E-Book, Deutsch, Band 14, 448 Seiten
Reihe: Julia Kiss
Porter / Finch / Fielding Julia Kiss Band 14
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1545-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 14, 448 Seiten
Reihe: Julia Kiss
ISBN: 978-3-7337-1545-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
TIERISCH VERLIEBT von LIZ FIELDING
In Sophies Leben geht es drunter und drüber: Als Hundesitterin verdient sie sich ein wenig Geld und merkt bald, dass ihr nicht nur die Vierbeiner, sondern vor allem ihr Herrchen Gabriel ans Herz gewachsen ist. Doch kommt ihre chaotische Art bei dem attraktiven Arzt an?
ZWEI WIE KATZ UND MAUS von CAROL FINCH
Geht das Gebrüll schon wieder los? Wütend fährt der Rancher Devlin zu der Tiernärrin Jessica, die Großkatzen auf ihrer Farm hält. Es kracht mächtig zwischen ihnen, doch als Jessica sich verletzt, ist es Devlin, der sie auf starken Armen nach Hause trägt und mit heißen Küssen tröstet ...
EINFACH TIERISCH! CHERYL von ANNE PORTER
Was für ein Glück: David hat von einer Unbekannten mehrere Millionen Dollar geerbt! Dafür muss er sich um den Hund der Verstorbenen kümmern. Ausgerechnet er, der mit Tieren nichts anfangen kann! Doch dann trifft er Emily, Besitzerin einer Tierpension. Um sie zu erobern, ist er zu allem bereit ...
In einer absolut malerischen Gegend voller Burgen und Schlösser, die von Geschichten durchdrungen sind, lebt Liz Fielding in Wales. Sie ist seit fast 30 Jahren glücklich mit ihrem Mann John verheiratet. Kennengelernt hatten die beiden sich in Afrika, wo sie beide eine Zeitlang arbeiteten. Sie bekamen zwei Kinder, die inzwischen längst erwachsen und von zu Hause ausgezogen sind. Bei Liz Fielding und John geblieben ist jedoch ihre große schwarz-weiße Katze Rocky (ein Bild von ihr gibt es auf Liz Fieldings Website www.lizfielding.com. Liz lebt eigentlich sehr zurückgezogen, in einem Dorf, das sie selten verlässt. Kontakt zu ihren Leserinnen ist ihr aber sehr wichtig, und den hält sie über das Internet. 2001 und 2006 gewann Liz aber den Rita Award der Romance Writers of America und flog nach Washington D.C., um den begehrten Preis entgegenzunehmen; eine große Ausnahme und ein großartiger Trip, auf dem sie viele alte Freundinnen wiedersah. Liz Fielding freut sich immer, wenn sie eine E-Mail von ihren Leserinnen erhält. Ihre Adresse lautet: liz@lizfielding.com
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2. KAPITEL
Ich war zu spät. Aber es war nicht meine Schuld. Ununterbrochen rief jemand an und erkundigte sich nach meinen Geburtstagsplänen. Niemand wollte mir glauben, dass ich keine hatte. Sie lachten nur und sagten: „Na klar – und was machst du nun wirklich?“ Am Ende ließ ich mich dazu überreden, Tony um neun im Pub zu treffen.
Dann rief meine Mutter aus Südafrika an. Sie wollte mir alles erzählen, was sie bisher so gemacht hatte – na ja, nicht alles – und ich konnte wohl schlecht sagen, ich hätte etwas Besseres vor.
Außerdem ging es ja nicht um Leben oder Tod. Hunde können doch sowieso keine Uhr lesen und haben auch keine dringenden Termine. Sie würden ihre volle Stunde schon bekommen. Wenn ich 20 Minuten später anfange, dann gehe ich eben zwanzig Minuten länger mit ihnen.
Gabriel Yorks Haus stellte sich als hohes, elegantes Haus mit Terrasse am Ende einer Sackgasse heraus. Seine glänzend schwarz lackierte Eingangstür wurde von zwei perfekt gestutzten Lorbeerbäumen flankiert. An den Messingbeschlägen der Tür sah man deutlich die Arbeit von Generationen eifriger Haushaltskräfte – ein Schicksal, das mich auch erwartete, wenn ich mir nicht bald ernsthafte Gedanken über meine Zukunft machte.
Das Ganze sah geradezu deprimierend perfekt aus. Die Straße war wie gemacht für Designermode und Stilettoabsätze. Ich fühlte mich ungefähr so fehl am Platz wie eine Lilie auf einem Misthaufen.
Was natürlich meine eigene Schuld war.
Dummerweise hatte ich zu fragen vergessen, was Mr. York eigentlich für Hunde hatte. Da ich ganz sicher nicht noch einmal bei Miss Frostig anrufen würde, war ich vom schlimmstmöglichen Fall ausgegangen. Ich hatte mich auf zwei große, muskulöse Hunde eingerichtet und mich entsprechend angezogen. Zu Hause wären das eine der alten Öljacken und ein paar gut eingelaufene Stiefel gewesen, die Art von Kleidung, in der meine Mutter praktisch lebte.
Gelebt hatte.
Wie sie mir am Telefon lang und breit erzählte, verbrachte sie ihre Tage nun am Pool, in Shorts und einem ärmellosen T-Shirt, von Kopf bis Fuß mit Lichtschutzfaktor 60 eingeschmiert. Ich konnte es ihr nicht verübeln. Nach einem Leben als Dienstmagd meines Vaters hatte sie sich ein bisschen Spaß wahrlich verdient.
Hier in London herrschte der übliche eisige, saisonbedingte Nieselregen. Mein Haar hatte ich zwar unter einer Mütze verstecken können, aber leider waren meine Handschuhe verschwunden. Langsam wurden meine Finger eiskalt.
Ohne die bewährten alten Klamotten hatte ich mich für meine älteste Jeans, eine Kunstpelzjacke, die ich schon längst der Altkleidersammlung hatte übergeben wollen, und ein paar alte Schuhe meiner Schwester entschieden. Die waren zwar ein bisschen zu groß, aber mit einem Paar dicker Socken würde es schon gehen.
Nun wurde mir klar, dass das alles gar nicht nötig gewesen wäre. Ich hätte nicht einmal die Schuhe wechseln müssen. Ein Blick auf die manikürten Lorbeerbäume sagte mir, dass Mr. York garantiert zwei verwöhnte Minipudel hätte. Ein flotter Spaziergang zum Sloane Square war für die Biester wahrscheinlich schon eine größere Wanderung.
Was für ein Mann wohnt wohl in einem derartigen Haus, fragte ich mich, während ich die Treppe hinaufging. Meine übereifrige Fantasie zeigte mir einen schlanken, perfekt frisierten Mr. York mit kleinen, zarten, weißen Händen. Er würde ein winziges Bärtchen haben, eine Fliege tragen und irgendeine wichtige Stellung im Kunstgewerbe einnehmen. Meine Vorurteile gingen mit mir durch.
Ich klingelte und wartete gespannt, wie sehr Fantasie und Realität miteinander übereinstimmen würden.
Die Hunde reagierten sofort auf das Klingeln. Einer bellte aufgeregt, der andere heulte wie ein Wolf. Einer von beiden warf sich mit so viel Schwung gegen die Tür, dass man aus dem Inneren des Hauses ein Poltern als Echo hörte. Vielleicht war mein Urteil doch etwas voreilig gewesen.
Falls es Pudel waren, dann aber mächtig große.
Leider reagierten nur die Hunde auf das Klingeln. Die Tür blieb fest verschlossen, und ich hörte auch keine Stimme, die den Hunden Kommandos gab. Keine Schritte, die einem Hoffnung machten, die Tür würde sich gleich öffnen.
Unter normalen Umständen hätte ich noch einmal geklingelt, doch bei dem Lärm, den die Hunde veranstalteten, konnte meine Anwesenheit nicht unbemerkt geblieben sein. Also wartete ich.
Und wartete.
Nach einiger Zeit hörte der Hund an der Tür auf zu bellen, und das Geheul reduzierte sich zu einem leisen Winseln. Außer Kratzgeräuschen auf der anderen Seite der Tür tat sich jedoch absolut nichts.
Etwas irritiert – so spät war ich nun wirklich nicht dran, und die Hunde mussten ja trotzdem noch raus – hob ich die Hand, um noch einmal zu klingeln. Statt zu klingeln, zog ich die Hand allerdings zurück. Langsam kam mir das Ganze komisch vor.
„Hallo?“, fragte ich. Ich kam mir ziemlich dämlich dabei vor, mit einer geschlossenen Tür zu reden. Das Kratzen wurde heftiger, und ich beugte mich hinab, öffnete den Briefschlitz und fand mich einem Paar wunderschöner brauner Augen gegenüber, die unter den ausdrucksvollen Brauen eines cremefarbenen Hundes saßen.
„Hallo“, sagte ich noch einmal, etwas enthusiastischer. „Wie heißt du denn?“
Er zuckte mit den Augenbrauen und winselte kummervoll.
Okay, es war zugegebenermaßen eine blöde Frage.
„Ist außer euch Jungs noch jemand zu Hause?“, fragte ich und versuchte, am Hund vorbei ins Innere zu spähen.
Die intelligente Kreatur trat zurück und gewährte mir einen besseren Blick auf sein glattes, kurzes Fell, die fedrigen Ohren und seinen schlanken Körper. Dann bellte er kurz und sah hinter sich, so als wolle er sagen: „Sieh nicht mich an, du dumme Kuh, sieh dorthin …“ Und dann sah ich Gabriel York und erkannte, dass ich mich geirrt hatte.
Seine Hunde waren keine Pudel, und er war kein geschniegelter, klein gewachsener Galeriebesitzer mit Fliege.
Gabriel York war ein 1,85 m großer, muskulöser Bursche. Er hatte sich nicht gemeldet, weil er im Hausflur lag. Still. Ohne sich zu bewegen.
Ich dachte an das Echo. Hatte ich vielleicht gehört, wie er die Treppe heruntergefallen war?
Der zweite Hund, der an seiner Seite lag, hob den Kopf. Dann stupste er das Gesicht seines Herrchens mit der Nase an, als wolle er ihn wecken. Als das keine Reaktion erbrachte, sah er mich wieder an, und seine Botschaft war unmissverständlich.
Tu etwas!
Oh verdammt! Natürlich! Sofort!
Ich kramte in meiner Tasche, klappte mein Handy auf und wählte mit zitternden Fingern die Nummer der Feuerwehr. Unglaublich, wie viele Informationen die wollten, wo ich ihnen doch so gut wie nichts sagen konnte außer der Adresse und der Tatsache, dass auf der anderen Seite der Tür ein bewusstloser Mann lag.
Woher ich wüsste, dass er sich den Kopf gestoßen hatte? Was würde es schon für einen Unterschied machen? Sie konnte ja ohnehin nichts tun, bis sie vor Ort waren.
Vielleicht hörte ich mich ein klein bisschen panisch an, denn die Frau am anderen Ende der Leitung teilte mir in einem Tonfall mit, den man sonst nur für ungebärdige Pferde, überdrehte Hunde und komplette Vollidioten verwendete, ich solle doch bitte bleiben, wo ich war. Es würde gleich jemand kommen.
In dem Moment, in dem ich auflegte, fiel mir ein, dass ich ihr vielleicht hätte sagen sollen, was ich mit Bestimmtheit wusste: Sie würden nicht hineinkommen. Ich sah mich um, in der Hoffung, dass mir ein zufällig vorbeikommender edler Ritter zu Hilfe eilen würde, um das Schloss zu knacken, eine Scheibe einzuwerfen oder etwas ausgesprochen Cleveres zu tun, auf das ich nie kommen würde.
Die Straße war wie leergefegt.
Ich sah noch einmal durch den Briefschlitz, in der Hoffnung, Gabriel York hätte sich auf wundersame Weise erholt, während ich in Panik auf seiner Eingangstreppe saß. Ich konnte keine Veränderung entdecken. Atmete er überhaupt?
„Mr. York?“ Kaum mehr als ein Flüstern. „Mr. York!“, wiederholte ich etwas lauter.
Die einzige Antwort kam von den Hunden, die ihren Bell-Heul-Chor wieder aufnahmen.
Ach Mist! Ich musste etwas tun. Aber was? Ich hatte keine Haarnadeln dabei, und selbst wenn, ich könnte nicht einmal ein Schloss knacken, wenn es um mein eigenes Leben ginge. Oder um sein Leben.
Über das Treppengeländer sah ich ins Souterrain. Das einzige Fenster dort unten war fest verschlossen und zudem noch vergittert.
Ich trat einen Schritt zurück und sah am Haus hinauf. Alle Fenster im Erdgeschoss waren geschlossen. Den Regen aus den Augen wegblinzelnd entdeckte ich, dass ein Fenster im ersten Stock einen Spalt hochgeschoben war. Es war nicht sehr hoch, und in der Nähe verlief ein Fallrohr. Na ja, fast in der Nähe.
Kurzentschlossen verstaute ich mein Handy und kletterte auf das schmiedeeiserne Treppengeländer. Von dort aus griff ich nach dem Fallrohr und zog mich hoch, bis ich mich wie ein Äffchen mit Händen und Füßen daran festklammerte. Ich hielt nicht einmal an, um Luft zu holen. Würde ich das tun, hätte mich wahrscheinlich der Mut verlassen. Stattdessen klammerte ich mich mit den Knien fest und schob mich mit den Füßen nach oben. Das Fallrohr war kalt, feucht und glitschig. Ich war noch nicht sehr weit gekommen, als mir ein Brennen in meinen Oberarmen signalisierte, dass ich das Fitnessstudio schon lange nicht mehr von innen gesehen hatte. Ich sollte es wirklich öfter nutzen, bevor meine...




