Phillips | Spiel nicht mit der Liebe! | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Julia

Phillips Spiel nicht mit der Liebe!


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1660-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-1660-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Schon viel zu lange hat Emma gehofft, dass sich ihre Scheinbeziehung mit dem faszinierenden Unternehmer Dan Morgan in echte Liebe verwandelt - vergeblich! Aber ausgerechnet als sie ihre platonische Abmachung beenden will, küsst Dan sie heiß. Empfindet er etwa doch mehr für sie?

Phillips Spiel nicht mit der Liebe! jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


2. KAPITEL

„Iiiiiiihhhh!“

Der spitze Schrei von Emmas Mutter gellte durch den Saal und übertönte die klassische Musik, die im Hintergrund lief. Sofort verstummten alle Gäste in ihrer Umgebung und wandten sich der interessanten Szene zu.

„Nur ein kleines Missgeschick …“, stammelte Emma, während sie ein Paket Taschentücher aus der Handtasche zog und den vergeblichen Versuch startete, den Hosenanzug ihrer Mutter trockenzureiben.

Ihr Vater kam herbeigeeilt und zog ebenfalls ein Taschentuch hervor. Doch ihre Mutter schlug seine Hand weg.

„Das ist mit ein paar Taschentüchern nicht getan“, fauchte sie und wandte sich nun Emma zu. „Weißt du eigentlich, wie teuer der Anzug war? Wie soll ich denn jetzt mit deinem Bruder für die Pressefotos posieren? Was bist du nur für ein Tollpatsch!“

Emmas Gesicht lief dunkelrot an. Doch nachdem sie Dan vor Londons High Society lächerlich hatte machen wollen, empfand er nicht das geringste Mitleid mit ihr. Das war also ihr Plan gewesen? Sie hatte ihm den Laufpass geben wollen, nachdem sie ihn öffentlich gedemütigt hatte? Hätte er nicht in letzter Sekunde eingegriffen, würde er jetzt wie ein begossener Pudel dastehen. Das sollte sie bereuen – keine Frau der Welt gab ihm den Laufpass! Und so schon gar nicht.

Emmas Bruder Adam bahnte sich nun einen Weg durch die Menschenmenge. Wie immer sah er aus wie der perfekte Dandy: dunkellila Samtjacke, weißes Rüschenhemd, übergroßes Brillengestell.

„Was ist denn hier los?“, fragte er und schaute seine Mutter irritiert an, die sich gerade das Jackett ihres Mannes überzog, um den Fleck zu kaschieren.

„Deine Schwester hat mich mit Champagner übergossen“, erwiderte diese mit dramatischem Unterton.

„Es tut mir leid. Und ich komme für die Reinigung selbstverständlich auf“, gab Emma kleinlaut zurück.

Dan konnte Emmas Unbehagen förmlich spüren. Sein Ärger verflog ein wenig. Aber nur ein wenig.

Für eine Sekunde schloss Emma die Augen. Wieder hatte sie alles vermasselt. Ihre Mutter hielt sie für einen Tollpatsch. Aber immerhin war sie jetzt ohnehin schon wütend auf Emma, und vielleicht konnte sie die Stimmung nutzen und doch noch einen Streit mit Dan anzetteln?

Als Adam und ihre Eltern sich wieder unter in die Menge mischten, zog Emma Dan beiseite.

„Wir können den Plan immer noch in die Tat umsetzen“, schlug sie vorsichtig vor.

Er starrte sie aus großen Augen an.

„Du wolltest mich gerade in aller Öffentlichkeit demütigen und mir einen Drink über den Kopf kippen“, knurrte er. „Glaubst du wirklich, dass ich da mitspiele?“

Emma wollte etwas erwidern, doch er schnitt ihr das Wort ab.

„Du hast mich nicht einmal vorgewarnt!“

„Ich dachte, wenn ich dich unvorbereitet treffe, wirkt es authentischer.“

Dan schüttelte fassungslos den Kopf.

Plötzlich brach die Musik abrupt ab, und Adam erschien auf der Empore, ein Mikrofon in der Hand. Emma schaute hoch. Er stand vor einem Plakat, auf dem sein Name in gigantischen Buchstaben prangte. Wie immer fühlte sie sich von seiner Strahlkraft in den Schatten gestellt. Kein Wunder, dass ihre eigene Karriere als Rechtsanwältin dagegen so glanzlos wirkte. Und kein Wunder, dass ihre Eltern von ihr erwarteten, sie würde ihren Beruf aufgeben, sobald sie einen Mann gefunden hatte, und heiraten und ihnen Enkelkinder schenken.

Adams Stimme hallte durch den Saal. Er bedankte sich bei einer Vielzahl von Menschen, deren Namen Emma noch nie gehört hatte.

„Ich fasse es einfach nicht, dass du mich lächerlich machen wolltest, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wie ich mich dabei fühlen würde“, flüsterte Dan ihr zu.

In diesem Moment schritt die blonde Kellnerin aufreizend an ihnen vorbei. Emma sah, wie Dans Blick der Blondine folgte, und sie schluckte die Entschuldigung, die sie schon auf den Lippen gehabt hatte, hinunter. Wieso beschwerte er sich eigentlich darüber, dass sie mit ihm Schluss machen wollte? Sie hatte selbst erlebt, wie er einer Frau nach der anderen das Herz gebrochen hatte. Dan schien keinerlei Skrupel zu haben, sondern wechselte die Gespielinnen wie andere das Hemd. Soweit sie es beurteilen konnte, hatte er noch nie wegen irgendeiner Frau unter Liebeskummer gelitten.

Vielleicht konnte die neue Emma, die ihre mädchenhafte Schwärmerei für Dan überwunden hatte, ihm im Namen aller Frauen einen Denkzettel verpassen?

„Nun beruhig dich endlich“, erwiderte sie spitz. „Ich finde, das war längst überfällig. Ich möchte wetten, es gibt einen ganzen Harem kurviger, blonder Kellnerinnen, die dir gern in aller Öffentlichkeit einen Drink über den Kopf kippen würden, weil du sie ohne Vorwarnung sitzen gelassen hast. Außerdem hast du keinen einzigen Tropfen abbekommen.“

Adam kam grinsend gemeinsam mit seinem Freund Ernie in ihre Richtung geschlendert, ihre Eltern hatte er im Schlepptau. Emma zupfte Dan am Ärmel.

„Wir ziehen den Plan durch, diesmal ohne Champagner. Ich fange an zu nörgeln, und du …“

Sie sprach nicht weiter, weil Adam im selben Moment einen Arm um Dans Schulter und den anderen um sie legte.

„Ich habe eine tolle Nachricht. Mum! Dad!“

Als ihre Eltern und Adams Freund den Kreis schlossen, riss Adam die Hände in einer triumphierenden Geste hoch. „Ernie und ich – wir werden heiraten!“

Er strahlte in die Runde, bevor er seinen Freund umarmte und ihm einen Kuss auf den Mund drückte.

Das entsetzte Aufstöhnen ihrer Mutter übertönte fast die Jubelrufe, die um sie herum losbrachen. Und Emmas Plan, sich mit einer spektakulären Show von ihrem angeblichen Freund zu trennen, war endgültig dahin.

Emma beobachtete die Menschentraube, die sich um Adam und Ernie scharte, um ihnen überschwänglich zu gratulieren. Ein bisschen erleichtert war sie nun schon, dass sie noch keine Gelegenheit gehabt hatte, sich offiziell von Dan zu trennen. Denn als sie die bestürzten Gesichter ihrer Eltern sah, wurde ihr klar, dass diese die Neuigkeit von Adam nur schwer verdauen würden. Falls ihre Mutter auf die Idee käme, noch eine Szene zu machen, würde Emma wesentlich besser damit umgehen können, wenn Dan ihr zur Seite stand.

Mit einem Mal wurde ihr bewusst, wie sehr sie sich daran gewöhnt hatte, dass Dan sie im Umgang mit ihren Eltern unterstützte. Er hatte so eine beruhigende Ausstrahlung und ließ sich von ihrer herrischen Mutter und ihrem duckmäuserischen Vater nicht irritieren.

Zum ersten Mal kamen ihr Zweifel, ob Alistair sie genauso unterstützen würde wie Dan. Oder würde er sich gar durch ihre Familie abschrecken lassen? Nach dem Motto: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Falls an dem Spruch etwas Wahres war, konnte Emma gleich ins Kloster gehen. Alistair wäre aus ihrem Leben verschwunden, bevor sie auch nur blinzeln konnte.

Nein, so durfte sie jetzt nicht denken.

Es war vermutlich das Beste, sich von Dan zu trennen, wenn sie sich schon so sehr an ihn gewöhnt hatte, dass sie nicht mal mehr alleine mit ihrer Familie fertig wurde. Aber sie wollte ihrem Bruder den Abend nicht verderben, daher musste sie die Trennung aufschieben. Vermutlich würde Adam Rückendeckung für die Auseinandersetzung mit ihrer Mutter brauchen. Emma nahm ein neues Glas Champagner und wappnete sich innerlich.

„Das ist doch sicherlich nur ein Publicity-Gag“, vermutete ihre Mutter nun bemüht gefasst.

„Ist es nicht“, entgegnete Adam entschieden. „Wir werden heiraten.“

Er strahlte Ernie an, der im stahlblauen Designeranzug neben ihm stand. Rein äußerlich war er der ideale Partner für Adam.

„Sei nicht albern“, winkte ihre Mutter ab und schnippte einen unsichtbaren Fussel von Adams Revers. „Ihr wollt doch nicht wirklich heiraten.“

„Das ist der nächste logische Schritt“, erwiderte Adam gelassen.

„Ach, ihr seid nur zwei Jungs, die sich eine Wohnung teilen.“ Ihre Mutter machte eine abwertende Handbewegung. „Das geht vorbei, sobald du die Richtige kennenlernst.“

Emma starrte ihren Bruder an, der vor Wut rote Wangen bekam.

„Mum, ich weiß, dass du es nie akzeptieren wolltest, aber die Richtige gibt es für mich nicht. In sechs Wochen werden Ernie und ich unsere Lebenspartnerschaft eintragen lassen. Danach wollen wir mit unseren Familien und Freunden ein schönes Fest feiern. Ich würde mir wünschen, dass du dich für mich freust.“

„Ich freue mich für dich“, sagte Emma aufmunternd und lächelte zaghaft.

Natürlich freute sie sich, dass ihr Bruder sein Glück gefunden zu haben schien. Wenn sie an die bevorstehende Hochzeit dachte, wurde ihr allerdings mulmig zumute. Die Hochzeit gefährdete ihre Reisepläne mit Alistair, und sie wäre zu gern mit ihm weggefahren. Er überschüttete sie mit Aufmerksamkeit und Geschenken, und zum ersten Mal in ihrem Leben hatte sie das Gefühl, für einen anderen Menschen an erster Stelle zu stehen. Und zwar nicht bei irgendeinem Menschen – Alistair Woods war einer der gefragtesten Junggesellen, weibliche Fans standen bei ihm Schlange, und doch hatte er sie auserwählt. Sie konnte ihr Glück immer noch nicht fassen. Unter gar keinen Umständen würde sie die Reise absagen. Wenn sie sich Adam anvertraute, würde er sie bestimmt verstehen.

Adam umarmte seine Schwester herzlich. „Danke, Emmi.“

„Donald, sag doch endlich was“, herrschte ihre Mutter den schweigenden Vater an.

Adam hob abwehrend die Hand.

„Mum, bitte. Es steht nicht zur Debatte. Wir werden...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.