Pomej | Agathas Geist in Ägypten | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 300 Seiten

Pomej Agathas Geist in Ägypten


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7534-3216-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 300 Seiten

ISBN: 978-3-7534-3216-8
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Auf Recherche in Ägypten wird Jonas Jericho wieder vom Geist Agatha Christies heimgesucht. Das stellt sich als Vorteil heraus, als einige Personen einer unnatürlichen Sterbewelle zum Opfer fallen. Die geniale Schriftstellerin ist auch in Form eines Geistes mit Kombinationsgabe und Spürsinn gesegnet... Ein Abenteuer-Krimi der Extraklasse!

S. Pomej hat aus Interesse an der menschlichen Natur Psychologie studiert und lässt die erlernten Störungen plus eigener Erfahrung mit kranken Zeitgenossen in spannende Bücher und Kurzgeschichten sowie lustige Comic einfließen. Website: pomej.blogspot.com
Pomej Agathas Geist in Ägypten jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


2. Kapitel: Menschen im Hotel


Das Hotel Pharaos Inn - ein gediegenes Haus mit etwas abgeblättertem Blattgold an den Säulen in der Empfangshalle - zeigte sich fest in der Hand englischer Gäste. Einige der illustren Gästeschar hatte Jonas bereits im Shuttle-Bus getroffen und die Zeit während des Check-in zum Small Talk genutzt. Es schien fast so, als hätte der Direktor einen Vertrag mit dem englischen Fremdenverkehrsverband. Alle bis auf wenige Ausnahmen gehörten augenscheinlich zur Oberschicht des Königreichs. Man konnte an der Kleidung und den Geschmeiden der Damen sowie den teuren Uhren der Herren gleich auf die Einkommensklasse der Träger und Trägerinnen schließen. Einer der Gentlemen, ein gewisser Terence Trenton, welcher frappant dem Schauspieler Klaus Kinski nach dem letzten Exzess ähnelte, fiel zudem mit seinem starken Rasierwasser auf, er schien sich darin gebadet zu haben. Einige der Damen rümpften die Nasen und hielten großen Abstand zu ihm.

Oma hatte recht, die Wahl des Hotels ist für die Bekanntschaft interessanter Menschen wichtig, erkannte Jonas.

Sein Zimmer in der zweiten Etage zeigte sich sehr komfortabel und aus dem Fenster eröffnete sich dem europäischen Betrachter eine Szene quirligen Lebens auf einem fremden Kontinent. Jonas scrollte auf seinem Smartphone zu einem langjährigen Kollegen bei der Konkurrenz-Zeitung, um die Nummer eines ägyptischen Journalisten zu erfahren. Nach kurzem Gespräch - man war in der Branche immer kollegial - erhielt er den Namen Ibrahim Belosi und die gewünschte Redaktionsnummer der Zeitung, bei welcher dieser beschäftigt war. Doch ein sofortiger Anruf dort brachte ihn nicht weiter. Der Mann am anderen Ende der Leitung teilte ihm in schlechtem Englisch mit, dass Ibrahim verhindert sei - und zwar seit gestern oder auch vorgestern, das wusste der nicht mehr so genau.

Das fängt schon schlecht an, dachte er sich, aber ich gebe ja nicht so leicht auf, aber zuerst muss ich etwas essen.

Per Zufall erfuhr er in der Hotelküche, wo er sich einen Snack in Form eines Fladenbrotes kaufte, von einem der passabel englisch sprechenden Köche, dass Ibrahim Belosi ein Zimmer im Hotel gehabt und es ohne zu bezahlen verlassen hatte. Daher bemühte er sich sogleich gesättigt zum Direktor, der ihn nach Inspektion seines Presseausweises in einem schönen Büro im ersten Stock empfing.

"Wie ich hörte, logierte bei Ihnen mein Kollege Mr. Belosi, der offenbar verschwunden ist. Haben Sie bereits Vermisstenanzeige erstattet?", fragte er den Hoteldirektor Mr. Tahiri, einen rundlichen Herrn mit Schnurbart, der einen roten Fes am Kopf trug. Dieser kegelförmige Hut erinnerte Jonas an die Warnblinker auf dem Dach von Rettungsfahrzeugen.

"Nein, das ist nicht meine Aufgabe. Außerdem ist Mr. Belosi von Berufs wegen oft verhindert und kann daher jede Minute hier auftauchen." Ein zuversichtliches Lächeln unterstrich diese Annahme.

Nun begann Jonas zu fabulieren, denn er wollte schließlich in Erfahrung bringen, ob der Kollege tatsächlich aufgrund seiner Recherche freiwillig verschwand oder von jemandem einfach so verschwinden lassen worden ist. Seit dem Arabischen Frühling lebten Reporter in Ägypten manchmal gefährlich. "Ich stehe etwas unter Zeitdruck. Wir haben an einer Reportage über Ihr schönes Land zusammengearbeitet und ich bräuchte dringend seine bereits gesammelten Informationen. Darf ich sein Zimmer in Augenschein nehmen?"

"Nun, ich denke nicht, dass ich das gestatten kann, außer..." Er ließ das Satzende weg und deutete mit der rechten Hand schnell und unauffällig eine Geldgeste an. "Die Bank ist gleich nebenan."

Natürlich wollte er Bargeld als Bakschisch sehen, da er sonst die Kreditkarten-Abrechnung in seiner Buchhaltung entsprechend begründen müsste. Daher eilte Jonas in die Bank und ließ sich ein erkleckliches Sümmchen in Ägyptischen Pfund auszahlen. Die verstaute er in einem Lederportemonnaie, das er unter seinem Hemd um den Hals hängen hatte. Dieser Halstresor hatte ihm schon in manch fernem Land gute Dienste geleistet. Letztlich spendete er Tahiri 500 davon und durfte sich unter dessen wachsamen Augen im Zimmer des vermissten Kollegen etwas umsehen.

Das erste, was ihm auffiel, waren einige auf dem Nachttisch liegende, abgerissene Notizzettel, auf denen etwas in arabischer Schrift stand.

"Würden Sie mir das bitte übersetzen?", fragte er Tahiri und befürchtete wieder eine Geldgeste.

Doch dieser lächelte gütig und las mit zusammengekniffenen Augen vor: "Mr. Azir gewährte mir bisher keine Audienz, aber Ali teilte mir mit, dass er mit der Sache zu tun haben muss. Doch was genau? Auftraggeber? Hehler? Kaufinteressent?"

Während der Direktor brav übersetzte, klaubte sich Jonas einige zerknüllte Papierbällchen aus dem Papierkorb und entfaltete sie neugierig. Darauf waren einige Telefonnummern und Namen vermerkt, die er lesen konnte, und von denen er annahm, die Gespräche hätten wohl nichts Wichtiges ergeben, daher waren die Papiere in den Müll gewandert. Dennoch steckte er sie sich schleunigst in die Hosentasche. Immerhin hatte er selbst schon einige Telefonnummern als unwichtig erachtet, die sich nachher als ausgesprochen hilfreich herausgestellt hatten.

Inzwischen war Tahiri beim letzten Zettel angekommen: "Die gefundenen Artefakte scheinen alle echt zu sein. Bis auf ..."

"Ja?" Interessiert sah ihn Jonas an.

Bedauernd zuckte Tahiri die Schultern. "Hier hört er auf. Scheint unterbrochen worden zu sein." Sorgsam legte er die Zettel wieder an ihren Platz. "Aber das zeigt doch, dass er die Absicht hatte, wieder hierher zurückzukommen."

"Genau das glaube ich auch, doch scheint mir der Fall zu sein, er konnte es nicht."

"Nun, wie ich schon anmerkte, ist Mr. Belosi oft unterwegs und kann jede Minute unverhofft hier auftauchen. Daher sollten wir sein Zimmer wieder verlassen."

Unwillig folgte Jonas dem Hoteldirektor hinaus und versuchte noch dessen Wissen anzuzapfen. "Kennen Sie diesen Azir?"

"Äh-nein, dieser Name kommt hierzulande häufig vor."

Den Wahrheitsgehalt dieser Antwort zweifelte Jonas an. Es mochte wohl stimmen, dass der Name häufig vorkam, doch im Zusammenhang mit Hehler, Kaufinteressent und Auftraggeber wohl eher nicht so häufig. Ein Mann wie Tahiri, welcher ein großes Hotel in Kairo leitete, sollte dahingehend schon einen Verdacht haben, wer gemeint sein konnte. Doch er hütete sich, ihm seinen Verdacht mitzuteilen, da er ihn nicht gegen sich aufbringen wollte. Schließlich konnte er ihm noch nützlich sein.

"Warum leistete Ibrahim sich überhaupt ein so teures Hotelzimmer? Wenn er in der Stadt arbeitet, wäre es doch günstiger sich eine Wohnung zu nehmen."

"Mr. Belosi ist unverheiratet und deshalb nimmt er gern die Annehmlichkeiten in Anspruch, die ihm unser Hotel bietet."

"Ja, das leuchtet mir natürlich ein. Würden Sie mich verständigen, wenn Mr. Belosi wieder auftaucht?"

"Aber sehr gerne!", versprach Tahiri und zog sich wieder in sein Büro zurück.

Als Jonas die erste Telefonnummer auf dem Zettel aus Belosis Papierkorb ausprobierte, stellte er sich auf Englisch kurzerhand dem Teilnehmer als dessen Freund vor.

"Hello, mein Name ist Jonas und ich habe Ihre Nummer von meinem Freund Belosi, der leider nicht erreichbar ist. Ich müsste ihn dringend sprechen, wissen Sie vielleicht, wo er sich gerade aufhält?"

"Nein."

"Schade. Wissen Sie vielleicht, welchen Grund er hatte so einfach zu verschwinden?"

"Belosi schuldet mir noch 290 Pfund, wollen Sie seine Schuld begleichen?"

"Davon hat er mir nichts gesagt."

"Nennen Sie mich einen Lügner?" Die Stimme des Mannes bekam plötzlich einen drohenden Unterton.

"Aber natürlich nicht, nur sehe ich mich nicht als den Schuldenzahler meines Freundes, außer, er hätte mich extra darum gebeten, verstehen Sie?"

"Ja, das verstehe ich", sagte er wieder ruhig.

"Etwas anderes noch: kennen Sie einen gewissen Mr. Azir?"

"Nadim Ben Ali Azir? Ja, den kenne ich! Aber der wird Belosis Schulden bei mir auch nicht bezahlen, obwohl er so reich ist."

Damit legte der Unbekannte auf und Jonas hatte nun zumindest einen Vornamen erfahren. Sein nächster Weg führte ihn zur Rezeption.

"Ich bräuchte die Telefonnummer von Mr. Nadim Ben Ali Azir."

"Oh, ich muss bedauern, es ist mir nicht gestattet, seine Nummer zu verlautbaren."

Aha, dachte sich Jonas, das ist schon verdächtig. Der kennt ihn und weiß, dass er offenbar menschenscheu ist. "Nun, wie kann ich dann am besten in Kontakt mit ihm treten? Rein beruflich, ich bin kein Bittsteller."

"Ich würde vorschlagen, Sie schreiben ihm ganz altmodisch einige Zeilen, wir stecken sie in einen Umschlag und ein Page befördert den Brief dann per Fuß zu ihm", erläuterte der Rezeptionist, ein junger Ägypter mit Schnauzbärtchen in roter Livree, der ihm einen Hotelbriefpapierbogen samt Füllfeder überreichte.

"Das ist eine ausgezeichnete Idee", freute sich Jonas, schrieb Nadim Azir, dass er in seiner Funktion als Journalist über die letzten Funde der Sarkophage recherchiere und daher um eine Audienz bei ihm bat. "So, wenn Sie bitte veranlassen, dass...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.