Quindt | Zwischen den Dschungeln Indiens | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 275 Seiten

Reihe: Der Wildpfad

Quindt Zwischen den Dschungeln Indiens

Der Wildpfad 2 - Abenteuerroman
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7409-3940-3
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Der Wildpfad 2 - Abenteuerroman

E-Book, Deutsch, Band 2, 275 Seiten

Reihe: Der Wildpfad

ISBN: 978-3-7409-3940-3
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Zwischen den Dschungeln Indiens, dem Wirbel der Weltstadt London und den weiten Steppen Afrikas spielt sich das faszinierende Leben Kathleen Wells ab. Ihre Geschichte, wie es dazu kam, dass diese schöne, stolze Frau ihren Mann erschoss, erzählt William Quindt auf seine eigene, unnachahmliche Art. Das Leben der wilden Tiere in Freiheit und Gefangenschaft, der Konflikt zwischen Natur und Zivilisation sind weitere Themen dieses großartigen Romans. Mitunter, vielleicht in der kurzen Dämmerung abendlicher Straßen, im Strom der Flanierenden, der Müßigen und der Geschäftigen, zwischen den Lichtfluten bunter Auslagen und dem leisen Gleiten hetzender Automeuten, vielleicht in der drängenden Unruhe menschenquirlender Bahnhofshallen, in der eleganten Langweiligkeit des Vestibüls eines ?Grand-Hotel?, in der fiebernden Gespanntheit einer Rennplatz-Tribüne, in der knisternden Erwartung eines Theaterparketts, in der verhaltenen Sammlung eines Konzertsaales, vielleicht auch in einer festlichen Nacht, beim Tanz unter den bunten Lichtern und den singenden Geigen - mitunter taucht aus der Flut der Menschen ringsum ein fremdes Gesicht, rührt jählings und tief unser Herz, trifft unser Herz in seinen verschlossensten, gesichertsten Winkel, in jenen tausendfach geheimgehaltenen, tausendmal verleugneten Winkel, in dem wir das bittere Wissen eingeschlossen, eingesargt haben, dass wir alle im tiefsten Grunde einsam sind und einsam bleiben. Und die fremden Augen, die für eines Herzschlages Länge sich in den unseren verankern, mahnen uns in Stunden, in denen wir am wenigsten darum wissen wollen, in denen wir froh und unbeschwert plaudern und lachen im Kreise der Menschen, denen wir zugetan sind, mahnen uns daran, dass wir Einsame sind, und dass unsere fröhliche Geselligkeit nichts ist als ein wertloser Mantel, in den wir uns hüllen, weil wir nicht frieren mögen. Das fremde Gesicht, die fremden Augen gemahnen uns an ferne Träume. Wir alle haben einmal gewusst, dass es in dieser Welt Menschen geben muss, die eigens für uns und nur für uns geboren worden sind, die für uns leben, sinnen, trachten und denken. Wir haben sie gesucht, wir haben auf sie gewartet und auf ihr Licht, das unser ganzes Sein erleuchten sollte. Aber je dichter und enger die Menschen sich sammeln in Städten und Ländern, desto ferner und fremder sind sie einander geworden, nie fanden wir die Menschen aus unserem Traum, vergebens warteten wir auf das Licht vom verwandten Stern, wir blieben dunkel, wir wurden dumpf, wir nahmen die Menschen an, die Gelegenheit und Zufall über den Weg unseres Lebens führte, wir blieben bei ihnen, wir hielten sie fest - leuchteten sie nicht, so wärmten sie doch. Da wirft der fremde Blick, der unser Auge kreuzt, das einstmals ersehnte Licht in den Kerker unserer ältesten und stillsten Sehnsucht, da treibt das fremde Gesicht aus dem nächtigen Dunkel ringsum, treibt an uns vorbei und verweht wiederum in die Nacht. Tausend Mauern haben wir Menschen zwischen uns errichtet, unmöglich geworden ist der kurze Weg vom Herzen zum Herzen, wer kann ein Fremdes halten? Aufgewühlt, verlassen bleiben wir zurück, und das Wissen um unsere Einsamkeit ist nun ebenso bitter wie süß. Schmerzhaft tief ist uns diese Einsamkeit bewiesen worden, schmerzhaft tief aber auch die keuschesten, ältesten Träume unserer Sehnsucht, nun wissen wir, was wir dereinst nur ahnten: Wir brauchten nicht einsam zu sein! - Aber wir sind es, wir bleiben es, das fremde, leuchtende Gesicht, dem unser Herz entgegendrängte, versinkt, weil wir es nicht halten können. Und wir treiben weiter, einsam und in Nacht. Solcherart war meine erste Begegnung mit Kathleen Wells. Damals umbrandete mich das bunte Leben in seiner ruhelosesten, heftigsten Bewegung, in schillernd starken und lockend zarten Farben, in fanfarenhaft schmetternden und geigensanft verführerischen Tönen, damals reiste ich als Pressemann mit dem Zirkus.

William Quindt, der aus einer bäuerlichen Familie stammte, verlor früh seine Eltern und schlug sich ab dem 15. Lebensjahr mit verschiedenen Berufen durchs Leben. Schließlich wurde er Journalist. Doch auch diese Tätigkeit gab er wieder auf, um - seiner 'Tiersehnsucht' folgend - Pressechef bei großen Zirkusunternehmen wie Sarrasani, Busch und anderen zu werden, mit denen er in der Folge ganz Europa bereiste. Weitere Reisen brachten ihn auch nach Afrika und Indien. William Quindt ist ein Autor, dessen besondere Begabung weit entfernt liegt von den Stoffgebieten und den Zielen üblicher Romanschreiber, ein Mann, der zu erzählen weiß von Tieren und Abenteuern, nicht nur, weil er das Leben der Tiere und die Gefahr der Abenteuer erlebt hat, sondern weil er sie liebt und mit seinem ganzen Herzen an ihnen hängt.
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Mitunter, vielleicht in der kurzen Dämmerung abendlicher Straßen, im Strom der Flanierenden, der Müßigen und der Geschäftigen, zwischen den Lichtfluten bunter Auslagen und dem leisen Gleiten hetzender Automeuten, vielleicht in der drängenden Unruhe menschenquirlender Bahnhofshallen, in der eleganten Langweiligkeit des Vestibüls eines ›Grand-Hotel‹, in der fiebernden Gespanntheit einer Rennplatz-Tribüne, in der knisternden Erwartung eines Theaterparketts, in der verhaltenen Sammlung eines Konzertsaales, vielleicht auch in einer festlichen Nacht, beim Tanz unter den bunten Lichtern und den singenden Geigen – mitunter taucht aus der Flut der Menschen ringsum ein fremdes Gesicht, rührt jählings und tief unser Herz, trifft unser Herz in seinen verschlossensten, gesichertsten Winkel, in jenen tausendfach geheimgehaltenen, tausendmal verleugneten Winkel, in dem wir das bittere Wissen eingeschlossen, eingesargt haben, dass wir alle im tiefsten Grunde einsam sind und einsam bleiben.

Und die fremden Augen, die für eines Herzschlages Länge sich in den unseren verankern, mahnen uns in Stunden, in denen wir am wenigsten darum wissen wollen, in denen wir froh und unbeschwert plaudern und lachen im Kreise der Menschen, denen wir zugetan sind, mahnen uns daran, dass wir Einsame sind, und dass unsere fröhliche Geselligkeit nichts ist als ein wertloser Mantel, in den wir uns hüllen, weil wir nicht frieren mögen.

Das fremde Gesicht, die fremden Augen gemahnen uns an ferne Träume. Wir alle haben einmal gewusst, dass es in dieser Welt Menschen geben muss, die eigens für uns und nur für uns geboren worden sind, die für uns leben, sinnen, trachten und denken. Wir haben sie gesucht, wir haben auf sie gewartet und auf ihr Licht, das unser ganzes Sein erleuchten sollte. Aber je dichter und enger die Menschen sich sammeln in Städten und Ländern, desto ferner und fremder sind sie einander geworden, nie fanden wir die Menschen aus unserem Traum, vergebens warteten wir auf das Licht vom verwandten Stern, wir blieben dunkel, wir wurden dumpf, wir nahmen die Menschen an, die Gelegenheit und Zufall über den Weg unseres Lebens führte, wir blieben bei ihnen, wir hielten sie fest – leuchteten sie nicht, so wärmten sie doch.

Da wirft der fremde Blick, der unser Auge kreuzt, das einstmals ersehnte Licht in den Kerker unserer ältesten und stillsten Sehnsucht, da treibt das fremde Gesicht aus dem nächtigen Dunkel ringsum, treibt an uns vorbei und verweht wiederum in die Nacht. Tausend Mauern haben wir Menschen zwischen uns errichtet, unmöglich geworden ist der kurze Weg vom Herzen zum Herzen, wer kann ein Fremdes halten?

Aufgewühlt, verlassen bleiben wir zurück, und das Wissen um unsere Einsamkeit ist nun ebenso bitter wie süß. Schmerzhaft tief ist uns diese Einsamkeit bewiesen worden, schmerzhaft tief aber auch die keuschesten, ältesten Träume unserer Sehnsucht, nun wissen wir, was wir dereinst nur ahnten: Wir brauchten nicht einsam zu sein! – Aber wir sind es, wir bleiben es, das fremde, leuchtende Gesicht, dem unser Herz entgegendrängte, versinkt, weil wir es nicht halten können. Und wir treiben weiter, einsam und in Nacht.

Solcherart war meine erste Begegnung mit Kathleen Wells.

Damals umbrandete mich das bunte Leben in seiner ruhelosesten, heftigsten Bewegung, in schillernd starken und lockend zarten Farben, in fanfarenhaft schmetternden und geigensanft verführerischen Tönen, damals reiste ich als Pressemann mit dem Zirkus.

Jene ewig unterirdisch pulsende, ewig leise knisternde Unruhe, die mich in keinem bürgerlichen Beruf hatte ausharren lassen, die mich über hundert lustig verschlungene Wege ziehen ließ, um mich von einem jeden wieder herunterzutreiben, sobald das Ziel erkannt war und Anstrengung und Mühsal sich zu lohnen drohten, jene Unruhe, merkwürdig gemischt aus dem männlichen Verlangen nach einem klaren, starken, nur auf sich selbst gestellten Sein und aus der kindhaften Sehnsucht nach Menschen von gleichem Blut, diese Unruhe trieb mich endlich mitten hinein in das farbentolle Kaleidoskop der wandernden Zeltstädte, in denen ich beseligt verblieb wie ein Gläubiger in seinem gelobten Land.

Die Wanderlust, die Sehnsucht zu schweifen, zu reisen – wer von uns hätte sie nicht? Diese Sehnsucht ist deutsch, die Sehnsucht ist alt, ist älter als wir, älter als alle Völker, älter selbst als die Rasse, aus der sich die Nationen gebildet haben. – Auf dem hochschnäbeligen Wikingerschiff, in dessen Segel der pralle Wind steht, waghalsig über die langen Wellen des Ozeans streichend gen Grönland, gen Engelland, gen Florida – zu Fuß, bewehrt mit Schild und Speer, sein Vieh hinter sich und auf den Wagen den Hausrat und die Frauen, entronnen den dunklen und endlosen Wäldern der Ebene, Bezwinger der Alpenpässe, waffenklirrend einherschreitend vor dem Wanderwagen, von Bergen herabsteigend in die sonnige Ebene des Po – so tritt der Germane aus dem Dunkel in das Licht der Geschichte. Eng, klar und sehr bürgerlich geordnet ist die Welt geworden in den Jahrhunderten, die zwischen uns und den ersten Wanderzügen unserer Rasse liegen, aber die jahrtausendealte Lust unserer Ahnen spukt uns allen noch heute als geheime Lockung in Blut und Herz, obwohl die Unruhigen längst den Sesshaften haben weichen müssen.

Streben und Trachten des bürgerlichen Menschen geht völlig dahin, sich an einem bestimmten Punkt seiner Heimat, seines Vaterlandes zu verankern. Er heiratet, er gründet eine Familie, er erwirbt Besitz, Geld und Geltung, Einfluss, Macht in den Gebieten seines Wirkens. Wenn er reist, reist er in Geschäften oder zu seinem Vergnügen. Sein Gegenpol ist der Vagabund, der lieber hungernd durch die Welt läuft, als sein Leben lang an einem Fleck satt zu sein, der jede Bindung scheut, allen Fesseln entweicht, der sich restlos, ohne Bedenken, mit Lust der Weite, dem Wandern, dem täglichen Wagnis verschreibt.

Die einmalige Welt des Zirkus’ steht unter besonderem Gesetz. Wir sind bürgerlich, denn wir sind beheimatet: Wir arbeiten fünfzehn und zwanzig Stunden am Tag, die Manege, das große Zelt ist unsere Heimat, der Wanderwagen unser Haus, die todverlachende Sensation ist unsere Arbeit und unser täglich Brot. Wir, Menschen und Tiere, sind zusammengeschweißt zu einer unlösbaren Schicksalsgemeinschaft, wer nicht zu uns gehört, ist uns fremd und bleibt uns fremd. Unsere Welt, bunt, weit, wild, tausend Menschen, tausend Tiere, in denen Glanz und Glut von fünf Erdteilen sitzt, bewegt sich durch die Länder wie ein Schiff durch das Meer. Wir begrüßen die Städte wie die Passagiere des Steamers die nahen Inseln, wir erwidern die lachenden und die wehmütigen Grüße, aber wir booten nicht aus, wir bleiben an Bord, bleiben beieinander, wir sind eine Welt für uns.

Zauberhafte Welt! Manege, Zirkus: höchste Primitivität auf der einen Seite, Triumph raffiniertester Technik auf der anderen. Telefon und Addiermaschinen, komplizierteste Lichtanlagen, modernste Traktoren und Raupenschlepper, Sonderzüge, Spezialautos, letzte Raummöglichkeiten geschickt ausnützende Bürowagen, tausend neueste Schöpfungen modernster Industriezweige – und diesen ganzen, unendlich komplizierten technischen Apparat um den primitiven Brennpunkt der Manege, um den magischen Ring aus Lehm und Sägespänen.

Zirkus: ein Direktor, der als Stallbursche begann, Rechtsanwälte, Ingenieure, Redakteure, Kaufleute in seinem Generalstab – und dann das ganze große vielgesichtige Zirkuspersonal: vom Regisseur, der einst selbst Direktor war, und dessen Name die glanzvollsten Zeiten des alten ›equestrischen Zirkus‹ heraufbeschwört, bis hinab zum versoffenen Plakatkleber, der einmal ebenfalls einen Zirkus besaß und heute bei uns gelandet ist, weil er doch unmöglich ohne die geliebte, ohne die lebensnotwendige Zirkusluft leben kann.

Kapitäne der englischen Kolonialarmee als Elefantendresseure, Mexikaner, die Experten in der Abrichtung von Nilpferden und Dromedarhengsten sind, ehemalige sächsische Bäcker, die Löwen und Tiger mit unerreichter Verve vorführen, ein bayerischer Schlachter, dessen Raubtierdressuren an Eleganz und Charme unerreicht sind in der weiten Welt, böhmische Musikanten, Zeltarbeiter aus der Pfalz, australische Holzhackerchampions, chinesische Akrobaten, japanische Keulenjongleure, Ballettmädchen aus allen Enden der Welt, deutsche Piloten als Reklameflieger, Trapeznummern aus Bukarest und Paris. Artisten aller Zungen und aller Grade, angefangen von der schlicht gekleideten Tochter des Chefs, der Akrobatennummer, bis zu der mondänen, seiderauschenden, pelzknisternden Schönheit der Solotänzerin, arabische Springer, echte Sioux-Indianer, Tempeltänzer aus Ceylon, schnatternde Zoe mit Lippenpflöcken, Somalikrieger, hammeltalgduftend, und rassige Tscherkessen, würdige Clowns und die lachenden Männer der Sensationen, die ein Spiel mit dem Leben sind – nicht auszuschöpfen ist die Fülle der Erscheinungen.

Zirkusleben, Artistenleben: Heute schlafe ich im Luxushotel, morgen in einem Dorfkretscham, übermorgen in einem möblierten Zimmer mit grauenhaftem Nippes, mit quietschender Matratze und der obligaten vase de nuit, die Parade steht unter dem Bettrand. Heute fahre ich in der fürstlichen Limousine meines Herrn Direktors, morgen flitze ich in einem lächerlichen Kleinauto die Landstraße auf und ab, die hundert Lastwagenzüge kontrollierend, die unser Material von einer Stadt zur anderen bringen, übermorgen liege ich im Heu einer Güterlore unseres Sonderzuges, der mich durch die steinern nackte Gigantenwelt der nächtlichen Alpen trägt, über der das schräge Horn des Mondes hängt. Heute stehe ich am Zirkuseingang, und von ihren Bergen herab strömen kropferte Vorälpler in unser Zelt. Drei Tage später spielt der Zirkus in Mailand, und die elegantesten...



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