer mein Traum. Was Eigenes. Mondiö, wäre das herrlich!«

Elfie machte eine ausladende Handbewegung durch den Frisiersalon. »Wenn ich das hier so sehe … also, das ist doch schon fast Ihr eigener Laden!«

Fatima lachte ganz gegen ihren Willen. »Was die Arbeit angeht, schon, aber sonst …« Sie zuckte mit den Schultern. »Frau Gerdes«, fuhr sie dann in verändertem Ton fort. »Ich fürchte, Sie werden jetzt doch mal in den Spiegel sehen müssen. Ich bin nämlich fertig. Und keine Angst: Sie sehen hinreißend aus.«

Das war nicht übertrieben. Ungläubig starrte Elfie ihr Spiegelbild an. Zwar hatte sie sich inzwischen daran gewöhnt, daß die etlichen Kilo Übergewicht, die sie lange mit sich herumgeschleppt hatte, nicht mehr da waren und sie ihr neues Gewicht schon seit Monaten hielt, aber jetzt … Die gerade geföhnten blonden Strähnen machten ihr Gesicht noch schmaler, ihre Augen noch größer, ihren Mund noch ausdrucksvoller und ihre etwas zu große Nase … nun ja: noch etwas größer. Alles in allem … »Umwerfend!« sagte Elfie. Falsche Bescheidenheit war nicht ihre Art. »Das haben Sie großartig hingekriegt, Frau …«

»Bürgenstock, aber sagen Sie doch einfach Fatima!«

»Sie verstehen wirklich was von Ihrem Job, Fatima. Danke!«

Die Runde, die sich an diesem Abend im Checkers zusammengefunden hatte, war, wenn auch zum großen Teil aus denselben Leuten bestehend, doch eine ganz andere als am Vorabend. Alrun, Bernd, Schmolli und Vera samt Gatte wußten nicht, worauf sie zuerst – und später, worauf sie öfter – anstoßen sollten: die neue Elfie oder Elfies Hotel. Schmolli hatte einen Strauß Rosen mitgebracht, Vera und Leo boten ihre Hilfe an, »wenn’s mal eng wird«, Alrun warnte vor zuviel Optimismus, und Bernd sagte: »Schluß jetzt mit Businesstalk! Jetzt feiern wir!«

Und das taten sie auch. Den Höhepunkt des gelungenen Abends stellte die Gesangseinlage dar, mit der Elfie auf der kleinen Bühne des Checkers ihrem momentanen Lebensgefühl Ausdruck verlieh: I’m feeling happy, I love to live my life.

Es war schon ein ganze Weile her, seit die Freunde Elfie zuletzt singen gehört hatten. Um so überraschter und begeisterter waren sie jetzt. Diese kleine Frau, ganz in Schwarz gekleidet, zog mühelos das ganze Lokal in ihren Bann, mit ihrer Stimme, ihrer Vitalität, ihrer Ausstrahlung.

Diese Ausstrahlung hatte Elfie auch nötig, als in den folgenden Tagen die schönen Worte vom Zusammenhalten und Helfen, wenn’s eng wird, auf ihren praktischen Gebrauchswert geprüft wurden. Die Spuren der Malerarbeiten mußten beseitigt, diverse Nachbesserungen an den großen Lackflächen vorgenommen, sämtliche Fenster und...



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