Pinborough | Die Bürde des Blutes | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 461 Seiten

Pinborough Die Bürde des Blutes


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-7090-0074-8
Verlag: Ueberreuter Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 461 Seiten

ISBN: 978-3-7090-0074-8
Verlag: Ueberreuter Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Welt nach der Finanzkrise. Alle Staaten stehen am Rande des Bankrotts und werden nur noch durch ein transnationales Konsortium, das einfach unter dem Namen 'Die Bank' firmiert, am Leben erhalten. Cass Jones muss in dieser Welt Morde aufklären: die Taten eines Serienkillers, der sich 'der Fliegenmann' nennt; die Tötung zweier Schuljungen, die ins Kreuzfeuer eines Bandenkrieges geraten; den Selbstmord seines eigenen Bruders Christian, der zuvor noch Frau und Kind tötet. Christian war Angestellter der 'Bank'. Bald muss Cass Jones begreifen, dass alle Morde zusammenhängen - nicht nur miteinander und mit dem Zustand der Welt, sondern vor allem auch mit ihm selbst. Eine verstörende Spurensuche in seiner eigenen Vergangenheit beginnt.

Sarah Pinborough wurde 1972 in Buckinghamshire geboren und lebt heute nur ein paar Meilen von ihrem Geburtsort entfernt nachdem sie ihre Kindheit damit verbracht hat, in der Welt umherzureisen (ihr Vater war Diplomat). Mit acht Jahren packte sie ihren Koffer und verließ den Mittleren Osten, um dann zehn Jahre in einem Internat zu verbringen. Die Erinnerungen an diese Zeit geben ihr viel Material für ihre Mysterythriller und Horrorgeschichten.
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(S. 147-148)

Claire May und Mat Blackmore erreichten den Tatort am Samstagmorgen um halb zehn, keine schlechte Zeit, wenn man bedachte, womit sie gerade beschäftigt waren, als der Anruf kam. Allerdings hielt die gute Stimmung nicht an. Es war Claires freies Wochenende und Mat fand, sie solle zu Haus bleiben, aber das kam für sie überhaupt nicht infrage. Sie würde doch nur an den Fall denken, wenn er arbeitete und sie würden doch nur drüber reden, wenn er wieder zurückkam. Wo sein Problem lag, kapierte sie erst, nachdem er sie »Jones’ kleine Spionin im Lager« genannt hatte. Zähneknirschend war sie ins Auto gestiegen.

Darüber wollte sie nicht streiten, teils weil sie sicher war, dass er es aus blöder männlicher Eifersucht gesagt hatte, teils weil es zutraf. Sie würde Cass über jeden Schritt, den sie machten, auf dem Laufenden halten. Die beiden Fälle waren kollidiert und Cass verdiente zu erfahren, was los war. Es war völlig unwahrscheinlich, dass er in die Erschießung seiner eigenen Familie verwickelt war. Sie zog die Plastikschuhe über ihre eigenen und war froh, mitten im Trubel zu sein. Die Autofahrt zum Charing-Cross-Hospital war stumm verlaufen. Sie hatte beinahe hören können, wie Mat beim Fahren die Kiefer zusammenbiss.

Er war eifersüchtig auf das, was sie und Cass getan hatten, das wusste sie, aber ihr Verhältnis hatte nicht lange gedauert und jetzt war es vorbei – und sie konnte es nicht mehr ungeschehen machen. Und vielleicht hatte er Grund zur Eifersucht: Sie mochte Mat, klar, sie mochte ihn sehr. Aber war etwas Magisches an ihrer Beziehung? Nein. Cass Jones hatte es vielleicht nicht gespürt, aber er war für sie wie Donner und Blitz gewesen, und daran würde sich wahrscheinlich nie etwas ändern. Eines Tages mochte die Wärme, die sie für Mat empfand, vielleicht zu einer Flamme werden, doch tief drinnen hatte sie das schreckliche Gefühl, dass er ihr Lückenbüßer war. Das war ihr bisher noch gar nicht so klar gewesen.

Die Strain-II-Abteilung, in der die fünfte Frau gefunden worden war, nahm im Krankenhaus den größten Teil einer Etage ein. Trotz der verhaltenen Stimmen der in Plastik gehüllten Polizeibeamten, die die Korridore bevölkerten, herrschte tödliche Stille. Claire zitterte. Sie konnte nichts dagegen machen. Strain II war die neue Pest, und für die Schwestern, die hier arbeiteten, empfand sie absolute Hochachtung. Hinter Mat ging sie an den beiden Beamten bei der Tür vorbei in ein kleines Krankenzimmer.

Eine nackte Frau lag auf einem Bett in der Mitte, der grüne Sichtschutz war komplett geöffnet und ihre Leiche allen Blicken preisgegeben. Hatte der Mörder den Vorhang so hinterlassen oder hatte Dr. Farmer ihn aufgezogen? NICHTS IST HEILIG war in Rot quer über die vollen Brüste der Frau geschmiert worden. Claire kämpfte gegen das Bedürfnis an, sie zuzudecken. DI Bowman lehnte an der Wand, er sah krank aus. Wenn sein Zustand sich verschlechtern sollte, war er wenigstens am richtigen Ort. Neben ihm hob Dr. Hask die Hand zum Gruß, dann starrte er wieder auf den Tatort. »Verzeihung, entschuldigen Sie …« Von Kopf bis Fuß in Plastik gekleidet schob sich jemand zwischen Mat und Claire: Josh Eagleton, der junge Pathologieassistent. In seiner Eile, ans Bett zu gelangen, wäre ihm fast die Kamera aus der Hand gefallen. »Sie haben sich verspätet.« Der Gerichtsmediziner musterte ihn kühl.



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