Preiss | Sag's wie Jesus | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 160 Seiten, Format (B × H): 135 mm x 205 mm

Preiss Sag's wie Jesus

20 Schlüsselsätze, die Ihre Kommunikation nachhaltig verändern
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-96362-768-2
Verlag: Francke-Buch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

20 Schlüsselsätze, die Ihre Kommunikation nachhaltig verändern

E-Book, Deutsch, 160 Seiten, Format (B × H): 135 mm x 205 mm

ISBN: 978-3-96362-768-2
Verlag: Francke-Buch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Entdecken Sie zwanzig kleine Sätze mit großer Wirkung! Ausgewählte Worte Jesu, die Ihre Kommunikation nachhaltig verändern können. Und das von einer Sekunde auf die andere. Sie bieten ungeahnte Perspektiven, Ansätze und Richtungen für Gespräche aller Art. Und ihre Praxistauglichkeit ist bewiesen. Dabei ist es einfacher als Sie denken, dieses 'Vokabular des Himmels' in Ihren aktiven Wortschatz aufzunehmen! Alexander Preiss, Sozialpädagoge und Coach, zeigt anhand wahrer Geschichten mitten aus dem Leben, in welcher Situation das jeweilige Jesuswort seine Wirkung entfalten konnte; verortet es in seinem biblischen Zusammenhang und zeigt, welche Chancen es für Ihre Gespräche bereithält. Am Schluss jedes Kapitels steht ein Impuls zum Weiterdenken.

Alexander Preiss ist Sozialpädagoge, Coach und Mitglied der Geschäftsleitung eines christlichen Sozialwerks. Er begleitet Menschen in herausfordernden Lebenssituationen. Der Autor ist Ehemann, Vater von vier Kindern und lebt in Zürich. www.alexander-preiss.ch Instagram: _alexander_preiss_
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1. Paul: Raus aus der Schublade

»Was willst du, dass ich dir tue?«

Markus 10,51

»Ich kenne diesen Paul gar nicht!«

Paul ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Vor mir tummeln sich Papierberge. Seitenweise Dokumente. Verlaufsprotokolle. Austrittsberichte von Kliniken. Abschlussdokumentationen erfolglos durchlaufener Maßnahmen. Und ein zusammengeschusterter Lebenslauf. »Puh, in Pauls Leben ist echt viel gelaufen«, murmle ich bei der Lektüre vor mich hin. Viel schiefgelaufen, um genau zu sein. Ich bin konsterniert. Pauls berufliche Perspektive? Da sieht es wirklich düster aus. Rabenschwarz.

Inzwischen machen die Kostenträger Druck. Man kann es ihnen auch nicht verdenken. Paul habe eine Mitwirkungspflicht. Ein Mensch in seinem Alter könne nicht einfach berentet werden. Er müsse mitmachen. Sich zusammenreißen. Einmal klar gesagt bekommen, dass das so nicht geht. Seine Rechte kenne er gut. Aber seinen Pflichten habe er auch nachzukommen. Bloße Arbeitsbemühungen reichen nicht aus. Er müsse endlich mitmachen und Initiative zeigen, was seine Arbeitsintegration betrifft.

Ich bereite mich auf das Erstgespräch mit Paul vor. Das ist Routine. Eigentlich nichts Besonderes. Kurzer Small Talk. Dann Gesprächsdauer und -thema nennen. Das Einverständnis für diesen Ablauf abholen. Und los kann’s gehen mit der Mitwirkungspflicht. Solche Pflichtübungen sind nicht unbedingt das, was ich besonders gerne mache, aber auch ich habe eben meine Vorgaben …

Mitten in der Vorbereitung, in einem unerwarteten Moment, taucht ein simpler Gedanke in meinem Kopf auf: »Ich kenne diesen Paul gar nicht!« Natürlich: Ich kenne seine Akten. Ich weiß alles über ihn – und doch rein gar nichts von ihm. So einfach dieser Gedanke gekommen war, so schwer wurde ich ihn wieder los. Ich bekam ihn gar nicht mehr wirklich aus meinem Kopf. Wie oft hatte ich schon mit Menschen zu tun, über die ich jede Menge Notizen gelesen habe? Schon oft. Sehr oft. Und wie oft habe ich tatsächlich Notiz von ihnen genommen, als sie mir dann leibhaftig gegenübersaßen? Um ehrlich zu sein: Es macht mich traurig, diese Frage zu beantworten.

Niemanden mehr übersehen

Inzwischen bin ich mir da ganz sicher: Durch ein Schubladisieren mag man alles und jeden griffbereit »versorgt« haben. Und bequem ist dieses »In-eine-Schublade-stecken« auch noch. Aber mal Hand aufs Herz: So vorzugehen, ist oberflächlich, anmaßend und in letzter Konsequenz übergriffig. Wäre es vielleicht besser, in Zukunft so manches zu überlesen, dafür aber niemanden mehr zu übersehen?

Ich begrüße Paul und biete ihm etwas zu trinken an. Erstmal das übliche Prozedere zum Einstieg. Der Platz passe. Ja, er habe den Weg gut gefunden … Dann bringe ich ihn, den Satz: »Was wollen Sie, dass ich für Sie tun kann?« Den Satz, der in keine Schublade passt, weil er so viel größer, stärker und weiter ist als all unsere vorgefertigten Meinungen und Vorstellungen über das, was unsere Gesprächspartner angeblich ausmacht.

Danach war alles anders. Schlagartig. Das Gespräch keine lästige Pflichtübung mehr (für Paul und mich), sondern pure Lust und Freude am gemeinsamen Unterwegssein in diesem Coachingprozess. Warum? Nun, wissen Sie, was diesen Satz Jesu so einzigartig macht? Es ist die Haltung, die dahintersteht. Nichts ist schwerer, als über Wissen oder Pflichten eine Verhaltensänderung herbeizuführen. Das klappt kaum bei einem selbst und bei anderen Personen kommt es einer Sisyphusarbeit gleich. Einen Menschen hingegen unvoreingenommen zu fragen, was er möchte, und dann auf sich selbst zu sprechen zu kommen als eine mögliche Unterstützung und Begleitung für dessen genannten Wünsche und Ziele, ist etwas ganz anderes. Da geht es um das Gefühl des Gehörtwerdens und Angenommenseins. Um konkretes Interesse am Menschen an sich. Um Freude an der Begegnung, Verständnis füreinander und echte Emotionen. Und hier sind wir am Kern der Sache angelangt: Vermeintliches Wissen und Fakten belegen etwas, aber es sind die Emotionen, die uns letztlich bewegen.

Schauen Sie auf Jesus, beginnen Sie beim Du!

»Was willst du, dass ich dir tue?« Dieser Satz belebt Gespräche und bewegt Menschen. Darin liegt seine ganze Kraft. Von daher: Wow, Jesus. Oder auch: Gut gebrüllt, Löwe! (für den Löwen aus dem Stamme Juda sicher ein passendes Kompliment). Es ist ein wirklich unschlagbarer Satz, den Jesus da hervorgebracht hat, denn er verändert die eigene Haltung und auch die des Gesprächspartners! Er entwaffnet, legt Vorbehalte ab, beseitigt Misstrauen und führt unmittelbar zu einer gemeinsamen Gesprächsbasis des gegenseitigen Respekts – und mündet schließlich in einer vertrauensvollen Beziehung.

Meine unbedingte Empfehlung: Streuen Sie diesen Satz in all Ihren Gesprächen am besten gleich am Anfang ein. Mit ihm können Sie nichts verlieren. Außer das angehäufte »Wissen« über Ihr Gegenüber, auf das Sie von nun an besser ganz verzichten, indem Sie Ihre Schubladen gar nicht mehr aufmachen. Lassen Sie diese zu. Besser noch: Bringen Sie Ihren Aktenschrank direkt zum Sperrmüll. Mit diesem einen Satz gewinnen Sie nämlich. Und das ausschließlich. Das Schöne ist: Sie gewinnen nicht etwas, sondern Menschen!

Das Schubladisieren loswerden, Menschen gewinnen – mit nur einem einzigen Satz. Falls Sie möchten, können Sie gerne noch mit mir zusammen einen Luftsprung über dieses Jesuswort machen, bevor wir nun einen buchstäblichen Riesensatz zum deutschen Grundgesetz hinlegen: »Die Würde des Menschen ist unantastbar« ist dessen Ausgangspunkt und in Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heißt es: »Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.« Für den Bundespräsidenten a. D. Christian Wulff gehört Artikel 1 Absatz 1 des Grundgesetzes zu den schönsten Sätzen, die Deutschland hervorgebracht hat. Ihm ist absolut zuzustimmen.

Unantastbarkeit drückt diese grundsätzlich andere, so gar nicht von dieser Welt stammende Haltung aus, wie wir auf andere Menschen zugehen können. Den Ansatz Jesu (in einem einzigen Wort). Ein würdevolles Begegnen, mit dem wir unser Gegenüber »nicht antasten«, nicht bevormunden, nicht übergehen. Niemandem reinreden. Nicht besser oder sowieso schon zu wissen meinen, was ein anderer Mensch braucht, will, wünscht, haben muss oder machen soll. Mit anderen Worten: Unantastbarkeit heißt konkret: »Was möchtest du, dass ich dir tue?«

Ich mute Ihnen jetzt vermutlich sehr viel zu, wenn ich vom deutschen Grundgesetz wiederum eine Brücke zur Schweizer Ricola-Werbung schlage. Entschuldigen Sie diesen Schlingerkurs bitte, doch ich frage jetzt trotzdem: »Wer hat’s erfunden?« Nur keine Angst – es sind nicht die Schweizer. Das Copyright für »Was möchtest du, dass ich dir tue?« liegt bekanntlich bei Jesus. Wenn Sie einen Satz suchen, mit dem Sie

  • offen in ein Gespräch gehen,
  • offen für Ihr Gegenüber sind und
  • ergebnisoffen den Gesprächsverlauf abwarten, dann verwenden Sie genau diesen Satz. Schauen Sie auf Jesus, beginnen Sie beim Du!

Bleiben Sie beim Du. Immer!

Ach ja, ich bin Ihnen noch Pauls Antwort schuldig. Sie war denkbar einfach: »Ich will eine Stelle finden!« – und er bat mich darum, ihn bei der Stellensuche zu unterstützen. Paradox ist geradezu: Wenn es ein Thema gibt, das in diesem Gespräch überhaupt nicht vorkam, dann war es die Mitwirkungspflicht.

Und noch ein Detail will ich Ihnen nicht vorenthalten, was diesen unantastbaren Satz betrifft. Das »Hände weg« gilt immer. Auch wenn die besten Gründe vorliegen mögen, um einfach beherzt zuzugreifen, heißt es zunächst: »Was möchtest du?« Die Kunst besteht darin, dass Sie und ich in unseren Gesprächen beim Du bleiben. Konsequent. Ohne Ausnahme. Womit wir schon wieder bei Jesus wären.

Wann hat Jesus diesen Satz gesagt?

Es ist doch das Normalste auf der Welt, einem kranken Menschen durch heilende Maßnahmen zu helfen. Ganz unvermittelt. Ungefragt. Einzugreifen, wenn sich ein verzweifelter Mensch immer mehr in sein Schneckenhaus zurückzieht. Mutig zur Tat zu schreiten, wo etwas aus den Fugen gerät. Dazwischenzufunken, wenn jemand kurz davorsteht, einen schwerwiegenden Fehler zu begehen. Oder einen guten Rat zu geben, um Menschen vor einer unglücklichen Entscheidung zu bewahren.

»Was willst du, dass ich dir tue?« – das fragt Jesus einen Blinden, der um Erbarmen und Hilfe fleht. Er schreit seine Not geradezu heraus. Der Fall ist sonnenklar. Diesem Elend mit einer solchen Frage zu begegnen, wirkt fast so, als ob Jesus Tomaten auf den Augen hat, selbst von Blindheit geschlagen ist. Doch genau diese Frage ist es, die die Würde des blinden Menschen achtet. Jesus steckt ihn nicht in irgendeine Schublade. Er tritt nicht als ein »Gott in Weiß« auf, der bereits genau im Bilde ist und natürlich auch von Anfang an weiß, was dieser kranke Mensch braucht. Er handelt – und heilt – nicht ungefragt. Vielmehr begegnet Jesus dem blinden Menschen mit dem größtmöglichen Respekt. Er achtet dessen Würde auch in diesem Moment des Schreiens um Erbarmen und Hilfe. Und in der Folge kann eine Begegnung auf Augenhöhe stattfinden, die gleichermaßen würdevoll und heilsam ist.

Wie würden unsere Gespräche und Begegnungen aussehen, wenn wir uns diese...


Preiss, Alexander
Alexander Preiss ist Sozialpädagoge, Coach und Mitglied der Geschäftsleitung eines christlichen Sozialwerks. Er begleitet Menschen in herausfordernden Lebenssituationen. Der Autor ist Ehemann, Vater von vier Kindern und lebt in Zürich.

www.alexander-preiss.ch
Instagram: _alexander_preiss_



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