E-Book, Deutsch, Band 57, 192 Seiten
Reihe: Julia Saison
Porter Julia Saison Band 57
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86349-095-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 57, 192 Seiten
Reihe: Julia Saison
ISBN: 978-3-86349-095-9
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Cassandra spielt mit dem Feuer: Sie begleitet den intriganten Emilio Sobato zu einer Party, obwohl sie genau weiß, dass sie dort ihren Exgeliebten treffen wird, den Millionär Maximos Giuliano. Sie will sich an Maximos rächen, ihn eifersüchtig machen! Doch ihr Plan misslingt. Denn kaum sieht sie in seine dunklen Augen, brennt die Leidenschaft zwischen ihnen lichterloh. Mit einem einzigen Kuss beweist Maximos ihr, wie sehr sie einander immer noch begehren. Cassandra steht vor einem Rätsel: Warum hat er ihre stürmische Romanze trotz der heißen Liebe füreinander beendet - was verschweigt er ihr?
Bereits in der Grundschule schrieb Jane ihr erstes Manuskript: Es war 98 Seiten lang und wurde von einem Jungen in ihrer Klasse zerrissen. Jane weinte, der Junge musste die zerrissenen Seiten zusammenkleben und kam mit einer Verwarnung davon, während Jane fürs Schreiben im Unterricht bestraft wurde und so lernte, dass die Schule für einen wahren Künstler nicht der geeignete Ort ist. Trotzdem ließ sie sich davon nicht entmutigen und schrieb weiter, hauptsächlich Gedichte, die in Zeitungen und in Teenagermagazinen veröffentlich wurden. Als ihre Eltern, beide Lehrer, für ein Jahr nach Europa gingen, durfte Jane sie begleiten. Sie liebte England und Italien - und ganz besonders die italienischen Männer! Janes Vater starb, als sie 15 Jahre alt war, und in den darauffolgenden Jahren begleitete sie ihre Mutter in viele verschiedene Länder. Sie interessierte sich für fremde Kulturen und las sehr viel. Später studierte sie in Südafrika, Japan und Irland. Ihre ersten vier Manuskripte, die sie während des Studiums schrieb, wurden von den Verlagen abgelehnt. Aber Jane lernte weiter, veröffentlichte Artikel, lehrte, heiratete, bekam zwei Söhne, und im Jahr 2000 war es dann so weit: Ihr erster Roman wurde angenommen und veröffentlicht. Endlich ging der Traum, den sie schon als kleines Schulmädchen gehabt hatte, in Erfüllung. Jane Porter lebt mit ihrem Mann und den kleinen Söhnen in Seattle im amerikanischen Bundesstaat Washington.
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1. KAPITEL
„Willst du wirklich mitspielen?“, fragte Emilio spöttisch. „Es ist noch nicht zu spät, du kannst es dir anders überlegen.“
Cass blieb reglos auf der Treppe zum Palazzo stehen, geblendet von der untergehenden Sonne. Sie wollte nicht überlegen, denn sie musste mitspielen, sie hatte keine andere Wahl.
„Sobald du durch die Tür gegangen bist, ist es zu spät“, fuhr Emilio fort. „Falls du Bedenken hast und lieber nicht mitmachen willst, musst du dich jetzt entscheiden.“
Cass hob den Kopf und zwang sich, Emilio anzusehen. Er hatte die Lippen verzogen, sein Blick wirkte hart. Es war kein Spiel, sondern bitterer Ernst.
„Sobald wir im Palazzo sind, gibt es kein Zurück mehr.“ Er war einmal Maximos’ bester Freund und sein Geschäftspartner gewesen, doch jetzt waren sie erbitterte Feinde. „Dann kannst du nicht mehr weglaufen.“
Seinen verschlagenen Blick fand sie abstoßend. Sie wandte sich ab, strich den Rock glatt und vergewisserte sich, dass die kurze Bluse nicht hochgerutscht war. „Ich werde nicht weglaufen“, erklärte sie entschlossen, ehe sie aufsah und die prächtige Fassade des Palazzo der Familie Giuliano betrachtete. Hohe, schlanke Säulen zu beiden Seiten des Eingangs stützten den Balkon mit der schmiedeeisernen Umrandung. Auch die kleineren Balkone vor den hohen weißen Fenstern, die auf den mittelalterlichen Platz hinausgingen, waren herrlich anzusehen. Maximos besaß ein wunderschönes und beeindruckendes Zuhause. Es passte zu ihm, er war schließlich auch ein attraktiver, beeindruckender Mann – und ein grausamer.
Der Schmerz, den sie bei dem Gedanken empfand, war noch genauso heftig wie vor sechs Monaten, als sie Maximos verloren hatte. Damals war es fast so gewesen, als hätte er ihr das Herz aus der Brust gerissen.
Sogar das Denken tat weh, alles war eine einzige Qual, und sie wagte nicht zu atmen.
Schließlich holte sie tief Luft und erinnerte sich an alles, was er ihr angetan hatte. Er hatte sie vernichtet, etwas Kostbares war innerhalb weniger Sekunden in ihr zerbrochen.
Zorn und Kummer erfüllten sie.
Sie hatte ihn mehr geliebt als je einen Mann zuvor, aber ihre Gefühle hatten ihm nichts bedeutet. Er hatte sie nur benutzt, sie nur in seinem Bett haben wollen.
Emilio berührte sachte ihren Arm. „Wenn die ganze Sache funktionieren soll, müssen wir ihm glaubhaft vorspielen, wir seien zusammen und hätten eine feste Beziehung.“
„Er wird es glauben, keine Angst.“ Sie kämpfte gegen die Flut der Emotionen an, die sie überkam. Emilio war ihr ausgesprochen unsympathisch. Aber sie brauchte ihn. Er war so etwas wie ihre Eintrittskarte zurück in Maximos’ Leben. „Ich bin nicht den ganzen Weg hergekommen, um jetzt aufzugeben.“
„Gut. Wann heiraten wir angeblich?“, fragte Emilio, um sie zu testen.
„Am sechzehnten April.“ Ihre Lider brannten. Maximos verachtete Emilio – nein, das war untertrieben, er hasste ihn. Und Maximos würde auch sie hassen, wenn er sie mit Emilio sah. Cass atmete tief ein.
„Wo haben wir uns kennengelernt?“
„Bei der EFFIE-Preisverleihung, und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden.“
„Und wann habe ich dir den Heiratsantrag gemacht?“
„Während eines romantischen Wochenendes auf den Seychellen. In sieben Monaten findet dann unsere Hochzeitstatt. Habe ich alles richtig behalten?“
„Ja.“ Emilio strich ihr eine Strähne des hellbraunen Haars aus der Stirn. „Das wird er dir nie verzeihen.“
Sekundenlang hatte sie das Gefühl, keine Luft zu bekommen. Der Schmerz in ihrer Brust war unerträglich, und das Herz wurde ihr schwer.
Maximos sollte sie nicht hassen, er sollte nicht ihr Feind sein. Sie hatte zu ihm gehört, er hatte ihr Herz und ihren Körper besessen.
Wollte sie wirklich einen Strich unter die Vergangenheit ziehen? Konnte sie sich eine Zukunft ohne ihn überhaupt vorstellen?
Nein, das kann ich nicht, ich will es auch gar nicht, gestand sie sich ein. Ihr zog sich der Magen zusammen, und sie legte unwillkürlich die Hand auf den Bauch. Sechs Monate waren seit dem Ende ihrer Beziehung vergangen, doch sie kam immer noch nicht damit zurecht. Deprimiert und wie betäubt schleppte sie sich von einem Tag zum anderen.
Dass es so nicht weitergehen konnte, war ihr klar. Das Interesse an ihrer Arbeit hatte gelitten, sie hatte Kunden verloren, ihre ganze Karriere stand auf dem Spiel. Und das alles wegen eines gebrochenen Herzens.
Sie musste die Vergangenheit endlich hinter sich lassen und diesen Mann vergessen. Nur deshalb hatte sie eingewilligt, Emilios Verlobte zu spielen und so zu tun, als vergöttere sie ihn.
„Es wird sehr unangenehm für uns werden“, warnte Emilio sie, obwohl er es kaum erwarten konnte, Maximos eins auszuwischen.
Cass hatte kein Verständnis für den unversöhnlichen Hass der beiden Männer. Sie fochten einen erbitterten Kampf und benutzten Liebe, Verrat und Betrug als Waffen.
Emilio hatte Cass eingeladen, ihn auf die Hochzeit von Maximos’ Schwester zu begleiten, und vorgeschlagen, eine Liebesbeziehung vorzutäuschen. Er wollte Maximos quälen und provozieren. Das schien ihr die perfekte Gelegenheit, ihr angeschlagenes Selbstbewusstsein aufzupäppeln, und sie hatte die Einladung angenommen.
Verzweifelt wünschte sie sich, das Feuer, das in ihr brannte, endlich löschen und diesen ganzen Wahnsinn beenden zu können. Zweieinhalb Jahre ihres Lebens hatte sie ihm gegeben, hatte ihn von ganzem Herzen geliebt, auf ihn gewartet und immer wieder gewartet.
„Das ist okay“, erwiderte sie sanft, während die schmerzlichen Erinnerungen zurückkehrten. Es war wie ein quälendes Fieber. Aber jetzt wollte sie sich endgültig von Kummer und Schmerz befreien. „Es muss nicht angenehm sein. Ich will nur meine Ruhe und meinen Frieden haben.“
Das vergangene halbe Jahr war das schrecklichste ihres Lebens gewesen, etwas Schlimmeres konnte sie sich nicht vorstellen. Cass hatte versucht, sich damit abzufinden, dass es zwischen ihr und Maximos endgültig aus war. Die Trennung verursachte ihr fast körperliche Schmerzen. Jede Nacht suchte Maximos sie in ihren Träumen heim, und die Tage vergingen in einer Reihe endloser Grübeleien.
Die sechs Monate ohne ihn kamen ihr wie sechs Jahre vor. Seit der Trennung war sie tausend Tode gestorben. Und in der ganzen langen Zeit hatte er sich nicht ein einziges Mal gemeldet. Kein Anruf. Kein Brief. Nichts.
Er hatte sie einfach gehen lassen. Warum auch nicht? Sie war schließlich nur seine Geliebte gewesen. Maximos Giuliano nahm sich, was er haben wollte und wann er es haben wollte. Und irgendwann, wenn Langeweile und Überdruss einsetzten, warf er es eben wieder weg. So einfach war das.
Cass schüttelte die unliebsamen Gedanken ab und stieg rasch die breite Treppe hinauf. Die untergehende Sonne färbte die Eingangstür rötlich-violett. Cass drückte entschlossen auf die Klingel.
Wenige Sekunden später wurde die massive Holztür geöffnet. Triumphierend raunte Emilio Cass zu: „Gratuliere, mein Liebling. Du hast es geschafft.“
Jetzt war es zu spät, um es sich noch anders zu überlegen. Der Butler bat sie herein und führte sie durch die imposante Eingangshalle mit der hohen Decke und dem Marmorfußboden in einen ebenso imposanten Salon mit Deckengemälden in Gold, Rosa und Hellblau.
Demonstrativ legte Emilio Cass den Arm um die Taille. Als sie den Salon betraten, wurde ihr plötzlich bewusst, wie ungeheuerlich ihr Vorhaben war, und sie atmete tief durch. Wie war sie nur auf die Idee gekommen, die Beziehung auf so dramatische Weise endgültig zu beenden und jede Hoffnung zu begraben?
Aber die Beziehung ist ja längst beendet, jegliche Hoffnung begraben, korrigierte sie sich. Maximos hatte sie nie geliebt. Er hatte bloß ihren Körper geliebt, mehr nicht. Die harte, grausame Wahrheit hatte Cass vor sechs Monaten begriffen, als sie gewagt hatte, ihn um mehr zu bitten als ein paar flüchtige Stunden der Zweisamkeit.
Eisige Kälte legte sich um ihr Herz, als sie sich an Maximos’ Antwort erinnerte.
„Mehr? Hast du gesagt, du willst mehr?“, fragte er gefährlich leise. Dann hatte er auf die für ihn typische Art reagiert, mit den Achseln gezuckt, ihr einen gleichgültigen Blick zugeworfen, und damit war die Sache für ihn erledigt.
Wenn Cass an die leidenschaftlichen Umarmungen, die Zärtlichkeiten und die heißen Liebesnächte mit ihm zurückdachte, durchströmte sie glühende Sehnsucht. Sie hatte ihre Gefühle für ihn noch längst nicht überwunden.
„Was machst du hier?“
Cass überlief es kalt, als sie die vertraute Stimme hörte.
Sie versteifte sich. Zögernd drehte sie sich um, bemüht, ihre Gefühle in den Griff zu bekommen. Vom ersten Augenblick an war sie von Maximos’ geballter Energie, seiner Kraft und Stärke überwältigt gewesen, und jetzt war es wieder ganz genauso.
Er war so perfekt gekleidet wie immer, trug einen eleganten dunklen Anzug, zweifellos ein italienisches Designer-Modell, dazu ein helles Seidenhemd, das seine gebräunte Haut betonte. Das dunkle Haar glänzte, seine attraktiven Züge wirkten ernst. Und dann der verführerische Mund, der zwar nur selten lächelte, dafür aber umso besser küsste …
Schmerzliches Verlangen durchströmte Cass, und eine schier unerträgliche Traurigkeit umfing ihr Herz. Wie hatte sie ihn vermisst, sich nach seinen Umarmungen, seiner Liebe gesehnt! Die Erinnerung an die wilde Leidenschaft, die sie verbunden hatte, ließ Cass unwillkürlich erschauern. So oft hatten sie sich geliebt...




