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Plec | THE ORIGINALS - In Liebe vereint | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 320 Seiten

Reihe: THE ORIGINALS-Reihe

Plec THE ORIGINALS - In Liebe vereint


1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-641-15525-4
Verlag: cbt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2, 320 Seiten

Reihe: THE ORIGINALS-Reihe

ISBN: 978-3-641-15525-4
Verlag: cbt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



New Orleans 1766: Die Werwölfe sind geflohen, die Hexen verbannt. Und die Stadt erstrahlt prachtvoller als je zuvor – unter der Alleinherrschaft der drei Vampire! Dennoch ist Klaus nicht zufrieden – er sehnt sich nach seiner großen Liebe Vivienne, so sehr, dass er sogar eine der Hexen um Hilfe bittet. Er ahnt nicht, dass er damit ein Blutbad heraufbeschwört, das alles in den Schatten stellt, was New Orleans bisher erlebt hat ...

Julie Plec arbeitet für Film und Fernsehen als Produzentin und Autorin. Sie ist Co-Autorin und Produzentin der Serie THE VAMPIRE DIARIES und Autorin des Spin-Offs THE ORIGINALS, das die Geschichte der Geschwister Klaus, Rebekah und Elijah, der ersten Vampirfamilie, erzählt.
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KAPITEL 1

Klaus liebte solche Abende. Wein und Blut flossen in Strömen, und sowohl die entspannte Stimmung als auch die sommerliche Hitze hatten dazu geführt, dass alle ihre Kleider gelockert hatten. Er konnte nur vermuten, was im oberen Stockwerk vor sich ging, und wollte es für den Moment seiner Fantasie überlassen.

Es würde noch Zeit genug bleiben, um alles auszukosten. Das war einer der Vorzüge, wenn man sowohl König als auch Unsterblicher war: Er konnte tun, was immer er wollte und wann er wollte. Elijah kümmerte sich um die Verwaltung der Stadt, Rebekah kümmerte sich um die Mikaelsons, und Klaus war frei, sich um Klaus zu kümmern.

Zechende Vampire füllten jedes Zimmer im Erdgeschoss, aber auch im Obergeschoss wurde gefeiert. In den gut vierzig Jahren, die sie das ehemals bescheidene Heim eines sterbenden Waffenschiebers in Besitz hielten, hatten die Urvampire daran etliche Anbauten und Verbesserungen vorgenommen, aber trotz der Größe war es an diesem Abend brechend voll. Um erfolgreich über eine Stadt voller eifriger junger Vampire zu herrschen, würden die Mikaelsons vielleicht in ein größeres Haus umziehen müssen. Ein passendes Grundstück dafür zu finden, würde wahrscheinlich nicht mehr so schwierig sein wie einst. In einer von Werwölfen und Hexen freien Metropole kam man leicht an neuen Grundbesitz.

Die meisten der Werwölfe, die es geschafft hatten, den Hurrikan und die Explosion des Jahres 1722 zu überleben, waren weitergezogen, und diejenigen, die geblieben waren, hielten sich bedeckt. Den Hexen war es ein wenig, aber nicht viel besser ergangen: Sie hockten draußen im Bayou, ihre Gier nach Macht gebrochen. New Orleans war im Wesentlichen frei von Ungeziefer.

Jahrzehnte lag Viviannes Tod zurück, und doch: Wenn Klaus daran dachte, was die Hexen und Werwölfe ihr angetan hatten, verkrampften sich noch immer seine Eingeweide. Wie die Hexen sie den Werwölfen zur Heirat angeboten hatten, als hätte Viviannes einziger Wert in ihrem Erbe als dem Kind beider Clans gelegen. Nachdem die Hexen in einem Friedensvertrag Viviannes Leben weggegeben hatten, hatten die Werwölfe auf Schritt und Tritt mehr von dem Geist und Herzen der jungen Frau gefordert. Sie war zu jung gestorben, immer bemüht, es beiden Seiten recht zu machen.

Er drängte diese Gedanken beiseite und leerte seinen Whisky. Er hatte reichlich getrunken und sein Bestes gegeben, um sich wirklich in die festliche Stimmung um ihn herum einzufügen. Doch nach vierundvierzig Jahren erwartete er immer noch, dass Vivianne durch die Tür trat und ihn wieder vollständig machte.

»Ihr seid ja so still heute Abend, Niklaus. Soll ich Euch noch etwas zu trinken holen?« Eine vollbusige junge Vampirfrau ließ sich Klaus mit einem Kichern auf den Schoß fallen und durchbrach seine dunklen Gedanken. Ihr langes, rotblondes Haar roch nach Orangenblüten. Lisette, rief er sich ins Gedächtnis. Sie gehörte zu den neuesten Rekruten ihrer kleinen Armee, aber sie gab sich mit der Unbefangenheit eines Vampirs, der schon seit Jahrhunderten lebte. Die Urvampire schienen sie nicht einzuschüchtern, noch gab sie sich große Mühe, sie zu beeindrucken. Klaus fand diese Gleichgültigkeit ein klein wenig beleidigend.

Er blies sich einige ihrer langen Haarsträhnen aus dem Gesicht. »Möchtet Ihr Euch am Ende der Nacht immer noch wiedererkennen?«, fragte er mit drohendem Unterton.

»Ihr unterschätzt mich. Ich bin tiefgründig und mysteriös«, erklärte Lisette ihm mit einem gespielt ernsten Blick ihrer weit auseinanderliegenden grauen Augen. »Kommt mit mir nach oben und ich werde es Euch beweisen.«

Klaus strich ihr rötliches Haar beiseite und küsste sie zögerlich auf den Hals. Sie seufzte und drehte sich ein wenig, um seinem Mund einen besseren Zugang zu gewähren. »Nicht heute Nacht, Liebes«, murmelte er und ließ die Lippen über ihr Schlüsselbein gleiten. Wie ärgerlich Lisettes Anmaßung auch sein mochte, er musste zugeben, dass sie einen wunderschönen Hals hatte.

Am anderen Ende des Raums hatten zwei Vampire in ähnlicher Weise zueinandergefunden. Klaus, der sie beobachtete, fuhr fort, Lisettes leicht sommersprossige Haut mit den Lippen zu streicheln, ohne dabei allerdings etwas anderes als Leere zu empfinden. Er konnte sich dem Spiel überlassen, aber es würde ihn nicht wirklich mitreißen. Ganz gleich, auf welche Ausschweifungen er sich einließ, er konnte sich niemals ganz darin verirren.

Er wollte Vivianne zurückhaben. Das war der Kern der Sache. Er hatte versucht, sie zu begraben, um sie zu trauern und weiterzuziehen, weil er wusste, dass man so mit dem Tod umging. Das hatte er schließlich ungezählte Male mit angesehen. Allerdings würde niemand jemals gezwungen sein, seinen Verlust zu beklagen. Seine Mutter war eine Hexe gewesen, sein leiblicher Vater ein Werwolf, und um ihn vor dem Tod zu retten, hatte seine Mutter ihn zum Vampir gemacht. Klaus würde niemals sterben.

Es war nutzlos, wenn er sich selbst mit anderen verglich. Niklaus Mikaelson würde die Folgen eines normalen Todes niemals akzeptieren. Es war dumm und unter seiner Würde. Wenn er Vivianne Lescheres an seiner Seite wollte, wo sie für die Ewigkeit als seine Königin über New Orleans herrschte, warum sollte das eine unmögliche Forderung sein?

Lisette bewegte sich abermals und recht vergnüglich. Sie versuchte, seine volle Aufmerksamkeit zurückzugewinnen, doch es hatte keinen Sinn. »Ma petite Lisette, Ihr wollt Euch heute Nacht nicht mit mir einlassen«, sagte er und schob sie wieder auf die Füße.

»Wie Ihr wünscht«, erwiderte sie, bevor sie davonschlenderte – mit einem Blick über die Schulter, um sich davon zu überzeugen, dass Klaus ihr nachschaute. Natürlich tat er es – reine Höflichkeit, nachdem er ihre Avancen zurückgewiesen hatte. Und von hinten war sie ebenso ein Augenschmaus wie von vorn.

Er erhob sich ebenfalls und machte sich in die entgegengesetzte Richtung davon. Einige Männer und Frauen sprachen ihn auf seinem Weg durch die schwach beleuchteten Räume an, wo scharfe Zähne ihre Arbeit taten, klirrendes Gelächter erklang und sich Glieder im Sinnesrausch umschlangen. Er ignorierte alles, da ihm endlich klar geworden war, wie er diese Nacht verbringen wollte.

Er stieg die kunstvolle Wendeltreppe mit dem roten Seidenteppich hinauf, den Rebekah aus Ostasien hatte kommen lassen. Aus mehreren Schlafzimmern hörte er wieder seinen Namen rufen, aber diesmal von leiseren, kehligeren Stimmen. Er widerstand dem Impuls, in die Zimmer zu schauen, deren Türen jemand achtlos – oder vorsätzlich – offen gelassen hatte. Stattdessen ging er zu einer kleinen Treppe im Hinterhaus.

Klaus hatte seine Geschwister gebeten, diesen Teil des Hauses nur zu ihrer eigenen Benutzung zu reservieren, und Rebekah hatte einen mittelalterlichen Wandteppich ausgesucht, um den Zugang zum Treppenhaus dahinter zu verbergen: ein Einhorn mit golddurchwirkter Mähne, das Haupt sanft in den Schoß einer liebreizenden Maid gebettet. Rebekah hatte manchmal die seltsamsten Einfälle. Er blickte hinter sich und zog sich vor seinen Gästen und deren Ausgelassenheit hinter den Vorhang und in die Sicherheit seiner Zuflucht auf dem Dachboden zurück.

Dies war der einzige Ort im Haus, an den seine Schwester nicht ihre rastlosen Hände gelegt hatte. Der Dachboden war viel größer als zu der Zeit, da sie das Haus geerbt hatten, aber er hatte sich sein ursprüngliches ländliches Aussehen bewahrt. Rohe Balken stützten das hohe Giebeldach und die rauen Dielenbretter knarrten unter seinen Füßen. In die Giebel waren einige Fenster eingelassen, sodass tagsüber Sonnenlicht einfallen konnte.

Klaus folgte mit seiner Staffelei der Sonne und beobachtete, wie sich seine Bilder im Laufe des Tages verwandelten. Manchmal kam er bei Nacht hier herauf, entzündete einige Kerzen und trat von der Staffelei zurück, um all seine Leinwände gleichzeitig auf sich wirken zu lassen. Er hatte fieberhaft gearbeitet und konnte sich nicht daran erinnern, jemals so produktiv gewesen zu sein.

Doch es war reine Verschwendung, denn jedes Gemälde zeigte sie. Viviannes linkes Auge, schwarz in einem bleichen Meer aus Haut. Die Umrisse von Vivianne, wie sie mitten in der Nacht über eine gepflasterte Straße lief. Vivianne in seinem Bett in jener ersten Nacht, der letzten Nacht, jeder Nacht.

Es war nicht Arbeit, sondern Folter. Er konnte nichts anderes malen. Selbst wenn er mit einem anderen Thema begann, wurde das Bild unweigerlich zu einem weiteren Aspekt Viviannes.

Seine momentane Arbeit zeigte ihr Haar: schwarz und glatt wie Rabenflügel, aber mit einem Leben und einer Bewegung, die einzufangen Klaus Mühe bereitete. Im Licht seiner Kerze sah das Bild ausdruckslos und falsch aus, eine Geschichte, die er irgendwie nicht zu erzählen vermochte. Er griff nach einem Pinsel und begann zu arbeiten, fügte an manchen Stellen Textur und Licht hinzu, während er andere dunkel ließ.

Der Schutzzauber des Hauses heulte los, wie er das schon die ganze Nacht über immer wieder getan hatte. Niemand schenkte ihm Beachtung, weil alle zu sehr von der Feier in Anspruch genommen waren. Aber Klaus hielt inne, den Pinsel dicht über die Leinwand gesenkt, als er im Ostfenster eine Hexe erblickte. Sie hatte sich auf das äußere Sims drapiert wie auf eine Parkbank.

Klaus erkannte sie sofort. Auch wenn Ysabelle Dalliencourts alter Schutzzauber auf sie reagierte, war sie hier nicht unbedingt ein unerwarteter Eindringling. In Lilys Zügen sah er das Erbe ihrer Mutter, in der starken, geraden Nase und den langen Flächen ihrer Wangen. Ihr Haar war eher rostrot als kastanienbraun, aber ihre Augen...


Plec, Julie
Julie Plec arbeitet für Film und Fernsehen als Produzentin und Autorin. Sie ist Co-Autorin und Produzentin der Serie THE VAMPIRE DIARIES und Autorin des Spin-Offs THE ORIGINALS, das die Geschichte der Geschwister Klaus, Rebekah und Elijah, der ersten Vampirfamilie, erzählt.

Link, Michaela
Michaela Link lebt mit ihrem Mann und engstem Mitarbeiter auf einem aufgelassenen Bauernhof in Norddeutschland. Sie hat zahlreiche Romane aller Art aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt und auch selbst einige phantastische und historische Romane geschrieben.



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