Prunty | Irisch verliebt | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 394 Seiten

Prunty Irisch verliebt

Roman - The Bachelor goes Irish!
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98952-684-6
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman - The Bachelor goes Irish!

E-Book, Deutsch, 394 Seiten

ISBN: 978-3-98952-684-6
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Milliardär (männlich, ledig) sucht Irin (weiblich, rothaarig) fürs Leben... Der exzentrische und bereits dreifach geschiedene New Yorker Milliardär Xavier Big hat es sich in den Kopf gesetzt, in Irland die Frau fürs Leben zu finden. Dabei soll ihm sein Assistent Liam helfen - seines Zeichens Ire und eigentlich ambitionierter Schriftsteller. In diese Brautschau werden drei Frauen aus Dublin verwickelt: die einst erfolgreiche PR-Queen Lorna, die sich einen Weg aus dem Schuldenberg erhofft, wenn sie für Big seine Traumfrau findet - Starfriseurin Gloria, die nach einem Investor sucht, weil ihr untreuer Ex ihr immer noch auf der Tasche liegt - und die frisch gekündigte Journalistin Sandy, die in dem ganzen Chaos eine Story wittert. Dabei hat sie jedoch die Rechnung ohne Liam gemacht?... Eine herzlich-chaotische RomCom für Fans von Sophie Kinsella und Beth O'Leary!

Morag Prunty ist der bürgerliche Name der Bestsellerautorin Kate Kerrigan. Sie wuchs als Tochter irischer Eltern in Schottland auf. Sie war eine erfolgreiche Journalistin und zog 1991 nach Dublin, um dort als Herausgeberin einer Zeitung zu arbeiten. Heute widmet sie sich ganz dem Schreiben und ihrer Familie. Bei dotbooks veröffentlichte die Autorin ihre Romane »Das irische Mädchen« und »Irisch verliebt«.
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Kapitel 2


Sandy bekam allmählich das Gefühl, ihren neuen Boss Rory Mac ›Sag’s nochmal‹ Rory schon seit einer Ewigkeit zu kennen. Allerdings nicht, weil sie irgendwelche geistigen Bande zu Irlands beliebtestem DJ geschlagen hätte, sondern weil er sie seit ihrem Start als seine Produktionsassistentin vor weniger als einer Woche nicht aus den Augen gelassen hatte. Gestern Abend hatte er sie zu einer Galerieeröffnung mitgeschleppt, und wäre da nicht die dicke Blondine gewesen, die ihn und sich selbst zum Gespött machte, hätte Kotz-Rory Sandy wohl die ganze Nacht an der Wand festgenagelt. Oder Schlimmeres. Allmählich dämmerte es Sandy, dass es in diesem neuen Job möglicherweise einen Initiationsritus gab, und sie befürchtete, dass der den Austausch körperlicher Flüssigkeiten beinhalte. Danach zu urteilen, wie er sich mit seinem fetten Bieratem auf sie gestürzt hatte, als sie gestern Abend in der Dame Street ins Taxi gestiegen war, hatte Rory die Absicht, seine Spielmarken schon sehr bald in bare Münze umzutauschen.

Jetzt war es Samstagvormittag, elf Uhr, und die beiden zeichneten im Studio das Programm auf. Der Regisseur hatte sich krank gemeldet, und so musste Sandy allein mit ihm fertig werden. Das bedeutete zwar auch, sich mit der ganzen technischen Ausrüstung auseinander zu setzen, was gut war, doch dann blieb da noch das Ausrüstungsstück im karierten Golferpullover.

Glücklicherweise befand sich zwischen ihnen eine dicke, schalldichte Scheibe.

»Fang mal mit dem Rumfummeln an, Baby«, hörte sie über ihre Kopfhörer.

Sandy drehte sich der Magen um, als er ihr dabei auf seine dreckige Art lippenleckend zuzwinkerte. Wie in Christi Namen kam er in einer Stadt von Dublins Größe nur mit dieser unbeschreiblich widerlichen Art durch – mit seiner dicken, in Form geföhnten Haarrolle und seinen abstoßenden handgestrickten Pullovern? Sandy setzte das höfliche Nonnenlächeln auf, das sie seit ihrem Eintreffen hier zur Schau trug. Als neuestes, schwächstes Mitglied des Teams war es ihre einzige Verteidigung. Und haute eindeutig nicht hin.

»Rory Macsag’s nochmal, Rory Macsag’s nochmal, Rory Macsag’s nochmal ... Die Rory Mac Rory Sh-ho-ho-hoooooow!»

Sandy hatte ihren Ohren kaum trauen wollen, als sie diesen Kennspruch zum ersten Mal hörte, und bei der ersten Redaktionsbesprechung an ihrem zweiten Tag vorgeschlagen, ihn zu ändern. Er stellte sich jedoch als eine Verirrung heraus, die Rory höchstpersönlich entsprungen und auf die er unbändig stolz war. Die anderen hatten nervös herumgezappelt, als Sandy ihren Vorschlag machte, doch Rory war in die Bresche gesprungen und hatte sie mit den Worten gerettet: »Es ist gut, jemanden mit ein bisschen Feuer im Team zu haben.« Sie hatte sich gefreut, einen guten Eindruck gemacht zu haben, doch inzwischen verstand sie, dass die Verwendung dieses Wortes ein schlechtes Zeichen gewesen war. Seitdem hatte er nicht mehr von ihr abgelassen.

»Mary Murphy in Bohola schickt Geburtstagsgrüße an ihren kleinen Sohn Joe der heute sieben wird Freddie Fitzpatrick wird da unten im County of Kerry acht und ein Mann namens Cormac O’Keefe möchte sagen dass er seine Frau auch nach fünfundvierzig Ehejahren immer noch liebt sie wohnen in Derry und ein riesiges Wie geht’s wie steht’s an Sie und Ihre liebliche La-dy und Ihnen allen da draußen die Sie heute einen ganz besonderen Tag feiern möchte ich sagen – Schalter Cliff, Sandy ...«

Die Show begann immer mit solchen Grußbotschaften, und Sandy staunte mit einer Art von entsetzter Verwunderung über Rorys Fähigkeit, sie ohne Atempause herunterzuspulen. Als Sandy dann den Schalter drückte, klingelte der Jingle ihr in den Ohren wie ein ganz, ganz übler Witz ...

»Herz-lii-chen-Glüüück-wunsch und aa-lles-Guuu-te ...«

Wie hatte ihr das passieren können? Noch vor drei Wochen war sie die Persönliche Assistentin eines der coolsten DJs Londons gewesen, des Königs des Radio-Hip – Horace Deaver. Die Show war eine Mischung aus grausamem Humor, neuer Untergrundmusik und schrägen Reportagen über Ereignisse und Storys rund um London, die von Sandy recherchiert und präsentiert wurden. Karrieremäßig hatte sie fast den Durchbruch geschafft, und im Feuilleton der Time Out hatte Rorys Boss einen kleinen Artikel über sie erspäht. Der Alte Herr des Radiosenders hatte es satt, dass Leute, denen er keinen Job gegeben hatte, nach England gingen und dort berühmt wurden. Vor zwei Monaten hatte ihn der TV-Interviewer und Komiker Dandy McNamara tatsächlich beim Namen genannt – live! Im Britischen Fernsehen – als den Mann, der Dan bei einem Einstellungsgespräch gesagt hatte: »Sie sind einfach nicht komisch.« Der Alte Herr hatte beschlossen, das Gleichgewicht wieder herzustellen, und sich geschworen, jeden Iren, der in irgendeiner Art von britischem Medienkontext auch nur erwähnt wurde, headhuntermäßig zu Mutter Eire zurückzuholen.

Sie hatten bei Sandy die volle Tour abgezogen. Die müssen mich wirklich wollen, hatte sie gedacht.

»Sie werden ein großer Fisch in einem kleinen Teich sein«, sagten sie.

»Wir haben hier für Sie den Keltischen Tiger / die schnellstwachsende Jugendbevölkerung/die pulsierendste Stadt Europas«, sagten sie.

»Mehr Geld, ein höherer Status, irlandweites Profil«, sagten sie. »Sie werden für den staatlichen Rundfunk arbeiten. Das irische Äquivalent des BBC!«, sagten sie. »Nur besser!«

Sandy hatte ihre Freunde und ihre Familie in Dublin vermisst, und ihre Mutter war vor Aufregung fast tot umgefallen, als ihre Tochter ihr erzählte, sie hätte gerade ein Stellenangebot von Rory Mac erhalten – Liebling der Hausfrauen.

»Er ist der ›King of Radio‹, Sandra, und ein wunderbarer Mensch, wie man hört. Maisies Schwester Clodagh hat ihn einmal auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung in Cork getroffen. Sagte, er sei reizend. Katherine wohnt dort draußen in Bray ganz in seiner Nähe. Sagt, seine Frau geht im Supermarkt vor Ort einkaufen wie ein ganz normaler Mensch.«

Maisie. Clodagh. Katherine. Sandras Mutter schien eine endlose Liste von Frauen zu kennen, die zu jedem beliebigen Thema eine Expertenmeinung abgeben konnten, von Arthritiskuren (»Patricia sagt, sie hat ihrer Mutter täglich einen Löffel Apfelessig gegeben, und der hat Wunder für ihr Knie gewirkt!«) über gesprochene Nachrufe (»Sie war eine wunderbare Frau, aber Assumpta sagte, ihr Mann ließ sie in Lumpen hinter sich herlaufen!«) bis zu Radio-DJs (»Er kauft seine Pullover in einem Laden in Killiney. Se-ehr teuer. Handgestrickt, verstehst du!«) Sandra hatte keine Ahnung, wer all diese Frauen waren, doch ihre Mutter zitierte sie, als wäre es der Spruch des Orakels.

In einem schwachen Moment, als das Heimweh ihr zusetzte und sie sich von der Aufregung ihrer Mutter einfangen ließ, die sie wieder in ihrem alten Zimmer haben wollte, »für ein paar Monate zumindest – bis du wieder auf eigenen Beinen stehst«, hatte Sandra ihre Kündigung eingereicht und ihre Wohnung in Notting Hill an eine Freundin vermietet. Sie war wieder nach Hause gezogen.

Nur dass es sich nicht mehr wie zu Hause anfühlte. Während ihrer fünf Jahre in London waren viele ihrer alten Freunde ins Ausland abgewandert, und die meisten der Zurückgebliebenen waren verheiratet und hatten kleine Kinder. Für die war das prima, doch mit neunundzwanzig hatte Sandy mit diesen ganzen Familiengründungsgeschichten wenig am Hut. Ihre verheirateten Freunde wohnten in Häusern, die dem ihrer eigenen Eltern wie ein Spiegelbild glichen, Vorstadtquadrate mit Einbauküche und Kinderbettchen. Anfangs wollten sie noch Top-Designer-Ausstattung à la Phillipe Stark, doch schlussendlich landeten sie bei pflegeleichten Oberflächen und Scotchguard-Teppichen. Sandy wollte einfach nur ihr eigenes Leben leben, erfolgreich im Job sein, sich selbst beweisen. Sie wollte sich nicht mit irgendeinem Jungen vom College zufrieden geben, dessen Eltern auch noch Bekannte von ihren Eltern waren.

An ihrem ersten Abend zu Hause ging Sandy die ›Letzte Unverheiratete‹ besuchen, ihre älteste Freundin Maeve.

Maeve arbeitete bei einer Versicherungsgesellschaft, und obwohl sie eine ganze Stange verdiente, wohnte sie noch immer zu Hause bei ihren Eltern in Stillorgan, in der Nachbarschaft von Sandys Familie.

»Ich bleibe hier, bis ich heirate«, hatte sie Sandy erzählt.

»Du bist verrückt«, sagte Sandy. »Wie hältst du das nur aus – willst du denn gar nicht unabhängig sein? Eine erstklassige Bude im Zentrum. Die kannst du dir leisten – Jesus, Frau, du musst doch inzwischen ein Vermögen gespart haben.«

»Ich brauche jeden Penny als Mitgift.«

»Oh, Jesus!« Sandy machte sich Sorgen, dass Maeve dies nur halb als Scherz gemeint hatte.

»Sieh doch mal. Wenn ich von zu Hause ausziehe, das ist doch der endgültige Schritt in die Altjüngferlichkeit. Erst einmal würde es natürlich Spaß machen – meine eigene Wohnung, bei Habitat meine Geldkarte leer plündern. Und dann? Die Mädels, die zum Fernsehen vorbeikommen und herumjammern, dass es in Dublin keine anständigen Männer gibt? Dann habe ich es so gemütlich, dass ich überhaupt nicht mehr ausgehe. Dann heißt es Fastfood vom Imbiss und die Glotze – zwei Dutzend Pfund später gibt es in ganz Dublin kein Partykleid mehr, das mir passen würde, und dann besorge ich mir eine Katze. Die Katze wird mir so großartig Gesellschaft leisten, dass ich mir noch eine besorgen muss. Wenn ich vierzig bin, hocke ich mit zwölf Katzen in einer Einzimmerwohnung in Christchurch. Mein Arsch wird so groß sein, dass man einen Bus drauf parken könnte, und ich frage mich immer noch, warum ich eigentlich Single...



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