Preischl | Rosie Byler's Bäckerei | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 204 Seiten

Preischl Rosie Byler's Bäckerei

Gastfreundschaft
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7504-6515-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Gastfreundschaft

E-Book, Deutsch, 204 Seiten

ISBN: 978-3-7504-6515-2
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Bäckerei von Rosie Byler läuft gut. Fast zu gut, da die junge Frau viel zu viel Arbeit hat und Hilfe gebrauchen könnte. Da kommt Detective Leary mit einer dringenden Bitte zur Versammlung der Männer im Ort. Fortan gibt es zwei Hände mehr in der kleinen Bäckerei. Indessen steht die Liebe zwischen Jason und Rosie unter keinem guten Stern. Rosies Vater hat seine Meinung wieder einmal geändert und Dan, der seltsame Nachbar, macht ihr zu schaffen. Und schließlich wird es auch noch hochdramatisch im kleinen beschaulichen Amisch-Dorf.

Lydia Preischl lebt mit ihrem Mann in einem kleinen Dorf im Oberpfälzer Wald. Sie hat zwei erwachsene Töchter. Seit sie denken und schreiben kann, widmet sie sich dem Erfinden von Geschichten. Diese sind so unterschiedlich, dass es nicht gelingt, sie auf ein Genre festzulegen. Ihr Ziel ist es, ihre Leserinnen und Leser in eine andere Welt zu entführen, zu unterhalten und zu entspannen. Alles über die Autorin gibt es auf www.allerlei-leserei.de.
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Es kam nicht allzu oft vor, dass House-at-the-Water von einem Unwetter heimgesucht wurde. Jedenfalls nicht von einem Unwetter, das derart schwere Schäden hinterließ wie das Herbstgewitter letzte Nacht. Rosie Byler stand stirnrunzelnd mitten auf der einzigen Straße, die durch den kleinen amischen Ort führte und betrachtete das Elend.

„Kaum zu glauben, was ein oder zwei starke Windstöße anrichten können“, seufzte Elli Glick, ihre Nachbarin.

Sie zog ein verschmutztes und durchnässtes Stück Stoff aus der Auslage ihres zerstörten Schaufensters. Ihren Laden mit den wunderbaren Quilts und den selbstgemachten Haushaltswaren hatte es am Schlimmsten von allen erwischt. Der mächtige Baum, den der Mini-Orkan umgeblasen hatte, hatte auf seinem Weg in Elli Glicks Schaufenster mit seinen starken Ästen Rosies Ladenschild herunter gefegt und eine Fensterscheibe im Haus ihres Vaters zerschmettert. Im großen Wohnraum ihrer Eltern waren lediglich Scherben und Schmutz zu beseitigen, Elli Glicks Schätze aber waren zum Teil verloren. Die kleine Baby-Quiltdecke, die sie eben herausgezogen hatte und immer noch in den Händen hielt, war sicherlich unwiederbringlich kaputt. Da half auch kein Waschen, da die armdicken Äste der Kastanie und die Glasscheiben des Fensters den Stoff zerrissen hatten. Darüber hinaus war ihr Schaufenster wie leergefegt. Die bemalten Porzellantassen, die ihr eine Mennonitin lieferte, und einige der hausgemachten Köstlichkeiten aus der Küche ihrer Schwägerin Betty Glick lagen in einem klebrigen Wirrwarr aus Marmelade, Scherben und Schmutz im Inneren des Ladens.

„Ach Elli! Es tut mir so leid, dass du einen derart großen Schaden hast.“ Rosie strich mitfühlend über den zerstörten Quilt.

„Es ist schade um die schöne Arbeit. Ruth Miller braucht Wochen, um so eine wundervolle Decke herzustellen. Ansonsten ist ja nichts weiter passiert. Das lässt sich alles wegräumen und ersetzen.“

Elli zuckte mit den Schultern und war nach dem ersten Schrecken schon wieder ganz die pragmatische Nachbarin, die sie immer gewesen war.

„Simon ist schon dabei, die Scherben wegzuräumen, ich sollte ihm helfen.“

Rosie nickte ihrer Nachbarin noch einmal aufmunternd zu und wandte sich dann ihrem eigenen Geschäft zu. Das breite Ladenschild, das sich seit Bestehen der Bäckerei über Eingangstür und Schaufenster gespannt hatte, lag nun in drei große und viele kleinere Teile zerborsten auf der Veranda. hatte darauf gestanden und der jungen Frau wurde es schwer ums Herz, dass diese Erinnerung an ihre vor wenigen Monaten so plötzlich verstorbene Großmutter nun zerstört war.

Rosie seufzte und hob die größeren Teile auf, um sie in eine Ecke zu legen. Schon sehr früh am Morgen hatten die Männer des Dorfes die riesige Kastanie bearbeitet und mit dem Einsatz von Arbeitspferden zur Seite gerückt. Immer noch waren einige von ihnen damit beschäftigt, die Äste abzuschneiden, um die Straße wieder frei zu bekommen. Ed Stolzfus, dem die Pferdezucht am anderen Ende des Dorfes gehörte, und Daniel Miller, dessen Farm von der Gartenseite her an ihr Elternhaus stieß, hatten selber eine Menge Arbeit, da der Sturm das Hühnerhaus der Millers abgedeckt und auf einen Schuppen von Ed Stolzfus geschleudert hatte. Immer noch sausten hie und da Miller-Hühner im Dorf herum, um von ebenso aufgescheuchten Kindern mit viel Spaß gejagt und nach Möglichkeit wieder eingefangen zu werden.

„Hallo Rosie!“ Rosie, die sich gerade nach einigen größeren Zweigen gebückt hatte, zuckte zusammen, als die fröhliche Stimme hinter ihr erscholl. Natürlich wusste sie, wem sie gehörte und sie richtete sich erfreut auf.

„Hallo Jason!“ Ein wenig verlegen zerrte sie an ihrem dunkelgrünen Kleid, dessen Sitz sich nicht ganz richtig anfühlte, und richtete ihre , aus der sie einige Haarsträhnen hervorlugen spürte.

Jason nahm ihre Hand, die gerade einige Strähnen versteckte, in die seine und zog sie nach unten.

„Lass das bleiben. Du siehst wundervoll aus, wenn du erhitzt von der Arbeit ein wenig aufgelöst aussiehst, Frau.“

Inzwischen kannte Rosie Jasons Humor und sie lachte mit ihm. „Schon recht. Mal sehen, ob ich das gleiche sagen kann, wenn du aufgelöst von der Arbeit bist, Mann.“

Jason wurde wieder ernst. „Hat es euch schlimm erwischt?“

„Nur Großmutter Byler’s Schild. Es macht mich ein wenig wehmütig, dass es nicht mehr zu retten ist.“

„Hast du vor, wieder eins anzumachen?“

„Es ist jetzt nicht die erste Aufgabe, die ansteht. Dad muss sich um das Fenster kümmern, das uns der Baum eingeschlagen hat. Sieh nur mal den Laden der Glicks. Das ist wirklich schlimm. Dagegen hatten wir großes Glück“, nickte Rosie bekümmert zum Nachbaranwesen hinüber. „Was machst du eigentlich hier so früh?“

„Dan Miller hat Dad auf den Wiesen draußen getroffen. Da hat er ihm von den Schäden im Dorf erzählt. Ich dachte, ich sollte einmal nach dem Rechten sehen bei der Familie meiner Liebsten.“

Wieder lächelte Jason und drang damit Rosie ins Herz. Doch ihre Miene hatte sich bei der Erwähnung des Namens von Dan Miller verdüstert.

„Dan Miller, ja?“

Jasons Lächeln verzog sich zu einem Grinsen.

„Der beschäftigt dich immer noch, was?“

„Tu nicht so, als ob es dir anders gehen würde, wenn dir das passiert wäre. Inzwischen weiß es schon jede Familie im Ort, dass er mich nicht wollte.“

Sie plusterte die Backen auf und blies die Luft schließlich in einem kräftigen Pusten aus.

„Hört sich fast so an, als ob es dir leidtäte“, sagte Jason erstaunt.

„Sei doch froh, dass du diesen Stockfisch los bist.“

„Bin ich ja auch. Aber dass er damit jetzt hausieren geht und jedem erzählt, ich wäre nicht gut genug für ihn, ist eine ganz andere Sache.“

„Er muss den Leuten ja erklären, warum er mit seinen 23 Jahren noch nicht verheiratet ist. Und da kommt es ihm gerade recht, dass er über dich herziehen kann. Glaub bloß nicht, dass die Leute ihm auf den Leim gehen. Es wird auch immer schlimmer mit ihm. Du siehst doch selber, dass er immer düsterer durch die Gegend läuft.“

Jason hatte sie am Arm genommen und war mit ihr in die Bäckerei hineingegangen. Draußen herrschte ihm zu viel Betrieb, um ein derartiges Gespräch zu führen. Allein die Tatsache, dass er Rosie untergehakt hatte, war höchst unschicklich. In erster Linie für das Mädchen. Andererseits dachte er nicht wirklich viel darüber nach. Seit dem Desaster mit Dan Miller, der lautstark erklärt hatte, Rosie wäre zu dick und würde unablässig reden, schien selbst Rosies Vater eingesehen zu haben, dass Jason die bessere Wahl war. Nun, da sie, wie sie glaubte, mit dem stillschweigenden Segen der Eltern einander versprochen waren, konnte selbst eine unangemessene Berührung keinen großen Skandal hervorrufen.

„Denkst du, er könnte krank sein?“, fragte Rosie, nachdem sie die Ladentür hinter sich geschlossen hatten.

„Nach dem, was du erzählt hast und wie ich ihn selber bei einigen Gelegenheiten erlebt habe, befürchte ich fast, dass er etwas in sich trägt, was ihm nicht guttut.“

Jason drückte sich sehr subtil aus und Rosie schaute ihn überrascht an.

„Was meinst du damit?“

Sie war hinter die Theke gegangen und hatte zwei Tassen Kaffee gezapft und Sandwiches, die ihre Mutter für hungrige Kunden zubereitet hatte, auf zwei Teller gelegt. Nun setzte sie sich an einen Tisch im hinteren Bereich, der von außen nicht eingesehen werden konnte. Jason folgte ihr.

„Mein Dad sagt, manchmal kommt er ihm recht seltsam vor. Dann sieht er so aus, als ob er eine Mordswut hätte - und seine Augen funkeln. Das sind die Augenblicke, in denen er auch spricht, mehr jedenfalls als sonst.“

Rosie schwieg, biss stattdessen in ihr Sandwich und starrte nachdenklich durch das Seitenfenster, das den Blick in einen versteckten Teil des Gartens ihres Vaters frei gab. Was wäre nur geworden, wenn Dan und sie dem Willen ihrer beider Väter tatsächlich gefolgt wären und geheiratet hätten? Rosie schüttelte sich bei dem Gedanken.

„Ist dir kalt?“ Jason hatte sie beobachtet.

Rosie kehrte aus ihren Überlegungen wieder zu ihm zurück.

„Ich dachte eben daran, was wohl passiert wäre, wenn ich Dan wirklich geheiratet hätte.“

Jason schenkte sich eine Antwort. Er verspeiste das köstliche Sandwich und trank den Kaffee dazu.

Dann sagte er: „Ich bin sehr froh, dass du Dan nicht heiraten musstest. Aber wie du weißt, hätte ich das auch nicht zugelassen. Auch wenn alle Welt anderer Meinung gewesen war.“

Rosie bemerkte wohl, dass er nicht die Möglichkeitsform...



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