E-Book, Deutsch, Band 1, 191 Seiten
Reihe: Martyrium der Vampire
Rack Berührst mein Herz, begehrst mein Blut
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7549-9666-9
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1, 191 Seiten
Reihe: Martyrium der Vampire
ISBN: 978-3-7549-9666-9
Verlag: neobooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Claudia Rack wurde 1979 in Sachsen-Anhalt geboren und wohnt heute mit ihrem Mann und ihren 3 Katzen in Hessen. Die Autorin begeistert sich für das Schreiben im Bereich Fantasy- Romance. 'Berührst mein Herz, begehrst mein Blut' ist der Auftakt zu ihrer neuen Buchreihe 'Martyrium der Vampire'.
Autoren/Hrsg.
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Kapitel 2
Als Frankie die Augen öffnete, musste sie erneut feststellen, dass die Entführung kein Traum war. Stimmen vor ihrer verschlossenen Tür ließen sie aufhorchen. Mittlerweile taten ihr die Arme weh, weil sie diese ständig im gleichen Winkel halten musste. Die fehlende Bewegungsfreiheit frustrierte sie. Die Stimmen wurden lauter. Frankie starrte die Tür an und wusste instinktiv, sie wollten zu ihr. Sie spannte sich an. Jeden Moment sah sie ihre Entführer. Sie sah die Person, die für all das die Verantwortung trug. Ihre Neugier wuchs. Wer war zu so etwas imstande? Erfuhr Frankie, weshalb sie entführt wurde? Was hatten sie mit ihr vor? Frankie war unsicher, ob sie darauf eine Antwort wollte. Endlich erklang ein ihr bekanntes Geräusch. Ein Schlüssel wurde im Schloss gedreht und als Nächstes schwang die Tür auf. Frankie konnte später nicht mehr sagen, wen sie erwartete, zu sehen. Die Person, die jetzt in ihr Sichtfeld kam, erkannte sie nicht. Der Mann war groß und schlank. Dunkelbraune, kurze Haare umrahmten sein drahtiges Gesicht. Anhand der grau melierten Strähnen an seinen Schläfen erkannte Frankie, dass er im gesetzten Alter war. Sie vermutete ihn über fünfundvierzig oder an die fünfzig Jahre. Seine dunkelbraunen Augen richteten sich sofort auf sie, sobald er ihre Zelle betrat. Als ihre Blicke sich trafen, spürte Frankie, dieser Mann war skrupellos. Zielstrebig, bereit alles zu tun, um zu erreichen, was immer er vorhatte. Instinktiv wusste sie innerhalb von Sekunden, dass sie niemals sympathische Gefühle ihm gegenüber hegte. Der Mann trat ein, dicht gefolgt von einem jüngeren Mann und zwei kräftigen Männern, die rechts und links in den Ecken Stellung bezogen. Sie registrierte die beiden als Wachen. Der jüngere Mann in seiner Begleitung vermied es, sie direkt anzusehen. Das sagte ihr, dass er nicht so zielstrebig zu sein schien, wie der unsympathische Mann. Es war ihm eher unangenehm, Kontakt mit ihr aufzunehmen, sei es nur durch einen direkten Blick. Frankie stufte ihn als uninteressanten Mitläufer ein. Ein Assistent. Sie fragte sich erneut, wo sie hier gelandet war? Was waren das für Männer? Und weshalb fühlte sie sich, wie ein gefangenes Tier oder eine Beute? Erst, als er zu ihr sprach, verdrängte sie ihre Fragen und sah zu dem Mann, der hier das Sagen hatte.
»Sie haben sicher einige Fragen«, erklang seine tiefe Stimme.
Frankie fröstelte.
»Alles zu seiner Zeit, Frankie.«
Überrascht starrte sie ihn an.
»Woher ich deinen Namen kenne? Ja, ich kenne dich besser, als du vermutest, Frankie.« Um seine Aussage zu unterstreichen, entdeckte Frankie ein Buch, welches er aufschlug. Es war in einem dunkelbraunen Lederband eingebunden. Stirnrunzelnd fragte sie sich, was darin stand? Informationen über sie? Über ihr Leben? Schlagartig wurde Frankie bewusst, dass er sie länger beobachtete. Angestrengt studierte sie ihn erneut. Sie war sicher, dass sie diesen Mann niemals zuvor in ihrem Leben gesehen hatte. Er trug einen braunen Anzug, darunter ein hellblaues Hemd und eine passende Krawatte. Seine schwarzen Schuhe blitzten sauber und gestriegelt. Auf sein Äußeres schien er viel wert zu legen. In der Zwischenzeit brachte sein Assistent ihm einen Stuhl, auf dem er sich niederließ. Das Gesicht in dem seltsamen Buch vergraben, sprach er weiter. »Ich bin Professor Allan Douglas. Ich muss zugeben, dass mir die Umstände, wie wir sie hergebracht haben, missfallen, aber es gibt keine andere Möglichkeit. Wenn ich ihnen gesagt hätte, worum es geht oder ich sie gebeten hätte, mitzukommen, wären sie sicher nicht darauf eingegangen. Also entschuldigen Sie bitte den Aufruhr, Frankie.« Verständnislos starrte Frankie den Professor an.
»Was soll das heißen? Wo bin ich hier? Und wieso haben sie mich hierher gebracht?«, bombardierte sie ihn mit ihren Fragen. Jetzt sah er von seinem Buch auf und hob die rechte Hand, um sie zum Schweigen zu bringen. Das interessierte sie nicht. »Ich verlange Antworten auf meine Fragen. Bitte tun sie nicht so, als ob das Alles hier gerechtfertigt ist. Ich weiß genau, dass sie sich strafbar machen. Das hier ist eine Entführung. Ich bin gegen meinen Willen hier«, erboste Frankie sich. »Ich fordere, sofort freigelassen zu werden.« Sein leises Lachen ließ Frankie verstummen. Machte der Professor sich über sie lustig? Er wurde ihr immer unsympathischer.
»Ihre Forderungen haben hier kein Gewicht, Frankie. Desto schneller sie das kapieren, umso besser für sie. Wir werden eine lange Zeit miteinander verbringen. Da ist es nur ratsam, wenn sie einfach tun, was wir von ihnen verlangen.«
Vehement schüttelte Frankie den Kopf. »Auf keinen Fall«, schrie sie ihn an.
»Aber, aber, meine liebe Frankie, beruhigen sie sich. Ich werde es ihnen erklären, sobald die Zeit dafür gekommen ist. Bis dahin leben sie sich erst einmal ein und dann wird das schon werden.«
Fassungslos starrte sie den Mann an. Ihre Wut wuchs ins Unermessliche. Was erlaubte dieser Professor sich? Wie konnte er es wagen? Anstatt ihre Reaktion zur Kenntnis zu nehmen, erhob er sich und gab dem Assistenten durch ein Kopfnicken ein Zeichen. Sofort winkte dieser einen weiteren Mann herein, beladen mit einem Tablett. Frankie sah Sandwiches und ein Glas Wasser darauf stehen. Sofort meldete sich ihr Magen. Wann hatte sie das letzte Mal etwas gegessen? Sie konnte sich nicht daran erinnern. Der Professor verschwand aus ihrem Sichtfeld, dicht gefolgt von den zwei Halbstarken und seinem Assistenten. Einzig der Mann mit dem Tablett blieb in ihrer Zelle und stellte das Tablett an ihr Bettende ab. Auf Frankie wirkte er, wie ein Lakai. Er sagte kein Wort, schaute nicht zu ihr. Als er das Tablett abstellte, ging er erneut heraus, nur um wenig später mit einem Hemd wiederzukommen. Das Hemd sah aus wie diese Hemden, die man in Krankenhäusern bekam. Erst jetzt stellte Frankie fest, dass sie immer noch ihre Kleidung von gestern Abend trug. Eine helle Jeans, ein enges grünes Top und ihre schwarze Lederjacke. Sie würde den Teufel tun und sich in dieses hässliche Hemd zwängen, schwor sie sich. Als ob der Mann ihre Gedanken erriet, sah er sie mit einem flehenden Blick an. Frankie verstand ihn. Er bat sie stumm darum, sich umzuziehen. Und das vor seinen Augen? Auf keinen Fall! Sie schüttelte mit dem Kopf und weigerte sich. Wenn sie ihr die Fesseln abnahmen, nur damit sie dieses Hemd überzog, war ihr das egal. Sie wollte sich nicht zu etwas zwingen lassen. Der Mann fuchtelte nervös mit den Händen und sah zum Türeingang. Sofort kamen die zwei kräftigen Kerle zum Vorschein und postierten sich bedrohlich hinter ihm. Frankie sah von einem zum anderen. Sie mussten nichts sagen, sie wusste, dass man sie zur Not mit Gewalt in dieses Hemd verfrachtete, ob sie wollte, oder nicht. Sie erkannte, dass sie keine Chance hatte. Gegen diese beiden Männer konnte sie nicht kämpfen. Sie schluckte und starrte auf das Hemd, das ordentlich zusammengefaltet, neben ihr lag. Schließlich stand sie auf und griff nach dem Hemd. Mit einem erbosten Blick zu den drei Männern drehte sie sich um und begann, sich aus ihrer Jeans zu schälen. Als sie nur noch in ihrem schwarzen Slip da stand, streifte sie sich das Hemd über. Sobald sie bedeckt war, drehte sie sich um und sah die Männer provozierend an. »Zufrieden?«, meinte sie beleidigt.
Der jüngere Mann, der Lakai, nickte und verließ daraufhin das Zimmer. Frankie dachte, dass die beiden starken Kerle ihm folgten, doch sie täuschte sich. Sie nahmen in den Ecken vor ihr die Wachhaltung ein und warteten darauf, dass sie anfing zu essen. Nicht einmal dafür gaben sie ihr Privatsphäre. Frankie fühlte sich ausgeliefert, machtlos. Gegen ihren Hunger konnte sie nur eines tun, sie musste etwas zu sich nehmen. Geschlagen setzte sie sich auf die Bettkante und griff nach dem Sandwich. Der erste Biss war eine Offenbarung. Sie stöhnte zufrieden auf und aß das Sandwich in Sekundenschnelle auf. Im Anschluss griff sie nach dem Glas und leerte es in einem Zug. Kurz darauf wurde ihr mulmig. Frankie runzelte verwirrt die Stirn. Ihre Füße fühlten sich taub an, gefolgt von ihren Händen, die seltsam kribbelten. Als sie versuchte, aufzustehen, drehte sich alles in ihrem Kopf. Sofort plumpste sie auf das Bett und schüttelte den Kopf. Der Schwindel nahm nicht ab. Ihr wurde kalt. So furchtbar kalt. Ihr Körper zitterte unkontrolliert und sie versuchte, die Arme um ihren Oberkörper zu schlagen, was ihr misslang. Sie verlor die Kontrolle über ihre Motorik. Entsetzt starrte sie einen der Männer an, der in der Ecke stand und sie mit einem Grinsen beobachtete. Sofort erkannte Frankie ihren Fehler. Ihr Blick ging zu dem leeren Glas auf dem Tablett. Sie hatten ihr etwas gegeben. Die Erkenntnis legte sich um ihre Gedanken, als die Müdigkeit sie überfiel. Im nächsten Moment sah sie noch, wie die zwei Männer auf sie zukamen. Frankie schüttelte den Kopf als stumme Abwehr. Sie spürte starke Hände, die sie hochrissen. Sofort meldete sich ihr Instinkt und sie fuchtelte mit den Händen, um sie abzuwehren. Ihre Bemühungen waren vergebens. Durch das Betäubungsmittel waren ihre Bewegungen unkontrolliert und schwach. Sie griff ständig ins Leere. »Nein, bitte nicht.« Ihre Stimme klang aus weiter Ferne, als einer der Männer sie hochhob und über seine Schulter warf. Der Aufprall auf ihren Magen ließ sie aufstöhnen. Sobald der Mann sich in Bewegung setzte, spürte sie jeden Schritt in ihrem Magen. Sie würgte und versuchte, das Essen bei sich zu behalten. Als sie das Zimmer verließen, brach die Panik in ihr aus. Geschwächt und durch das Mittel außer Gefecht gesetzt kämpfte Frankie darum, heruntergelassen zu werden. Ihre Schreie waren eher unverständliche Laute. Ihre Beine, die in der Luft zappelten, waren eher träge Schläge, die kein Ziel trafen. Verschwommen...




