Plag | Veränderungsmanagement in Bundesministerien | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 453 Seiten, Web PDF

Reihe: Unternehmensführung & Controlling

Plag Veränderungsmanagement in Bundesministerien

Eine empirische Untersuchung auf Basis multipler Fallstudien
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-8350-5417-2
Verlag: Deutscher Universitätsverlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Eine empirische Untersuchung auf Basis multipler Fallstudien

E-Book, Deutsch, 453 Seiten, Web PDF

Reihe: Unternehmensführung & Controlling

ISBN: 978-3-8350-5417-2
Verlag: Deutscher Universitätsverlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Durch die Krise der öffentlichen Kassen wurden Veränderungsprozesse in der Bundesverwaltung zur zentralen Managementaufgabe. Der Erfolg der seit über 15 Jahre andauernden Reformbemühungen muss aber als sehr gering bewertet werden und die Gründe sind bislang weitgehend unerforscht.

Martin Plag beschreibt und erklärt die Veränderungsprozesse der Bundesverwaltung. Er stützt sich dabei auf eine breite empirische Basis aus 13 Fallstudien und 158 Interviews und arbeitet heraus, wie sich der spezifische Kontext der Bundesverwaltung auf den Verlauf und den Erfolg der Veränderungsprozesse auswirkt. Im Zentrum der Ergebnisse stehen Erfolgsfaktoren und konkrete Handlungsempfehlungen für Veränderungsprozesse in der Bundesverwaltung.
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Veränderungsmanagement — theoretischer Bezugsrahmen.- Reformprozesse in Ministerien und nachgeordneten Behörden als Untersuchungsobjekt.- Forschungsmethode.- Empirische Ergebnisse.- Zusammenfassende Betrachtung und Ausblick.


2 Veränderungsmanagement – theoretischer Bezugsrahmen (S. 7)

2.1 Grundbausteine der Theorien des Veränderungsmanagements

2.1.1 Veränderung – Wandel – Change: Begriffsbestimmungen

In der Literatur sind Begriffe wie Veränderung, Wandel, Entwicklung, Transformation, Fortschritt, Dynamik sowie vor allem die englischsprachigen Termini Change und Development gebräuchlich.

Ulrich differenziert zwischen Veränderung und Wandel: „Der Ausdruck ‚Wandel’ steht in der deutschsprachigen Literatur auch für das amerikanische ‚Change’, was ebenso gut mit ‚Veränderung’ hätte übersetzt werden können und damit etwas weniger gewichtig erschienen wäre. In der Tat jedoch wollen die meisten Autoren damit wohl andeuten, dass es sich bei ihrem Thema nicht bloß um übliche, alltägliche Geschehnisse handelt, sondern um etwas Wichtiges, Grundlegendes und Bedeutungsvolles."

Wöhrle schließt sich dieser Auffassung an und ergänzt, dass die Begriffe Veränderung und Entwicklung weitgehend wertneutral seien, Wachstum und Forschritt hingegen eine positive Richtung implizierten und die Vokabel Transformation einen Wandel konkretisiere, „[…] der einen wirklichen Umbruch darstellt."

Seidenschwarz bereinigt den Begriff des Wandels um solche interpretationsbedürftigen Deutungen und reduziert ihn auf seinen Kern: „Wandel bedeutet zuerst einmal den Wechsel von einem Zustand in einen anderen." Diese Definition ist ebenso auf den Terminus Veränderung anwendbar und gleichfalls mit dem Verständnis des Begriffs Change vereinbar, das Beckhard/Harris vertreten. Beckhard/Harris verstehen Change als den Wechsel von einem „Present State" zu einem „Future State". Die Definition des Wandels von Seidenschwarz wird in dieser Arbeit übernommen. Die Begriffe Wandel, Veränderung und Change werden im Folgenden synonym verwendet.

2.1.2 Ungeplanter vs. geplanter Wandel

Zur Hinleitung auf den Begriff des Veränderungsmanagements ist es sinnvoll und in der Literatur üblich, zwischen ungeplantem und geplantem Wandel zu unterscheiden. Unter Planung soll ein Informationsverarbeitungsprozess verstanden werden, der die bewusste, d. h. die von Reflexion getragene und zielorientierte Festlegung zukünftigen Handelns zum Ziel hat und damit eine Ausprägung von Willensbildung darstellt.

Damit kann ungeplanter Wandel als ein Wandel verstanden werden, der nicht im Sinne des bewussten Einsatzes von Mitteln zur Erreichung von Zielen beeinflusst wird. Staehle fügt als weiteres Kriterium für ungeplanten Wandel die Aufmerksamkeit hinzu, die eine Veränderung erfährt: „Sind Wandlungsprozesse nicht intendiert, zufällig und bleiben sie weitgehend unbemerkt, spricht man von ungeplantem Wandel." Unter geplantem Wandel soll hingegen ein Wandel verstanden werden, dem eine bewusste Entscheidung zur Veränderung vorausgeht und der zielorientiert gestaltet wird. Da sich die vorliegende Untersuchung mit Veränderungsmanagement, ergo mit der Gestaltung von Veränderungsprozessen auseinandersetzt, ist für den weiteren Gang der Untersuchung nur der geplante Wandel relevant.

2.1.3 Organisatorischer Wandel und Organisationsbegriff

Veränderungsmanagement befasst sich mit organisatorischem Wandel, also mit Wandel von und in Organisationen. Daher scheint es angezeigt, das Verständnis von Organisation in der Literatur und den dieser Arbeit zu Grunde liegenden Organisationsbegriff darzustellen. Laux/Liermann unterscheiden zwischen funktionalem und institutionalem Organisationsbegriff. „Der Begriff ‘Organisation’ bezeichnet sowohl die Tätigkeit der zielorientierten Steuerung der Aktivitäten in einem sozialen System mit mehreren Mitgliedern (funktionaler Organisationsbegriff) als auch das soziale Gebilde selbst (institutionaler Organisationsbegriff).

Organisationen sind durch zwei wesentliche Merkmale charakterisiert: Erstens müssen mindestens zwei Personen beteiligt sein, die Koordination der eigenen Tätigkeiten durch ein Individuum fällt nicht unter den Organisationsbegriff. Zweitens müssen die Tätigkeiten der Beteiligten zielorientiert gesteuert werden, […]."


Dr. Martin Plag promovierte bei Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber am Lehrstuhl für Controlling der WHU - Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung in Vallendar. Er ist Professor an der Berufsakademie Villingen-Schwenningen und Leiter des Studiengangs Consulting und Controlling.



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