E-Book, Deutsch, Band 1780, 160 Seiten
Reihe: Julia
Porter Herz aus Eis
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86295-797-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1780, 160 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-86295-797-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Unwiderstehlich - und unmöglich! Kristian ist der schwierigste Patient, den Elizabeth jemals hatte. Nach einem Helikopter-Unfall hat sich der arrogante griechische Multimillionär auf sein luxuriöses Anwesen zurückgezogen und lehnt jede Hilfe ab, besonders von einer Frau! Nach und nach gelingt es Elizabeth jedoch, die Mauer um Kristians Herz niederzureißen, hinter der das Feuer der Leidenschaft verzehrend lodert. Aber kaum hat sie eine berauschende Liebesnacht in seinen Armen erlebt, bedroht eine schicksalhafte Begegnung ihr junges Glück ...
Bereits in der Grundschule schrieb Jane ihr erstes Manuskript: Es war 98 Seiten lang und wurde von einem Jungen in ihrer Klasse zerrissen. Jane weinte, der Junge musste die zerrissenen Seiten zusammenkleben und kam mit einer Verwarnung davon, während Jane fürs Schreiben im Unterricht bestraft wurde und so lernte, dass die Schule für einen wahren Künstler nicht der geeignete Ort ist. Trotzdem ließ sie sich davon nicht entmutigen und schrieb weiter, hauptsächlich Gedichte, die in Zeitungen und in Teenagermagazinen veröffentlich wurden. Als ihre Eltern, beide Lehrer, für ein Jahr nach Europa gingen, durfte Jane sie begleiten. Sie liebte England und Italien - und ganz besonders die italienischen Männer! Janes Vater starb, als sie 15 Jahre alt war, und in den darauffolgenden Jahren begleitete sie ihre Mutter in viele verschiedene Länder. Sie interessierte sich für fremde Kulturen und las sehr viel. Später studierte sie in Südafrika, Japan und Irland. Ihre ersten vier Manuskripte, die sie während des Studiums schrieb, wurden von den Verlagen abgelehnt. Aber Jane lernte weiter, veröffentlichte Artikel, lehrte, heiratete, bekam zwei Söhne, und im Jahr 2000 war es dann so weit: Ihr erster Roman wurde angenommen und veröffentlicht. Endlich ging der Traum, den sie schon als kleines Schulmädchen gehabt hatte, in Erfüllung. Jane Porter lebt mit ihrem Mann und den kleinen Söhnen in Seattle im amerikanischen Bundesstaat Washington.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
„Ohi. Nein“, die barsche tiefe Stimme konnte niemand anderem gehören als Kristian Koumantaros selbst. „Kein Interesse. Schick sie wieder weg.“
Elizabeth Hatchet stand in der Halle vor der Bibliothek und atmete tief durch. Ihr Entschluss stand fest, auch wenn es nicht leicht werden würde. Aber nichts an dem Fall Kristian Koumantaros war leicht. Weder der Unfall noch die Zeit der Reha, auch nicht die Lage des Wohnsitzes.
Sie hatte zwei volle Tage gebraucht, um hierherzukommen. Erst der Flug von London nach Athen, dann eine endlose Fahrt nach Sparta und schließlich das Geruckel auf dem Eselskarren, bei dem ihr die Zähne geklappert hatten, um diesen fast unzugänglichen Berg hinaufzukommen.
Warum ein Mensch, noch dazu jemand, der weder laufen noch sehen konnte, in einem ehemaligen Kloster auf einem irrsinnig steilen Berg im Taygetos-Gebirge auf dem Peloponnes lebte, war ihr völlig unbegreiflich. Aber jetzt, da sie endlich hier war, würde sie sich sicherlich nicht so schnell fortschicken lassen.
„Aber, kyrios“, hörte sie eine zweite Stimme und erkannte den griechischen Hausdiener, der sie an der Tür empfangen hatte. „Sie hat eine lange und beschwerliche Reise hinter sich …“
„Ich hab die Nase gestrichen voll von ‚First Class Reha‘! Von wegen, erste Klasse. Ausgemachter Blödsinn!“
Elizabeth schloss die Augen und zählte still bis zehn. In der Athener Filiale hatte man ihr gesagt, es sei ein langer, beschwerlicher Weg bis zum Kloster. Man hatte sie auch gewarnt, dass die Reise, die durch eine karge Landschaft mit atemberaubenden Ausblicken führte, fast so anstrengend sei wie Mr. Koumantaros selbst. Doch Elizabeth war auf den Eselskarren geklettert, in der festen Überzeugung, bestens vorbereitet zu sein. Ja, sie wusste, auf was sie sich einließ, als sie zugestimmt hatte, sich persönlich um die häusliche Krankenpflege von Mr. Koumantaros zu kümmern, der nach einem langen Klinikaufenthalt in Frankreich nach Griechenland zurückgekehrt war.
Sie hatte sich geirrt.
Seit dem Gerüttel auf dem im Schneckentempo dahinschleichenden Karren war ihr sterbenselend, und was nun Mr. Koumantaros anbelangte … Der Versuch, die Rehamaßnahmen bei ihm zu Hause durchzuführen, hatte ihre Firma fast in den Ruin getrieben.
Sie schreckte zusammen, als plötzlich das Klirren von zerbrechendem Glas hinter der Tür ertönte, gefolgt von einem Schwall äußerst blumiger griechischer Flüche.
„Kyrios, es ist doch nur ein Glas. Das lässt sich ersetzen.“
„Ich hasse es, Pano. Ich hasse alles, was damit zusammenhängt.“
„Ich weiß, kyrios.“ Pano senkte die Stimme, sodass Elizabeth nicht mehr hören konnte, was der alte Butler sagte, aber offensichtlich beruhigte es Mr. Koumantaros.
Elizabeth half es nicht.
Kristian Koumantaros mochte unermesslich reich sein und sich diesen exzentrischen Rückzug in ein Kloster auf der Peloponnes-Halbinsel leisten können, aber das entschuldigte nicht sein Benehmen. Welches nur als egozentrisch und selbstzerstörerisch zu bezeichnen war.
Sie war lediglich hier, weil es keine Krankenschwester lange bei Kristian Koumantaros aushielt. Was einzig und allein an seiner Unbeherrschtheit lag.
Die Stimmen in der Bibliothek wurden wieder lauter. Elizabeth, die fließend Griechisch sprach, verfolgte die Unterhaltung, während man über sie diskutierte.
Mr. Koumantaros wollte sie nicht hier haben. Pano versuchte seinen Dienstherrn zu überzeugen, wie unhöflich es sei, die Krankenschwester wegzuschicken, ohne sie überhaupt empfangen zu haben. Mr. Koumantaros scherte sich nicht um Höflichkeit. Der Butler drängte, Miss Hatchet wenigstens eine Erfrischung anzubieten. Mr. Koumantaros hielt dagegen, die Krankenschwestern von „First Class Reha“ seien alle derart ausladend gewesen, dass sicherlich auch Miss Hatchet von einem Nachmittag ohne Imbiss nur profitieren könne.
„Kyrios“, Pano gab nicht auf, „sie hat einen Koffer mitgebracht. Sie gedenkt zu bleiben.“
„Hier?“, donnerte Koumantaros.
„Ja, kyrios.“ Der alte Hausdiener hätte nicht demütiger und entschuldigender klingen können, doch seine Antwort war Auslöser für eine Explosion.
„Herrgott noch mal, Pano. Lass endlich dieses verdammte Glas liegen, und wirf sie hinaus. Besorge ihr ein Pferd, einen Esel … was, ist mir gleich. Tu es einfach. Jetzt sofort!“
„Aber sie ist extra aus London gekommen …“
„Und wenn sie vom Mond eingeflogen wäre. Sie hätte nicht kommen sollen. Vor zwei Wochen schon habe ich dem Pflegedienst mitgeteilt, dass ich alle hinausgeworfen habe und niemanden mehr hier haben will. Es ist also nicht mein Problem, wenn sie ihre Zeit verschwendet.“
Draußen vor der Tür rieb Elizabeth sich den schmerzenden Nacken. Ja, sie vergeudete wirklich nur Zeit, wenn sie weiter hier stehen blieb. Sie reckte die Schultern, holte tief Luft und drückte die Türklinke herunter.
„Guten Tag, Mr. Koumantaros.“ Ein schneller Blick, und sie hatte das Innere des Raumes erfasst – die heruntergelassenen Rollläden, der mit Medikamenten überladene Tisch, der Stapel ungelesener Zeitungen in einer Ecke des Raumes, die Ausgaben mindestens eines ganzen Monats.
„Sie haben gelauscht und dringen hier unbefugt ein“, Kristian richtete sich abrupt im Rollstuhl auf, seine Stimme zitterte vor Wut.
Ohne ihn zu beachten, ging sie zu dem Tisch und studierte interessiert die Medikamentenschachteln und -fläschchen. „Lauschen war nicht notwendig, Mr. Koumantaros. Sie haben so laut geschrien, dass man jedes Wort mithören konnte. Und da ich die Verantwortung für Ihre Pflege übernommen habe, handelt es sich auch nicht um unbefugtes Eindringen.“
Ein Schauer durchlief die gekrümmte Gestalt in dem Rollstuhl. Ein Verband verdeckte Kristians Augen. Den dunklen Schopf leicht zur Seite geneigt, lauschte er auf die Geräusche, die darauf schließen ließen, wie Elizabeth sich in dem Raum bewegte. „Ihre Dienste wurden bereits aufgekündigt.“
„Sie wurden überstimmt.“ Elizabeth legte die Pillenschachtel ab und betrachtete ihren Patienten. Der Verband ließ die scharfen Züge seines Gesichts noch härter wirken. Schwarze Bartstoppeln zogen sich über das markante Kinn. Seit die letzte Krankenschwester gegangen war, hatte er sich wohl nicht mehr rasiert.
„Von wem?“
„Von Ihren Ärzten. Unser Pflegedienst steht in ständigem Kontakt zu ihnen. In den letzten Monaten tauchte immer wieder die Frage nach Ihrer geistigen Verfassung auf.“
„Sie belieben zu scherzen!“
„Nein, ganz und gar nicht. Man fragt sich inzwischen, ob Sie in einer Institution nicht besser aufgeho…“
„Raus!“ Mit dem ausgestreckten Arm zeigte er auf die Tür. „Sofort!“
Elizabeth rührte sich nicht, stattdessen musterte sie ihn genau. Er wirkte ungepflegt, richtig schmuddelig. So gar nicht wie der weltgewandte und mächtige Finanztycoon, der er gewesen war, mit Landsitzen und Schlössern überall auf der Welt verstreut, wo in jedem einzelnen eine schöne Geliebte auf ihn wartete. „Ihre Ärzte sorgen sich um Sie, Mr. Koumantaros. Und ich auch“, fügte sie leise hinzu. „Sie brauchen Hilfe.“
„Das ist absurd. Wären die Ärzte so besorgt, dann kämen sie selbst. Und Sie kennen mich nicht. Sie können nicht hier hereinplatzen und nach zwei Minuten ein Urteil abgeben.“
„Da ich Ihren Fall betreue, seit Sie aus der Klinik entlassen wurden, kann ich das. Keiner weiß mehr über Sie und Ihre Rehamaßnahmen als ich. Und da Sie von Anfang an so schwierig waren, sehe ich es als meine persönliche Aufgabe an. Diese Mutlosigkeit jedoch ist neu.“
„Ich bin nicht mutlos, sondern nur müde.“
„Dann nehmen wir das als Erstes in Angriff.“ Elizabeth schlug die Akte auf, die sie mitgebracht hatte, und machte sich Notizen. Es war wichtig, alles genau zu dokumentieren, schließlich musste sie ihren Pflegedienst absichern. „Während Sie sich hier in dieser Einöde abschotten, wartet man in Athen auf Sie. Es gibt Leute, die sich wünschen, dass Sie nach Hause kommen.“
„Ich lebe jetzt hier.“
Sie sah zu ihm hin. „Sie haben nicht die Absicht, zurückzukehren?“
„Jahre habe ich in die Renovierung investiert, um dieses Gemäuer zu einem modernen Heim umzufunktionieren, das meinen Ansprüchen entspricht.“
„Das war vor Ihrem Unfall. Jetzt ist es höchst unpraktisch für Sie, hier zu leben. Weder Familie noch Freunde können Sie ohne Weiteres besuchen, Sie leben völlig zurückgezogen …“
„So will ich es“, sein Ton wurde schärfer. „Das ist jetzt mein Zuhause.“
„Und was ist mit Ihrem Unternehmen? Mit Ihren Geschäften? Haben Sie die zusammen mit Freunden und Familie aufgegeben?“
„Wenn das Ihre Vorstellung von Krankenpflege ist …“
„Ja, natürlich.“ Sie sah keinen Grund, einen Rückzieher zu machen. „Ich bin nicht hier, um Ihnen nach dem Mund zu reden. Auch nicht, um Sie zu verhätscheln. Sondern um Sie wieder auf die Beine zu bringen.“
„Das ist aussichtslos.“
„Warum? Weil es Ihnen Spaß macht, hilflos zu sein? Oder weil Sie Angst vor den Schmerzen haben?“
Sein Gesicht wurde noch blasser. „Wie können Sie es wagen?“, setzte er an, als er seine Stimme wiedergefunden hatte. „Wie können Sie es wagen, in mein Haus zu rauschen und …“
„Nun, rauschen würde ich das nicht nennen. Es hat mich volle zwei Tage gekostet, überhaupt hier anzukommen.“ Sie...




