E-Book, Deutsch, Band 1637, 160 Seiten
Reihe: Julia
Porter Mein geheimnisvoller Geliebter
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-86494-299-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1637, 160 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-86494-299-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Rettung in letzter Sekunde! Gerade noch rechtzeitig befreit Alonso die hübsche Sophie aus den Händen von Kidnappern. Unbemerkt ist er ihr von England nach Brasilien gefolgt, um sie zu beschützen - jetzt fliehen sie gemeinsam in den heißen Dschungel. Die Tage sind voller Gefahr, aber in den Nächten fühlt Sophie sich geborgen: Zärtlich nimmt Alonso sie in die Arme. Mit jeder Berührung wächst in ihr die Sehnsucht nach seiner Leidenschaft. Doch noch weiß sie zu wenig über ihren geheimnisvollen Retter, um dem Begehren nachzugeben ...
Bereits in der Grundschule schrieb Jane ihr erstes Manuskript: Es war 98 Seiten lang und wurde von einem Jungen in ihrer Klasse zerrissen. Jane weinte, der Junge musste die zerrissenen Seiten zusammenkleben und kam mit einer Verwarnung davon, während Jane fürs Schreiben im Unterricht bestraft wurde und so lernte, dass die Schule für einen wahren Künstler nicht der geeignete Ort ist. Trotzdem ließ sie sich davon nicht entmutigen und schrieb weiter, hauptsächlich Gedichte, die in Zeitungen und in Teenagermagazinen veröffentlich wurden. Als ihre Eltern, beide Lehrer, für ein Jahr nach Europa gingen, durfte Jane sie begleiten. Sie liebte England und Italien - und ganz besonders die italienischen Männer! Janes Vater starb, als sie 15 Jahre alt war, und in den darauffolgenden Jahren begleitete sie ihre Mutter in viele verschiedene Länder. Sie interessierte sich für fremde Kulturen und las sehr viel. Später studierte sie in Südafrika, Japan und Irland. Ihre ersten vier Manuskripte, die sie während des Studiums schrieb, wurden von den Verlagen abgelehnt. Aber Jane lernte weiter, veröffentlichte Artikel, lehrte, heiratete, bekam zwei Söhne, und im Jahr 2000 war es dann so weit: Ihr erster Roman wurde angenommen und veröffentlicht. Endlich ging der Traum, den sie schon als kleines Schulmädchen gehabt hatte, in Erfüllung. Jane Porter lebt mit ihrem Mann und den kleinen Söhnen in Seattle im amerikanischen Bundesstaat Washington.
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1. Kapitel
"Wie viel geben Sie mir dafür?" fragte Lady Sophie Wilkins und betrachtete den Smaragdring mit den kreisförmig angeordneten, im Licht des Juwelierladens wie ein Silvesterfeuerwerk funkelnden Steinen an ihrer Hand.
"Zehntausend Pfund", erwiderte der Besitzer des Geschäfts schnell.
Sophie hörte, wie ein Kunde hereinkam, doch sie drehte sich nicht um. Sie war immer noch fasziniert von dem wunderbaren Schmuck. Leider konnte sie ihn nicht behalten, denn sie musste nach Brasilien reisen und hatte außerdem noch viele Rechnungen zu bezahlen. Mit dem Geld konnte sie wenigstens einen Großteil ihrer Schulden begleichen.
Ihr Schweigen gab dem Juwelier zu denken. "Ich könnte Ihnen auch zehntausendfünfhundert zahlen", meinte er dann und tat so, als wäre er besonders großzügig. "Das ist mein letztes Angebot, Lady Wilkins."
"Und morgen verkaufen Sie den Ring dann für das Doppelte", sagte in diesem Moment eine Männerstimme spöttisch.
Sophie wirbelte herum. Das konnte doch nicht wahr sein … "Alonso?" fragte sie völlig überrascht.
"Hallo, Sophie."
Sie konnte es nicht fassen. War er es wirklich, oder hatte sie schon Halluzinationen? "Was machst du denn hier?"
"Geschäfte", erwiderte er betont locker.
"Tatsächlich?" Was sonst, dachte sie spöttisch, denn immerhin ist er einer der führenden Smaragdexporteure der Welt.
Der Juwelier legte schnell seine Lupe auf das schwarze Samtkissen auf dem Ladentisch. "Ich habe Sie erst morgen erwartet, Mr. Huntsman. Der Stein ist noch nicht geschliffen."
Sophie drehte nachdenklich ihren Ehering hin und her. Sie konnte es immer noch nicht fassen, dass Alonso wirklich vor ihr stand. "Du kaufst einen Diamanten?"
"Einen Smaragd, um genau zu sein."
Dafür war er um die halbe Welt gereist? "Dann muss er sehr wertvoll sein."
"Eigentlich nicht. Er hat nur Liebhaberwert für mich, denn er kommt aus einer meiner Minen."
Sie errötete, wandte sich schnell ab und zog dann ihren Ehering vom Finger. "Ich nehme Ihr Angebot an."
Der Juwelier nickte und schloss das Schmuckstück, das Clive ihr vor beinahe sechs Jahren geschenkt hatte, in einer Schublade ein. "Kann ich Ihnen einen Scheck geben, Lady Wilkins?"
"Ja", flüsterte sie und biss sich auf die Lippe.
Der Mann ging ins Hinterzimmer, und Sophie schloss ihren langen Wollmantel, denn ihr war plötzlich ganz kalt geworden.
"Du verkaufst deinen Ehering?" fragte Alonso ausdruckslos. "Bist du in finanziellen Schwierigkeiten?"
"Nein." Sie hatte nicht vor, ihm die Wahrheit zu sagen, denn sie wollte sein Mitleid nicht. Clive zu heiraten war ihre Entscheidung gewesen. "Ich hatte keine Ahnung, dass du wieder in England bist."
"Ich habe ein Haus in Knightsbridge."
"Dann wohnst du also in London?"
"Ich bin oft hier."
"Das habe ich nicht gewusst."
Alonso hörte den Schmerz in ihrer Stimme und hätte Sophie am liebsten getröstet. Er hatte von Anfang an gewusst, dass ihre Ehe mit Clive schwierig oder vielleicht sogar unglücklich gewesen war, doch sie hatte nie ein Wort darüber verloren. "Ich bin viel auf Reisen. Das bringt das Geschäft so mit sich."
Er hatte Sophie seit Jahren nicht mehr gesehen, und es überraschte ihn, dass sie immer noch wunderschön war. Es war ihr nicht anzusehen, dass sie eine stürmische Zeit hinter sich hatte. Ihre Gesichtszüge waren sanft, ihre Lippen voll, und ihr Körper war fraulich und verführerisch.
Der Juwelier kam mit dem Scheck zurück und überreichte ihn Sophie. Sie steckte ihn ein, bedankte sich noch einmal und wandte sich dann ab.
Schnell versprach Alonso dem Juwelier, später noch einmal zu kommen, und folgte Sophie nach draußen. Sie war vor dem Geschäft stehen geblieben, atmete gerade tief durch und versuchte, Ordnung in ihre chaotischen Gedanken zu bringen. Alonso war wirklich hier in London! Das war kaum zu glauben. Sie hatte ihn schon so lange nicht mehr gesehen!
Es war sehr kalt draußen, und sie zog den Gürtel enger, als sie an den weihnachtlich geschmückten Geschäften vorbeigingen. Doch Sophie hatte auch in diesem Jahr keinen Blick für die mit unzähligen weißen Lichtern und Kränzen verzierten Schaufenster.
"Bald ist Heiligabend", sagte Alonso, als das Schweigen unerträglich wurde.
Was bedeutete, dass sie schon fast zwei Jahre allein war! Sophie biss sich auf die Lippe und drängte die Tränen zurück, die ihr in die Augen traten.
Oh, wie hatte sie Alonso vermisst! Er war jahrelang ihr Freund gewesen und dann plötzlich von der Bildfläche verschwunden. Sie versuchte sich zu erinnern, wann sie ihn das letzte Mal gesehen hatte, doch es fiel ihr nicht mehr ein.
"Ich muss nach Hause", sagte sie schnell, "die Countess wartet schon auf mich."
Die ersten Regentropfen fielen aus den dunklen Wolken, und Alonso zögerte nicht eine Sekunde. "Ich fahre dich."
"Nein, das brauchst du nicht. Es sind anderthalb Stunden …"
"Keine Widerrede", unterbrach er sie und nahm ihren Arm.
Es war wunderschön, in seiner Nähe zu sein, und Sophie spürte, wie sich alles um sie her zu drehen begann.
Alonso hatte sich überhaupt nicht verändert. Er war erst vor zwanzig Minuten wieder in ihr Leben getreten, und schon fuhren ihre Emotionen Achterbahn. Als sie in seinem Wagen saß, wurde es noch schlimmer. Noch nie hatte sie sich so verletzlich und verzweifelt zugleich gefühlt. Wie gern wäre sie in die Vergangenheit gereist … zum Strand von Buenaventura, an dem sie die glücklichsten Tage ihres Lebens verbracht hatte.
"Ich habe dich vermisst", stellte Alonso leise fest.
Ihr Herz begann schneller zu klopfen, und sie spürte, wie ihr wieder Tränen in die Augen traten. Warum gelang es ihm immer noch, sie so aus der Fassung zu bringen? Seit Clives Tod hatte sie alles unter Kontrolle gehabt, doch nun war dieser umwerfende Mann wie aus dem Nichts aufgetaucht und dabei, ihre Welt auf den Kopf zu stellen.
Er wirkte auf sie wie ein Magnet, und die Ehe mit Clive hatte daran nichts geändert. Sein dunkles Haar und die blauen Augen machten ihn besonders attraktiv. Er sah überhaupt nicht aus wie ein typischer Engländer, und wahrscheinlich fanden ihn die Frauen deswegen so anziehend. Aber er war gefährlich, und das durfte sie nie vergessen.
Sie betrachtete nachdenklich sein Gesicht, dabei fiel ihr der lange, dünne Strich auf, der über seine rechte Wange verlief. Vor fünf Jahren war er noch nicht da gewesen. "Woher stammt die Narbe?" fragte sie neugierig.
"Ich habe mich beim Rasieren geschnitten", erwiderte er und lehnte sich in dem tiefen Ledersitz zurück.
Wollte er sie auf den Arm nehmen? Diese Verletzung hatte er sich bestimmt nicht im Badezimmer zugezogen! "Das muss ja ein ziemlich großes Messer gewesen sein."
"Stimmt", antwortete er lächelnd.
Erstaunlicherweise entstellte die Narbe sein Gesicht nicht, sondern machte es noch viel interessanter. Er sah aus wie ein Mann, der sich durchsetzen konnte und im Leben seinen Platz gefunden hatte. "Hat es sehr wehgetan?" fragte Sophie.
"Dich zu verlieren hat wesentlich mehr geschmerzt."
Sie atmete tief durch und blickte auf ihre rechte Hand. Sie sah so leer aus ohne den Ehering. "Bist du eigentlich verheiratet?" fragte Sophie dann schnell. Es war sicher das Beste, das Thema zu wechseln. Clive hatte ihr erzählt, dass Alonso sowohl in Bogotá als auch in Buenos Aires lebte und arbeitete, doch diese Städte waren von London unendlich weit entfernt, und Sophie hatte sich nur schwer vorstellen können, wie es dort wohl war.
"Nein", erwiderte er kurz angebunden.
"Verlobt?"
Er schüttelte den Kopf.
"Hast du eine Freundin?"
"Du bist sehr neugierig, muñeca. Hast du Interesse an dieser Position?" fragte er und lächelte spöttisch.
O ja, dachte sie, er ist immer noch gefährlich! Innerhalb von Sekunden konnte er sie völlig aus der Bahn werfen. Sie hätte nie in seinen Wagen steigen dürfen! "Nein danke, ich habe von Beziehungen erst einmal genug."
"Dann hast du alle Illusionen verloren, Prinzessin?"
"Nenn mich nicht so", flüsterte sie verlegen.
"Also gut. Du bist keine Prinzessin, sondern eine verarmte Lady, die ihr Haus, ihren Wagen und jetzt sogar ihren Ehering verkaufen musste."
Sophie schloss die Augen und biss sich auf die Lippe. Alonso konnte sie wie kein Zweiter verletzen. "Das sind nur unwichtige Dinge", antwortete sie schnell.
"Ach so", stellte er kühl fest, "dann ist ja alles in Ordnung. Solange du von Liebe und Wärme umgeben bist, machen diese unwichtigen Dinge natürlich nichts aus."
In diesem Moment hasste sie ihn beinahe. Er war so kalt und zynisch. Selbstverständlich wusste er, dass sie bei Countess Louisa Wilkins, Clives Mutter, wohnte. Er kannte auch ihre Schwiegermutter, und deshalb musste es ihm klar sein, dass sie in Melrose Court nicht gerade glücklich war.
Aber das würde sie ihm nie verraten. Wenn er sich über sie lustig machen wollte – nun gut, sollte er doch! Er würde sowieso bald wieder aus ihrem Leben verschwunden sein.
"Ich hätte dir das Doppelte für den Ring bezahlt", unterbrach er ihre trüben Gedanken. "Warum bist du nicht zu mir gekommen? Die Diamanten allein sind schon mehr als zwanzigtausend Pfund wert."
Sie zuckte die Schultern. "Ich bin zufrieden mit dem, was der Juwelier mir gegeben hat."
Müde fuhr er sich durchs Haar. "Wenn du meinst."
Sie betrachtete ihn verstohlen. Seine Haare waren länger als früher und reichten ihm fast auf die Schultern. Von den vielen Stunden in der Sonne waren seine Hände gebräunt, und der kleine Innenraum des schwarzen Sportwagens schien...




