Pritzel / Markowitsch | Warum wir vergessen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 283 Seiten

Reihe: Psychology (German Language)

Pritzel / Markowitsch Warum wir vergessen

Psychologische, natur- und kulturwissenschaftliche Erkenntnisse
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-662-54137-1
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Psychologische, natur- und kulturwissenschaftliche Erkenntnisse

E-Book, Deutsch, 283 Seiten

Reihe: Psychology (German Language)

ISBN: 978-3-662-54137-1
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Ist Vergessen ein psychisch gesunder oder ein krankhafter Prozess?  Fest steht, es gibt kein normales Leben ohne Vergessen und kein normales Leben ohne Erinnerung. Diese Dichotomie steht im Zentrum des Buches und wird aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet - unter anderem aus individualpsychologischer, neurowissenschaftlicher, sozialer und kultureller Sicht.  Dieses Fachbuch beleuchtet und analysiert den Nutzen und die Risiken eines Alltagsphänomens. Leicht verständlich eröffnet sich dem Leser ein integrativer Zugang zu einer zentralen kognitiven Erscheinung menschlichen (und tierischen) Lebens.  Das Buch zu lesen erfordert über weite Teile keine speziellen Vorkenntnisse, ist aber dennoch hochgradig wissenschaftlich fundiert. Kulturspezifische Aspekte des Vergessens im europäischen wie außereuropäischen Raum werden ebenso erfasst wie zelluläre, systemische, genetische und epigenetische Grundlagen, die die Hirnforschung gerade in neuerer Zeit zunehmend intensiv diskutiert.  Damit bietet es einen einmaligen Inhalt für den interessierten Laien wie für den Experten.  


Monika Pritzel ist emeritierte Psychologieprofessorin und Historikerin (M.A.). Sie arbeitete an der Universität Koblenz-Landau. Ihre Arbeitsschwerpunkte waren Physiologische Psychologie und Geschichte der Psychologie. Hans J. Markowitsch ist Professor em. für Physiologische Psychologie an der Universität Bielefeld. Er hatte Professuren für Biopsychologie und Physiologische Psychologie an den Universitäten von Konstanz, Bochum, und Bielefeld und erhielt Rufe auf Lehrstühle für Psychologie und Neurowissenschaften an Universitäten in Australien und Kanada. In seinen Forschungen beschäftigte er sich mit den neuronalen und psychischen Grundlagen von Gedächtnis und Gedächtnisstörungen und Wechselwirkungen zwischen Gedächtnis, Emotion und Bewusstsein. Er ist Autor, Koautor oder Herausgeber von mehr als zwei Dutzend Büchern und schrieb über 600 wissenschaftliche Artikel und Buchkapitel.

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Weitere Infos & Material


1;Danksagung;5
2;Inhaltsverzeichnis;6
3;Das Phänomen des Vergessensim Kontextder Zeit;11
3.1;1 Die Vielfalt der Möglichkeiten des Vergessens;12
3.1.1;1.1 Wie alles anfing – Beispiele aus der Entstehungsgeschichte verschiedener Hypothesen über die Einbindung des Vergessenen in die Idee des Erinnerten;13
3.1.2;1.2 Vergessen als Preis einer variablen Spurenbildung;14
3.1.3;1.3 Die Transportbedingungen gespeicherter Inhalte wirken auf deren Textur zurück;15
3.1.3.1;1.3.1 Jeder erneute Abruf verändert das Abzurufende;16
3.1.3.2;1.3.2 Vergessen von bereits im Gedächtnis abgelegten Inhalten;17
3.1.3.3;1.3.3 Vergessen und die Idee der Schichtung von Seelenvermögen;20
3.1.3.4;1.3.4 Vergessen und die Idee des ewigen Fließens;21
3.1.3.5;1.3.5 Vergessen im Schnittbereich von Geistes- und Naturwissenschaft;22
3.1.3.6;1.3.6 Vergessen heute – eine Leerstelle in verschiedenen Formen des individuellen und kollektiven Gedächtnisses?;23
3.1.3.7;1.3.7 Versuch der „Sichtbarmachung“ einiger Leerstellen in traditionellen Forschungsansätzen;25
3.1.4;1.4 Vergessen und Erinnern;27
3.1.4.1;1.4.1 Das Vergessen formt das Erinnern;27
3.1.4.2;1.4.2 Vergessen als systemimmanente Verzerrung der Erinnerung;28
3.1.4.3;1.4.3 Vergessen ist mit bestimmten inneren und äußeren Wirkfaktoren verknüpft;29
3.1.4.4;1.4.4 Vergessen muss nicht endgültig sein;30
3.1.4.5;1.4.5 Vergessen als eine Möglichkeit des Selbsterhalts;31
3.1.4.6;1.4.6 Vergessen: Konstruktion statt Rekonstruktion der Vergangenheit;32
3.1.4.7;1.4.7 Vergessen als Preis für multivariate Synchronisation verschiedener Rahmenerzählungen;33
3.1.5;1.5 Vergessen und Gedächtnis;34
3.1.5.1;1.5.1 Die implizite Umkehrbewegung, die im Verb steckt, steht sinnbildlich für die Schwierigkeit der Akzeptanz einer aktiven, organisierenden Bedeutung des Vergessens;34
3.1.5.2;1.5.2 Vergessen in stabilen Subtraktions- und Kehrwertmodellen;35
3.1.5.3;1.5.3 Vergessen in variablen Gleichgewichtsmodellen;35
3.1.5.4;1.5.4 Vergessen in dynamischen Systemen;37
3.1.6; Literatur;38
3.2;2 Zum Begriff der Zeit: Explizit oder implizit, objektiv oder subjektiv?;41
3.2.1;2.1 Vom Umgang mit dem Zeitbegriff in der experimentell ausgerichteten Psychologie;43
3.2.2;2.2 Vom Umgang mit der Zeit in Geistes- und Kulturwissenschaft;46
3.2.3;2.3 Vom Begriff des Vergessens in den Naturwissenschaften;48
3.2.3.1;2.3.1 Vergessen als „Erbe“ einer strukturgebundenen Auseinandersetzung mit der Umwelt in der Vergangenheit;50
3.2.3.2;2.3.2 Verschiedene naturwissenschaftliche Zeitbegriffe und Vergessen;51
3.2.3.3;2.3.3 Vergessen: Ein zeitgebundenes Passungsproblem?;53
3.2.4; Literatur;55
4;Vergessen in denNeurowissenschaften;59
4.1;3 Vergessen im klinisch-neurowissenschaftlichen Bereich;60
4.1.1;3.1 Amnesie;61
4.1.2;3.2 Erinnerungsverluste und Erinnerungsverfälschungen in hirngesunden und psychiatrisch unauffälligen Personen;63
4.1.2.1;3.2.1 Induzierte Fehlerinnerungen;64
4.1.2.2;3.2.2 Fehlerinnerungen und Gehirn;64
4.1.2.3;3.2.3 Lügen;65
4.1.2.4;3.2.4 Weitere Vergessensphänomene;66
4.1.2.5;3.2.5 Hypermnesie;68
4.1.2.6;3.2.6 Schlussfolgerungen;70
4.1.3;3.3 Vergessen aufgrund organischer Hirnschäden;70
4.1.3.1;3.3.1 Schlaganfälle;72
4.1.3.2;3.3.2 Korsakow-Syndrom;73
4.1.3.3;3.3.3 Epilepsie, Encephalitis und medialer Temporallappen;74
4.1.3.4;3.3.4 Hypoxie;75
4.1.3.5;3.3.5 Degenerative und stoffwechselbedingte Hirnkrankheiten;77
4.1.3.6;3.3.6 Schädel-Hirn-Traumata, leichte Schädel-Hirn-Verletzungen;77
4.1.4;3.4 Vergessen bei psychogenen (dissoziativen) Amnesien und ähnlichen Erkrankungen;79
4.1.4.1;3.4.1 Fall AZ;80
4.1.4.2;3.4.2 Fall BY;81
4.1.4.3;3.4.3 Fall CX;81
4.1.4.4;3.4.4 Fall DW;82
4.1.4.5;3.4.5 Fall EV;82
4.1.4.6;3.4.6 Fall FU, GT und HS;83
4.1.4.7;3.4.7 Fall IR;84
4.1.4.8;3.4.8 Fall JQ und KP;84
4.1.4.9;3.4.9 Schlussfolgerungen aus diesen und ähnlichen Fallbeschreibungen;85
4.1.4.10;3.4.10 Vergessen, Verdrängen, Blockieren;85
4.1.5; Literatur;87
5;Kulturelle, soziale undgeschichtliche Bezüge;105
5.1;4 Erinnerung trotz kollektiven Vergessens: Vom „eigentlich“ unmöglichen Fortleben gemeinschaftlicher Erinnerungen an die kosmogene Welt der „Dreamtime“ bei Nachfahren von Ureinwohnern im heutigen Australien;109
5.1.1;4.1 „Myth is a living thing“: Vergessen und die Untiefen der Erinnerung;113
5.1.1.1;4.1.1 Akzeptanz des Vergessens als Teil wissenschaftlicher Akzeptanz indigener Mythen;114
5.1.1.2;4.1.2 Vergessen in der Unbestimmtheit von Raum und Zeit;115
5.1.1.3;4.1.3 Vergessen angesichts verschiedener Kommunikationsstrategien;117
5.1.1.4;4.1.4 Verschweigen als Mittel des Erhalts von Inhalten;118
5.1.1.5;4.1.5 Vergessen und Verschweigen von verschiedenen Räumen und Zeiten;119
5.1.2;4.2 Vergessen und die Dynamik der Rekonstruktion einer „Traumzeit“;120
5.1.2.1;4.2.1 Die Unmöglichkeit des Vergessens – oder: Der Erhalt „traumzeitlicher“ Ordnung im vorübergehend Verborgenen;122
5.1.2.2;4.2.2 Ordnungsprinzipien einer kognitionswissenschaftlichen Aufschlüsselung „traumzeitlicher“ Erinnerungen;123
5.1.2.3;4.2.3 Immunisierung des Individualgedächtnisses gegen ein Vergessen von Traumzeitlegenden;124
5.1.2.4;4.2.4 Vergessen ist immer auch ein Bestandteil kollektiven Erinnerns;125
5.1.2.5;4.2.5 Die Bedeutung von Merkzeichen für die Rekonstruktion selbstwertstabilisierender „Traumzeitlegenden“ wandelt sich;127
5.1.2.6;4.2.6 Löschungsresistente und kopiergenaue Verhaltensweisen dienen als Mittel gegen das Vergessen;128
5.1.2.7;4.2.7 Vergessen als Preis der Gemengelage vielfältiger Sicherungssysteme für Traumzeitmythen;130
5.1.2.8;4.2.8 Von memories zu mentalities: Kann man ein Weltbild überhaupt „vergessen“?;131
5.1.3; Literatur;135
5.2;5 Vergessen in konfliktreichen Schnittbereichen kollektiven Erinnerns am Beispiel mittelalterlichen Weistums;139
5.2.1;5.1 Weistümer: Vergessen induzierender Regelwerke der Vermittlung zwischen Herrschaft und bäuerlicher Bevölkerung;141
5.2.1.1;5.1.1 Vergessen zwischen Literalität und Oralität;141
5.2.1.2;5.1.2 Möglichkeit des Vergessens im Umgang mit dem Inhalt eines Hofweistums;142
5.2.2;5.2 Vergessen als Ausdruck eines bestehenden Konfliktpotenzials;144
5.2.2.1;5.2.1 Vergessen – Folge eines ritualisierten Zusammenspiels von Herrschaft und Gehöfer;144
5.2.2.2;5.2.2 Das Verbot zu „vergessen“ verändert das Erinnerte;146
5.2.2.3;5.2.3 Vergessen – eine Folge des alltäglichen Zusammenspiels von Herrschaft und Hörigen;147
5.2.2.4;5.2.4 Vergessen als Schlüssel für eine konfliktarme Interpretation der Gegenwart;150
5.2.3; Literatur;152
6;Vergessen und Körperbezug;154
6.1;6 Vergessen: Der Wandel im neurowissenschaftlichen Verständnis eines vielschichtigen Phänomens;155
6.1.1;6.1 Möglichkeiten neurobiologischer Erklärungsversuche des Vergessens;157
6.1.1.1;6.1.1 Modifikation neuronaler Kommunikation;159
6.1.1.2;6.1.2 Vergessen als „natürlicher Teil“ mnestischer Vorgänge im immerwährenden Zusammenspiel von verschiedenen Subsystemen der Informationssicherung: Impliziter Rückgriff auf geisteswissenschaftliche Denkmuster;160
6.1.1.3;6.1.3 Vergessen als eine Art Kollateralschaden bei einer überdauernden Umwidmung von Informationen oder Re-Programmierung des Epigenoms;161
6.1.1.4;6.1.4 Vergessen als missglückter Zugriff auf eine bestehende „Kopie“ bzw. „kontraproduktive“ Änderung beim Versuch einer Reproduktion mnestischer Änderungen?;162
6.1.1.5;6.1.5 Vergessen unter dem Aspekt einer Differenzierung neuronaler und nichtneuronaler Mechanismen;163
6.1.1.6;6.1.6 Vergessen verstanden als Irrfahrt einer mentalen Zeitreise;164
6.1.1.7;6.1.7 „Remember to forget!“ – mögliche neuronale Korrelate aktiven Vergessens;165
6.1.2; Literatur;166
6.2;7 Umgang mit Fragen des Vergessens in physiologischen nichtneuronalen Systemen;170
6.2.1;7.1 Vergessen – ein Phänomen, das den ganzen Menschen betrifft?;171
6.2.1.1;7.1.1 Die Analyseebenen eines naturwissenschaftlich verstandenen Vergessen im Gehirn wirken auf das Verständnis des Phänomens zurück;173
6.2.2;7.2 Die Bedeutung des Gehirns für Vorgänge des Vergessens im Gesamtgefüge des Körpers;175
6.2.2.1;7.2.1 Erfahrungen und körperliche Empfindungen sind nur teilweise deckungsgleich;176
6.2.3;7.3 Vergessen innerhalb des Möglichkeitsraumes „geheimen“ körperlichen Geschehens;179
6.2.3.1;7.3.1 Bekannte Grenzen im zeitlichen Zusammenspiel zwischen körperlichem und geistigem Vergessen;180
6.2.3.2;7.3.2 Gibt es „alternative Formen“ des Vergessens?;181
6.2.4; Literatur;184
6.3;8 Epigenetische Korrelate des Vergessens;187
6.3.1;8.1 Zelluläres Gedächtnis, zelluläres Vergessen: Eigengesetzlichkeiten eines (molekular-)genetisch begründeten Programms, das Daten abrufbereit zur Verfügung halten oder aktiv zum „Schweigen“ bringen kann;190
6.3.1.1;8.1.1 Vergessen: Eine Problemstellung (auch) auf Ebene der soft inheritance?;190
6.3.1.2;8.1.2 Plastizität der Genregulierung und ihre mögliche Beziehung zu Verhaltensänderungen, die mit Vergessen in Zusammenhang stehen;192
6.3.1.3;8.1.3 Die Bedeutung der Genexpression für Vorgänge des Vergessens;195
6.3.2;8.2 Wirkkräfte jenseits des genetischen Codes: Mögliche Bedeutung epigenetischer Wirkmechanismen für das Vergessen;199
6.3.2.1;8.2.1 Chromatinmarkierungen bedingen eine Veränderung der Ablesemöglichkeit frei liegender Gene;201
6.3.2.2;8.2.2 Acetylierung und Methylierung und die sie steuernden Enzyme;203
6.3.3; Literatur;207
6.4;9 Vergessen im Immunsystem: Eine Frage der Passung interagierender Systeme;209
6.4.1;9.1 Grenzen traditioneller Erklärungsversuche alltäglichen Vergessens: Immunbiologie und geisteswissenschaftlich orientiertes Denken;210
6.4.2;9.2 Möglichkeiten einer gemeinsamen inhaltlichen Ausgestaltung des Vergessensbegriffs;212
6.4.3;9.3 Grundprinzipien von Gedächtnis und Vergessen innerhalb des Immunsystems;214
6.4.4; Literatur;218
6.5;10 Schlussbetrachtung: Plädoyer für ein neues Verständnis des Vergessens;220
6.5.1;10.1 Die Vielgestaltigkeit des Vergessens eröffnet eine Vielfalt möglicher Fragen und Antworten;222
6.5.2;10.2 Ungeklärte Schnittstellen: Mit „Vergessen“ umschreibt man jeweils nur ansatzweise, was währenddessen geschieht;225
6.5.3; Literatur;228
6.6;11 Erklärung ausgewählter Fachbegriffe;230
6.6.1; Literatur;275
7;Serviceteil;276
7.1;Stichwortverzeichnis;277



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