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E-Book

E-Book, Deutsch, 210 Seiten, Web PDF

Reihe: Computer Science and Engineering (German Language)

Pröbster Baudichtstoffe

Erfolgreich Fugen abdichten
1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-8348-9474-8
Verlag: Vieweg & Teubner
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Erfolgreich Fugen abdichten

E-Book, Deutsch, 210 Seiten, Web PDF

Reihe: Computer Science and Engineering (German Language)

ISBN: 978-3-8348-9474-8
Verlag: Vieweg & Teubner
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Dieses praxisnah geschriebene Buch über Dichtstoffe richtet sich an all diejenigen, die sich über den Stand der modernen Dichtstofftechnologie, über Fugen und die Anwendung von Dichtstoffen informieren wollen. Einiges über Dichtstoffe ist zwar auch im Internet zu finden, doch es ist mühsam und zeitraubend, aus den verstreuten, vielfach auch noch fremdsprachigen Quellen, das Gesuchte herauszufinden. Dies gilt umso mehr, wenn man sich nicht nur mit Informationsschnipseln zufrieden gibt, sondern Zusammenhänge verstehen will. Um diese Zusammenhänge geht es im vorliegenden Buch. Nur allzu leicht, das zeigen zahlreiche Rek- mationen aus Bauwirtschaft, Industrie und auch aus dem privaten Bereich, werden Fehler in Verbindung mit Dichtstoffen gemacht: bei der Auslegung von Fugen, bei der Auswahl des richtigen Produkts oder bei der Anwendung. In diesem Buch wird daher versucht, in unk- plizierter Weise die Grundlagen von Adhäsion und Kohäsion, den Aufbau von Fugen, die Besonderheiten der einzelnen Dichtstoffklassen und ihr Zusammenwirken mit den abzudi- tenden Bauteilen zu erläutern. Da auf langwierige mathematische Herleitungen oder chemische Formeln verzichtet wird, kann das Buch jedem Praktiker, Konstrukteur, Ingenieur, Planer oder Architekten, der immer wieder mit Dichtproblemen zu tun hat, eine Hilfestellung bieten. Auch für Studenten der Bauchemie kann dieses Buch eine willkommene Ergänzung sein, denn in den klassischen Lehrbüchern werden die Dichtstoffe meist nur sehr kursorisch abgehandelt. Anhand von Praxistipps werden Kniffe und Tricks verraten, die man normalerweise anderswo nicht einfach nachlesen kann. In besonders gekennzeichneten Infokästen stehen wichtige Merksätze bzw. Auszüge aus Normen und Vorschriften.

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Zielgruppe


Professional/practitioner


Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Einleitung: Erst denken, dann dichten.- Grundlagen: Was man über Dichtstoffe wissen sollte.- Gutes Klima ist wichtig.- Die Kunst der Fuge.- Kontaktprobleme: Baustoffverträglichkeit.- Wichtige Dichtstofftypen: Steckbriefe.- Elastisch kleben: Der neue Trend.- Angewandte Dichtkunst.- Warum Fugen versagen — und was man dagegen tun kann.- Muss sein: Normen, Merkblätter und Empfehlungen.- Arbeitssicherheit, Umweltauswirkungen und Entsorgung.- Ausblick: Wie geht es weiter?.


(S. 23-24)

Im Baugewerbe kann, im Gegensatz zur industriellen Produktion, der Einfluss des Klimas auf die Bauteile, die Bauhilfsstoffe, deren Verhalten und natürlich die dort beschäftigten Menschen nicht durch Maßnahmen wie eine Klimatisierung ausgeschlossen werden. Mit dem jeweils herrschenden Klima muss der Anwender und Nutzer zwangsläufig „leben". In manchen Fällen muss man sich bekanntlich dem Wetter beugen und gegebenenfalls geplante Arbeiten verschieben, auch wenn der Fertigstellungstermin noch so drängt. Insbesondere bei der Verwendung von einkomponentigen, luftfeuchtigkeitshärtenden und wasserbasierten Dichtstoffen muss das Umgebungsklima bei Planung und Ausführung von Arbeiten mit berücksichtigt werden.

3.1 Grundwissen Klima

Unter Klima (kontinental, atlantisch, mediterran etc.) versteht man die statistische Gesamtheit aller meteorologischen Erscheinungen an einem Ort, z. B. an einer Baustelle. Das Klima wird wesentlich von der geografischen Lage einer Baustelle beherrscht. Je nach Klimazone, in der ein Bauvorhaben durchgeführt werden soll, ist mit unterschiedlichen Fugenbewegungen zu rechnen, was in der gesamtheitlichen Planung zu berücksichtigen ist. Die Witterung (sonnig, regnerisch etc.) hingegen beschreibt die Abfolge verschiedener Wetterzustände im Laufe von einigen Tagen und hat damit für die Planung der Abdichtarbeiten eine erhebliche Bedeutung.

Das Wetter am Tage des Abdichtens (z. B. Regen, Frost) kann es gelegentlich unmöglich machen, die vorgesehenen Arbeiten durchzuführen. Für den Verarbeiter von Dichtstoffen ist es wichtig, neben der Temperatur auch die Feuchtigkeit der Luft richtig einzuordnen. Die relative Luftfeuchte (relative Luftfeuchtigkeit, r. Lf.) beschreibt den Wasserdampfanteil der Luft in Prozent der maximalen Wasseraufnahme bei einer bestimmten Temperatur. Letztere wird auch die Sättigungsfeuchte genannt. Sie ist temperaturabhängig und damit auch die relative Luftfeuchte. Die relative Luftfeuchte ist wichtig für alle hygroskopischen und sorptiven Vorgänge, z. B. in Mauerwerk.

Die absolute Luftfeuchte gibt an, welche Menge an Wasser (in Gramm) pro Kubikmeter Luft enthalten ist. Warme Luft kann, absolut gesehen, mehr Wasser aufnehmen als kühle. Steigt durch Abkühlen von Luft die relative Feuchte, wird bei 100 % die Sättigung, der Taupunkt, erreicht und das überschüssige Wasser fällt als Nebel oder Tau aus. Strömt feuchte Luft z. B. aus einer undichten Fuge am Fensteranschluss an einer kalten, unzureichend isolierten Wand vorbei, bildet sich bei Erreichen des Taupunkts Kondensat an der Wand, welches zu Schimmelbildung führen kann. Wird ein kühles Werkstück in einen warmen Raum gebracht, kann es sein, dass auf der Oberfläche des Werkstücks der Taupunkt unterschritten wird und sich ein manchmal auch unsichtbarer Wasserfilm niederschlägt. Würde man darauf, ohne das Werkstück abzutrocknen oder auf einen Temperaturausgleich zu warten, einen chemisch reaktiven Dichtstoff aufbringen, müsste man mit Haftungsproblemen rechnen.

3.2 Klimatische Einflüsse auf Bauwerke

Die Beeinflussung von Bauwerken durch das Klima ist je nach Art des Bauwerks ganz unterschiedlich: Im Tiefbau sind beispielsweise die Temperaturschwankungen wesentlich geringer als bei einem freistehenden Gebäude: Die Bodentemperatur schwankt an der Oberfläche im Durchschnitt zwischen -1 ºC im Januar und 20 ºC im Juli. Bereits in 2 m Tiefe reduzieren sich die Schwankungen auf 4 ºC bis 15 ºC. In 10 m Tiefe herrscht eine praktisch gleich bleibende Temperatur von 10 ºC. Mit einer dauernden Feuchtebelastung der dichtstoffgefüllten Fuge ist zu rechnen.


Dr. Manfred Pröbster hat Chemie an der Universität Regensburg studiert, dort promoviert und ist nach einer Tätigkeit in einem Polyurethan-verarbeitenden Betrieb seit rund 20 Jahren als Kunststoffchemiker bei Henkel KGaA, Standort Heidelberg in der Entwicklung und Anwendungstechnik für Dichtstoffe und elastische Klebstoffe tätig. Er ist Fachautor zweier Bücher über Industriedichtstoffe, eines Fachlexikons "Dichtstoffe und Fugen" und diverser Veröffentlichungen und Patente.




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