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E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 436 Seiten

Reihe: ARKLAND

Pohl ARKLAND

Aufbruch ins Gestern
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-940036-70-4
Verlag: Low, Torsten
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Aufbruch ins Gestern

E-Book, Deutsch, Band 1, 436 Seiten

Reihe: ARKLAND

ISBN: 978-3-940036-70-4
Verlag: Low, Torsten
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Weißen Könige beherrschten das kleine, schmale und zivilisierte Westküstenland und das weit größere, wilde ARKLAND. Dank ihres Wissens und ihrer Technik bestimmten sie von ihren Stadtburgen im Westküstenland aus das Schicksal der Bewohner des ARKLANDs. Eines Tages aber begehrten die Bewohner des ARKLANDs auf. Als der Große Krieg endete, waren die Weißen Könige besiegt und vernichtet. Und das ARKLAND schien frei. Tausend Jahre später machen sich zwei Männer auf, um Antworten auf ihre Fragen zu finden. Der eine ist Sorrent aus Shalin, einer ehemaligen Stadtburg der Weißen Könige. Der andere ist Enroc Mendolla aus dem ARKLAND, ein Krieger der Welt. Der eine sucht nach der Zukunft für seine Heimat, der andere nach den vergessenen Antworten der Vergangenheit. Doch oftmals sind Vergangenheit und Zukunft nur verschiedene Aspekte derselben Sache und untrennbar miteinander verknüpft. Manchmal sind sie sogar dasselbe ... Der Auftakt der ARKLAND-Trilogie

Mit dem Schreiben beschäftigt sich Holger M. Pohl, geboren 1959 in Großgartach, heute wohnhaft in Leingarten bei Heilbronn, bereits seit 1976 und ist dabei immer der Phantastik treu geblieben. Viele Jahre nur als Hobby betrieben, wurde nach und nach doch mehr daraus. Doch erst die Internet-Zeiten ermöglichten Kontakte, die für einen Autoren unerlässlich sind. Zum Schreiben kam er über das Lesen und hauptsächlich mit den Klassikern der phantastischen Literatur wie Michael Moorcock, J.R.R. Tolkien, Stephen R. Donaldson oder Isaac Asimov. »ARKLAND - Aufbruch ins Gestern« ist sein Fantasy-Debut und Auftakt zu einer Trilogie rund um das ARKLAND und die Krieger der Welt. Daneben schreibt er Romane für die SF-Serie »Rettungskreuzer Ikarus« und arbeitet an der SF-Reihe »Die 9. Expansion«. Außerdem schreibt er relativ regelmäßig Kolumnen für die Website Fantasyguide.de. Über das Schreiben und lesen phantastischer Literatur hinaus interessiert er sich für Philosophie und Kosmologie und liest dazu hin und wieder auch einmal ein Sachbuch. Er arbeitet als Team- und Fachleiter bei einem unabhängigen Energieversorger in Stuttgart-Bad Cannstatt.
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1


Sorrent aus Shalin:

Das Spiel mit dem Feuer

»Du treibst ein gefährliches Spiel.« Sorrent sah auf und erblickte die schlanke, hochgewachsene Gestalt seines besten Freundes Larid. Sie waren beide noch jung, doch Sorrent wirkte wesentlich älter. Sein Amt und die Ausbildung, die er schon von früher Jugend an genossen hatte, um es auszufüllen, ließen ihn älter erscheinen, als er tatsächlich war. »Wie meinst du das?« Der junge Mann ließ sich neben Sorrent auf dem Felsen nieder.

»So!«, erwiderte er nur und deutete mit dem Finger in die weite Ebene hinab, die unter dem Hochplateau lag und bis zum fernen Meer reichte, das am Horizont mehr zu erahnen, als wirklich zu erkennen war.

Minutenlang saßen sie schweigend nebeneinander. Schließlich meinte Larid: »Deine Gedanken sind bei Regan, dieser Stadt am Ufer des Meeres.«

Sorrent nickte. »Ja, das ist richtig. Doch verstehe ich nicht, was daran gefährlich sein soll?«

Larid lachte bitter auf. »Es ist sogar mehr als nur gefährlich. Du spielst mit dem Feuer und könntest dich daran verbrennen.« Er legte dem Freund die Hand auf die Schulter. »Ein Teil von dir will dorthin, das weiß ich. Es gibt für dich aber keinen Grund, Shalin zu verlassen.«

»Ich weiß«, erwiderte Sorrent lächelnd, »jedoch gibt es tausend und mehr Gründe, um nach Regan zu gehen.« Er sah Larid von der Seite an. »Shalin ist meine Heimat und wird es immer bleiben. Hier fühle ich mich geborgen, hierher gehöre ich. Mein Herz, meine Seele, all das wird Shalin nie vergessen, ganz gleich, wohin ich auch gehe!«

»Ist es denn deine Absicht, irgendwohin zu gehen?«

»Was denkst du?«, fragte Sorrent.

»Ich wünschte, ich wüsste es. Als Oberster Bewahrer hast du schon so viele Dinge getan, die andere vor den Kopf gestoßen haben. Du hast viele der Alten Gesetze verändert oder ganz abgeschafft. Wirst du vor dem Obersten Gesetz haltmachen?«

»Die Alten Gesetze sind genau das, was ihr Name schon sagt: alte Gesetze! Sie waren notwendig, manche sind es heute noch. Doch es gibt auch welche, die überholt sind. Und diese gilt es, abzuschaffen.« Der Oberste Bewahrer nickte. »Ja, das Oberste Gesetz ist ein solches, es gehört abgeschafft. Zum Wohle von uns allen, zum Wohle Shalins!«

»Andere sehen das nicht so.«

Sorrent nickte erneut. »Sie verstehen es nicht. Sie denken in festgefahrenen, uralten Bahnen. Und das ist für Shalin womöglich gefährlicher als all meine Gedanken und Träume; weit gefährlicher als alle Veränderungen, die ich durchgesetzt habe und möglicherweise noch durchsetzen werde!«

»Auch ich verstehe es nicht, mein Freund. Erkläre es mir!«, forderte Larid.

Der Oberste Bewahrer dachte einige Augenblicke nach, ehe er antwortete: »Als die Alten Gesetze erlassen wurden, hatten unsere Vorväter gerade einen Krieg erlebt, der sie an den Rand des Abgrunds gebracht hatte. Sie mussten dafür sorgen, dass sie und wir, ihre Nachfahren, in Sicherheit leben konnten. Also taten sie alles, was sie für notwendig erachteten, damit diese Sicherheit gewahrt würde. Alles gipfelte schließlich im Obersten Gesetz, das uns für alle Zeiten verbot, Kontakt zu einer der niederen Städte aufzunehmen. Nur ferne Kontakte zu einer anderen Stadtburg wurden erlaubt.«

»Aber das ist richtig so!«

»Das war es, Larid, das war es!«

»Wenn man dich so reden hört, könnte man denken, dass dir nichts mehr etwas bedeutet, was unsere Vorväter erschaffen haben; dass Shalin dir nichts mehr bedeutet; dass du es verraten willst!«

Sorrent erhob sich. Einige Augenblicke lang blickte er schweigend in die Ebene hinab. »Es ist so«, begann er schließlich und sah Larid ernst an, »dass Shalin alles für mich bedeutet. Nie habe ich daran gedacht, es hinter mir zurückzulassen – oder es zu verraten, wie du es ausdrückst. Shalin gibt mir alles, was ich zum Leben brauche: Geborgenheit, Wärme, Freunde! So gesehen existiert wirklich kein Grund, meine Heimatstadt zu verlassen. Doch Shalin ist nur ein Teil meines Lebens. Zugegebenermaßen ein sehr großer und sehr wichtiger Teil, aber eben nur ein Teil. Dort jedoch« – er zeigte in die Ebene hinunter – »ist ein anderer Teil! Regan existiert. Und solange diese Stadt existiert, will ich sie kennenlernen. Die Menschen dort denken anders, handeln anders und fühlen anders als wir. Ich möchte nichts und ich werde nichts zurücklassen, vergessen oder verlieren, wenn ich dorthin gehe. Aber ich werde hinzugewinnen, Larid. Für mich, für Shalin, für euch. Und das ist Grund genug, nach Regan zu gehen!«

»Was willst du gewinnen?«

»Neue Erfahrungen, neues Wissen. Wir könnten einander eine große Hilfe sein. Jede Seite könnte davon profitieren. Die Welt wird sich ändern, so wie sie sich nach dem Untergang des alten Reiches änderte. Und wer nicht beizeiten an die Zukunft denkt, wird untergehen! Was glaubst du, war der Grund, weshalb das Reich der Weißen Könige unterging. Waren sie schwach oder unwissend? Nein, sie waren weder das eine noch das andere, aber sie waren eins: Sie waren nicht neugierig darauf, was außerhalb ihres Reiches vor sich ging. Sie waren darauf bedacht, alles so zu lassen, wie es war. Und so kann es auch uns ergehen, mein Freund. Die meisten von uns wollen alles so belassen, wie es ist. Vielleicht geht das noch eine Zeit lang gut, doch irgendwann werden wir dann von den Veränderungen überrollt, ohne etwas dagegen tun zu können. Wir werden untergehen. Es ist meine Aufgabe, das zu verhindern!«

»Das sind Hirngespinste und du vergisst die Verantwortung und die Pflichten, die du als Oberster Bewahrer übernommen hast«, hielt Larid ihm vor.

Sorrent lächelte und schüttelte den Kopf. »Würde ich die Augen vor dem verschließen, was uns bevorsteht, dann würde ich meine Verantwortung und meine Pflichten vergessen.«

»Woher willst du wissen, dass uns eine Gefahr droht?«

»Ich weiß es nicht, doch ich ahne es.« Er hob die Schultern. »Nenne es ein Gefühl, wenn du willst.«

»Aber was soll es dir dabei helfen, alles abzuschaffen, was die Vorväter aufgebaut haben? Willst du ihre Weisheit anzweifeln?«

»Ich zweifle nicht die Weisheit der Vorväter an, doch ich zweifle an der Weisheit der Lebenden. Wir müssen das, was wir tun, infrage stellen, weil wir nur dann darüber nachdenken, ob es richtig ist. Ich tue, was ich tue, weil ich es für notwendig und richtig erachte. Ich weiß aber, dass ich einen schweren Kampf führe. Nichtsdestotrotz: Ich werde ihn führen!«

»Ich glaube, du bist verrückt!«

»Nein, nicht verrückt. Neugierig ist das richtige Wort. Ich bin anders als die meisten in Shalin, ganz anders, als ihr es euch vorstellt. Du vermutest, wenn ich nach Regan gehe, würde ich euch, ganz Shalin, verraten und vergessen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, dass genau das Gegenteil der Fall sein könnte und dass Regan mir und Shalin etwas gibt!«

»Und was sollte das sein? Du musst dich entscheiden, du kannst nicht beides haben!«

»Hast du mir nicht zugehört? Es ist keine Entscheidung nach dem Prinzip Entweder-oder, es ist ein Sowohl-als-auch!« Er schüttelte erneut den Kopf. »Weshalb denkst du, dass mein Wunsch nach Regan zu gehen, gleichzeitig bedeutet, dass ich Shalin vergesse?« Er lachte leise. »Vielleicht bedeutet mir meine Heimat hinterher mehr als vorher? Obwohl sie mir bereits jetzt schon alles bedeutet.«

»Wenn du Shalin verlässt, dann gibt es kein Zurück!«, wiederholte Larid.

»Ich werde Shalin nicht verlassen.«

»Du wirst also nicht nach Regan gehen?«, fragte sein Freund hoffnungsvoll.

»Wenn ich gehe, werde ich Shalin mit mir nehmen: in meinem Herzen, in meiner Seele und in meinen Gedanken. Regan wird für mich etwas Neues, Anderes sein. Nichts, wofür ich Shalin aufgeben werde.«

Larid schüttelte den Kopf. »Ich sagte dir doch bereits, du spielst mit dem Feuer. Und ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass dir dieses verdammte Regan bereits deine Gedanken verbrannt hat. Es wird soweit kommen, dass du Regan nicht willst, aber Shalin dich nicht mehr will. Dann bist du alleine!«

Sorrent hob die Schultern. »Wenn niemand in Shalin weiß, dass ich nach Regan gehe, so kann niemand mich zurückstoßen. Wenn Regan mir gefällt, so werde ich mich nicht nur einmal dorthin begeben. Shalin ist mein Leben, Regan ist mein Traum. Und beides sind Teile von mir, die sehr wohl gemeinsam nebeneinander existieren können!«

»Noch kannst du aber nicht gehen«, entgegnet Larid, »denn noch gibt es das Oberste Gesetz und es wird dir nicht leicht fallen, dieses Gebot abzuschaffen.« Er nickte wie zur Bekräftigung vor sich hin. »Ich glaube sogar, es wird unmöglich sein. Selbst jene, die dich unterstützen, werden diesen Schritt nicht mit dir gehen.«

Sorrent sah in die Ebene hinab und dachte einen Augenblick nach, ehe er antwortete: »Es wird sicher nicht einfach sein, doch unmöglich ist es nicht. Es wird Zeit und Mühe kosten, doch es muss getan werden.« Er wandte den Kopf Larid zu. »Je schneller, desto besser für uns alle. Darum habe ich mich entschlossen, dies im Rat so schnell wie möglich zur Sprache zu bringen. Bis dahin...« Er lächelte vielsagend.

»Du willst das Oberste Gesetz brechen?«, deutete Larid aus seinem Lächeln und dem angefangenen Satz.

»Niemand wird erfahren, was ich tue. Es hat auch seine Vorteile, Oberster Bewahrer zu sein!«

»Und was ist, wenn man in Shalin doch davon erfährt, dass du nach Regan gegangen bist? Wenn man dich dann vor die Wahl stellt, nie mehr dorthin zu gehen oder Shalin für immer zu verlassen?«

Sorrent sah den Freund nachdenklich an. »Ich würde mich natürlich für Shalin entscheiden. Doch was soll diese Frage? Niemand...


Mit dem Schreiben beschäftigt sich Holger M. Pohl, geboren 1959 in Großgartach, heute wohnhaft in Leingarten bei Heilbronn, bereits seit 1976 und ist dabei immer der Phantastik treu geblieben. Viele Jahre nur als Hobby betrieben, wurde nach und nach doch mehr daraus.
Doch erst die Internet-Zeiten ermöglichten Kontakte, die für einen Autoren unerlässlich sind.
Zum Schreiben kam er über das Lesen und hauptsächlich mit den Klassikern der phantastischen Literatur wie Michael Moorcock, J.R.R. Tolkien, Stephen R. Donaldson oder Isaac Asimov.
»ARKLAND – Aufbruch ins Gestern« ist sein Fantasy-Debut und Auftakt zu einer Trilogie rund um das ARKLAND und die Krieger der Welt. Daneben schreibt er Romane für die SF-Serie »Rettungskreuzer Ikarus« und arbeitet an der SF-Reihe »Die 9. Expansion«. Außerdem schreibt er relativ regelmäßig Kolumnen für die Website Fantasyguide.de.
Über das Schreiben und lesen phantastischer Literatur hinaus interessiert er sich für Philosophie und Kosmologie und liest dazu hin und wieder auch einmal ein Sachbuch.
Er arbeitet als Team- und Fachleiter bei einem unabhängigen Energieversorger in Stuttgart-Bad Cannstatt.



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