E-Book, Deutsch, Band 2085, 144 Seiten
Reihe: Julia
Power Leidenschaftliche Rache in Monte Carlo
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-538-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2085, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-95446-538-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Sind wir uns schon mal begegnet?' Lorrayne stockt der Atem bei Kingsley Claybornes Frage. Hat ihr Jugendschwarm sie etwa erkannt? Doch auch wenn sein Blick untrügliches Interesse verrät, scheint King zum Glück nicht zu ahnen, wer sie ist. Denn Lorrayne plant eine pikante Enthüllungsstory über sein Milliarden-Unternehmen, das er auf Kosten ihrer Familie errichtet hat. Ihr Ziel ist klar - wäre Kingsley nicht unwiderstehlicher denn je. Gegen ihren Willen schlägt Lorraynes Herz höher. Und ehe sie sich versieht, ist sie zerrissen zwischen leidenschaftlicher Rache und Liebe ...
Schon als Kind wusste Elizabeth Power, dass sie Bücher schreiben wollte, genau wie ihr Vater, ein erfolgreicher Kinderbuchautor. Und als sie einmal herausgefunden hatte, dass es nicht ausreicht, ihre Bilderbücher Wort für Wort abzuschreiben, stand ihrer Karriere nichts mehr im Weg. Mit vierzehn hatte sie ihren ersten Roman vollendet - der leider niemals veröffentlicht wurde. In den darauffolgenden Jahren verlor Elizabeth ihr Ziel ein wenig aus den Augen, aber sie hat ihren Traum nie aufgegeben! Kurz vor ihrem 30. Geburtstag fasste sie sich ein Herz und fing wieder mit dem Schreiben an. Seitdem ist das Schreiben Elizabeths Leben. Emotionen spielen in ihren Romanen die Hauptrolle: 'Zeiten und Trends ändern sich, aber Gefühle sind zeitlos.' Sternzeichen: Widder Lieblingsbücher: "Rebecca" von Daphne du Maurier , "Der Pferdeflüsterer" von Nicholas Evans, "Heidi" von Johanna Spyri
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
Der Klang seiner Schritte hallte auf den sonnenwarmen Fliesen der Veranda wider. Es waren die energischen Schritte eines Mannes, dessen Nähe Gefahr verhieß.
Ohne sich umzudrehen, wusste Rayne, wer er war. Und dass er es darauf abgesehen hatte, ihr Unannehmlichkeiten zu bereiten.
Sie spürte seine eiserne Entschlossenheit und bebte vor Angst, dass er sie wiedererkennen könnte. Was dieser Mann wollte, das bekam er auch.
„Also Sie sind die Kleine, die mein Vater von der Straße aufgelesen hat und die ihn zum Dank dafür in der Gegend herumkutschiert.“
Rayne stand an der steinernen Brüstung und sah hinunter auf korallenrote Apartmenthäuser mit Dachgärten und Swimmingpools, deren glatte Wasseroberflächen in der Abendsonne glänzten. Als sie die sonore, leicht herablassende Männerstimme hinter sich hörte, kehrte sie der berauschenden Kulisse aus glitzerndem Meer, dem berühmten Fürstenfelsen und den sonnengebleichten Klippen der Côte d’Azur den Rücken zu.
Das lange rote Haar wogte um ihre Schultern, als sie sich zu dem reichen Mann umdrehte, der Monte Carlo zu seiner Spielwiese erkoren hatte.
Er war elegant und teuer gekleidet, wie sie kritisch registrierte. Dunkler Anzug, blütenweißes Hemd und blank polierte Lederschuhe. Doch hinter seiner perfekten Fassade, das wusste sie, verbargen sich ein rücksichtsloser Charakter und eine messerscharfe Zunge.
Es verschlug ihr den Atem, dem imposanten Geschäftsmann gegenüberzustehen, der aus ihm geworden war. Die jüngsten Pressefotos wurden ihm nicht annähernd gerecht, denn seine Wirkung beruhte weniger auf seinem attraktiven Äußeren als auf seiner starken persönlichen Ausstrahlung. Mit seinen markanten Zügen und dem widerspenstig in die Stirn fallenden schwarzen Haar sah er zwar ausnehmend gut aus, das Faszinierendste an ihm aber war sein Charisma.
„Nur zu Ihrer Information, ich bin fünfundzwanzig.“
Sie wusste selbst nicht, warum sie das gesagt hatte. Vielleicht, um ihn darauf hinzuweisen, dass sie keine kreischende Achtzehnjährige mehr war wie bei ihrem letzten Zusammentreffen.
Seine spöttisch hochgezogenen Augenbrauen verrieten, was sein analytischer Verstand daraus schloss: dass sie alt genug war, um seinen Vater ins Bett zu zerren. Und dass sie genau das vorhatte, falls sie es nicht bereits getan hatte. Aus reiner Geldgier, natürlich.
Kein Fünkchen des Wiedererkennens aber blitzte in seinen blauen Augen auf. Zum Glück.
„Und er hat mich auch nicht aufgelesen“, setzte Rayne hinzu. „Wir wurden beide Opfer einer Diebesbande, die mich komplett ausgeraubt hat. Ich kam von meinem Südfrankreich-Urlaub auf einen Abstecher nach Monaco herüber, und plötzlich stand ich ohne Kreditkarten, ohne Bargeld und ohne ein Dach über dem Kopf da.“
Ärgerlich fragte sie sich, warum sie das Gefühl hatte, sich vor ihm rechtfertigen zu müssen. Vielleicht, weil sie nicht ganz zufällig in jenem Straßencafé gesessen hatte? Weil sie als erfahrene, gründlich recherchierende Journalistin genau gewusst hatte, wo Mitchell Clayborne um diese Tageszeit anzutreffen war?
„Ihr Vater war so freundlich, mich bei sich aufzunehmen, bis ich meine Angelegenheiten geklärt habe.“
Sein breiter, entschlossener Mund, den sie einmal so sinnlich gefunden hatte, verzog sich zu einem spöttischen Lächeln. „Wie leichtsinnig von Ihnen, nicht im Voraus zu buchen.“
Jedes Wort von ihm klang wie ein Vorwurf. Oder lag es an ihrem schlechten Gewissen und ihrer Angst, entlarvt zu werden, dass sie es so auffasste?
„Meine Mutter war lange krank. Jetzt hat sie sich so weit erholt, dass sie für drei Wochen zu einer Freundin fahren konnte. Da habe auch ich beschlossen, spontan zu verreisen.“
In den sicheren vier Wänden des kleinen Londoner Mietshauses, das sie mit ihrer Mutter teilte, hatte sie die Idee noch gut gefunden. Auch wenn Cynthia Hardwicke vermutlich die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hätte, wenn sie vom Reiseziel ihrer Tochter und deren Absichten gewusst hätte.
„In Südfrankreich hatte ich noch eine Unterkunft“, betonte Rayne jetzt. Sie musste ihm ja nicht auf die Nase binden, dass sie dort bei ihrer Freundin Joanne und deren Mann gewohnt hatte. Und leider vorzeitig das Feld räumen musste, als unangemeldeter Verwandtenbesuch eintraf.
„Ich dachte, dass es jetzt zu Saisonbeginn nicht weiter schwierig sein dürfte, hier ein Hotelzimmer zu finden.“ Sie hatte ja nicht ahnen können, dass man sie ausrauben würde. „Ich war mit einem Mietwagen unterwegs, machte Pause in einem Straßencafé … den Rest der Geschichte kennen Sie ja offenbar.“
Er wusste nur, was sein Vater Mitch ihm erzählt hatte. Und Mitch war eindeutig voreingenommen. Nicht ohne Grund, wie Kingsley zugeben musste. Obwohl er sie gerade noch als Kleine bezeichnet hatte, war die junge Frau vor ihm mindestens eins siebzig groß, schlank und wohlproportioniert und mit ihrem wallenden roten Haar auffallend attraktiv.
Forschend musterte er ihr hübsches Gesicht mit dem zarten Teint, den großen klaren Augen und den schönen vollen Lippen, die einen Mann um den Verstand bringen konnten. Ihr gewandtes, selbstsicheres Auftreten passte nicht recht zu dem Bild einer dahergelaufenen Glücksritterin, das er sich von ihr gemacht hatte. Wer also war sie?
Sein Vater hatte sie kennengelernt, als er einige Tage zuvor allein aus dem Café gekommen war, in dem er seit Jahren regelmäßig zu Mittag aß. Den Chauffeur, den King extra für ihn eingestellt hatte, hatte der alte Hitzkopf nach einem Streit fristlos entlassen und sich dann selbst hinter das Steuer des behindertengerecht umgebauten Bentleys gesetzt, um in die Stadt zu fahren.
Nicht, dass King seinem Vater das Autofahren nicht mehr zutraute. Doch für einen Siebenundsechzigjährigen vom Bekanntheitsgrad eines Mitchell Clayborne war es nicht ratsam, allein unterwegs zu sein. Erst recht nicht bei seiner eingeschränkten Beweglichkeit.
Mitch hatte sich also vor dem Café aus eigener Kraft in den Wagen gehievt und begonnen, seinen Rollstuhl zusammenzufalten. Kaum hatte er das erste Rad abmontiert, war es ihm auf offener Straße gestohlen worden. Was nur bewies, wie gefährdet er war. Und wie schnell sich seine starrsinnig behauptete Unabhängigkeit in Hilflosigkeit verwandeln konnte. Denn genau das wäre passiert, hätte der rettende Engel in Gestalt dieser jungen Frau sich nicht an die Fersen der Diebe geheftet.
Kingsley zauberte ein charmantes Lächeln auf sein Gesicht. „Ich sollte Ihnen wohl dankbar sein, dass Sie meinen Vater beschützt haben, Miss …“
„Carpenter. Rayne Carpenter.“
Es war nicht ihr richtiger Name, jedenfalls nicht ganz. Carpenter war der Mädchenname ihrer Mutter. Unter diesem Pseudonym hatte sie ihre Artikel in dem Provinzblatt veröffentlicht, für das sie gearbeitet hatte.
Hätte sie sich als Lorrayne Hardwicke vorgestellt, hätte Mitchell Claybornes Sohn sie hochkant hinausgeworfen. Der Gedanke verursachte ihr eine Gänsehaut. Eigentlich hatte sie vorgehabt, seinem Vater klipp und klar zu sagen, wer sie war. Eigentlich. Bevor ihr diese Straßenräuber einen Strich durch die Rechnung gemacht hatten.
„Sie sind meine beste Reporterin, also liefern Sie mir eine richtig heiße Story“, hatte ihr Chefredakteur vor einem halben Jahr zu ihr gesagt. Bevor er sie zähneknirschend freistellen musste, weil die Pflege ihrer schwer kranken Mutter zu viel Zeit in Anspruch nahm.
Tja, die Story kann er haben, dachte sie mit trotzig vorgeschobenem Kinn. Eine brandheiße Enthüllungsstory, nur dass es sich leider um eine Privatangelegenheit handelte.
Ihr Gegenüber kam näher. So nah, dass ihr der Duft seines Aftershaves in die Nase stieg, herb-frisch wie die Brise, die von den pinienbedeckten Berghängen herüberwehte.
„Ich bin Kingsley Clayborne, genannt King.“ Er streckte ihr die Hand entgegen.
Ich weiß, wer du bist!
Sie wollte ihn nicht berühren, überwand sich aber und ergriff höflich lächelnd seine Hand. „Wie passend.“
Er spürte das leichte Zittern ihrer schlanken Finger in seinen. In ihren Augen, haselnussbraun mit goldgrünen Sprenkeln, lag eine lauernde Wachsamkeit, die zu dem künstlichen Lächeln auf ihren vollen roten Lippen passte.
Mein Vater kann selbst auf sich aufpassen, dachte er ärgerlich. Mitch war schließlich ein Mann von Welt. Aber auch anfällig für ein hübsches Gesicht, was ihn zum lohnenden Opfer für potenzielle Erbschleicherinnen machte. Und diese Rayne Carpenter war ganz schön raffiniert.
Trotzdem kam er nicht umhin, die zarte Linie ihres Halses zu bewundern, als er sie jetzt ungeniert musterte. Und ihre vollen runden Brüste, von denen der Ausschnitt ihres schlichten, aber modischen schwarzen Kleides gerade genug erahnen ließ, um sie verführerisch ins Blickfeld zu rücken.
Verdammt! Es überraschte ihn, wie heftig er auf die sinnliche Ausstrahlung dieser Frau reagierte. Zumal ihm sein Verstand sagte, dass er vor ihr auf der Hut sein musste. Doch sie hatte etwas an sich …
Eine vage Erinnerung tauchte aus den Tiefen seines Unterbewusstseins auf, flüchtig wie das zarte Gespinst eines Traumes, aber hartnäckig genug, um ihn ins Grübeln zu bringen. Die Falte zwischen seinen kühn geschwungenen Augenbrauen vertiefte sich. „Sind wir uns schon einmal irgendwo begegnet?“
Schweißperlchen bildeten sich auf Raynes Oberlippe und in der Mulde zwischen ihren Brüsten. Sie spürte sie so deutlich wie die warme starke Hand, die ihre umschlossen...




