Raaven / Schmitt-Egner | BAT Boy 2 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 386 Seiten

Reihe: BAT Boy

Raaven / Schmitt-Egner BAT Boy 2

Blood Pride
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-9820645-3-6
Verlag: C. Raabe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Blood Pride

E-Book, Deutsch, Band 2, 386 Seiten

Reihe: BAT Boy

ISBN: 978-3-9820645-3-6
Verlag: C. Raabe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die lang erwartete Fortsetzung der Urban Fantasy Reihe um Lucas und die Berliner Akademie für Transmutationen.Direkt nachdem es Lucas gelungen ist, die Berliner Bevölkerung vor einem katastrophalen Anschlag auf der Millenniumsfeier zu bewahren, sieht er sich mit der Tatsache konfrontiert, dass vieles von dem, was er zu wissen glaubte, nicht den Tatsachen entspricht.Ray, sein Mentor, schien nicht nur einer der Mitverschwörer gewesen zu sein, sondern wurde offensichtlich auch beim Kampf zum Millennium ins Jenseits befördert. Seine Freundin Ines konnte er zwar aus den Fängen der Fieslinge befreien, jedoch liegt sie seitdem im Koma. Und auch seine Eltern haben sich ihm in einem völlig neuen Licht präsentiert.Selbst der Trost, den ihm der Besuch der BAT bisher geschenkt hatte, verliert mehr und mehr an Kraft, da er nicht weiß, wem er dort noch trauen kann. Ehe er es sich versieht befindet er sich im Fokus einer Schar von Abtrünnigen, die den Namen 'Blood Pride' trägt, und muss feststellen, dass alles, was er bisher über bluttrinkende Vampire zu wissen glaubte, nur ein kleiner Teil der Wahrheit ist.

Im Jahr 2012 veröffentlichte er unter dem Pseudonym C. A. Raaven seinen ersten Roman, ein Urban Fantasy Jugendbuch, über den KDP-Service von Amazon. Eine Fortsetzung des Romans sowie einen Social-Media-Krimi brachte er in den folgenden Jahren bis 2017 heraus.Währenddessen arbeitete er mit einigen KollegInnen am Aufbau des eWriters e.V., einer Vorgänger-Organisation des heutigen Selfpublisher-Verbandes.2017 wurde er in die Autorenvereinigung Das Autorensofa aufgenommen, mit der er seitdem regelmäßig einen Stand auf der Frankfurter Buchmesse betreibt.Im Jahr 2018 etablierte er das Pseudonym Christine Corbeau, unter dem er 2019 seine erste romantische Komödie veröffentlichte. Ein Folgeband erschien im Mai 2020.Auch seiner dunkleren Seite blieb er in dieser Zeit treu und stellte eine Anthologie düsterer Kurzgeschichten zusammen, die im Jahr 2019 veröffentlicht wurde. Weiterhin veröffentlicht er zusammen mit AutorInnen des Phantastik Autoren Netzwerks wöchentlich kostenlose Kurzgeschichten.
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Notfall


ucas starrte den Hörer in seiner Hand mit einem Gesichtsausdruck an, als ob er erwarten würde, dass dieser sich jeden Moment in eine Kobra verwandelte.

»Hey, was ist los? Hat’s dir die Sprache verschlagen?«, rief der Mann am anderen Ende der Leitung ungeduldig.

»Plague spricht nicht mehr. Ich hab ihn gekillt«, sagte Lucas mit tonloser Stimme. Dann wurde ihm bewusst, was er da gerade gesagt hatte und er schlug sich erschrocken die freie Hand vor den Mund. Die andere hielt immer noch das Handy an sein Ohr.

»Wie? Was is los? Wer ist da!?«, sagte der Mann immer noch laut, aber nun etwas überrascht.

Auf Lucas‘ Gesicht breitete sich ein kaltes Grinsen aus.

, schrie die Stimme in seinem Hinterkopf, aber er hörte nicht auf sie. Von einer morbiden Neugier auf die Reaktion seines Gegenübers gepackt öffnete er den Mund. Er brannte darauf, dem Unbekannten von den letzten Sekunden in Plagues Leben zu berichten – dem Mann, der seinen Mentor auf den Stufen der Berliner Siegessäule getötet hatte.

»Was glaubst du eigentlich, was du hier machst? Das ist hier ne Intensivstation! Hier sind Handys verboten!«, herrschte ihn plötzlich eine Stimme an.

Lucas fuhr erschrocken hoch und blickte in das verärgerte Gesicht eines Pflegers, der sich vor ihm aufgebaut hatte.

»Oh ... äh, Tschuldigung. Das wusste ich nicht«, murmelte er.

Der Pfleger zeigte nur stumm nach rechts, wo auf einem Schild die Worte zu lesen waren: »Achtung Intensivstation. Benutzung von Mobiltelefonen verboten.«

»Wennde det nich lassen kannst, dann sieh zu, dassde Land jewinnst«, ergänzte er und zeigte in Richtung der Lifttüren am anderen Ende des Flurs.

Lucas setzte sich in Bewegung. Dabei hob er die Hand mit dem Telefon, die er eben hatte sinken lassen, wieder ans Ohr.

»Wer zum Teufel bist du und wo hast du das gottverdammte Handy her?«, grollte die Stimme des Mannes erneut daraus hervor.

»Ich bin …«, begann Lucas, brach dann aber ab, weil in seinem Kopf so etwas wie eine Alarmglocke zu schrillen begonnen hatte. Doch etwas in ihm wollte sich nicht zum Schweigen bringen lassen. Etwas wollte davon berichten, wie jämmerlich dieser Typ auf der Flucht zugrunde gegangen war. Er hatte die friedliche Millenniumsfeier in ein Chaos verwandeln und dabei tausende unschuldiger Menschen zu Opfern bluttrinkender Vampire machen wollen. Aber schließlich endete er als Häufchen Asche.

»Ich bin jemand, der diesem Schwein das gegeben hat, was ihm zusteht«, sagte er mit fester Stimme, während er auf den Abwärts-Knopf des Aufzugs drückte.

»Okay jetzt hör‘ auf mit dem Quatsch und hol mir Plague ans Rohr«, grunzte der andere mit nur mühsam beherrschter Wut.

Ein Gong ertönte. Die Aufzugtüren öffneten sich. Entnervt trat Lucas in die Kabine und drückte den Knopf mit der ‘1‘. Er hoffte, dort weitertelefonieren zu können, weil sich in dieser Etage eine Cafeteria befand. Das Gespräch lief ganz und gar nicht nach seinem Geschmack, aber er hatte nicht vor, es dabei zu belassen. Die Türen schlossen sich. Der Lift begann, sich in Bewegung zu setzen.

»Zum letzten Mal«, blaffte Lucas den Unbekannten an. »Plague ist Toast! Wenn du willst, dann kannst du den Rest von ihm vom Boden in der Siegessäule abkratzen.«

Aus dem Hörer war mit einem Mal ein seltsames Geräusch zu hören, aber Lucas war jetzt voll in Fahrt. Er schrie seine ganze Wut und Trauer darüber hinaus, dass Neumann nicht mehr lebte, stieß Beschimpfungen über Plague und seine Horde von Monstern aus.

»Doch«, bellte Lucas. »Ich mach weiter! Ich …«

Lucas verstummte. Er blickte auf das Display des Telefons, das ihm sagte, die Verbindung sei unterbrochen. Aber woher kam dann diese Stimme? Diese erschreckend vertraute Stimme.

»Ines?«, hauchte er.

– ein schwaches Flüstern.

Seine Beine gaben nach, und Lucas rutschte an der Kabinenwand herunter in eine hockende Position. Was mochte es zu bedeuten haben, dass er sie hören konnte? Völlig verwirrt wanderte sein Blick vom nutzlosen Handy in seiner Hand in der Aufzugskabine umher, bis er an der sich ständig verändernden Stockwerksanzeige hängen blieb.

– kaum noch wahrnehmbar.

In diesem Moment traf ihn die Erkenntnis wie ein Blitz. Er sprang auf, stopfte das Handy in seine Tasche und hämmerte wie wild auf der Tastatur des Aufzugs herum. Es war alles so klar. Wie hatte er es nur übersehen können? Es musste immer noch ein kleiner Teil von Ines in ihm geblieben sein. Deshalb wachte sie nicht auf. Als sie vorhin hinter dem Krankenwagen hergefahren waren, hatten sie an einer roten Ampel halten müssen und den Wagen daher aus den Augen verloren. Nachdem sie kurz darauf im Krankenhaus eingetroffen waren, hatten Ines‘ Eltern erzählt, dass sie kurz vor der Ankunft des Krankenwagens in der Klinik plötzlich einen Kreislaufzusammenbruch gehabt hätte. Also konnte man den Teil von Ines, den Lucas noch in sich trug, nicht beliebig weit vom Rest entfernen. Es war wohl wie bei einem Gummiband, das riss, wenn es zu stark gespannt wurde. Aber wie weit war zu weit? Er war in der siebten Etage losgefahren und nun war er schon fast in der zweiten Etage angekommen.

Er hämmerte an die Tür – wohl wissend, dass es niemanden gab, der in einem Aufzug dafür sorgte, dass sich auf ein Klopfen hin Türen öffneten. Und doch kam der Lift zu einem Halt. Die Türen glitten sanft auseinander. Lucas fiel mehr durch den sich öffnenden Spalt hindurch, als dass er lief. Unvermittelt stand er vor einer Krankenschwester, die ihn entgeistert anstarrte.

»Treppenhaus«, keuchte Lucas.

»Äh, wie?«, stammelte die Schwester.

»Treppenhaus! Wo?«, rief er ungeduldig.

»Ach, warum fahren Sie denn mit dem Lift, wenn Sie wissen, dass es Ihnen nicht bekommt?«

Lucas bemerkte, wie sich die Präsenz von Ines, die er kurz vorher noch gar nicht wahrgenommen hatte, zu flackern begann, wie eine Kerze in einem starken Luftzug. Tränen begannen, ihm in die Augen zu steigen.

»Treppenhaus, bitte«, sagte er flehentlich.

»Da vorn«, sagte sie und zeigte nach rechts.

Lucas rannte los.

Bereits auf dem übernächsten Treppenabsatz verfluchte er seine Entscheidung, nicht einen anderen Aufzug gerufen zu haben, der nach oben fuhr. Seine Beine fühlten sich an, als ob sie jeden Moment platzen wollten. Das Herz hämmerte wie wild in seiner Brust. Aber Lucas beschloss, es zu ignorieren, weil Ines‘ Präsenz immer schwächer wurde. Er ignorierte auch das Stechen in seiner Seite, während er Stufe um Stufe erklomm. Dann erspähte Lucas die ersehnte Sieben über einer Tür. Er machte noch einen mächtigen Satz, drückte den großen Entriegelungsbügel dabei hinunter und prallte mit voller Wucht dagegen. Der Aufprall presste die Luft aus seinen Lungen. Lucas taumelte rückwärts und kam sehr unsanft auf seinem Hintern zu sitzen. Japsend starrte er die Tür an.

Ines‘ Stimme schwebte als gepresstes Flüstern durch seinen Kopf – verbunden mit einem übelkeiterregenden Schwindelgefühl. Lucas spürte in seinem – oder ihrem? – Innern eine lauernde Dunkelheit, die danach trachtete, ihrer beider Bewusstsein zu umfangen. Er wusste, dass diese Umarmung zumindest für Ines eine endgültige sein würde. Das brachte ihn dazu, sich aufzuraffen und die Tür erneut zu bestürmen. Sie wollte sich nicht öffnen, so sehr er auch drückte und stieß. In diesem Moment meldete sich noch eine weitere Stimme in seinem Hinterkopf. Vielleicht war sie auch schon die ganze Zeit über da gewesen, nur hatte er sie in seiner Panik nicht bemerkt:

Aufstöhnend drückte Lucas den Bügel hinunter und zog an der Tür, die sich widerspruchslos öffnete. Er stürzte in den Gang, der nun nicht mehr so still und scheinbar friedlich dalag, wie er es gewesen war, als Lucas ihn verlassen hatte. Am entfernten Ende pulsierte hinter der Glastür ein rotes Licht. Ohne genau hinsehen zu müssen, wusste Lucas, dass dieses Alarmzeichen über der Tür von Ines‘ Zimmer leuchtete. Vor der Glastür, die den Zugang zur Intensivstation versperrte, stand eine Menschentraube, in der sich auch die Eltern von Ines befanden. Sie alle wollten hindurch, wurden aber von dem stämmigen Pfleger daran gehindert, der beschwörend auf sie einredete: »Machen Sie sich bitte keine Sorgen. Sie können Ihrer Tochter jetzt nicht helfen. Das Notfallteam tut alles menschen… Hey, was soll das?«

Lucas war in vollem Lauf in die Menge hineingestürmt. Dann hatte er sich blitzschnell fallen lassen, um auf dem glatten Boden unter den ausgebreiteten Armen des Pflegers hindurchgleiten zu können. Er rutschte noch ein Stück weiter, nutzte die nächstgelegene Wand, um sich abzustoßen. Wie ein menschlicher Querschläger schoss er in Ines‘ Zimmer, das in diesem Moment von mehreren Personen bevölkert war. Eine davon hatte ihren Blick starr auf einige Anzeigen eines Gerätes über dem Kopfende ihres Bettes gerichtet und verlas laut die angezeigten Werte. Die zweite Person – eine Krankenschwester – fummelte an einem Tablett mit Fläschchen herum, aus denen sie Flüssigkeiten auf Spritzen zog. Die Dritte schien ein Arzt zu sein. Sie war dabei, zwei etwa handtellergroße metallische Gegenstände, die durch Kabel mit einem...



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